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La Piovra. Die Cosa Nostra und die öffentliche Meinung (1980-1993)

Title: La Piovra. Die Cosa Nostra und die öffentliche Meinung (1980-1993)

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andreas Blume (Author)

Sociology - Law and Delinquency

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Summary Excerpt Details

In den 1980er und frühen 1990er Jahren waren Attentate in Sizilien an der Tagesordnung, allein in Palermo wurden Mitte der 1980er Jahre pro Jahr rund 250 durch die Mafia ausgeführte Morde gezählt, im Jahr 2000 war es dagegen kein einziger mehr.

Was hatte sich geändert, welche Rolle spielt die öffentliche Meinung dabei? Diese Hausarbeit analysiert, welche wesentlichen politischen und sozialen Faktoren die öffentliche Meinung im Zeitraum um 1980 bis 1993 geprägt haben und untersucht, aufgrund welcher Umstände die öffentliche Meinung für lange Zeit machtstabilisierend beziehungsweise -konservierend auf die Mafia wirkte.

Sie erforscht, weshalb sich die Ö.M. im Analysezeitraum sukzessive veränderte und wie die Ö.M. wiederum als Katalysator für Veränderungen, z.B. des Modus Operandi der Mafia, fungierte. Leoluca Orlando, der langjährige Bürgermeister von Palermo, veranschaulicht den Erfolg des Anti-Mafia-Kampfes wie folgt: „Ich benutze immer das Bild des sizilianischen Karrens mit zwei Rädern. Das eine Rad sind Polizei und Gesetze, das andere ist das Rad der Kultur. Wichtig ist, dass sich beide Räder gleich schnell drehen (…). Ich habe das zweite Rad in Bewegung gesetzt, die Gesellschaft gegen die Mafia mobilisiert (...)"

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgewählte soziologische Konzepte der Öffentlichen Meinung

2.1. Die Kritik der Öffentlichen Meinung von Ferdinand Tönnies

2.2. Die Schweigespirale von Elisabeth Noelle-Neumann

3. Bis 1984: Öffentliche Meinung als Konservator der Macht der Mafia

3.1. Die Cosa Nostra als stabiler Machtapparat

3.2. Die erstarrte öffentliche Meinung

4. 1984 -1992: Das „Auftauen“ der Öffentliche Meinung

4.1. Der Rechtsstaat gewinnt an Stärke

4.2. Die Öffentliche Meinung im Fluss

5. Ab 1992: Öffentliche Meinung als Katalysator für Wandel

5.1. Wesentliche Entwicklungen im Kampf gegen die Cosa Nostra

5.2. Die Öffentliche Meinung formiert sich neu

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert, welche politischen und sozialen Faktoren die öffentliche Meinung in Sizilien zwischen 1980 und 1993 prägten und wie diese als machtstabilisierender Faktor der Mafia fungierte, bevor sie sich infolge gesellschaftlicher Prozesse als Katalysator für den Wandel und den Kampf gegen die Cosa Nostra entwickelte.

  • Soziologische Analyse der öffentlichen Meinung anhand der Theorien von Tönnies und Noelle-Neumann
  • Die Rolle der omerta und der Angst als konservierende Kräfte der Mafia-Macht
  • Die Transformation der öffentlichen Meinung durch den Erfolg des „Anti-Mafia-Pools“ und das „Buscetta-Theorem“
  • Der Wendepunkt durch die Attentate auf Falcone und Borsellino als Auslöser für Massenproteste

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Cosa Nostra als stabiler Machtapparat

Dickie verortet die Geburt der sizilianischen Mafia, der Cosa Nostra, zeitlich um 1860 im Zuge der Einigung Italiens: „Die Mafia und die neue italienische Nation wurden gemeinsam geboren“.35 Es gelang der italienischen Zentralregierung nicht, eine effektive staatliche Kontrolle über Sizilien zu errichten,36 viel mehr gewannen die Gabelotti, Statthalter der adligen Großgrundbesitzer, immer mehr an Macht. Zu den Betätigungsfeldern der Cosa Nostra zähl(t)en u.a. Schutzgelderpressung (pizzo, „Spitze“), Drogenhandel, Schmuggel, Waffenhandel und die Einflussnahme auf die Vergabe öffentlicher Aufträge. Die Macht der Cosa Nostra über die Bevölkerung Siziliens war trotz der beiden „Inner-Mafia-Kriege“ (1962-1963 und 1981-1983) bis 1984 ungebrochen.

„Die Mafia war schließlich nicht nur eine kriminelle Organisation, sondern beherrschte Kultur, Wirtschaft, Politik und Kirche.“37 Die Macht war im Wesentlichen auf a) eine straffe, hierarchisch und pyramidenförmig organisierte Struktur auf Basis von Familien, die nach dem Territorialprinzip fest eingeteilte Gebiete kontrollierten und auf Grundlage des Schutzgeldes quasi über „sichere Steuereinnahmen“ verfügten, b) strenge Aufnahmerituale, um potentielle Verräter vor der Aufnahme zu identifizieren, c) die Schweigepflicht (omerta), deren Bruch als Verrat mit dem Tode bestraft wurde, d) das konsequente, gewaltsame Vorgehen gegen Verräter und (staatliche) Gegner,38 e) das Unterhalten von Verbindungen zur katholischen Kirche einschließlich illegaler Finanzverflechtungen mit dem Vatikan und führenden Politikern Italiens,39 f) die konsequente Unterwanderungen der Parteien, insbesondere der Democrazia Cristiana40 für Wahlbetrug und gegen eine effektive Anti-Mafia-Gesetzgebung, g) die Manipulation der staatlichen Verwaltungen durch Korruption und schließlich h) die Destabilisierung der Strafverfolgungsorgane durch Korruption oder regelmäßige Ermordung der leitenden Staatanwälte bzw. Polizeipräsidenten bzw. die gezielte Besetzung von Richterpostens durch „geneigte“ Richter41 zurückzuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Situation der Mafia-Gewalt in den 1980er Jahren und definiert die Forschungsfrage, wie die öffentliche Meinung als machtstabilisierendes oder transformatives Element wirkte.

2. Ausgewählte soziologische Konzepte der Öffentlichen Meinung: Dieses Kapitel erarbeitet das theoretische Analysegerüst basierend auf Tönnies' „Kritik der öffentlichen Meinung“ und Noelle-Neumanns „Schweigespirale“.

3. Bis 1984: Öffentliche Meinung als Konservator der Macht der Mafia: Hier wird untersucht, wie die Mafia durch Strukturen wie die omerta und die Lähmung der Bevölkerung ihre Macht festigen konnte, während die öffentliche Meinung als konservierende Kraft wirkte.

4. 1984 -1992: Das „Auftauen“ der Öffentliche Meinung: Dieses Kapitel analysiert den Beginn der Gegenbewegung durch den „Anti-Mafia-Pool“ und die Arbeit von Pentiti wie Buscetta, die das Denken über die Mafia grundlegend veränderten.

5. Ab 1992: Öffentliche Meinung als Katalysator für Wandel: Die Arbeit beschreibt, wie die schockartigen Morde an Falcone und Borsellino zu einem massiven gesellschaftlichen Umdenken und einem aktiven Widerstand gegen die Mafia führten.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die öffentliche Meinung von einem Instrument der Mafiastabilisierung zu einer treibenden Kraft des zivilgesellschaftlichen Wandels und der Isolierung der Cosa Nostra wurde.

Schlüsselwörter

Cosa Nostra, Öffentliche Meinung, Mafia, Schweigespirale, omerta, Sizilien, Anti-Mafia-Kampf, Pentiti, Maxi-Prozess, Giovanni Falcone, Paolo Borsellino, gesellschaftlicher Wandel, Rechtsstaat, soziologische Analyse, Korruption

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Rolle der öffentlichen Meinung im Zusammenhang mit der sizilianischen Mafia (Cosa Nostra) im Zeitraum von 1980 bis 1993 und wie diese von einer stützenden oder neutralen Haltung in eine aktive Gegenbewegung transformiert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der soziologischen Fundierung der öffentlichen Meinung, der Machtstruktur der Mafia, der Bedeutung von Kronzeugen (Pentiti) und der psychologischen Wirkung von staatlichen Ermittlungserfolgen und terroristischen Anschlägen auf die Bevölkerung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit erforscht, warum die öffentliche Meinung lange Zeit zur Stabilisierung der Mafia-Macht beitrug und welche Faktoren dazu führten, dass sie sich sukzessive veränderte und schließlich als Katalysator für den Anti-Mafia-Widerstand fungierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine soziologische Analyse, die historische Ereignisse der Mafia-Bekämpfung mit etablierten Kommunikationstheorien, namentlich der „Kritik der öffentlichen Meinung“ von Tönnies und der „Schweigespirale“ von Noelle-Neumann, in Verbindung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Erstarrung der Gesellschaft bis 1984, das langsame „Auftauen“ durch juristische Erfolge wie das Buscetta-Theorem zwischen 1984 und 1992 sowie den massiven Wandel der gesellschaftlichen Einstellung nach den Attentaten auf Falcone und Borsellino.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Cosa Nostra, Schweigespirale, omerta, Anti-Mafia-Pool, Pentiti und gesellschaftlicher Wandel geprägt.

Welche Rolle spielten die Richter Falcone und Borsellino für die öffentliche Wahrnehmung?

Sie fungierten als symbolische Hoffnungsträger. Ihre Arbeit im Anti-Mafia-Pool erschütterte die Macht der Mafia juristisch, während ihre Ermordung 1992 die Bevölkerung aus der „Schockstarre“ riss und zu einem Wendepunkt in der gesellschaftlichen Positionierung führte.

Inwiefern hat sich die Cosa Nostra laut der Arbeit nach 1993 verändert?

Durch den Druck der Öffentlichkeit und die staatliche Repression wurde die Organisation gezwungen, ihren Modus Operandi zu ändern: Sie trat deutlich in den Hintergrund, vermied exzessive Gewaltanwendung in der Öffentlichkeit und fokussierte sich stärker auf unauffälligere Bereiche der Wirtschaftskriminalität.

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Details

Title
La Piovra. Die Cosa Nostra und die öffentliche Meinung (1980-1993)
College
Ruhr-University of Bochum
Course
Modul Soziologie
Grade
1,3
Author
Andreas Blume (Author)
Publication Year
2015
Pages
20
Catalog Number
V338497
ISBN (eBook)
9783668278189
ISBN (Book)
9783668278196
Language
German
Tags
Mafia öffentliche Meinung Kriminalität Tönnies Soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Blume (Author), 2015, La Piovra. Die Cosa Nostra und die öffentliche Meinung (1980-1993), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/338497
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