Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im speziellen mit der nordkoreanischen Isolationspolitik und untersucht in diesem Kontext das Entstehen sozialer Bewegungen.
Die Ausgangsbasis dieser Arbeit stellen die Umstände des Zusammenbruchs der Ostblockstaaten dar. Interessant in diesem Zusammenhang ist natürlich die Frage, warum vor allem in der DDR sowie in anderen europäischen, sozialistischen Bruderländern Ende der 1980er-Jahre ein politischer Umbruch gelang, während sich andere sozialistische Systeme, allen voran in Nordkorea, bis heute stabil halten.
Obgleich menschenverachtender Politik und Unterdrückung, entstehen in Nordkorea keine sozialen Befreiungsbewegungen beziehungsweise werden diese aufgrund der nordkoreanischen Isolationspolitik nicht publik. Selbst internationaler Druck und
wirtschaftspolitische Sanktionen ändern nichts an dieser Tatsache.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Forschungsfrage
2 SOZIALE BEWEGUNGEN
2.1 Political Opportunity Structure
2.2 Ressourcenmobilisierung
3 SCHLUSSFOLGERUNGEN
3.1 Situation in der ehemaligen DDR
3.2 Situation in Nordkorea
4 ERKENNTNIS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Voraussetzungen für die Entstehung sozialer Bewegungen unter repressiven politischen Regimen, insbesondere im Vergleich zwischen der ehemaligen DDR und dem heutigen Nordkorea, unter Anwendung des „Political Opportunity Structure“-Ansatzes.
- Analyse politischer Gelegenheitsstrukturen und ihrer Auswirkungen auf Protestpotenziale
- Vergleich der Systemoffenheit der ehemaligen DDR und der totalen Isolation Nordkoreas
- Die Bedeutung von Informationsfluss und westlichen Einflüssen für den politischen Wandel
- Rolle von Religion und Zivilgesellschaft bei der Formierung von Oppositionsbewegungen
- Psychologische und strukturelle Barrieren gegen soziale Bewegungen in geschlossenen Systemen
Auszug aus dem Buch
3.2 Situation in Nordkorea
Im Gegensatz dazu existiert in Nordkorea weder ein Austausch der Bevölkerung mit Ausländern noch gibt es dort kirchlich Organisationen in denen die Menschen Zuflucht finden. Neben der nahezu vollständigen Isolation der nordkoreanischen Bevölkerung, hemmt eine weitreichende Einschränkung der Religionsfreiheit die Entstehung sozialer Bewegungen in Nordkorea. Das System ist total geschlossen.
„Liebe, Mitgefühl und Familie waren für Shin Wörter ohne Bedeutung. Gott war nicht verschwunden oder tot. Shin hatte nie von ihm gehört.“
Das obenstehende Zitat beschreibt den emotionalen Zustand eines nordkoreanischen Flüchtlings. Während in der DDR emotionale und gemeinschaftliche Gebete in Kirchen stattfanden, werden Gefühle und religiöse Aspekte in Nordkorea bereits in den Schulen in den Hintergrund gedrängt bzw. ganz und gar ausgeloschen. Shin wusste bis zu seiner Flucht gar nicht, dass es einen Gott gibt. Bis heute ist Nordkorea total isoliert und geschlossen. Nicht nur, dass es für nordkoreanische Pensionisten keine Reisefreiheit gibt, sind auch Ausländer in Nordkorea nur sehr eingeschränkt willkommen. Diese dürfen sich auch nicht frei im Land bewegen beziehungsweise sich mit der dortigen Bevölkerung austauschen. Ein Informationsaustausch ist daher kaum möglich, wodurch das System für neue Wertvorstellungen geschlossen bleibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den unterschiedlichen Erfolgschancen für politische Umbrüche in der DDR im Vergleich zum stabilen Regime in Nordkorea.
2 SOZIALE BEWEGUNGEN: Dieses Kapitel definiert soziale Bewegungen und erläutert den „Political Opportunity Structure“-Ansatz sowie die Bedeutung der Ressourcenmobilisierung.
3 SCHLUSSFOLGERUNGEN: Es wird analysiert, wie externe Einflüsse in der DDR Proteste ermöglichten, während die totale Isolation in Nordkorea jegliche Opposition unterdrückt.
4 ERKENNTNIS: Das Fazit stellt fest, dass Proteste dort am wahrscheinlichsten sind, wo politische Systeme sowohl offene als auch geschlossene Charakteristika aufweisen.
Schlüsselwörter
Soziale Bewegungen, Political Opportunity Structure, Politische Gelegenheitsstrukturen, DDR, Nordkorea, Ressourcenmobilisierung, Repression, Isolation, Politischer Wandel, Bürgerbewegung, Friedliche Revolution, Zensur, Systemoffenheit, Proteste, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, warum es in der DDR 1989 zu einem politischen Umbruch kam, während das nordkoreanische Regime durch totale Isolation und Unterdrückung stabil bleibt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf politischen Gelegenheitsstrukturen, der Mobilisierung von Ressourcen für soziale Bewegungen und dem Einfluss von Isolation auf die mentale Verfassung einer Gesellschaft.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Warum gelang es der Bürgerbewegung in der DDR 1989 einen Umbruch herbeizuführen, während das Regime in Nordkorea weiterhin stabil bleibt?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Literatur- und Textanalyse soziologischer Theorien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition sozialer Bewegungen, dem „Political Opportunity Structure“-Ansatz und einem detaillierten Vergleich der Situation in der ehemaligen DDR mit der in Nordkorea.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Political Opportunity Structure, Repression, totale Isolation, soziale Transformation und Ressourcenmobilisierung.
Welche Rolle spielten westliche Einflüsse bei der Entwicklung in der DDR?
Westliche Einflüsse durch reisende Rentner und internationale Bauarbeiter ermöglichten einen begrenzten Informationsaustausch, der zur Bildung oppositioneller Meinungen und zur Inspiration durch westliche Proteste führte.
Warum entstehen in Nordkorea laut Arbeit keine sozialen Bewegungen?
Aufgrund der totalen politischen und gesellschaftlichen Isolation, des Fehlens unabhängiger Organisationen wie der Kirche und einer frühkindlichen Unterdrückung von Emotionen ist die Entstehung oppositioneller Strukturen nahezu unmöglich.
Welche Bedeutung hat das Klassensystem in Nordkorea?
Das starre Klassensystem führt dazu, dass der Großteil der Bevölkerung von Macht und Bildung abgeschnitten ist, was die soziale Mobilität unterbindet und zur Aufrechterhaltung der staatlichen Kontrolle beiträgt.
Ist die Mentalität der Bevölkerung laut Autor die Ursache oder das Ergebnis des Systems?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die unterwürfige Mentalität der Nordkoreaner nicht die Ursache für das Ausbleiben von Protesten ist, sondern ein direktes Ergebnis des unterdrückerischen politischen Systems.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2012, Unterdrückung sozialer Bewegungen durch staatliche Kontrolle, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/339745