Ziel dieser Hausarbeit soll eine Überprüfung der gattungstheoretischen Einordnung des Textes „Der Knabe im Moor“ von Annette Droste-Hülshoff zu den Balladentexten sein. Hierzu wird in einem ersten Schritt der Begriff „Ballade“ theoretisch definiert. In einem zweiten Schritt wird dann der Text auf die zuvor festgestellten Merkmale der Ballade untersucht, sodass in einem Fazit eine gattungstheoretische Einordnung erfolgen kann.
Der Knabe im Moor erweist sich, betrachtet man die gattungsgeschichtliche Einordnung, als das am häufigsten unter der Gattung der Ballade genannte Gedicht der Annette von Droste-Hülshoff. Auch innerhalb des schulischen Kanons wird dieses zusammen mit dem Erlkönig als typologisch für die Balladen behandelt. Das 1841 entstandene Gedicht wurde jedoch von der Autorin selbst vielmehr als Gedicht, denn als Ballade eingeordnet. Diese gegensätzliche und wenig erörterte Einordnung, gepaart mit der hohen Popularität, begründet die Wahl des Knaben im Moor als geeigneten Untersuchungsgegenstand.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG
1. FRAGESTELLUNG UND VORGEHENSWEISE
2. DER KNABE IM MOOR ALS UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND
II. UNTERSUCHUNG VON ANNETTE VON DROSTE-HÜLSHOFFS DER KNABE IM MOOR HINSICHTLICH DER GATTUNGSTHEORETISCHEN EINORDNUNG
1. BEGRIFFSKLÄRUNG „BALLADE“
2. DER KNABE IM MOOR VON ANNETTE VON DROSTE-HÜLSHOFF
2.1 Der Knabe im Moor als Ballade
2.2 Formale Kriterien der Ballade Der Knabe im Moor
2.3 Inhaltliche Kriterien der Ballade Der Knabe im Moor
2.4 Lyrische, epische und dramatische Merkmale in Der Knabe im Moor
2.5 Gattungsgeschichtliche Einordnung des Textes
III. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die gattungstheoretische Überprüfung von Annette von Droste-Hülshoffs „Der Knabe im Moor“ im Hinblick auf seine Einordnung als Ballade. Es wird hinterfragt, inwieweit das Werk balladeske Merkmale aufweist, obwohl die Autorin es selbst bewusst als Gedicht klassifizierte.
- Theoretische Definition der Gattung Ballade
- Analyse des Werks „Der Knabe im Moor“ auf formale und inhaltliche Kriterien
- Untersuchung der Grenzstellung zwischen den drei Großgattungen
- Gattungsgeschichtliche Einordnung und Selbstverständnis der Autorin
- Vergleich von fachwissenschaftlicher Einordnung und der Intention Droste-Hülshoffs
Auszug aus dem Buch
2. Der Knabe im Moor als Untersuchungsgegenstand
Der Knabe im Moor erweist sich, betrachtet man die gattungsgeschichtliche Einordnung, als das am häufigsten unter der Gattung der Ballade genannte Gedicht der Annette von Droste-Hülshoff. Auch innerhalb des schulischen Kanons wird dieses zusammen mit dem Erlkönig als typologisch für die Balladen behandelt. Das 1841 entstandene Gedicht wurde jedoch von der Autorin selbst vielmehr als Gedicht, denn als Ballade eingeordnet. Diese gegensätzliche und wenig erörterte Einordnung, gepaart mit der hohen Popularität, begründet die Wahl des Knaben im Moor als geeigneten Untersuchungsgegenstand.
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: Es wird die Forschungsfrage nach der gattungstheoretischen Einordnung des Werkes definiert und das Vorgehen der Untersuchung erläutert.
II. UNTERSUCHUNG VON ANNETTE VON DROSTE-HÜLSHOFFS DER KNABE IM MOOR HINSICHTLICH DER GATTUNGSTHEORETISCHEN EINORDNUNG: Dieser Teil definiert zunächst theoretisch den Begriff „Ballade“ und prüft anschließend das Werk „Der Knabe im Moor“ auf formale, inhaltliche sowie gattungsspezifische Merkmale.
III. FAZIT: Hier wird das Ergebnis zusammengefasst, dass das Werk zwar balladeske Züge aufweist, jedoch primär im Einklang mit dem Selbstverständnis der Autorin als Gedicht betrachtet werden sollte.
Schlüsselwörter
Annette von Droste-Hülshoff, Der Knabe im Moor, Ballade, Gattungstheorie, Lyrik, Epik, Drama, Gattungshybrit, Numinose Ballade, Literarische Einordnung, Versform, Naturmagie, Gattungsgeschichte, Gedicht, Strukturanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die gattungstheoretische Einordnung des bekannten Gedichts „Der Knabe im Moor“ von Annette von Droste-Hülshoff und hinterfragt, ob es sich dabei tatsächlich um eine Ballade handelt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition der Ballade als literarische Gattung, die Analyse von Strukturmerkmalen im besagten Text sowie die Bedeutung des Autorenbewusstseins für die Klassifizierung von Literatur.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der fachwissenschaftlichen Einordnung des Werkes als Ballade und der bewussten Einordnung als Gedicht durch die Autorin selbst zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein typologischer Vergleich angewandt: Zuerst wird der Gattungsbegriff theoretisch hergeleitet und anschließend werden formale sowie inhaltliche Kriterien auf das spezifische Werk übertragen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit formalen und inhaltlichen Kriterien wie der Versstruktur, der Vermittlungsinstanz und der Einordnung in Untergattungen wie der numinosen Ballade.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Ballade, Gedicht, Gattungshybrit, Droste-Hülshoff, Gattungstheorie und formale Kriterien der Versdichtung.
Warum ordnete Droste-Hülshoff das Werk bewusst als Gedicht ein?
Sie besaß eine sehr feste Vorstellung von der „Balladennatur“, die sich durch spezifische, in ihren Augen strengere Anforderungen definierte, welche ihr Werk „Der Knabe im Moor“ nicht in vollem Umfang erfüllte.
Was bedeutet in diesem Kontext der Begriff „numinose Ballade“?
Der Begriff beschreibt eine Untergattung der Ballade, die sich durch mystische, naturmagische, totenmagische oder schicksalsbezogene Elemente auszeichnet, wie sie im untersuchten Werk durch die Personifizierung des Moors und unheimliche Naturphänomene deutlich werden.
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- Julia Heid (Author), 2015, "Der Knabe im Moor" von Annette von Droste-Hülshoff als Ballade. Gattungstheoretische Einordnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/340744