Lesen und Schreiben haben in unserer heutigen Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Die Forderung „man möchte es lieber schriftlich haben“ ist gegenwärtig insbesondere im Bereich des Handels weit verbreitet. Ohne eine ausgeprägte Lesekompetenz ist es schwer, sich in einer Gesellschaft der Schrift zurechtzufinden. Für Leser und Schreiber muss zur gelingenden Kommunikation ein einheitliches Schriftsystem vorhanden sein , weshalb bestimmte einheitliche Regeln innerhalb einer Sprache existieren, um Schrift erfolgreich codieren und decodieren zu können.
In der Regel beginnt ein Mensch in der Grundschule damit, das Lesen und Schreiben zu lernen. Doch die Entwicklung einer dazu nötigen Sprachkompetenz beginnt schon wesentlich früher noch vor dem Kindergartenalter. Schründer-Lenzen ist der Überzeugung, dass Kinder bereits ab dem Alter von 1,5 Jahren auf Korrekturen ihrer Sprache reagieren . Wenn diese Sprachkompetenz zu Schulanfang nicht weit genug ausgebildet ist und unter der des durchschnittlichen Schulkindes liegt, sehen sich Schulkinder häufig vor großen Problemen in der weiteren Schullaufbahn. An dieser Stelle ist zentrale Aufgabe des Lehrers, der Eltern sowie in einzelnen Fällen weiterer Fachkräfte, dem Kind ein geeignetes Förderprogramm darzubieten, um seinen Schwierigkeiten entgegenzuwirken.
Ziel dieser Arbeit ist es, herauszubilden, welche besonderen Schwierigkeiten sich durch die Unterschiede von Schrift und Sprache für Kinder mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) ergeben, sowie zwei verschiedene Förderprogramme der phonologischen Bewusstheit für Schulanfänger mit LRS in diesem Kontext näher zu beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Mündliche und schriftliche Sprache im Vergleich
3 Voraussetzungen zum Erwerb der Schriftsprache
4 Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb
4.1 Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
4.2 Erkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
5 Fördermaßnahmen und ihre Rahmenbedingungen
5.1 Die phonologische Bewusstheit
5.2 Leichter lesen und schreiben lernen mit der Hexe Susi
5.3 Das Lobo-Schulprogramm
5.4 Vergleich der Förderungsprogramme
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen beim Schriftspracherwerb von Kindern mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) und analysiert zwei spezifische Förderprogramme, die auf die phonologische Bewusstheit abzielen, um effektive Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen.
- Vergleich von mündlicher und schriftlicher Sprache
- Voraussetzungen und Kompetenzen für den Schriftspracherwerb
- Definition und Symptomatik von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
- Rolle der phonologischen Bewusstheit als metakognitive Fähigkeit
- Analyse und Vergleich der Förderkonzepte "Hexe Susi" und "Lobo-Schulprogramm"
Auszug aus dem Buch
5.1 Die phonologische Bewusstheit
Die phonologische Bewusstheit „ist eine metakognitive Fähigkeit […], mit der es möglich ist, vom Wortsinn zu abstrahieren und sich auf den lautlichen Aspekt von Sprache zu konzentrieren“. Es wird also das Vermögen, den Blick vom Inhalt auf die Form der Sprache zu richten, thematisiert. Lundberg fasst unter die phonologische Bewusstheit die Fähigkeiten über Abstraktion, Selbstbeobachtung und Kontrolle. Eine Zeitspanne, in der Kinder sensibel für die Förderung der phonologischen Bewusstheit sind, besteht vom Kindergartenalter bis in die erste Klasse hinein. Danach ist eine gelingende Förderung der phonologischen Bewusstheit erschwert. Es wird von einer Wechselwirkung zwischen Schriftspracherwerb und phonologischer Bewusstheit ausgegangen und dass sie somit gegenseitig ihre Entwicklung vorantreiben.
Über diese grundlegenden Aspekte der phonologischen Bewusstheit ist man sich einig, hingegen gibt es keinen Einklang über weitere ihrer Einzelheiten. In der Pädagogik ist die Einteilung in die phonologische Bewusstheit im weiteren und im engeren Sinne gängig. Dabei fasst die phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne das Vermögen über Reimerkennung und Silbensegmentierung zusammen und im engeren Sinne liegt das Können, ein ganzes Wort in seine Teile zu zerlegen, zum Beispiel die Lautsynthese. Die phonologische Bewusstheit ist überdies aussagekräftig für die weitere Entwicklung von Lesen und Rechtschreiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den hohen Stellenwert von Lesen und Schreiben und führt in die Problemstellung ein, dass unzureichende Sprachkompetenzen bei Schulanfängern weitreichende Konsequenzen haben können.
2 Mündliche und schriftliche Sprache im Vergleich: Dieses Kapitel erläutert die fundamentalen Unterschiede zwischen der mündlichen Kommunikation und der abstrakten Schriftsprache.
3 Voraussetzungen zum Erwerb der Schriftsprache: Hier werden die kognitiven und sozialen Grundvoraussetzungen dargelegt, die ein Kind benötigt, um erfolgreich Lesen und Schreiben zu erlernen.
4 Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb: Es wird analysiert, warum der Prozess des Schriftspracherwerbs scheitern kann und wie Lese-Rechtschreibschwierigkeiten definiert und diagnostiziert werden.
5 Fördermaßnahmen und ihre Rahmenbedingungen: Dieser Hauptteil beschreibt die nötigen Rahmenbedingungen für eine gelungene Förderung und stellt detailliert die beiden Programme "Hexe Susi" und "Lobo-Schulprogramm" vor.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und betont die Wichtigkeit frühzeitiger, am Entwicklungsstand orientierter Förderung.
Schlüsselwörter
Schriftspracherwerb, Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, LRS, phonologische Bewusstheit, Lautsynthese, Silbensegmentierung, Sprachkompetenz, Schulanfang, Frühförderung, Hexe Susi, Lobo-Schulprogramm, Graphem-Phonem-Korrespondenz, Lesekompetenz, Metakognitive Fähigkeit, Lernförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den Schwierigkeiten, die Kinder beim Erlernen der Schriftsprache haben können, und untersucht, wie die Förderung der phonologischen Bewusstheit hierbei unterstützen kann.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die Arbeit behandelt den Vergleich von mündlicher und schriftlicher Sprache, die Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb, das Phänomen LRS sowie konkrete Förderprogramme für Grundschüler.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die besonderen Schwierigkeiten durch die Diskrepanz zwischen Schrift und Sprache aufzuzeigen und zwei spezifische Förderprogramme vergleichend zu analysieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse sowie der vergleichenden Darstellung von didaktischen Förderkonzepten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der LRS, die Erkennung von Schwierigkeiten sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Programme "Leichter lesen und schreiben lernen mit der Hexe Susi" und des "Lobo-Schulprogramms".
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Schriftspracherwerb, LRS, phonologische Bewusstheit, Prävention und Förderprogramme.
Was unterscheidet das "Lobo-Schulprogramm" in seinem Aufbau von anderen Ansätzen?
Das Lobo-Programm zeichnet sich durch einen systematischen, zwölfwöchigen Aufbau aus, der durch eine Begleitfigur (Drache Lobo) motiviert und durch zusätzliche Materialien wie eine CD-ROM und ein spezielles Ruheritual strukturiert ist.
Warum wird die phonologische Bewusstheit in der Arbeit so stark hervorgehoben?
Sie gilt als entscheidende metakognitive Fähigkeit, die es Kindern ermöglicht, von der inhaltlichen Bedeutung der Sprache zur lautlichen Struktur zu abstrahieren, was als Basis für den Lese- und Schreiblernprozess dient.
- Arbeit zitieren
- Julia Exner (Autor:in), 2016, Lese-Rechtschreibschwierigkeiten und die Förderung der phonologischen Bewusstheit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/336965