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Prostitutionsverbot in der frühneuzeitlichen Stadt. Ursachen und Konsequenzen

Titel: Prostitutionsverbot in der frühneuzeitlichen Stadt. Ursachen und Konsequenzen

Seminararbeit , 2010 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Manuela Klagge (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Es gab in den vergangenen Jahren nur eine sehr dünne Schicht an Neuerscheinungen, die das Thema Prostitution in der Frühen Neuzeit behandelten, die neuste Literatur dazu ist zehn bis 20 Jahre alt. Die wohl neueste Veröffentlichung über das benannte Thema ist Lotte van de Pols „Der Bürger und die Hure“, eine Abhandlung über die Prostitution im frühneuzeitlichen Amsterdam.

Im Zuge dieser Arbeit werden zu den Beschreibungen der institutionalisierten Prostitution im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation die neueren Erkenntnisse Pols hinzugezogen. Für die Frauenhäuser in Deutschland und deren spätere Schließungen wird sich diese Arbeit hauptsächlich auf Peter Schusters „Frauenhäuser“ und Beate Schusters „Die freien Frauen“ stützen.

Der Großteil der kürzlich veröffentlichten Literatur bezieht sich auf die Prostitution im Mittelalter, dort hat das städtische Frauenhaus seine Wurzeln. Da die Grenze des Mittelalters zur Frühen Neuzeit eher fließend verläuft, lässt sich nicht endgültig festlegen, wie weit die beschriebenen Phänomene im Mittelalter oder in der Frühen Neuzeit liegen. Die Zeitspanne, der sich diese Arbeit widmet, wird den Beginn der Frühen Neuzeit (ca. von 1500 bis 1650) umfassen und einen kurzen Blick darüber hinaus werfen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein Blick zurück - Frauenhausgründungen

3. Verbot der Prostitution

3.1. Schließung der Frauenhäuser

3.2 Schließungsgründe

3.2.1 Schließungsgrund Syphilis?

3.2.2 Weitere Schließungsgründe

3.3 Reformierte Gebiete

3.4 Katholische Gebiete

3.5 Widerstand gegen die Frauenhausschließungen

4. Die Folgen der Schließungen für die Prostituierten

4.1 Verfolgung der Prostituierten nach den Frauenhausschließungen

4.2 Strafen

4.2.1 Entehrende Strafen

4.2.2 Körperliche Strafen

5. Wege aus der Prostitution

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den historischen Bedeutungswandel und die sukzessive Schließung städtischer Frauenhäuser in Deutschland sowie in angrenzenden Gebieten während der Frühen Neuzeit, um die sozio-ökonomischen Hintergründe und die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Prostituierten zu beleuchten.

  • Ursachen und Motive für die Gründung städtischer Frauenhäuser
  • Rechtliche und gesellschaftliche Beweggründe für die landesweite Schließungswelle
  • Unterschiede im Umgang mit Prostitution zwischen konfessionellen Gebieten
  • Konsequenzen der Schließungen für die Lebensrealität der Betroffenen
  • Strafpraktiken und obrigkeitliche Verfolgungspolitik gegenüber Prostituierten

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Schließungsgrund Syphilis?

Laut Peter Schuster ist der Bedarf an Untersuchungen über die Ursachen der Frauenhausschließungen noch nicht ausreichend gedeckt. Er prüft die Theorie, ob das Auftreten der Syphilis Ende des 15. Jahrhunderts zu dieser Entscheidung der Stadträte beitrug. Dieser Annahme wiederspricht er aber, anhand des nachgewiesenen Umgangs der Städte mit Frauenhäusern zur Eindämmung der Krankheit. Den Frauenwirten war es lediglich untersagt, infizierte Prostituierte arbeiten zu lassen, in Ulm wurden sogar ärztliche Kontrollen durchgeführt. Jedoch gibt es keine überlieferte Verordnung, die die Schließung eines Frauenhauses auf Grund der Syphilis beschreibt. Auch Beate Schuster lehnt den Erklärungsversuch der Syphilis als Schließungsgrund ab. Sie weist darauf hin, dass erkrankte Personen vom Rest der Bevölkerung isoliert wurden (nicht nur Prostituierte!), indem man ihnen den Besuch öffentlicher Orte untersagte (Hildesheim 1496, Zürich 1496). Meist waren von diesen Verordnungen zur Eindämmung aber nicht die Frauenhäuser, sondern die Badestuben der Städte betroffen. Lediglich Zürich hatte das Frauenhaus 1496 auf Grund der Syphilis geschlossen und die infizierten Prostituierten aus der Stadt verbannt. Das war jedoch kein Sonderfall, der nur die Syphilis betraf, sondern eine Anordnung, die bei jeder seuchenhaften Krankheit getroffen wurde.

Beate Schuster und Peter Schuster lehnen die Syphilis als Schließungsgrund vor allem deswegen ab, weil die Ärzte in dieser Zeit die Übertragungswege noch nicht eindeutig bestimmt hatten und die Räte sich deswegen nicht gezwungen sahen nur beim Frauenhaus, als Hauptinfektionsherd, zu intervenieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der frühneuzeitlichen Prostitution ein und erläutert die schwierige Quellenlage sowie die forschungsgeschichtliche Einordnung der städtischen Frauenhäuser.

2. Ein Blick zurück - Frauenhausgründungen: Das Kapitel behandelt die Entstehung und Funktion städtischer Frauenhäuser als Instrumente zur institutionalisierten Kontrolle von Prostitution im 14. und 15. Jahrhundert.

3. Verbot der Prostitution: Hier wird der langwierige Prozess der Kriminalisierung von Prostitution und die damit einhergehende Welle der Frauenhausschließungen im 16. Jahrhundert analysiert.

4. Die Folgen der Schließungen für die Prostituierten: Dieser Abschnitt beleuchtet die verschärfte staatliche Verfolgung und die verschiedenen Formen der Bestrafung, denen Prostituierte nach der Schließung der Bordelle ausgesetzt waren.

5. Wege aus der Prostitution: Das Kapitel widmet sich den seltenen Möglichkeiten für Prostituierte, aus ihrem Beruf auszusteigen und in ein geregeltes oder ehrbares Leben zurückzufinden.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert den Bedeutungswandel der Frauenhäuser und hält fest, dass die Schließungen primär durch die Obrigkeit initiiert wurden, um das Ansehen der Stadt zu schützen.

Schlüsselwörter

Prostitution, Frauenhäuser, Frühe Neuzeit, Schließungswelle, Kriminalisierung, Reformation, Sittendelikte, Sozialdisziplinierung, Randgruppen, Obrigkeit, Syphilis, Stadtgeschichte, Strafjustiz, Scharfrichter, Ehrverlust.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Übergang von der Duldung zur Kriminalisierung der Prostitution in frühneuzeitlichen Städten und die damit verbundenen Schließungen der städtischen Frauenhäuser.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die institutionelle Einbindung der Prostitution, die Auswirkungen der Reformation auf die moralische Bewertung sowie die obrigkeitliche Straf- und Verfolgungspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu klären, warum städtische Frauenhäuser innerhalb eines Jahrhunderts ihre Tore schlossen und welche Konsequenzen dieser Bedeutungswandel für die betroffenen Frauen hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung und Auswertung relevanter Fachliteratur zu den Themen Frauenhäuser, Randgruppen und Kriminalitätsgeschichte in der Frühen Neuzeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Gründe für Schließungen, konfessionelle Unterschiede (reformiert vs. katholisch), den Widerstand gegen diese Maßnahmen sowie die rechtlichen und sozialen Folgen für Prostituierte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Frauenhäuser, Frühe Neuzeit, Kriminalisierung, Reformation, Sittendelikte und soziale Ausgrenzung charakterisieren.

Wurde die Syphilis als Hauptgrund für die Schließungen angesehen?

Nein, obwohl dies oft vermutet wurde, lehnen die Autoren Schuster die Syphilis als alleinigen Schließungsgrund ab, da keine entsprechenden Verordnungen existieren und Maßnahmen meist breiter angelegt waren.

Hatte die Reformation einen direkten Einfluss auf die Schließungen?

Ja, in reformierten Gebieten korrelierten die Schließungen oft mit der Durchsetzung der Reformation, da Reformatoren die Prostitution generell als Sünde ablehnten und das "kleinere Übel" der katholischen Tradition negierten.

Wie reagierte die Bevölkerung auf die Schließungen?

Die Reaktion war weitgehend gleichgültig, sofern die Bordelle keine Störungen verursachten; ein systematischer Druck vonseiten der Bevölkerung zur Abschaffung der Häuser ist nicht nachweisbar.

Welche Strafen drohten den Frauen nach den Schließungen?

Die Strafen reichten von Stadtverweisen und Prangerstrafen bis hin zu körperlichen Züchtigungen wie Auspeitschen, Brandmarken oder Verstümmelungen, was den Weg zurück in die Gesellschaft nahezu unmöglich machte.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Prostitutionsverbot in der frühneuzeitlichen Stadt. Ursachen und Konsequenzen
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Die frühneuzeitliche Stadt
Note
1,7
Autor
Manuela Klagge (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V339960
ISBN (eBook)
9783668295865
ISBN (Buch)
9783668295872
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prostitutionsverbot stadt ursachen konsequenzen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Manuela Klagge (Autor:in), 2010, Prostitutionsverbot in der frühneuzeitlichen Stadt. Ursachen und Konsequenzen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/339960
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