Der vorliegende Bericht beschreibt die Tätigkeiten während eines mehrwöchigen Praktikums in einem Kreisjugendamt.
Anhand einer signifikanten Situation wird das professionelle Handeln der Sozialarbeiterin (FH) beziehungsweise Praktikumsanleiterin beschrieben und analysiert. Darüber hinaus wird ebenfalls ein Beispielfall von möglicher Sozialphobie besprochen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Wahl der Praktikumsstelle
1.2 Überlegungen vor Praktikumsbeginn
2. Rahmenbedingungen der Praktikumsstelle
2.1 Kreisverwaltung X
2.2 Das Kreisjugendamt
2.3 Der Allgemeine Soziale Dienst
3. Praktikumstagebuch
3.1 Einblicke in meine Tätigkeit
3.2 Hausbesuche
4. Reflexion der signifikanten Situation
4.1 Die Beschreibung der Situation
4.2 Eine Analyse der eingesetzten Praktiken
4.3 Professionelle Praktiken und theoretische Überlegungen im Verhältnis
5. Bewertung des Praktikums
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient der Reflexion eines vierwöchigen Pflichtpraktikums im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) des Jugendamtes der Stadt X, wobei insbesondere die Kommunikation zwischen Behörde und Klienten sowie die praktische Anwendung theoretischer Modelle im Vordergrund stehen.
- Strukturen und Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe
- Methoden der empirischen Sozialforschung (Interviews, teilnehmende Beobachtung)
- Reflexion eines konkreten Hausbesuches und der familiären Situation
- Verhältnis zwischen professionellem Handeln und theoretischen Fachkonzepten
- Berufliche Anforderungen an Sozialarbeiter im ASD
Auszug aus dem Buch
4.2 Eine Analyse der eingesetzten Praktiken
Beim Gespräch war Frau C. in der Formulierung ihrer Fragen sehr vorausschauend und vorsichtig, um die Beteiligten nicht durch eine unsensible Äußerung zu kränken oder zu verunsichern. Sie benutzte verschiedene Methoden der Gesprächsführung, unter anderem die des Interviews, in welchem sie sowohl der Mutter als auch der Tochter die Möglichkeit gab, eigene Einschätzungen bezüglich der Situation zu schildern und frei über Erlebnisse und Gefühle zu berichten. Außerdem sprach sie mit sehr ruhiger Stimme auf die Beteiligten ein, um die Kindesmutter nicht zu verängstigen. Mit Hilfe der teilnehmenden Beobachtung und der Interview-Methode konnte Frau C. die Familie genauer einschätzen und viele Informationen über die herrschenden Umstände zusammentragen.
Sie beobachtete zum Beispiel aufmerksam, ob Mutter und Tochter sich gleichermaßen am Gespräch beteiligten und ob sie auf bestimmte Fragen unterschiedlich reagierten. Es fiel dabei auf, dass die Kindesmutter besonders detailliert über ihre Angstzustände referierte. Im Gespräch berichtete sie beispielsweise über den fehlenden Mut, einkaufen zu gehen oder über die Furcht, einen an sie adressierten Brief zu öffnen. Nach Aussage der Kindesmutter seien sogar kurze Spaziergänge belastend, da sie sich ständig beobachtet fühle und Angst habe, auf offener Straße angegriffen zu werden. Sie äußerte zudem, von Männern verfolgt zu werden und bekräftigte, diese würden vor dem Haus der Familie auf sie auflauern. Die beschriebenen Zustände würden, so die Kindesmutter, schon seit Jahren anhalten, hätten sich aber seit einem Monat so verschärft, dass sie nur ungern das Haus verlasse.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin erläutert ihre Motivation für das Praktikum im Jugendamt und steckt den inhaltlichen Rahmen sowie die methodische Herangehensweise des Berichts ab.
2. Rahmenbedingungen der Praktikumsstelle: Dieses Kapitel beschreibt die organisatorische Einbettung des Kreisjugendamtes in die Kreisverwaltung X sowie die gesetzlichen Grundlagen und Aufgabenbereiche, insbesondere des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD).
3. Praktikumstagebuch: Hier werden die täglichen Aufgaben der Praktikantin, wie die Arbeit mit der Datenbank „ProSoz“ und die Teilnahme an Teamsitzungen, sowie die methodische Bedeutung von Hausbesuchen dargestellt.
4. Reflexion der signifikanten Situation: Anhand eines Fallbeispiels wird eine konkrete Intervention analysiert, wobei die praktizierte Gesprächsführung in den Kontext theoretischer Prozessmodelle der Sozialen Arbeit gestellt wird.
5. Bewertung des Praktikums: Die Autorin zieht ein persönliches Resümee über die gewonnenen Erfahrungen, die psychische Belastung im Arbeitsalltag des ASD und den Erkenntnisgewinn für ihr Studium.
Schlüsselwörter
Allgemeiner Sozialer Dienst, ASD, Kinder- und Jugendhilfe, Praktikumsbericht, Sozialpädagogik, Fallreflexion, Gesprächsführung, Hausbesuche, Kindeswohlgefährdung, SGB VIII, Jugendhilferecht, Sozialarbeit, Theorie-Praxis-Transfer, Empirische Methoden, Professionelles Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Praktikumsbericht?
Der Bericht dokumentiert und reflektiert ein vierwöchiges Pflichtpraktikum im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) des Jugendamtes der Stadt X aus der Perspektive einer Studentin der Erziehungswissenschaften.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben der Struktur des Jugendamtes und den rechtlichen Grundlagen des SGB VIII stehen die Kommunikation mit Klienten, die Analyse von Hausbesuchen und die Reflexion über die eigene professionelle Haltung im Mittelpunkt.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Autorin untersucht, wie die Kommunikation zwischen dem Jugendamt und den Klienten gestaltet wird und inwiefern sich theoretische Ansätze der sozialen Arbeit in der praktischen Interaktion mit Familien widerspiegeln.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Zur Datengewinnung und Analyse nutzt die Autorin Methoden der qualitativen Forschung, konkret das Interview zur Gesprächsführung und die teilnehmende Beobachtung.
Was wird im Hauptteil des Berichts behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Rahmenbedingungen des Amtes, eine Beschreibung der täglichen Arbeitspraxis sowie eine detaillierte Fallreflexion eines Hausbesuches bei einer Familie mit komplexen Problemlagen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sozialer Dienst, Kindeswohlgefährdung, Gesprächsführung, SGB VIII, Theorie-Praxis-Transfer und erzieherische Hilfen beschreiben.
Wie unterscheidet sich die Arbeit einer universitären Praktikantin von der der festangestellten Fachkräfte?
Die Autorin stellt fest, dass ihre Rolle als Praktikantin primär auf Beobachtung und Protokollierung ausgelegt ist, während sie gleichzeitig wahrnimmt, dass das Jugendamt oft Sozialpädagogen mit Fachhochschulabschluss bevorzugt, was zu Diskussionen über die berufliche Ausrichtung ihres Studiums führte.
Welche Rolle spielt das „Jugendhilferechtliche Dreiecksverhältnis“ in der Arbeit?
Das Konzept beschreibt die wechselseitige Beziehung zwischen dem Leistungsberechtigten (Klient), dem Hilfeleistenden (freier Träger) und der Behörde (Jugendamt), die durch vertragliche Vereinbarungen geregelt ist und für das professionelle Handeln eine zentrale Rolle spielt.
- Arbeit zitieren
- Sabrina Puetz (Autor:in), 2013, Allgemeiner Sozialer Dienst im Kreisjugendamt. Aufgaben, Anforderungen und Eindrücke, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/334037