Angesichts der großen Bekanntheit des Dudens, eröffnet sich die Frage, welche Rolle sein Verfasser, Konrad Duden, bei der Erlangung der deutschen Einheitsorthographie innehatte. Diese Fragestellung soll in der folgenden Arbeit geklärt werden. Im Folgenden wird es in einem kurzen Einblick in Dudens Lebenslauf bis du dem Zeitpunkt, an dem er begann, aktiv in die Orthographie des Deutschen einzugreifen, zunächst darum gehen, wer Konrad Duden überhaupt war, bevor dann auf die deutsche Orthographie und Dudens Rolle in Zusammenhang mit dieser eingegangen wird.
Diese wird zunächst deutlich gemacht durch eine Erläuterung der Situation, in der sich die damalige Rechtschreibung befand und somit Dudens Ausgangssituation bildete. Im weiteren Verlauf werden Dudens orthographische Prinzipien und Ziele erläutert, sowie auf seine erste wichtige Veröffentlichung in Zusammenhang mit dem Prozess um die Erlangung einer Einheitsorthographie, den so genannten „Schleizer Duden“ näher eingegangen. Des Weiteren wird dann in weiteren Abschnitten auf seinen Einfluss und die Beteiligung an der schrittweisen Kodifizierung der deutschen Einheitsorthographie eingegangen. Diese sind etwa die zwei orthographischen Konferenzen von 1876 und 1901, sowie die Veröffentlichung seines Orthographischen Wörterbuches im Jahre 1880 und die Rolle, die es innehatte. Zuletzt wird noch die Bedeutung seines so genannten Buchdrucker-Dudens erläutert.
Der Duden gilt heutzutage als das Nachschlagewerk überhaupt, wenn es um die richtige Rechtschreibung geht. Bei Fragen bezüglich der richtigen Schreibung greift der Großteil der deutschen Bevölkerung regelmäßig zum Duden, was durch die Vielzahl an Auflagen, in denen er bereits erschienen ist, belegt wird. Nerius (2007: 366) behauptet sogar, dass der Duden „[D]as bekannteste und einflussreichste Orthographiewörterbuch der deutschen Sprache“ ist. Mlinarzik-Gutt bezeichnet Konrad Duden als eine der prägenden und zentralen Figuren in der Orthographiegeschichte des 19./20.Jahrhunderts.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurze Einführung in Dudens Lebenslauf bis zu seiner Anstellung in Schleiz
3. Die Situation vor der Einheitsorthographie
3.1 Dudens Ausgangssituation
3.2 Dudens orthographische Prinzipien
3.3 „Schleizer Duden“
3.4 Die orthographischen Ziele Dudens
4. Durchsetzung der Einheitsorthographie
4.1 I. Orthographische Konferenz
4.2 Dudens „Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache“
4.3 II. Orthographische Konferenz
5. Nach der Kodifizierung einer Einheitsorthographie des Deutschen
5.1 Buchdrucker-Duden
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Konrad Duden bei der Entwicklung und Etablierung einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, wie Duden durch seine theoretischen Prinzipien, seine Publikationen und die Teilnahme an maßgeblichen Konferenzen den Übergang von einer chaotischen, regional geprägten Rechtschreibung hin zu einer kodifizierten Einheitsorthographie maßgeblich vorantrieb.
- Biografischer Hintergrund und Ausgangslage von Konrad Duden
- Theoretische Grundlagen der Rechtschreibreform (phonetisches vs. etymologisches Prinzip)
- Der „Schleizer Duden“ als erster wichtiger Meilenstein
- Die Rolle der I. und II. Orthographischen Konferenz
- Die Bedeutung des „Vollständigen Orthographischen Wörterbuchs“ und des „Buchdrucker-Dudens“
Auszug aus dem Buch
3.2 Dudens orthographische Prinzipien
Duden selbst war ein Verfechter des gemäßigten phonetischen Prinzips, welches von Rudolf von Raumer in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde. (Vgl. Drosdowski 1987: 8; Nerius 2007: 338) Dieser hatte es sich zum Ziel gemacht, eine möglichst genaue Wiedergabe der Laute durch Schrift zu erzeugen, um den Sprachnutzern den Sprachgebrauch deutlich zu erleichtern und nicht wie es seit geraumer Zeit der Fall war, deutlich zu verkomplizieren. So sprach Raumer sich bereits etwa in der Hälfte des 19. Jahrhunderts dafür aus, Schwankungen und widersprüchliche Schreibungen zu reduzieren. Duden vertrat dieselben Ansichten nicht nur aus theoretischen Gründen, sondern auch aus gesellschaftspolitischen, denn er war der Meinung, dass „[e]ine Rechtschreibung nach dem etymologisch-historischen Prinzip […] schwer erlernbar sein [würde] und vor allem die Schüler der Volksschulen überfordern“ (Drosdowski 1987: 9) würde, da sie ein Privileg für die Gebildeten wäre. Da er keine Vergrößerung der Kluft zwischen den Gelehrten und Ungelehrten wollte, bestand er auf einer Rechtschreibung, die unabhängig von der Bildung leicht zu erlernen war und den Bedürfnissen aller Volksschichten genügte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung des Dudens als zentrales Nachschlagewerk dar und formuliert die Forschungsfrage nach Konrad Dudens Rolle bei der Entstehung der deutschen Einheitsorthographie.
2. Kurze Einführung in Dudens Lebenslauf bis zu seiner Anstellung in Schleiz: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg von Konrad Duden von seiner Geburt bei Wesel über seine Ausbildung bis zu seiner Tätigkeit als Schulleiter in Schleiz nach.
3. Die Situation vor der Einheitsorthographie: Hier wird der unübersichtliche Zustand der deutschen Rechtschreibung vor der Reform beschrieben, inklusive der theoretischen Prinzipien, die Duden für eine Vereinfachung verfolgte.
4. Durchsetzung der Einheitsorthographie: Das Kapitel behandelt die schrittweise Kodifizierung durch die beiden Orthographischen Konferenzen (1876 und 1901) sowie die Rolle von Dudens Wörterbuch.
5. Nach der Kodifizierung einer Einheitsorthographie des Deutschen: Dieser Abschnitt thematisiert die Herausforderungen nach den Konferenzen und die Notwendigkeit des „Buchdrucker-Dudens“ zur weiteren Standardisierung.
6. Fazit: Das Fazit fasst Dudens beträchtlichen Einfluss zusammen und betont, dass er zwar die Sprache nicht neu erfand, aber maßgeblich als Normvermittler zur Etablierung einer sozialen und vereinfachten Rechtschreibung beitrug.
Schlüsselwörter
Konrad Duden, Einheitsorthographie, Rechtschreibreform, Phonetisches Prinzip, Etymologisches Prinzip, Schleizer Duden, I. Orthographische Konferenz, II. Orthographische Konferenz, Vollständiges Orthographisches Wörterbuch, Buchdrucker-Duden, Deutsche Sprachgeschichte, Orthographiegeschichte, Standardisierung, Sprachnormierung, Schulerlass.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den historischen Prozess der Vereinheitlichung der deutschen Rechtschreibung im 19. und frühen 20. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Konrad Duden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Ausgangslage der deutschen Rechtschreibung vor der Einheitsregelung, die theoretischen Ansätze zur Reform, die wissenschaftlichen Konferenzen sowie der Einfluss von Dudens Wörterbüchern auf die praktische Umsetzung der neuen Normen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es zu klären, welchen konkreten Beitrag Konrad Duden zur Erlangung einer deutschen Einheitsorthographie geleistet hat und wie er als Person sowie durch seine Werke wirkte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, indem sie zeitgenössische Quellen und wissenschaftliche Sekundärliteratur zur Orthographiegeschichte heranzieht und diese systematisch auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der chaotischen Ausgangslage, die Diskussion der theoretischen Prinzipien (phonetisch vs. historisch), die Analyse der beiden großen Orthographischen Konferenzen und die Bedeutung der Duden-Wörterbücher für die Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen Konrad Duden, Einheitsorthographie, Rechtschreibreform, Phonetisches Prinzip sowie die spezifischen Konferenzen und Publikationen wie der „Schleizer Duden“ und der „Buchdrucker-Duden“.
Warum war der „Schleizer Duden“ so bedeutend für das Gesamtwerk?
Der „Schleizer Duden“ war Dudens erste wichtige Veröffentlichung, die theoretische Prinzipien mit einem praktischen Wortverzeichnis kombinierte und somit als Basis für spätere, allgemeinere Regelwerke fungierte.
Welchen Einfluss hatte der Buchdrucker-Duden auf die Rechtschreibnorm?
Der Buchdrucker-Duden zielte darauf ab, die nach der II. Orthographischen Konferenz verbliebenen graphischen Varianten und Doppelformen zu reduzieren, um eine einheitliche Schreibung in der Druckpraxis verbindlicher zu gestalten.
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- Jule Dorin (Autor:in), 2016, Der Beitrag Konrad Dudens zur Orthographie des Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/334571