Der Iran Irak Krieg, auch als der erste Golfkrieg bekannt, war und ist bisher der längste konventionelle Krieg, der nach dem zweiten Weltkrieg stattgefunden hat. In dieser Arbeit sollen die Ursachenkomplexe, die zum Kriegsausbruch führten dargestellt werden. Hierbei stützt sich die Analyse primär auf W. Thom Workmans Werk „The Social Orignin of the Iran-Iraq War“, auf Henner Fürtigs „Der irakisch-iranische Krieg-1980- 1988, Ursachen-Verlauf-Folgen“ und auf Hossein Mirzaie-Tashnizis Dissertation „Der Konflikt Irak-Iran, eine Hintergrundanalyse“.
Um, der Frage nachzugehen, welche Ursachen zur Invasion geführt haben, wird zunächst ein historischer Überblick beider Länder dargelegt. Im Anschluss folgen eine kurze Erläuterung von Kriegsursachen und eine Darstellung zweier Ansätze. Dann gehe ich zum den Hauptteil der Arbeit über, stelle die Ursachen dar und beginne mit dem Shatt al-Arab als Streitobjekt und gehe hierbei historisch bis ins 17. Jh. Danach wird die Region Khuzestan als Ursache besprochen. Anschließend folgt eine knappe, soziologische Entstehungsgeschichte der Islamischen Revolution und eine kurze Darstellung des Revolutionsexports in den Irak führte. Als letzte Kriegsursache möchte ich die strategische Fehleinschätzung des Irans als schwach und leicht besiegbar durch das Baath-Regimes, aufgreifen und kurz die Motive schildern, die zur Invasionsentscheidung beigetragen haben könnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Überblick des Irak
2.1. Historischer Überblick des Iran
3. Kriegsursachen
4. Ursachen
4.1. Der Shatt al-Arab als historische Ursache
4.2. Die Provinz Khuzestan
4.3. Die Islamische Revolution
4.3.1. Entstehung der Revolution
4.3.2. Revolutionsexport
4.3.3. Die instabile Lage des Iran als Gelegenheit zur Invasion
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Kriegsursachen, die zum Ausbruch des Iran-Irak-Krieges führten. Dabei wird analysiert, inwiefern historische Grenzstreitigkeiten, regionale Machtambitionen sowie die Auswirkungen der Islamischen Revolution von 1979 als Treiber für die irakische Invasionsentscheidung fungierten.
- Historische Analyse der Grenzkonflikte am Shatt al-Arab
- Strategische Bedeutung der Provinz Khuzestan
- Soziologische Entstehungsgeschichte der Islamischen Revolution
- Einfluss des Revolutionsexports auf die irakische Innenpolitik
- Strategische Fehleinschätzungen und Machtkalküle des Baath-Regimes
Auszug aus dem Buch
4.1. Der Shatt al-Arab als historische Ursache
Der Schatt al-Arab ist der Zusammenlauf vom Euphrat und Tigris und mündet im Persischen/Arabischen Golf. Seine Bedeutung für Transport und Handel war immens. Als Streit- und Interessensobjekt geht seine Geschichte bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück, als noch das Osmanische Reich und das iranische Reich der Safawiden um die Macht in der Region konkurrierten. Seit dem Vertrag von Zuhab, 1639 n.Chr. wurde versucht, die Grenzziehung des Shatt al-Arab festzulegen. Es folgten weitere Verträge, die oft auch von Interessen der Großmächte geprägt waren. 1823 wurde der Vertrag von Erzurum abgeschlossen, dessen Grundlage der Grenzvertrag von 1639 war. Er beinhaltete nur geringfügige Verschiebung der Grenzstruktur und hinterließ vieles ungeklärt, weshalb die Situation angespannt blieb.
Am 31. Mai 1847 kam der zweite Vertrag von Erzurum zustande, dessen Bedeutung grundlegend ist. Die Vertragsbedingungen räumten den persischen Schiffen die freie Durchfahrt ein und verlagerten die persische Grenze vor an das Ostufer des Shatt al Arab. Die Osmanen setzten jedoch in dem Vertrag eine Zusatznote durch, in der die Siedlungs- und Souveränitätsfrage des Shatt al-Arab offen bleiben sollte. Diese Zusatznote wurde, ohne die Zustimmung des Shahs, vom persischen Verhandlungsführer unterschrieben, weshalb die persische Seite 1848 den Vertrag annullierte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in den Iran-Irak-Krieg als längsten konventionellen Krieg nach 1945 ein und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit basierend auf zentraler Fachliteratur.
2. Historischer Überblick des Irak: Dieses Kapitel skizziert die politische Entwicklung des Iraks vom Zerfall des Osmanischen Reiches bis zum Machtantritt der Baath-Partei.
2.1. Historischer Überblick des Iran: Es wird die politische Geschichte des Irans im 20. Jahrhundert beleuchtet, insbesondere die Pahlavi-Dynastie und die sozioökonomischen Spannungen, die zur Revolution führten.
3. Kriegsursachen: Der Abschnitt differenziert zwischen systematischen und strategischen Ansätzen in der Kriegsforschung und analysiert Ursachen für Kriege in der Dritten Welt.
4. Ursachen: Dieses Kapitel widmet sich den konkreten Auslösern der Invasion, wie Territorialstreitigkeiten und dem Einfluss ideologischer Veränderungen.
4.1. Der Shatt al-Arab als historische Ursache: Der Text untersucht die historisch belastete Grenzfrage am Shatt al-Arab als fortwährenden Casus Belli.
4.2. Die Provinz Khuzestan: Die strategische und ökonomische Bedeutung der ölreichen Region Khuzestan wird als zentrales Invasionsziel des Irak identifiziert.
4.3. Die Islamische Revolution: Hier werden die Auswirkungen der Revolution von 1979 auf das Stabilitätsgefüge und die Bedrohungswahrnehmung des irakischen Regimes analysiert.
4.3.1. Entstehung der Revolution: Das Kapitel beschreibt die systempolitischen Umbrüche und gesellschaftlichen Dynamiken im Iran, die zum Sturz des Schahs führten.
4.3.2. Revolutionsexport: Es wird erörtert, wie Khomeinis Ziel eines islamistischen Weltreichs die sunnitisch geprägte Baath-Elite unter Druck setzte.
4.3.3. Die instabile Lage des Iran als Gelegenheit zur Invasion: Das Kapitel analysiert die irakische Fehleinschätzung, den geschwächten Iran durch einen Blitzkrieg schnell besiegen zu können.
5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont die Vielfalt der Ursachenfaktoren für den Kriegsausbruch.
Schlüsselwörter
Iran-Irak-Krieg, Erster Golfkrieg, Kriegsursachen, Saddam Hussein, Islamische Revolution, Shatt al-Arab, Khuzestan, Baath-Partei, Grenzkonflikt, Geopolitik, Mittlerer Osten, Strategische Analyse, Pahlavi-Dynastie, Ruhollah Khomeini, Ressourcenpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den vielschichtigen Ursachen, die zum Ausbruch des Iran-Irak-Krieges (Erster Golfkrieg) im Jahr 1980 geführt haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf historischen Grenzstreitigkeiten, der strategischen Bedeutung der Provinz Khuzestan sowie dem Einfluss der Islamischen Revolution auf die regionale Machtbalance.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Ursachenkomplexe der Invasion wissenschaftlich darzulegen und aufzuzeigen, wie politischer Wandel und historische Gebietsansprüche zur Kriegsentscheidung Saddams beigetragen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Analyse basiert auf einer Literaturstudie, die soziologische und politikwissenschaftliche Ansätze (systematische vs. strategische Ansätze) zur Erklärung von Kriegen in der Dritten Welt heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Shatt al-Arab als Streitobjekt, die ökonomische und strategische Bedeutung Khuzestans sowie die Auswirkungen der Islamischen Revolution und des Revolutionsexports.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geopolitik, Baath-Ideologie, Grenzkonflikt, Ökonomische Interessen und die Transformation des Irans 1979 definiert.
Warum war Khuzestan ein so wichtiges Invasionsziel?
Khuzestan war aufgrund seiner umfangreichen Erdölvorkommen für das irakische Regime ökonomisch von existentieller Bedeutung und sollte durch die Annexion die irakische Hegemonie sichern.
Wie bewertet der Autor das Ende des Konflikts im Bezug auf die Kriegsursachen?
Der Autor argumentiert, dass viele Ursachen, wie etwa die Grenzfrage am Shatt al-Arab, durch einen echten diplomatischen Kompromiss hätten entschärft werden können, wären die Parteien nicht durch hegemoniale Ambitionen blockiert gewesen.
- Arbeit zitieren
- Omid Arzani (Autor:in), 2012, Die Ursachen des Irak-Iran Kriegs. Eine Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/336283