Die Abhandlung befasst sich mit dem System der Europäischen Zentralbanken, den Zielen und Aufgaben der Europäischen Zentralbank sowie den Grundsätzen der europäischen Geldpolitik. Die Instrumentarien der Mindestreservepolitik, der Offenmarktgeschäfte und der ständigen Fazilitäten werden dargestellt. Abschließend wird aud das Vergabeverfahren, die Geschäftspartner der Europäischen Zentralbank sowie auf die zu stellenden Sicherheiten eingegangen. Eine Schlussbetrachtung rundet das Werk ab.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
I. Das Europäische System der Zentralbanken
II. Ziele und Aufgaben der Europäischen Zentralbank
III. Grundsätze der europäischen Geldpolitik
B. Mindestreservepolitik
I. Allgemeines
II. Rechtliche Grundlagen und Funktionen
III. Reservepflichtige Institute
IV. Mindestreserveberechnung und Haltungsort
V. Verzinsung
VI. Sanktionen
C. Offenmarktgeschäfte
I. Befristete Transaktionen
1. Hauptrefinanzierungsinstrument
2. Längerfristige Refinanzierungsgeschäfte
3. Strukturelle Operationen
4. Feinsteuerungsoperationen
II. Definitive Käufe und Verkäufe
III. Emission von Schuldverschreibungen
IV. Devisenswapgeschäfte
V. Hereinnahme von Termineinlagen
D. Ständige Fazilitäten
I. Spitzenrefinanzierungsfazilität
II. Einlagefazilität
E. Vergabeverfahren
I. Mengentender
II. Zinstender
III. Bilaterale Geschäfte
F. Geschäftspartner
G. Sicherheiten
H. Schlußbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das geldpolitische Instrumentarium der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rahmen der Wirtschafts- und Währungsunion. Ziel ist es, die Funktionsweise der verschiedenen geldpolitischen Steuerungsmöglichkeiten im Vergleich zur früheren Praxis der Deutschen Bundesbank darzustellen und deren Effektivität zu bewerten.
- Struktur und Aufgaben des Europäischen Systems der Zentralbanken
- Einsatz und Wirkungsweise der Mindestreservepolitik
- Klassifizierung und Anwendung von Offenmarktgeschäften
- Funktionen der ständigen Fazilitäten zur Zinssteuerung
- Vergabeverfahren, Zulassungskriterien für Geschäftspartner und Besicherung von Transaktionen
Auszug aus dem Buch
I. Das Europäische System der Zentralbanken
Das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) setzt sich aus der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt am Main und den 15 nationalen Zentralbanken der EU-Staaten zusammen. Die 11 Mitgliedsstaaten der EU, die den Euro einführten, haben ihre geldpolitische Souveränität dem ESZB übertragen, wobei die vier Zentralbanken der nicht zum Euro-Raum zählenden Länder nur beratend am Entscheidungsprozeß teilnehmen. Mit dem Eintritt der dritten Stufe der Europäischen Währungsunion am 1.1.1999 hat das ESZB die Verantwortung für die einheitliche Geldpolitik übernommen.
Das ESZB ist in Art. 8, 105-124 EG-Vertrag, sowie in der Satzung des ESZB geregelt. Unabhängig ist die EZB in dreifacher Weise (vgl. auch Art. 7 ESZB-Satzung): Es dürfen nur unabhängige nationale Zentralbanken am ESZB teilnehmen (Institutionelle Unabhängigkeit). Durch lange Amtszeiten der Führungsspitze, teilweise ohne die Möglichkeit einer Wiederwahl, soll personelle Unabhängigkeit gewährleistet werden. Die operative Unabhängigkeit stellt schließlich sicher, daß die EZB die geldpolitischen Instrumente frei wählen kann.
Beschlüsse trifft das ESZB durch den EZB-Rat und das EZB-Direktorium (vgl. Art. 12 ESZB-Satzung). Das Direktorium besteht aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der EZB, sowie vier weiteren Mitgliedern und setzt die geldpolitischen Beschlüsse durch Weisungen an die nationalen Zentralbanken um. Der Rat setzt sich aus den Direktoriumsmitgliedern und den Präsidenten der nationalen Notenbanken zusammen. Von ihm wird die Geldpolitik und die geldpolitische Strategie festgelegt.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Beschreibt die organisatorische Struktur des ESZB, seine institutionelle Unabhängigkeit und die Rolle der Entscheidungsgremien.
B. Mindestreservepolitik: Erläutert die rechtlichen Grundlagen, die Berechnungsmethoden sowie die Verzinsung und Sanktionen bei Verstößen.
C. Offenmarktgeschäfte: Detailliert die verschiedenen Instrumente wie befristete Transaktionen, definitive Käufe/Verkäufe sowie Emissionen und deren Bedeutung als Hauptinstrument.
D. Ständige Fazilitäten: Analysiert Spitzenrefinanzierungs- und Einlagefazilitäten als Instrumente zur Zinssteuerung und Liquiditätsanpassung.
E. Vergabeverfahren: Beschreibt die Abläufe von Tenderverfahren wie Mengen- und Zinstender sowie den Einsatz bilateraler Geschäfte.
F. Geschäftspartner: Definiert die notwendigen Kriterien, die Kreditinstitute erfüllen müssen, um als Partner der EZB zugelassen zu werden.
G. Sicherheiten: Erläutert die Anforderungen an refinanzierungsfähige Sicherheiten zur Absicherung der Geldpolitik gegen Ausfallrisiken.
H. Schlußbetrachtung: Führt aus, dass das Instrumentarium der EZB stark auf der deutschen Tradition basiert und gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Geldpolitik bietet.
Schlüsselwörter
Europäische Zentralbank, EZB, ESZB, Geldpolitik, Mindestreserve, Offenmarktgeschäfte, Zinssteuerung, Refinanzierung, Ständige Fazilitäten, Liquidität, Tenderverfahren, Währungsunion, Preisstabilität, Bankensystem, Euro
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die geldpolitischen Instrumente, die der Europäischen Zentralbank zur Steuerung der Liquidität und Zinsen im Euro-Raum zur Verfügung stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die Mindestreservepolitik, die verschiedenen Arten der Offenmarktgeschäfte, die ständigen Fazilitäten sowie die Vergabeverfahren und Anforderungen an Geschäftspartner.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung und Analyse der Funktionsweise des geldpolitischen Instrumentariums des ESZB im Vergleich zu den Erfahrungen der Deutschen Bundesbank.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie einer systematischen Auswertung der geldpolitischen Instrumente unter Berücksichtigung einschlägiger Rechtsgrundlagen wie dem EG-Vertrag und der ESZB-Satzung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Mindestreserve, Offenmarktgeschäfte, ständige Fazilitäten, Vergabeprozesse und die regulatorischen Anforderungen an Geschäftspartner und Sicherheiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Europäische Zentralbank, Geldpolitik, Mindestreserve, Offenmarktgeschäfte, Liquiditätssteuerung und Preisstabilität.
Warum ist die Verzinsung der Mindestreserven für die EZB relevant?
Die Verzinsung wurde eingeführt, um Wettbewerbsnachteile der Kreditinstitute zu vermeiden, da das System der unverzinslichen Reserve bei der früheren Deutschen Bundesbank unter diesem Aspekt häufig kritisiert wurde.
Wie unterscheiden sich Mengentender und Zinstender in der Praxis?
Beim Mengentender legt die EZB den Zinssatz vorab fest, während beim Zinstender die Geschäftsbanken den Zinssatz innerhalb eines Rahmens selbst bestimmen, wodurch der Bedarf des Marktes transparenter wird.
- Arbeit zitieren
- Carsten Zinner (Autor:in), 2001, Die Währungspolitik der Europäischen Zentralbank, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/3343