Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Entdeckung Amerikas durch Columbus auseinander. Anhand von Columbus‘ erstem Brief aus der Neuen Welt soll vor allem der Frage nachgegangen werden, inwiefern die Europäer das Entdecken dieser Neuen Welt wahrnahmen und erlebten, von welchen Vorurteilen sie gegebenenfalls geprägt waren, welche Ziele sie verfolgten und welche Folgen diese Entdeckungsreise möglicherweise für Europa oder für die Geschichte der gesamten Welt hatte und ob diese Folgen vielleicht sogar bis heute spürbar oder relevant sind.
Nachfolgend sollen zunächst die Beweggründe der Reise erläutert werden und in diesem Zusammenhang auch die Hintergründe zu Columbus‘ Schreiben, dem ersten Brief aus der Neuen Welt, aufgeklärt werden.
Die Arbeit nimmt Bezug auf die Vorstellungen und Vorurteile, mit denen die Europäer bzw. speziell Columbus seine Reise angetreten hat, wovon diese Vormeinungen geprägt waren und was er entsprechend erwartete in der Neuen Welt vorzufinden.
Es folgen Kapitel, die sich auf Columbus‘ tatsächliche Beschreibungen der Neuen Welt beziehen, wobei zum einen die Landschaft und zum anderen natürlich der Kontakt mit den amerikanischen Ureinwohnern geschildert und analysiert wird.
Genauso sollen Einblicke in die historische Bedeutung der Entdeckung Amerikas gegeben werden.
Die Arbeit endet mit einer zusammenfassenden, abschließenden Betrachtung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.
2.1 Über die Beweggründe der Reise
2.2 Über die Hintergründe zu Columbus‘ erstem Brief aus der Neuen Welt
3.
3.1 Über Columbus‘ Vorstellungen einer Neuen Welt
3.2 Über Columbus‘ Beschreibungen der Neuen Welt
3.3 Über Columbus‘ Menschenbild und den ersten Kontakt mit den amerikanischen Ureinwohnern
4. Zur historischen Bedeutung der Reise in die „Neue Welt“
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Columbus‘ erstem Brief aus der Neuen Welt, wie Europäer diese Entdeckung wahrnahmen, von welchen Vorurteilen sie geprägt waren und welche Ziele sie verfolgten. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Frage, inwieweit diese Wahrnehmungen und daraus resultierende Folgen bis heute von Relevanz sind.
- Analyse der wirtschaftlichen Beweggründe und der Hintergründe zu Columbus' erstem Bericht.
- Untersuchung der eurozentrischen Vorstellungen und antiken Mythen, die Columbus' Wahrnehmung prägten.
- Betrachtung der literarischen Gestaltung der Neuen Welt als paradiesischer "locus amoenus".
- Kritische Analyse des Menschenbildes gegenüber den amerikanischen Ureinwohnern und der Instrumentalisierung als "Gute Wilde" oder "Kannibalen".
- Einordnung der Entdeckungsreise in den historischen Kontext der Globalisierung und Machtausübung.
Auszug aus dem Buch
3.2 Über Columbus‘ Beschreibungen der Neuen Welt
Bei Mesenhöller finden sich Hinweise darauf, dass Columbus‘ besonders die Landschaft der neuen Welt, die er erblickt, als sehr schön und paradiesisch beschreibt. Mesenhöller entdeckt hier archetypische Anklänge an Beschreibungen oder Vorstellungen eines Goldenen Zeitalters. Zudem lassen sich Verbindungen zu Vorstellungen eines biblischen Garten Eden erkennen, hier in irdischer Form.
Interessant ist, dass Columbus sich offenbar bewusst literarischer Stilmittel bedient hat. So lassen sich die Beschreibungen auf den so genannten „locus amoenus“ zurückführen. Der „locus amoenus“ ist ein traditionelles literarisches Stilmittel und dieses beschreibt einen lieblichen Ort. An diesem Ort werden üblicherweise alle menschlichen Sinne angesprochen, was seine besondere Wirkung erklärt.
Die folgende Passage aus Columbus‘ Brief mag den Einsatz und die Wirkung dessen verdeutlichen:
„Alle Inseln hier sind von großer Schönheit, zeigen die unterschiedlichsten Formen, sind durchaus wegsam und voll von Bäumen der verschiedensten Arten, die hoch bis zu den Sternen reichen. […] Es sang die Nachtigall und auch verschiedene andere Vögel ohne Zahl, und das im Monat November, als ich selbst zwischen den Bäumen wandelte.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie Columbus' Reise und seine Berichte die europäische Wahrnehmung der Neuen Welt sowie deren langfristige Folgen beeinflussten.
2.: Dieses Kapitel beleuchtet die wirtschaftlichen Motive der spanischen Krone sowie die Entstehung und Verbreitung des ersten Briefes aus der Neuen Welt.
2.1 Über die Beweggründe der Reise: Hier werden die ökonomischen Interessen an Reichtum, Landgewinn und Ressourcen wie Gold und Sklaven als treibende Kräfte der Reise erläutert.
2.2 Über die Hintergründe zu Columbus‘ erstem Brief aus der Neuen Welt: Das Kapitel behandelt die historische Einordnung des Briefes an Luis de Santángel und dessen Bedeutung für die Etablierung des Columbus-Mythos.
3.: Dieser Abschnitt analysiert die mentale Verfassung und die Vorurteile, mit denen Columbus und die Europäer die Begegnung mit dem Unbekannten gestalteten.
3.1 Über Columbus‘ Vorstellungen einer Neuen Welt: Die Darstellung zeigt, wie Columbus durch antike Mythen und unzutreffende geografische Vorstellungen beeinflusst wurde.
3.2 Über Columbus‘ Beschreibungen der Neuen Welt: Das Kapitel untersucht die Nutzung literarischer Mittel wie des „locus amoenus“, um die Landschaft idealisiert darzustellen.
3.3 Über Columbus‘ Menschenbild und den ersten Kontakt mit den amerikanischen Ureinwohnern: Hier wird die abwertende Haltung analysiert, die trotz einer vordergründigen Bewunderung das Bild der Ureinwohner als primitive Diener oder Kannibalen prägte.
4. Zur historischen Bedeutung der Reise in die „Neue Welt“: Die historische Tragweite der Entdeckung als Beginn der Globalisierung und als gewaltsamer Umbruch wird hier diskutiert.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Reise maßgeblich von Eurozentrismus und dem Ziel der Ausbeutung geprägt war, was bis heute unser Bild der Geschichte beeinflusst.
Schlüsselwörter
Columbus, Amerika, Neue Welt, Entdeckungsreise, Eurozentrismus, Kolonialisierung, Literatur, Locus Amoenus, Menschenbild, Indigene, Globalisierung, Kannibalismus, Wirtschaftsinteressen, Geschichtsbild, Wahrnehmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entdeckung Amerikas durch Columbus und untersucht, wie sein erster Brief aus der Neuen Welt die europäische Wahrnehmung dieser neuen Region prägte und beeinflusste.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Zentrale Themen sind die wirtschaftlichen Motive der Reise, die literarische Gestaltung der Reiseberichte, das europäische Bild des "Anderen" sowie die historische Bedeutung der Entdeckung im Kontext von Machtausübung und Eurozentrismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Columbus' eigene Erwartungen und Vorurteile – geprägt durch antike Mythen – seine Schilderungen beeinflussten und wie diese eurozentrische Perspektive zur Unterwerfung der Ureinwohner beitrug.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und Textinterpretation, wobei historische Quellen wie der erste Brief von Columbus mit der Sekundärliteratur zur Entdeckungsgeschichte und Literaturwissenschaft abgeglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil analysiert Columbus' Vorstellungen, seine spezifischen Landschaftsbeschreibungen mithilfe des "locus amoenus" sowie die Wahrnehmung der Ureinwohner, die zwischen dem Mythos des "Guten Wilden" und dem Kannibalismus schwankte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Kolonialisierung, Eurozentrismus, Columbus, Entdeckung, Indigene, Locus Amoenus, literarische Darstellung und historische Machtstrukturen.
Warum spielt die antike Literatur eine Rolle in Columbus' Reiseberichten?
Columbus verfügte über wenig empirisches Wissen über die neue Welt, weshalb er antike Vorbilder nutzte, um das Unbekannte einzuordnen und seine Reiseerfahrungen in bereits bekannte Kategorien zu pressen.
Wie erklärt die Autorin/der Autor die abwertende Haltung gegenüber den Ureinwohnern?
Die Arbeit führt aus, dass die abwertende Haltung nicht notwendigerweise als reine Feindseligkeit, sondern als Ausdruck einer tief verwurzelten eurozentrischen Überlegenheit zu verstehen ist, die die Ureinwohner primär als Ressourcen oder Diener wahrnahm.
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- Theresa Hoch (Author), 2016, Columbus. Die Entdeckung Amerikas und der erste Brief aus der neuen Welt, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/338803