Kontaktanzeigen stehen nicht für die übliche Kommunikation, aber auch hier findet eine Art Dialog statt. Eine Person beschreibt sich selbst und versucht, bestimmte Personen anzusprechen. Kontaktanzeigen sind häufig Untersuchungsgegenstand auf etwaigen wissenschaftlichen Disziplinen. Es wird der Wandel von Rollen und Werten untersucht auf der soziologischen Ebene, nicht minder werden die Geschlechtsstereotypen und die Partnerwahl analysiert. Auch aus sprachwissenschaftlicher Sicht stellen Heirats- und Kontaktanzeigen einen interessanten Untersuchungsgegenstand dar und werden als Exemplare einer Textsorte analysiert und beschrieben.
Diese Seminararbeit untersucht die Kontaktanzeigen und versucht zwei spezielle aus den Printmedien zu analysieren, um so Gemeinsamkeiten und Eigenschaften darzulegen. Sie gliedert sich in einen theoretischen Teil, indem die Theorien von Gansel, Riemann und Brinker aufgezeigt werden, und einem empirischen Teil, indem zwei spezielle Kontaktanzeigen auf dieser Basis analysiert werden können. Dabei wird zuerst eine Bestimmung der Textsorte vollzogen, indem zu klären ist, was ein Text zum Text macht. Ferner wird speziell auf die Textsortendifferenzierung von Brinker eingegangen und diese theoretisch erläutert, um später eine Analyse dieser Grundlage durchführen zu können. In einem weiteren Kapitel wird der Begriff Kontaktanzeige näher definiert und welche Strukturen und Funktion sie hat. Desweiteren folgt eine Analyse anhand zwei selbst ausgewählter Kontaktanzeigen. Es wurde bewusst auf diese Zurückgegriffen, da diese nicht typisch sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
A: Theoretischer Teil
2. Textsorte und Textsortenbestimmung
3. Textsortendifferenzierung nach Brinker
4. Textsorte Kontaktanzeige
4.1 Struktur von Kontaktanzeigen
4.2 Funktion von Kontaktanzeigen
B: Empirischer Teil
5. Analyse von Kontaktanzeigen nach Brinker
5.1 Kontaktanzeige 1
5.2 Kontaktanzeige 2
5.3 Zusammenfassung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht Kontaktanzeigen aus Printmedien, um deren Eigenschaften, Struktur und Funktionen zu bestimmen und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen. Im Zentrum steht die linguistische Einordnung der Kontaktanzeige als Textsorte sowie die praktische Anwendung theoretischer Konzepte von Gansel, Riemann und Brinker zur Analyse spezifischer Fallbeispiele.
- Grundlagen der Textsortenbestimmung und -klassifikation
- Strukturelle und funktionale Merkmale von Kontaktanzeigen
- Linguistische Analyse der Themenentfaltung
- Empirische Anwendung der Brinker'schen Theorie auf ausgewählte Inserate
Auszug aus dem Buch
4.1 Struktur von Kontaktanzeigen
Im Folgenden werden die Struktur und Funktion beschrieben, die eine Kontaktanzeige auszeichnen. Diese Beschreibungen dienen später zur Bildung verschiedener Analysen von Zeitungskontaktanzeigen.
Die Kontaktaufnahme bei Kontaktanzeigen findet im öffentlichen Raum statt, indem eine Anzeige geschaltet wird. Gibt ein Mensch eine Anzeige auf, so hat er bewusst das Ziel, Kontakte zu knüpfen und/ oder den Wunsch nach Unterhaltung und Abenteuer. Die Darlegung der Wünsche in einem Medium – das generell jedem zur Verfügung steht – ist Hilfe zur Kontaktaufnahme. Der Inserent profitiert mit der Veröffentlichung seiner Erwartungen und Hoffnungen eine erhöhte Reichweite zur Partnerfindung, aber die Intimität fehlt in einer Anzeige.
Kontaktanzeigen zeichnen sich durch ihre Kürze aus; ihr Umfang beschränkt sich meist auf drei bis sieben Zeilen in einer Zeitungsspalte. Somit ist die Struktur von Kontaktanzeigen in Printmedien relativ konstant und in ihren Grundzügen wenig variabel. Die Kreativität – was die Form anbelangt – des Inserenten muss daher eingeschränkt bleiben. Dennoch sind das Schreiben und die Rezeption erleichtert. Der Grund dieser Einschränkungen ist zum einen der finanzielle Rahmen, zum anderen ist es nicht üblich weitere intime Details über die eigene Person preiszugeben, da sonst die Gefahr der Übertreibung und Angeberei bestünde. Eine Kontaktanzeige gibt Informationen über den Absender. Informationen über den Adressaten, wen er speziell erreichen will, werden aus den Angaben des Inserenten abgeleitet, also wer sein Wunschpartner ist. Dennoch ist nicht zu erkennen, wer aus der Anzeige tatsächlich kontaktiert wird. Ferner ist nicht zu sagen, ob ein Erfolg der Anzeigenschaltung eintrat und ob jemand geantwortet hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Kontaktanzeigen als linguistisches Untersuchungsobjekt ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.
A: Theoretischer Teil: Dieser Teil bildet das Fundament durch die Erörterung theoretischer Ansätze zur Textsortendefinition und Analyse.
2. Textsorte und Textsortenbestimmung: Es wird geklärt, wann ein Text als solcher wahrgenommen wird und welche Kriterien für die Einordnung in Textsorten maßgeblich sind.
3. Textsortendifferenzierung nach Brinker: Dieses Kapitel erläutert die drei Hauptkriterien nach Brinker – Textfunktion, kontextuelle und strukturelle Kriterien – zur Untersuchung von Textsorten.
4. Textsorte Kontaktanzeige: Hier werden die spezifischen strukturellen und funktionalen Merkmale definiert, die eine Kontaktanzeige in Printmedien charakterisieren.
B: Empirischer Teil: Der praktische Teil wendet die zuvor erarbeiteten Theorien auf zwei ausgewählte Kontaktanzeigen an.
5. Analyse von Kontaktanzeigen nach Brinker: Die konkrete Untersuchung der beiden Fallbeispiele erfolgt unter Anwendung der Kriterien von Brinker, um Struktur und Funktion zu bestimmen.
6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Kontaktanzeigen komplexe Texte sind, deren Klassifikation aufgrund individueller Abweichungen im Einzelfall jedoch schwierig sein kann.
Schlüsselwörter
Kontaktanzeige, Textsorte, Textlinguistik, Brinker, Themenentfaltung, Kommunikationsabsicht, Inserent, Textfunktion, Appellfunktion, Empirische Analyse, Printmedien, Sprachwissenschaft, Medientexte, Textklasse, Selbstbild
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Kontaktanzeigen als linguistisches Phänomen und analysiert, wie diese in Printmedien strukturiert sind und welche Funktionen sie erfüllen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die Theorie der Textlinguistik, die Merkmale von Kontaktanzeigen sowie die praktische Anwendung von Analysemethoden nach Brinker.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie Kommunikation in Kontaktanzeigen stattfindet und wie diese Texte wissenschaftlich kategorisiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine linguistische Textanalyse angewandt, die auf den theoretischen Ansätzen von Wissenschaftlern wie Brinker, Gansel und Riemann basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Textsortenbestimmung und eine empirische Analyse von zwei spezifischen Kontaktanzeigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Textsorte, Kontaktanzeige, Textfunktion, Appellfunktion und linguistische Analyse.
Warum wurden für die empirische Analyse bewusst "nicht typische" Anzeigen gewählt?
Die Wahl fiel auf außergewöhnliche Anzeigen, um die Grenzen der theoretischen Klassifikationsmodelle auszutesten und die Herausforderungen der Textsortenanalyse aufzuzeigen.
Wie unterscheidet sich Kontaktanzeige 1 von Kontaktanzeige 2 in der Analyse?
Während bei Kontaktanzeige 1 die Funktionen klarer bestimmbar waren, gestaltete sich die Einordnung bei der sehr kurzen Kontaktanzeige 2 als weniger eindeutig.
- Arbeit zitieren
- Tanja Bergsieker (Autor:in), 2015, Kommunikation in Kontaktanzeigen. Linguistische Textanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/339206