Ziel dieser Hausarbeit ist es, das Universalbankensystem und das Trennbankensystem zu vergleichen. Entscheidende Kriterien für eine Gegenüberstellung dieser zwei Bankstruktursysteme sind sowohl die Vorteilhaftigkeit des jeweiligen Systems als auch die Risikobetrachtung, worauf in den Kapitel 2 und 3 eingegangen wird. In Kapitel 4 werden bereits verabschiedete Reformen hinsichtlich Verbesserung der Finanzstabilität aufgezeigt.
Betrachtet man das Bankensystem eines Landes, so setzt sich dieses, unter Anwendung allgemein systemtheoretischer Überlegungen, aus einzelnen Elementen zusammen - den Geschäftsbanken und den Noten- oder Zentralbanken. Während die Zentralbank gesamtwirtschaftliche Ziele wie z.B. Geldwertstabilität und wirtschaftliches Wachstum verfolgt, stehen Geschäftsbanken dagegen untereinander im Wettbewerb und orientieren sich in ihrem Handeln an einzelwirtschaftlichen Zielen, wie z.B. Gewinn oder Rentabilität.
Zur Klassifikation alternativer Banktypen und Bankensysteme, sprich die Unterscheidung verschiedener Arten von Geschäftsbanken, ist die Art und der Umfang der Arbeitsteilung, genauer der angebotenen Bankprodukte- und Dienstleistungen, ein geeignetes Kriterium. Je nach Grad der Universalisierung bzw. Spezialisierung werden Universalbanken von Spezialbanken unterschieden. Spezialbanken werden in der Praxis nach der Natur ihres Geschäftes getrennt und auch als Handelsbanken und Investmentbanken bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Universalbankensystem
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Historie des Systems
2.3 Vorteile des Universalbankensystems
2.4 Nachteile des Universalbankensystems
3. Das Trennbankensystem
3.1 Begriffsdefinition
3.2 Der Glass-Steagall Act 1933
3.3 Vorteile des Trennbankensystems
3.4 Nachteile des Trennbankensystem
4. Reformen der letzten Jahre
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht das Universalbankensystem mit dem Trennbankensystem, um deren jeweilige Vorteilhaftigkeit und Risikostruktur gegenüberzustellen. Dabei wird analysiert, inwieweit unterschiedliche Bankenstrukturen die Finanzstabilität beeinflussen und welche regulatorischen Reformen zur Krisenprävention diskutiert werden.
- Grundlagen und historische Entwicklung beider Bankensysteme
- Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen (Synergien vs. Interessenskonflikte)
- Analyse der „too big to fail“-Problematik
- Bewertung aktueller Reformvorhaben (z. B. Dodd-Frank Act, Volcker Rule, Liikanen-Gruppe)
Auszug aus dem Buch
2.3 Vorteile des Universalbankensystems
Ein Universalbankensystem bietet eine Reihe von Vorteilen für alle Kundengruppen, was zum einen direkt am Geschäftsmodell und zum anderen an ihrer Organisationsstruktur liegt. Aus dieser Reihe lassen sich drei wesentliche Vorteile hervorheben.
1. Universalbanken ermöglichen ihren Kunden, ein umfassendes Spektrum an Finanzdienstleistungen komfortabel aus einer Hand zu beziehen. Der Komfort, der dadurch entsteht, zieht eine gefestigtere Kundenbeziehung im Rahmen einer Hausbank und Einsparungen im Bereich der Such- und Transaktionskosten nach sich. Weiterhin kann die Universalbank durch umfassende Kenntnis der finanziellen Situation und Bedürfnisse ihrer Kunden besser beraten und geeignetere Finanzprodukte anbieten. Primär zeigen sich diese Vorteile bei größeren, international tätigen Unternehmen wie den erfolgreichen deutschen Exporteuren.
2. Durch Skalen- und Verbundeffekte, die beispielsweise bei der verbesserten Nutzung der in einer Bank bereits zusammengefassten Ressourcen im internen Leistungsbereich entstehen, ist es Universalbanken möglich, Ertrags- und Kostensynergien zu erzielen. Ertragssynergien entstehen beispielsweise beim Verkauf weiterer Produkte oder bei Weiterempfehlungen von Kunden zwischen mehreren Geschäftsbereichen, im Englischen auch bekannt als „cross selling“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die systemtheoretischen Grundlagen des Bankensystems und definiert das Ziel der Arbeit, Universalbanken und Trennbankensysteme hinsichtlich ihrer Stabilität zu vergleichen.
2. Das Universalbankensystem: Es werden die Definition, historische Entstehung sowie die wesentlichen Vor- und Nachteile dieses Bankmodells, insbesondere in Bezug auf Synergien und Risikostreuung, beleuchtet.
3. Das Trennbankensystem: Dieses Kapitel definiert das Modell der strikten Trennung zwischen Geschäfts- und Investmentbanking und analysiert den Glass-Steagall Act sowie die spezifischen Vor- und Nachteile der Separierung.
4. Reformen der letzten Jahre: Hier werden aktuelle internationale regulatorische Ansätze wie die Volcker Rule, der Dodd-Frank Act und Vorschläge der Liikanen-Gruppe zur Stärkung der Finanzstabilität diskutiert.
5. Fazit: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass keine generelle Überlegenheit eines Systems existiert und regulatorische Stabilität stärker von einer konsequenten Umsetzung internationaler Standards abhängt.
Schlüsselwörter
Universalbankensystem, Trennbankensystem, Finanzstabilität, Investmentbanking, Geschäftsbank, Glass-Steagall Act, Volcker Rule, Dodd-Frank Act, Bankenregulierung, Risikomanagement, Synergieeffekte, Too big to fail, Eigenhandel, Liikanen-Gruppe, Finanzmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht das Universalbankensystem mit dem Trennbankensystem und untersucht deren Auswirkungen auf die Finanzstabilität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Struktur, den Vor- und Nachteilen beider Bankenmodelle sowie aktuellen regulatorischen Reformbemühungen weltweit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine fundierte Gegenüberstellung der beiden Bankstrukturen, um deren Vorteilhaftigkeit und das Risikoprofil objektiv bewerten zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die auf bankbetriebswirtschaftlichen Quellen und regulatorischen Berichten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der beiden Bankensysteme sowie eine Untersuchung aktueller Reformen wie die Volcker Rule oder den Glass-Steagall Act.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Universalbanken, Trennbankensystem, Finanzmarktstabilität, Regulierung, Investmentbanking und Risikomanagement.
Welche Rolle spielt der Glass-Steagall Act in der Analyse?
Er dient als historisches Referenzbeispiel für ein striktes Trennbankensystem und dessen Einführung in den USA als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise.
Was ist die zentrale Schlussfolgerung in Bezug auf die Finanzstabilität?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die reine Bankenstruktur nicht ausschlaggebend für die Systemstabilität ist, sondern die konsequente Umsetzung regulatorischer Maßnahmen und eine nationale Anpassung an die Wirtschaftsstruktur.
- Arbeit zitieren
- Carolin Erkal (Autor:in), 2016, Universalbankensystem versus Trennbankensystem. Ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/335918