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Pädagogische Anerkennungsverhältnisse. Anerkennendes Verhalten von Lehrenden

Titel: Pädagogische Anerkennungsverhältnisse. Anerkennendes Verhalten von Lehrenden

Hausarbeit , 2015 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Pädagogik - Wissenschaftstheorie, Anthropologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Mensch gilt als ein soziales Wesen, das auf eine gesellschaftliche Lebensweise hin angelegt ist und von Geburt an auf Mitmenschen und soziale Beziehungen angewiesen ist. Ohne sozialen Kontakt und liebevolle Beziehungen könnten Menschen nicht existieren, da erst durch Anerkennung bzw. dem Gefühl des Angenommen-Seins ein Verhältnis zu sich und zur Welt entwickelt wird.

Der Begriff der Anerkennung wird im wissenschaftlichen Diskurs als Bestätigung und Stiftung diskutiert und wird in Verbindung mit einem positiven Werturteil gesehen. Anerkennung ist auch im Kontext der Schule bedeutungsvoll und gilt generell als „moralisches Prinzip pädagogischen Handelns wie als moralische Verpflichtung pädagogisch Tätiger.“ Somit ist es auch Aufgabe von Lehrkräften anerkennen ihren Schülerinnen und Schülern entgegenzutreten.

Anhand von Recherche in Fachliteratur und Literaturvergleichen wird versucht diese Fragen zu klären. Zunächst wird versucht den Begriff der Anerkennung näher zu bestimmen und die Untersuchungen von René Spitz genauer darzulegen. Danach wird auf Honneths Anerkennungsdenken näher eingegangen. Dann werden wesentliche Merkmale von pädagogischen Anerkennungsverhältnissen skizziert. Zudem versucht die folgende Seminararbeit pädagogische Anerkennung in der Schule und charakteristische Eigenschaften eines anerkennenden Verhaltens von Lehrenden aufzuzeigen. Um sich dieses in der konkreten Schulsituation vorstellen zu können wird ein Beispiel für die Veranschaulichung aus Prengels Werk „Pädagogische Beziehungen zwischen Anerkennung, Verletzung und Ambivalenz“ (2013, 115) angeführt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anerkennung

2.1 Allgemeine Einführung zum Thema der Anerkennung

2.2 Anerkennung nach Honneth

2.2.1 Anerkennungsform der Liebe

2.2.2 Anerkennungsform des Rechts

2.2.3 Anerkennungsform der Solidarität

3. Pädagogische Anerkennungsverhältnisse

4. Pädagogische Anerkennung in der Schule

4.1 Anerkennendes Verhalten von Lehrenden

4.2 Beispiel für die Gestaltung pädagogischer Beziehungen im Sinne von pädagogischer Anerkennung

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Anerkennung im pädagogischen Kontext und fragt danach, wie Lehrkräfte durch ihr professionelles Verhalten dazu beitragen können, pädagogische Beziehungen im Sinne einer Anerkennung zu gestalten, um die Identitätsentwicklung von Schülerinnen und Schülern zu fördern.

  • Theoretische Grundlagen des Anerkennungsbegriffs nach Axel Honneth
  • Transfer der Anerkennungsformen auf den schulischen Bildungsbereich
  • Bedeutung der Einhaltung von Kinder- und Menschenrechten in der Schule
  • Charakteristika anerkennenden Lehrerverhaltens
  • Praktische Umsetzung von Anerkennung in der pädagogischen Interaktion

Auszug aus dem Buch

4.2 Beispiel für die Gestaltung pädagogischer Beziehungen im Sinne von pädagogischer Anerkennung

Nun folgt ein Beispiel aus Prengels Beitrag (2013, 109), das zeigt, wie ein anerkennendes Verhalten von Lehrenden aussehen kann. Dabei zeigt die Lehrperson Interesse an der Person des Schülers, geht auf seine emotionale Befindlichkeit und seine Bedürfnisse ein und erlaubt ihm Entscheidungsfreiheit. Das Beispiel (Prengel 2013, 109) soll die vorangegangenen Ausführungen zur Gestaltung einer pädagogischen Beziehung im Sinne von pädagogischer Anerkennung konkretisieren:

„Die Schüler arbeiten an ihrer Aufgabe, nur Markus sitzt noch immer untätig an seinem Tisch. Die Lehrerin Frau S. geht auf ihn ein: ‚ Markus was ist los? Möchtest du dir nichts aussuchen? Möchtest du gedrückt werden? [...] Gar nichts?’ Er schüttelt den Kopf. Sie fragt weiter: ‚In die Leseecke?...Was ist heute los mit dir, musst du erst mal ankommen? Dann geh in die Leseecke und ich wünsche dir sehr, dass du heut wieder bessere Laune bekommst. Wir haben heute nämlich noch etwas zu feiern.’“ (Prengel 2013, 109)

In diesem Beispiel wird deutlich, dass die Lehrperson ihren Schüler nicht mit Vorwürfen konfrontiert, da er noch untätig am Tisch sitzt, sondern auf ihn eingeht und sich nach seinem Befinden erkundigt. Zudem bietet sie ihm verschiedene Möglichkeiten, wie sich etwas auszusuchen können oder gedrückt zu werden, an. Das zeigt, dass die Lehrkraft in diesem Beispiel auch offen und flexibel in ihrem Verhaltensrepertoire ist. Schlussendlich ermöglicht sie ihm auch nichts von ihren Vorschlägen anzunehmen und mit dem Wunsch nach besserer Laune zeigt die Lehrperson ihre Freundlichkeit gegenüber dem Schüler.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema Anerkennung als unverzichtbares moralisches Prinzip pädagogischen Handelns und leitet die Forschungsfragen zur Gestaltung anerkennender pädagogischer Beziehungen ab.

2. Anerkennung: Dieses Kapitel expliziert den Begriff der Anerkennung wissenschaftstheoretisch und arbeitet das zentrale Modell von Axel Honneth mit seinen drei Sphären der Interaktion heraus.

3. Pädagogische Anerkennungsverhältnisse: Hier werden die theoretischen Anerkennungsformen von Honneth in den pädagogischen Kontext übersetzt und auf die Beziehung zwischen Lehrkräften und Schutzbefohlenen angewandt.

4. Pädagogische Anerkennung in der Schule: Das Kapitel konkretisiert, wie sich Lehrkräfte durch respektvolles Verhalten, Partizipationsangebote und Flexibilität anerkennend verhalten können, und illustriert dies anhand eines praktischen Beispiels.

5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung, die die Unverzichtbarkeit der Anerkennung für die Identitätsfindung und eine gelungene Selbstbeziehung im schulischen Alltag unterstreicht.

Schlüsselwörter

Anerkennung, Pädagogik, Axel Honneth, Lehrerverhalten, pädagogische Beziehung, Anerkennungsformen, Liebe, Recht, Solidarität, Schülerpartizipation, Identitätsentwicklung, Selbstbeziehung, Kinderrechte, Wertschätzung, soziale Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der pädagogischen Anerkennung und der Frage, welche Bedeutung Anerkennung für die Entwicklung von Schülerinnen und Schülern sowie für das Lehrerhandeln hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind der wissenschaftliche Anerkennungsbegriff, insbesondere nach Axel Honneth, sowie die Übertragung dieser theoretischen Konzepte auf den schulischen Alltag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte klären, was unter pädagogischen Anerkennungsverhältnissen zu verstehen ist und wie Lehrerinnen und Lehrer pädagogische Beziehungen gezielt im Sinne dieser Anerkennung gestalten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und einem Literaturvergleich, um den Begriff der Anerkennung und dessen pädagogische Implikationen systematisch zu bestimmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Honneth, die Herleitung pädagogischer Anerkennungsverhältnisse und die konkrete Ausarbeitung eines anerkennenden Verhaltens von Lehrenden inklusive eines Praxisbeispiels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Anerkennung, pädagogische Beziehung, Selbstbeziehung, Identitätsentwicklung und Partizipation charakterisiert.

Warum bezieht sich die Arbeit besonders auf Axel Honneth?

Honneths Modell der drei Sphären der Anerkennung (Liebe, Recht, Solidarität) gilt als zentrales Bezugssystem, um Anerkennung nicht nur als floskelhafte Wertschätzung, sondern als moralische Notwendigkeit für das Individuum zu begreifen.

Welche Rolle spielen die Kinderrechte im behandelten Kontext?

Kinderrechte dienen als verbindlicher Maßstab für das Handeln der Lehrkraft; ihre Einhaltung ist eine Grundvoraussetzung für die Realisierung pädagogischer Anerkennungsverhältnisse.

Was zeigt das im Buch angeführte Beispiel mit dem Schüler Markus?

Das Beispiel illustriert die Flexibilität und Offenheit einer Lehrkraft, die den Schüler nicht sanktioniert, sondern dessen aktuelle Befindlichkeit ernst nimmt und ihm auf Augenhöhe verschiedene Angebote zur Teilhabe macht.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Pädagogische Anerkennungsverhältnisse. Anerkennendes Verhalten von Lehrenden
Hochschule
Universität Wien  (Bildungswissenschaft)
Veranstaltung
Wissenschaftstheorie und bildungswissenschaftliche Forschungsmethoden - Lernen beobachten: wissenschaftstheoretische Grundfragen zu forschungsmethodischen Zugängen exemplarisch dargestellt am Phänomen Lernen
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V334457
ISBN (eBook)
9783668241268
ISBN (Buch)
9783668241275
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anerkennung Pädagogik pädagogische Anerkennungsverhältnisse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2015, Pädagogische Anerkennungsverhältnisse. Anerkennendes Verhalten von Lehrenden, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/334457
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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