Diese Seminararbeit gibt einen Einblick in die Veränderungen im Vertrieb durch die Digitalisierung in der Bankenwelt. Viele Banken werden sich neuen Herausforderungen stellen und neue Prozesse anstoßen müssen, es werden sich aber auch neue Chancen und Vertriebspotenziale auftun.
Die Veränderung in eine digitale Gesellschaft ist in vollem Gange und wir spüren dies in allen Lebensbereichen unseres Alltags. So werden online Preise von Produkten verglichen, Erfahrungsberichte ausgetauscht oder allgemein jegliche Art von Information recherchiert. Dieses Angebot erzieht eine neue Generation von Kunden, die zukünftig vielleicht nur noch solche Kanäle nutzen wird. Die sogenannte Generation „Head down“, die fast ausschließlich über das Handy und soziale Kanäle kommuniziert, zeigt die Veränderungen der Digitalisierung auf. Die Art des Miteinanders in der Gesellschaft und das Verhalten der Märkte haben sich radikal verändert.
Vor allem im Bankenbereich ist diese Veränderung derzeit sehr deutlich zu spüren. Nie war der Satz von Bill Gates „Banking is necessary, Banks are not“ bedeutender als heute. Die Digitalisierung lässt viele Angebote der traditionellen Institute oft veraltet, verstaubt und unnötig wirken. Hier müssen sich die Unternehmen zunehmend Gedanken machen, um auch für jüngere und zukünftige Generationen einen Mehrwert bieten zu können.
Inhaltsübersicht
1. Einleitung
2. Herausforderungen
2.1. Zahlungsverkehr: Angriffsziel Nr. 1
2.2. Beratung durch künstliche Intelligenz
2.3. Ansprüche an die Onlineberatung
3. Chancen
3.1. Veränderungen in Banken sind ein Muss!
3.2. Banken und Start-ups: Was kann man voneinander lernen?
3.3. Kreditvergleichsportale beflügeln die digitale Zukunft
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der voranschreitenden Digitalisierung auf das Privatkundengeschäft von Banken. Dabei wird analysiert, wie traditionelle Finanzinstitute durch den Wettbewerb mit neuen Marktteilnehmern wie FinTechs unter Druck geraten und welche Strategien notwendig sind, um diese Herausforderungen in Wettbewerbsvorteile umzuwandeln.
- Wandel des Zahlungsverkehrs durch externe Anbieter
- Einsatz von künstlicher Intelligenz und Robo-Advisorn in der Beratung
- Optimierung von Online-Beratungsangeboten und IT-Architekturen
- Strategische Partnerschaften zwischen Banken und Start-ups
- Potenziale durch Kreditvergleichsportale als neuer Absatzkanal
Auszug aus dem Buch
3.1. Veränderungen in Banken sind ein Muss!
Elektronischer Vertrieb wurde in vielen Bankhäusern bisher immer stiefmütterlich behandelt, obwohl es hier einen riesigen Schatz gäbe, den es sich definitiv zu heben lohnt. In der Vergangenheit hat sich der Onlineauftritt oft nur auf die reine Online-Banking Anwendung fokussiert, wo Kunden Ihren Zahlungsverkehr abwickelten und die Umsätze ihres Girokontos einsehen konnten. Kunden haben aber heutzutage einen ganz anderen Anspruch an digitale Medien und Vertriebswege, so ist hier vor allem die Geschwindigkeit der Entwicklung hervorzuheben. Es ist nun Standard, dass neue Anwendungen nicht mit neuen Produkten auf den Markt kommen, sondern als Updates in die bestehenden Anwendungen implementiert werden. Diesen Standard erwartet nun auch der Kunde, da er ihn bereits aus seinem Alltag von vielen anderen Anwendungen, wie z.B. regelmäßigen automatischen App Updates, als selbstverständlich wahrnimmt.
Dieser Veränderungsprozess ist seit einigen Jahren auch im Bankensektor angekommen und wird insbesondere durch sogenannte FinTechs angetrieben, welche hier versuchen durch eine besondere Anwenderfreundlichkeit und neue Technologien den traditionellen Banken den Rang abzulaufen. Aufgrund der steigenden Wechselbereitschaft von Privatkunden bei deutschen Bankhäusern sind Veränderungen dringend notwendig. Das heißt also, traditionelle Institute müssen die Ansprüche Ihrer Kunden gegenüber ihrem Unternehmen grundlegend überdenken. So entscheiden Kunden nun selbst, ob Sie digital oder in der Filiale beraten werden wollen. Es verändert sich daher nicht das Grundbedürfnis nach gewissen Produkten, sondern nur der Vertriebsweg. In Folge müssen Bankprodukte nur einfach für jeden Kunden verständlich medial dargestellt werden, damit die ständige Verfügbarkeit gewährleistet ist. Die bestehenden Vertriebswege müssen mit neuen verknüpft werden, um bei einem Kanalwechsel keine Brüche bei eingegebenen Daten oder in der Beratung zu erleiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet den digitalen Wandel in der Gesellschaft und dessen Notwendigkeit für Banken, um auch für künftige Generationen relevant zu bleiben.
2. Herausforderungen: Es wird analysiert, wie neue Marktteilnehmer den Zahlungsverkehr dominieren, wie künstliche Intelligenz die Beratung revolutioniert und welche regulatorischen sowie technischen Hürden bei der Onlineberatung bestehen.
3. Chancen: Dieses Kapitel zeigt auf, warum Banken sich verändern müssen, wie sie von Start-ups lernen können und welche Vertriebspotenziale in Kreditvergleichsportalen liegen.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Banken eine kundenorientierte Perspektive einnehmen und Know-how investieren müssen, um die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Privatkundengeschäft, Banken, FinTechs, Zahlungsverkehr, Robo Advisor, Onlineberatung, Kundenansprüche, Transformation, Kreditvergleichsportale, Innovation, IT-Infrastruktur, Multikanalvertrieb, Wettbewerbsdruck, Kundenorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen und Chancen für traditionelle Banken, die sich durch den verstärkten Einsatz internetbasierter Vertriebsformen im Privatkundengeschäft ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen der Wandel im Zahlungsverkehr, die Einführung von Robo-Advisorn, die Ansprüche der Kunden an Online-Beratungskanäle sowie die Kooperation mit Start-ups.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Banken durch proaktive Anpassung ihrer Prozesse und Strategien den digitalen Wandel nutzen können, anstatt Marktanteile an technologieorientierte Konkurrenten zu verlieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle Trends und Entwicklungen im Bankensektor zusammenführt und bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit externen Bedrohungen durch FinTechs einerseits und den daraus resultierenden Möglichkeiten zur Modernisierung von Bankstrukturen andererseits.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wesentliche Begriffe sind Digitalisierung, FinTech, Robo Advisor, Onlineberatung, Kundenemanzipation und Wettbewerbsfähigkeit.
Welche Rolle spielen "Robo Advisor" im Kontext dieser Arbeit?
Sie werden als kostengünstige, digitale Alternative zur klassischen Anlageberatung beschrieben, die insbesondere für Privatkunden ohne fundiertes Fachwissen attraktiv ist und Banken zum Umdenken zwingt.
Warum stellt der Zahlungsverkehr ein "Angriffsziel" für Nicht-Banken dar?
Da viele neue Anbieter benutzerfreundliche Tools für Smartphone-Zahlungen entwickelt haben und somit die elektronische Brieftasche der Kunden kontrollieren, was für traditionelle Kreditinstitute einen direkten Wettbewerbsverlust bedeutet.
Welche Konsequenz hat der "Kanalwechsel" für die IT von Banken?
Banken müssen laut Autor ihre IT-Architektur so gestalten, dass ein fließender Übergang der Vertriebskanäle möglich ist, um Datenbrüche zu vermeiden und das Kundenerlebnis zu optimieren.
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- Simon Vielreicher (Author), 2016, Internetbasierte Vertriebsformen im Privatkundengeschäft. Retail und Private Banking, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/338083