Für Künstler ist die Selbstinszenierung in der Fotografie eine wichtige Darstellungsform, um ihr Leben, das Leben anderer oder Prototypen darzustellen. Sie wollen auf sich und übergeordnet auf zentrale Probleme oder Fragen verweisen.
Inwieweit lässt sich dieses Konzept der künstlerischen Selbstinszenierung im Kontext Schule vermitteln? Diese Frage soll im Folgenden erläutert werden. Als erstes wird Kim Smins Serie „Mind`s way“ beschrieben und gedeutet, sowie die Korrespondenzen zur Fotoarbeit mit der Thematik „Rückzugsräume“ aufgezeigt. Daran schließt die Erläuterung des Vermittlungskonzeptes an. Hierbei wird auf Vermittlungsformen, - Inhalte, den Ablauf der Projektwoche und die Ziele eingegangen. Abschließend wird das Kunstvermittlungskonzept begründet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kim Smins Serie „Mind`s way“
2.1. Beschreibung und Deutung der Fotoserie
2.2. Korrespondenzen zu meiner Fotoarbeit „Rückzugsräume“
3. Das Vermittlungskonzept: Die Künstlerische Selbstinszenierung im Kontext Schulprojektwoche mit der Klassenstufe 10 in der Regelschule
3.1. Die Vermittlungsformen
3.2. Die Vermittlungsinhalte
3.3. Der Ablauf
3.4. Die Ziele
3.5. Die Begründung des Kunstvermittlungsansatzes
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit das Konzept der künstlerischen Selbstinszenierung in der Fotografie als pädagogisches Mittel im schulischen Kontext vermittelt werden kann, um Schülern der 10. Klasse eine tiefere Reflexion ihrer Persönlichkeit und Identität zu ermöglichen.
- Analyse künstlerischer Selbstinszenierung (u.a. Kim Smin, Cindy Sherman)
- Entwicklung eines strukturierten Vermittlungskonzepts für eine Projektwoche
- Erprobung wechselseitiger Partnerarbeit bei der fotografischen Umsetzung
- Verknüpfung von kunsthistorischer Theorie und praktischer Kameraarbeit
- Förderung von Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit und Medienkompetenz
Auszug aus dem Buch
2.1. Beschreibung und Deutung der Fotoserie
Kim Smin zeigt in ihren Fotos sich selbst in relativ unbequemen, fast gezwungenen, Stellungen, wodurch sie wie eine Statue wirkt. Sie will eine Harmonisierung durch Meditation, einer Yoga-Praxis, mit ihren einzelnen Körperteilen erreichen: Eine „harmonious balance“3. Zudem zeigt sich Kim Smin als starke Persönlichkeit, wodurch sich Bezüge zu der emanzipierten Valie Export herstellen lassen. Valie Export stilisierte sich selber zum Mittel, wodurch sie eine Emanzipierung der Frau anstrebte: Z.B. bei ihrer Aktion „Tapp- und Tastkino“4 von 1968.
Emanzipation bedeutet „Selbstbefreiung“5. Kim Smin will sich somit von Leiden und Schwächen befreien. In „I was getting misty-eyed“6 hält sie die Finsternis aus. Ihre Fotos „my body is heavy and warm“7 und „my breath is free and easy“8 vermitteln die Rolle einer körperlich starken Frau. „I am round as the world it is“9 verweist auf mentale Stärke, welche als Balanceakt vermittelt wird. Mit ihren Fotos „my weight is fine“10 und „my face is soft and smiling“11 kritisiert sie das westliche Schönheitsideal, welches durch Diätwahn und Faceliftings gekennzeichnet scheint.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage bezüglich der Vermittelbarkeit künstlerischer Selbstinszenierung im Unterricht.
2. Kim Smins Serie „Mind`s way“: Analyse der Fotoserie der Künstlerin Kim Smin und deren inhaltliche Verknüpfung mit der eigenen künstlerischen Fotoarbeit „Rückzugsräume“.
3. Das Vermittlungskonzept: Die Künstlerische Selbstinszenierung im Kontext Schulprojektwoche mit der Klassenstufe 10 in der Regelschule: Detaillierte Darstellung des didaktischen Konzepts, gegliedert in Formen, Inhalte, zeitlichen Ablauf und Lernziele.
4. Schlussbemerkung: Resümee über die Eignung der Selbstinszenierung als Methode zur Persönlichkeitsreflexion und Bestätigung des Wertes von Kunstvermittlung im Schulalltag.
Schlüsselwörter
Kunstvermittlung, Selbstinszenierung, Fotografie, Schulprojektwoche, Identität, Emanzipation, Kim Smin, Cindy Sherman, Medienkompetenz, Partnerarbeit, Persönlichkeitsentwicklung, Didaktik, Ästhetische Praxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Anwendung künstlerischer Selbstinszenierung in der Fotografie innerhalb einer Schulprojektwoche für die 10. Klasse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit verknüpft kunsthistorische Analysen von Selbstinszenierungen mit praktischen didaktischen Ansätzen zur Anleitung von Schülern in der eigenen fotografischen Gestaltung.
Welches primäre Ziel verfolgt das Vermittlungskonzept?
Das Ziel ist es, Schülern durch die bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich eine künstlerische Form der Selbstdarstellung zu ermöglichen, die gleichzeitig Schlüsselqualifikationen fördert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein kunstpädagogischer Ansatz gewählt, der theoretische Grundlagen (Kunstgeschichte/Stilistik) mit einer praxisorientierten Projektwoche (Schüler-Inszenierungen) kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Bildbeispielen, die Darstellung der methodischen Vermittlungsformen und die detaillierte Ausarbeitung des fünftägigen Projektwochen-Ablaufs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kunstvermittlung, Selbstinszenierung, Fotografie, Identität und Medienkompetenz geprägt.
Inwieweit spielt die Partnerarbeit eine Rolle im Konzept?
Die Partnerarbeit ist zentral, da die Schüler abwechselnd als Akteure in der Inszenierung und als Fotografen agieren, was sowohl technische als auch soziale Kompetenzen stärkt.
Warum wurde die Klassenstufe 10 für dieses Projekt gewählt?
Die Wahl der Klassenstufe 10 ergibt sich aus dem erforderlichen Anspruch der Thematik und der Reife der Schüler, sich bewusst mit ihrer eigenen Identität und Rolle auseinanderzusetzen.
- Arbeit zitieren
- Carsten Lincke (Autor:in), 2011, Kunstvermittlung zu Sparkling Silence, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/336190