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Die Lunete-Figur im "Iwein" von Hartmann von Aue und ihre handlungssteuernde Funktion

Titel: Die Lunete-Figur im "Iwein" von Hartmann von Aue und ihre handlungssteuernde Funktion

Hausarbeit , 2016 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jacqueline Peter (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Frauen gehören in der mittelalterlichen Dichtung zur Minderheit. Es ist ihre Aufgabe, den Ritter in Liebe entflammen zu lassen, eine treue Gemahlin zu sein oder in einer Notlage die Hilfe eines Ritters zu benötigen. In solchen Situationen spielt fast immer nur eine Frau eine Rolle. Die ‚minne‘ und der Erwerb einer Dame durch den Ritter untersagt eine gleichwertige Beteiligung von zwei Frauen an der Handlung.

Die Inhalte des höfischen Romans bewirken, dass Frauen weitgehend ohne anhaltende Beziehungen zu anderen Frauen erscheinen. Eine der Ausnahmen ist „Iwein“ Hartmanns von Aue. Hier agieren zwei Frauen, Laudine und Lunete, nicht nur kurzzeitig miteinander, sondern sie verbindet eine langfristige Beziehung. Zusammen mit ihrem Gemahl Askalon regiert Laudine über das Quellenreich. Lunete fungiert als Vertraute und Ratgeberin – ein Sonderfall, wenn man bedenkt, dass eine weibliche Beraterin sonst äußerst unüblich ist.

Doch wer ist die außergewöhnliche Figur der Lunete genau? Die einzige Beschreibung ihres Äußeren lässt sich im Vers 1153f. finden: "[...] eine rîterliche maget [...]". Im Text wird sie meistens als „maget“ beschrieben, was in der Übersetzung als Zofe, Dienerin, Magd oder Hofdame angegeben wird. Diese Begriffe werden in der vorliegenden Arbeit verwendet, besitzen jedoch an sich keinen Rückhalt zum mittelhochdeutschen Text. Der Status lässt sich nicht aus der Übersetzung, aber anhand weiterer Bezeichnungen und Inhalte im Text ableiten. Die markantesten Eigenschaften Lunetes sind ihre Klugheit, ihre schalkhaften Züge, ihr gebildetes und gesittetes Wesen und ihre Tüchtigkeit. Sie ist schön, von gehobenem Stand und weist einen guten Charakter auf.

Indem sie ihn vor den aufgebrachten Burgbewohnern schützt, rettet Lunete Iwein, dem Mörder Askalons, das Leben. Als er kurz darauf die trauernde Witwe entdeckt, stellt sich bei Iwein die Minne ein. Laudine ist nun als alleinstehende Herrscherin auf männliche Hilfe angewiesen und heiratet überraschenderweise den Mörder ihres Gatten. Im Anbetracht des Inhaltes stellen sich einige Fragen: Inwieweit besitzt Lunete eine handlungssteuernde Funktion? Welche Motive bewegen sie zur Rettung Iweins? Wie eng ist das Verhältnis der beiden Frauen zueinander und wie viel Kontrolle besitzt Lunete über ihre Herrin? Wie erreicht Lunete es, dass Iwein und Laudine sich vermählen und wie vermittelt sie zwischen den beiden Parteien? Und welche Konsequenzen hat die Fristversäumnis Iweins für die Zofe?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Steuerung der Handlung durch Lunete

2.1. Die Motive für Iweins Rettung

2.2. Das Vertrauensverhältnis zwischen Laudine und Lunete

2.3. Lunetes Funktion als Vermittlerin zwischen Laudine und Iwein

2.4. Lunetes Klagerede

2.5. Die Konsequenzen der Fristversäumnis - Lunete wird angeklagt

3. Exkurs: Ein Vergleich Lunetes bei Hartmann und Chrétien

4. Die Sympathiesteuerung durch bzw. bei Lunete

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Lunete im mittelhochdeutschen Epos "Iwein" von Hartmann von Aue und analysiert dabei insbesondere ihre handlungssteuernde Funktion sowie ihre Bedeutung für die Sympathiesteuerung innerhalb der Erzählung.

  • Die handlungsleitende Funktion der Zofe Lunete im Iwein.
  • Das komplexe Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis zwischen Laudine und Lunete.
  • Die Rolle von Lunete als Vermittlerin bei der Eheschließung von Iwein und Laudine.
  • Vergleich der Lunete-Figur zwischen Hartmann von Aue und Chrétien de Troyes.
  • Die rhetorischen Fähigkeiten und Überzeugungskünste der Zofe.
  • Sympathiesteuerung durch die Figur der Lunete im Kontext von Normbrüchen.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Motive für Iweins Rettung

Iweins Leben hängt nach der Tötung Askalons ohne jeden Zweifel von Lunete ab. Ohne ihre Hilfe würde er früher oder später von den Burgbewohnern gefunden und zur Strafe getötet werden. Als er in der Torhalle eingeschlossen ist, tritt Lunete durch eine Tür ein und überreicht ihm einen Ring, der unsichtbar macht und Iwein so vor den aufgebrachten Burgbewohnern schützt. Als sie dann noch erkennt, dass er in Liebe zu der trauernden Witwe entbrannt ist, fasst sie den Entschluss, Iwein zum Ehemann Laudines und somit zum Herrscher des Quellreichs zu machen.

Aufgrund ihrer unhövescheit (V.1189) wird sie abgesehen von Iwein am Artushof von niemandem gegrüßt. In der Forschung findet die Frage nach dem Motiv der Zofe überwiegend wenig Beachtung. Eva-Maria Carne, Tobias Bulang und Caroline Krüger zweifeln Lunetes Dankbarkeit für Iweins Gruß am Artushof und ihre Bewunderung für seinen Mut im Kampf gegen Askalon nicht an und schließen diesen Punkt somit ab. Einzig Herta Zutt und besonders Friedrich Michael Dimpel beschäftigen sich mit dem Thema eingehender. Wenn der Fokus bei Lunetes Handeln einzig auf dem Motiv der Dankbarkeit liegt, wird außer Acht gelassen, dass Lunetes Bemühungen für den „Königsmörder“ in keinem Verhältnis zum ehrenden Gruß Iweins am Artushof stehen. Dies müsste bei einem zeitgenössischen Publikum großes Missfallen erregen. Lunetes Absichten sind möglicherweise also auch von anderen Intentionen geprägt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Frau in der mittelalterlichen Dichtung und stellt die Lunete-Figur als eine Ausnahmeerscheinung vor, die eine langfristige Beziehung zur Herrscherin unterhält.

2. Die Steuerung der Handlung durch Lunete: Dieses Kapitel analysiert detailliert, wie Lunete durch ihre strategische Planung und Kommunikation die Geschehnisse um Iwein und Laudine aktiv lenkt.

2.1. Die Motive für Iweins Rettung: Der Abschnitt untersucht die Beweggründe Lunetes, Iwein das Leben zu retten, wobei neben Dankbarkeit auch politischer Pragmatismus zur Herrschaftssicherung in Betracht gezogen wird.

2.2. Das Vertrauensverhältnis zwischen Laudine und Lunete: Hier wird das intime und hierarchisch komplexe Verhältnis zwischen der Herrscherin und ihrer Vertrauten unter die Lupe genommen.

2.3. Lunetes Funktion als Vermittlerin zwischen Laudine und Iwein: Das Kapitel beschreibt, wie Lunete als Motor des Geschehens durch gezielte Rhetorik die Versöhnung und Heirat der beiden Hauptfiguren arrangiert.

2.4. Lunetes Klagerede: Die Klagerede verdeutlicht die tiefe Enttäuschung der Zofe über Iweins Fristversäumnis und seine damit verbundene Treulosigkeit.

2.5. Die Konsequenzen der Fristversäumnis - Lunete wird angeklagt: Der Teil analysiert die juristischen und sozialen Folgen für Lunete, die aufgrund der Geschehnisse selbst in Lebensgefahr gerät.

3. Exkurs: Ein Vergleich Lunetes bei Hartmann und Chrétien: Hier werden die Unterschiede in der Ausgestaltung der Figur Lunete bei Hartmann von Aue und seiner Vorlage Chrétien de Troyes hervorgehoben.

4. Die Sympathiesteuerung durch bzw. bei Lunete: Dieses Kapitel zeigt auf, wie die Figur der Lunete gezielt eingesetzt wird, um die Haltung des Publikums gegenüber Iwein und seinen Taten zu beeinflussen.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Lunete eine pragmatische, zentrale Figur ist, die durch ihr Handeln die Realitätsferne der Artuswelt kontrastiert und wesentlich zur Struktur des Romans beiträgt.

Schlüsselwörter

Iwein, Hartmann von Aue, Lunete, Laudine, höfischer Roman, Sympathiesteuerung, handlungssteuernde Funktion, Mittelalter, ritterliche Tugenden, Triuwe, Zofe, Herrschaftssicherung, Vergleich Hartmann und Chrétien, mittelalterliche Literatur, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Funktion und die strategische Bedeutung der Figur der Lunete im Epos "Iwein" von Hartmann von Aue.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Rolle der Zofe als Handlungssteuerin, ihr Vertrauensverhältnis zur Herrscherin Laudine und ihre Funktion bei der Sympathiesteuerung des Publikums.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Lunete durch ihr pragmatisches Handeln und rhetorisches Geschick den Verlauf des Romans maßgeblich beeinflusst und das Bild des Helden mitgestaltet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine literaturwissenschaftliche Analyse an, die den mittelhochdeutschen Text in Bezug auf seine motivische Struktur und die Forschungskontexte untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Lunetes Motiven, ihre Rolle als Vermittlerin, ihre Klagerede, ihre eigene Anklage und einen Exkurs zum Vergleich mit der literarischen Vorlage.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Keywords wie Iwein, Lunete, Sympathiesteuerung, Triuwe, höfischer Roman und Pragmatismus stehen im Zentrum der Arbeit.

Welche besondere Bedeutung hat der "Königsmörder" in Lunetes Handeln?

Das Werk diskutiert kritisch, ob Lunete aus Dankbarkeit oder eher aus pragmatischen, politischen Kalkülen den Mörder Askalons unterstützt und zur Ehe mit Laudine drängt.

Inwiefern bricht Lunete mit dem höfischen Anspruch?

Durch ihre Handlungsweise, die oft auf persönlichen Nutzen und strategische Planung statt auf idealistische Normen ausgerichtet ist, fungiert sie als Kontrastfigur zur Realitätsferne der Artuswelt.

Welche Rolle spielt der Vergleich mit Chrétien de Troyes?

Der Vergleich verdeutlicht Hartmanns spezifische Akzente, etwa bei der Darstellung des Vertrauensverhältnisses, wodurch Lunete bei Hartmann eigenständiger und zielstrebiger wirkt.

Was zeigt das Ende des Romans bezüglich der Figur der Lunete?

Das Ende (insbesondere in der Gießener Handschrift) betont Lunetes Belohnung durch eine eigene Heirat und ihren Aufstieg, was ihren hohen sozialen Status und ihre zentrale Bedeutung untermauert.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Lunete-Figur im "Iwein" von Hartmann von Aue und ihre handlungssteuernde Funktion
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
1,0
Autor
Jacqueline Peter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V340113
ISBN (eBook)
9783668298095
ISBN (Buch)
9783668298101
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lunete Iwein Hartmann von Aue Handlung Frauenfigur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jacqueline Peter (Autor:in), 2016, Die Lunete-Figur im "Iwein" von Hartmann von Aue und ihre handlungssteuernde Funktion, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/340113
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Leseprobe aus  21  Seiten
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