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Persistenz des Untoten. Erklärungsversuch für das Überdauern des Vampirgenres in der Kultur

Dargestellt an Bram Stokers Roman "Dracula"

Titel: Persistenz des Untoten. Erklärungsversuch für das Überdauern des Vampirgenres in der Kultur

Hausarbeit , 2016 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Kolja Stengert (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Allgemeines

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Irgendeine Faszination, irgendein Identifikationsmuster muss gegeben sein, damit der Vampir die Zeiten überdauern konnte und bis heute so prägenden Einfluss auf viele Bereiche unseres Lebens hat. Der übelriechende Kadaver, der einem Grab in Medvegia entstieg, mag zwar von temporärem Grusel sein, aber diese Faszination des Schreckens hätte sich schnell erschöpft. Auch ein nächtens umgehender angejahrter Aristokrat würde uns nicht ewig das Blut in den Adern gefrieren lassen (es würde sein Überdauern auch gehörig erschweren). Und die pubertierenden Probleme eines Vampirs, der sich ausschließlich von Tierblut ernährt und sich darob als Vegetarier zu bezeichnen wagt, bewegen wohl hauptsächlich die angesprochene Clerasil-Generation. Gänzlich schweigen möchte man angesichts eines depressiven Südstaaten- Vampirs, der sich am Blut weißer Pudel an Stelle menschlichen Bluts labt! Nicht zu Unrecht drängt sich hier auch Köppl die Frage auf, ob das nun des Pudels Kern sei.

Der Vampir muss also mehr zu bieten haben als ausgeprägtes Beißwerkzeug, eine manische Vorliebe für frisches, zumeist menschliches Blut oder die Abneigung gegen Knoblauch, um uns in seinen Bann zu schlagen. Was also ist es? Warum haben sich Autoren, Künstler und Regisseure von der Antike bis heute, von Aristophanes bis Eleonore Zuzak, so eifrig und wiederkehrend dem Vampirthema gewidmet? Wie wurde aus dem frühgeschichtlichen Dämon, aus dem Untoten der slawischen Folklore der dandyhafte, kultivierte Vampir der Oberschicht? Und wie ist das Verhältnis des literarischen Vampirs zu der Gesellschaft, in die er gleichsam hineingeboren wurde? Was also lässt den Vampir wirklich unsterblich sein?

Diesen Fragen gilt es sich in dieser Arbeit zu nähern und wenn möglich, auch Antworten darauf zu finden, was eingedenk des Umfangs der Arbeit nicht vollumfänglich zu leisten sein wird. Anhand eines Klassikers der Weltliteratur, dem Roman „Dracula“ von Bram Stoker, soll diesen Problemen gewissermaßen auf den Zahn gefühlt werden, wobei allerdings auch andere Vampirfiguren der Literatur in das Licht dieser Betrachtungen geraten werden und sollen. Aber zunächst gilt es, sich dem Phänomen „Vampir“ in seinen Ursprüngen zu nähern. Es muss dargelegt werden, woher diese Erscheinung kommt, was man als Vampir überhaupt bezeichnet, was einen Vampir ausmacht, wodurch er sich definiert und worin der Mythos Vampir begründet ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Vampirmythos

2.1. Ursprünge des Vampirmythos

2.2. Versuch einer Definition von „Vampir“

3. Der Vampir in der Literatur- Von zaghaften Gehversuchen bis zum Volkslauf

3.1. Der Vampir in der Literatur- Bram Stokers „Schuhwerk“

4. Graf Dracula, Prototyp des Blutsaugers- Der Graf und die Geschichte

4.1. Graf Dracula, Prototyp des Blutsaugers- Der Graf und die Wissenschaft

4.2. Graf Dracula, Prototyp des Blutsaugers- Der Graf und die Frauen

4.3. Graf Dracula, Prototyp des Blutsaugers- Der Graf und die Unsterblichkeit

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Vampirs als literarische Figur und gesellschaftliches Spiegelbild. Anhand von Bram Stokers Roman Dracula wird analysiert, wie sich der Mythos wandelte, warum er bis heute unsterblich ist und welche tieferliegenden menschlichen Ängste, Sehnsüchte und moralischen Dilemmata sich in dieser Figur manifestieren.

  • Historische Herleitung des Vampirmythos in verschiedenen Kulturen.
  • Analyse der literarischen Evolution vom Dämon zum aristokratischen Vampir.
  • Untersuchung der historischen und wissenschaftlichen Kontexte in Stokers Dracula.
  • Reflexion über Geschlechterrollen und die viktorianische Doppelmoral im Roman.
  • Beleuchtung der menschlichen Sehnsucht nach Unsterblichkeit im Kontrast zum Vampirismus.

Auszug aus dem Buch

4.2. Graf Dracula, Prototyp des Blutsaugers- Der Graf und die Frauen

„Ich lag still und blinzelte nur unter meinen Lidern hervor, halb in Todesangst, halb in wonniger Erwartung.“ Nichts könnte die viktorianische Doppelmoral trefflicher beschreiben, als es Stoker mittels seiner Figur des Jonathan Harker tun lässt. Bei oberflächlicher Betrachtung war die viktorianische Gesellschaft von einer beinahe asketischen Prüderie geprägt. Damen aus gutem Hause scharten sich um Teekanne und Nähkorb, Herren trafen sich in Clubs und gingen ansonsten tugendhaften Geschäften nach. Sexuelle Themen waren nicht nur tabu, sondern wurden nachgerade dämonisiert, der Teufel galt im Christentum seit jeher als der große Verführer, den es zu wehren galt. Die offizielle Moral war die einer sexuellen Enthaltsamkeit, die meinungsbildende Upper Class suchte sich so von dem Ruch animalischer Triebhaftigkeit der unteren Gesellschaftsschichten abzugrenzen. Bei Tageslicht.

Denn „[w]as tagsüber die gesellschaftliche Etikette verbot auszusprechen, nistete sich in die Phantasie ein und suchte im Dunkel der Nacht nach Befriedigung.“ Und das in beträchtlichem Ausmaß, denn je größer die Todesangst vor dem Dämon Sexus in der viktorianischen Tagwelt wurde, desto mehr wuchs die wonnige Erwartung seiner des Nachts ansichtig zu werden. Ganze Stadtviertel wurden zu Bordellen, in denen es von Prostituierten jedweder Couleur nur so wimmelte und deren Kundschaft nicht selten von prominenter Provenienz war. Diese gelebte Doppelmoral war allgemeinhin bekannt und akzeptiert, aber gänzlich verschwiegen. Nicht selten also war der Viktorianer tagsüber ein Ausbund an Tugend und nachts ein zügelloser Hurenbock, für die Viktorianerin indes bedeutete diese Bipolarität entweder Hure oder Familienmutter zu sein, wobei schon der leichteste Fehltritt vom Pfad der Tugend den Fall in den sozialen Abgrund nach sich zog.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung etabliert die Allgegenwart des Vampirs in der modernen Gesellschaft und stellt die Forschungsfrage nach den Ursachen seiner Unsterblichkeit und seiner Funktion als Spiegel gesellschaftlicher Zustände.

2. Der Vampirmythos: Dieses Kapitel widmet sich den globalen Ursprüngen vampirischer Wesen und versucht, den Begriff des Vampirs trotz kultureller Varianz begrifflich zu greifen.

3. Der Vampir in der Literatur- Von zaghaften Gehversuchen bis zum Volkslauf: Es wird die literarische Entwicklung des Vampirs von einer bloßen Metapher der Aufklärung bis hin zum aristokratischen „Facelifting“ durch Polidori und später Stoker nachgezeichnet.

4. Graf Dracula, Prototyp des Blutsaugers- Der Graf und die Geschichte: Das Hauptkapitel analysiert das Vorbild Vlad Tepes, die Einbettung in den viktorianischen Wissenschaftskontext, die Darstellung von Geschlechterrollen und die Thematik der Unsterblichkeit im Roman Dracula.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und konstatiert, dass der Vampir als ewiges Spiegelbild menschlicher Schattenseiten fungiert, das auch moderne wissenschaftliche und moralische Fragen reflektiert.

Schlüsselwörter

Vampir, Dracula, Bram Stoker, Literaturgeschichte, Viktorianisches Zeitalter, Mythos, Unsterblichkeit, Sexualmoral, Doppelmoral, Vlad Tepes, Wissenschaftsgeschichte, Emanzipation, Identifikation, Untote, Kulturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Vampirmythos in Literatur und Gesellschaft, wobei der Schwerpunkt auf Bram Stokers Roman Dracula liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Genese des Vampirbildes, die viktorianische Doppelmoral, Geschlechterbilder, wissenschaftlicher Fortschritt und die menschliche Sehnsucht nach Unsterblichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ergründen, warum der Vampir über Jahrhunderte hinweg fasziniert und welche menschlichen Ängste und Wünsche er als Spiegelbild transportiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman Dracula in seinen historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Kontext einbettet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Vorlage (Vlad Tepes), die Ambivalenz zwischen Wissenschaft und Aberglaube im 19. Jahrhundert, die Darstellung der Frauenfiguren sowie die philosophische Bedeutung der Unsterblichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Vampirismus, Dracula, viktorianische Ära, Identität, Unsterblichkeit, Sexualmoral und kulturelles Spiegelbild sind die prägenden Begriffe.

Inwiefern spielt der historische Vlad Tepes eine Rolle für das Verständnis des Romans?

Stoker nutzt Vlad Tepes als historische Referenzfigur, um seinen Vampirgrafen mit einer realen, als grausam bekannten historischen Person zu verknüpfen und so eine zusätzliche düstere Dimension zu erschaffen.

Wie deutet der Autor die Darstellung von Geschlechterrollen bei Stoker?

Die Arbeit interpretiert die Frauenfiguren im Roman als Ausdruck des viktorianischen Dilemmas: Sie verkörpern den Konflikt zwischen gesellschaftlich erzwungener Passivität und einer erwachenden, als bedrohlich wahrgenommenen weiblichen Sexualität.

Warum wird der Vampir im Fazit als „Spiegel“ bezeichnet?

Der Vampir wird als Spiegel bezeichnet, weil er menschliche Schattenseiten, Egoismus und verdrängte Triebstrukturen verkörpert, in denen sich der moderne Mensch – trotz technischen Fortschritts – stets wiedererkennt.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Persistenz des Untoten. Erklärungsversuch für das Überdauern des Vampirgenres in der Kultur
Untertitel
Dargestellt an Bram Stokers Roman "Dracula"
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Veranstaltung
Seminar: "Tee und Laudanum- Literarische Zirkel des frühen 19. Jahrhunderts"
Note
1,0
Autor
Kolja Stengert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
24
Katalognummer
V339274
ISBN (eBook)
9783668289017
ISBN (Buch)
9783668289024
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vampir Vampirgenre Überdauern Mythos Kultur Literatur Dracula Bram Stoker
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kolja Stengert (Autor:in), 2016, Persistenz des Untoten. Erklärungsversuch für das Überdauern des Vampirgenres in der Kultur, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/339274
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Leseprobe aus  24  Seiten
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