Die vorliegende Untersuchung konnte bestätigen, dass die mittlere Anzahl an Vertragsabschlüssen und die Arbeitszufriedenheit nach Einführung von konsequenter Belobigung durch Führungskräfte signifikant höher sind als zuvor.
Im Rahmen der Untersuchung wurden für 15 Mitarbeiter die Vertragsabschlüsse des vorherigen Monats und die Arbeitszufriedenheit mithilfe eines Fragebogens erhoben. Anschließend wurde einen Monat lang jeder erfolgreiche Vertragsabschluss durch den Vorgesetzten mit einem Lob quittiert. Nach Ablauf des Monats wurde die Anzahl der Abschlüsse und die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter erneut erhoben. Zur Signifikanzprüfung wurden daher Testverfahren für abhängige Stichproben gewählt.
Für beide Variablen wurden Mittelwertsunterschiede festgestellt. Diese wurden auf Signifikanz geprüft.
Für die Variable „Abschlüsse“ wurde der Wilcoxon-Test verwendet, da hier die Voraussetzungen für die Verwendung parametrischer Testverfahren verletzt waren. Für die Variable „Arbeitszufriedenheit“ wurde der t-Test für abhängige Stichproben verwendet.
Es ergaben sich für beide Variablen bei einem Signifikanzniveau von 5% signifikante Ergebnisse. Für die Arbeitszufriedenheit konnten zusätzlich die Effektgrößen d und g berechnet werden. Diese wiesen auf einen großen Unterschied hin.
Es konnte also festgestellt werden, dass die Mittelwertsunterschiede nicht zufällig zustande gekommen sind und auf die Population verallgemeinert werden können.
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Einführung
1 Methoden
2 Ergebnisse
3 Diskussion
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Untersuchung analysiert, ob eine konsequente positive Verstärkung in Form von Lob durch Vorgesetzte einen signifikanten Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit und die Produktivität von Mitarbeitern in einem Unternehmen hat.
- Grundlagen der operanten Konditionierung nach B. F. Skinner
- Einfluss von positiver Verstärkung auf die Arbeitsmotivation
- Empirische Messung von Vertragsabschlüssen und Arbeitszufriedenheit
- Statistische Hypothesenprüfung mittels Wilcoxon-Test und t-Test
- Vergleich der Ergebnisse mit der Pittsburgh-Studie von Herzberg
Auszug aus dem Buch
Einführung
Der Begriff Verstärkung wurde durch den amerikanischen Psychologen B. F. Skinner geprägt. Skinner war der Begründer der operanten Konditionierung.
Die operante Konditionierung baut auf dem sogenannten Effektgesetz des Psychologen Thorndike (law of effect, 1898) auf. Dieses besagt, dass ein Verhalten, welches belohnt wird, wahrscheinlich wiederholt wird.
Skinner entwickelte das Effektgesetz weiter und deckte damit auf, wie Verhaltensweisen beeinflusst und Lernprozesse gefördert werden können. In seinem Werk „Science and Human Behavior“ (1953) übertrug er die Erkenntnisse, die er aus Tierversuchen gewonnen hatte, auf das menschliche Verhalten und prägte damit die operante Konditionierung.
Bei der operanten Konditionierung wird ein erwünschtes Verhalten oder eine erwünschte Reaktion durch sogenannte Verstärker beeinflusst, damit es häufiger auftritt oder es wird durch Bestrafungen so beeinflusst, dass es seltener auftritt. Die Verhaltensweisen werden also mit positiven oder negativen Konsequenzen gekoppelt und somit verändert.
Zusammenfassung der Kapitel
Zusammenfassung: Die Arbeit bestätigt, dass eine konsequente Belobigung durch Führungskräfte die mittlere Anzahl an Vertragsabschlüssen und die Arbeitszufriedenheit signifikant steigert.
Einführung: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der operanten Konditionierung nach B. F. Skinner und stellt die Hypothesen der Untersuchung auf.
1 Methoden: Hier wird das Untersuchungsdesign beschrieben, welches 15 Mitarbeiter umfasst, deren Leistung und Zufriedenheit vor und nach einer einmonatigen Interventionsphase (Lob durch Vorgesetzte) gemessen wurden.
2 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten unter Verwendung des Wilcoxon-Tests für die Vertragsabschlüsse und des t-Tests für die Arbeitszufriedenheit.
3 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, in den Kontext der Pittsburgh-Studie von Herzberg gesetzt und methodische Limitationen, wie die geringe Stichprobengröße, kritisch reflektiert.
Schlüsselwörter
Operante Konditionierung, Positive Verstärkung, Lob, Arbeitszufriedenheit, Produktivität, Vertragsabschlüsse, Wilcoxon-Test, t-Test, Signifikanz, Feldexperiment, Motivation, Führungsverhalten, Stichprobe, Effektstärke, Verhaltenspsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den psychologischen Effekt von Lob als positive Verstärkung auf die Arbeitsleistung und Zufriedenheit von Angestellten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft betriebswirtschaftliche Kennzahlen (Produktivität) mit wirtschaftspsychologischen Aspekten der Mitarbeiterführung und Konditionierungstheorien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu belegen, ob die gezielte Einführung von Lob durch Vorgesetzte zu einer statistisch nachweisbaren Verbesserung der Mitarbeiterleistung und Arbeitszufriedenheit führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um ein Feldexperiment mit einem Within-subjects-Design, bei dem Daten vor und nach einer Interventionsphase mittels t-Test und Wilcoxon-Test statistisch ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung des Versuchsaufbaus, die deskriptive und schließende Statistik der erhobenen Daten sowie die anschließende kritische Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind operante Konditionierung, Arbeitszufriedenheit, positive Verstärkung und statistische Signifikanz.
Wie wurde die Arbeitszufriedenheit gemessen?
Die Zufriedenheit wurde mittels Fragebögen auf einer fünfstufigen Skala sowohl vor als auch nach der einmonatigen Interventionsphase erhoben.
Welche Limitationen weist die Studie auf?
Die Autorin weist insbesondere auf die geringe Stichprobengröße von 15 Personen sowie den Charakter als Feldexperiment hin, wodurch Kausalzusammenhänge nur bedingt eindeutig isoliert werden können.
- Arbeit zitieren
- Cynthia Kunze (Autor:in), 2015, Einfluss von positiver Verstärkung in Form von Lob auf die Arbeitszufriedenheit und Produktivität von Mitarbeitern, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/338725