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Der "Arme Heinrich", das Verständnis des Aussatzes und die Frage der Schuld bei Hartmann von Aue

Titel: Der "Arme Heinrich", das Verständnis des Aussatzes und die Frage der Schuld bei Hartmann von Aue

Seminararbeit , 2004 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sebastian Kreft (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der „Arme Heinrich“ gehört zu jenen Dichtwerken der erzählenden, mittelalterlichen Literatur, in denen der Einbruch einer Krankheit in das Leben eines Menschen thematisiert wird. Wie der scheinbar Unschuldige aus dem Alltag des Lebens gerissen wird, und wie die mit der Krankheit verbundene Angst vor dem Tod den Charakter verwandelt. In der mittelalterlichen Literatur sind unheilbare und lebensbedrohliche Krankheiten ein weit verbreitetes Motiv. Der Aussatz nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Er galt zu damaliger Zeit als das furchtbarste Los, das einen Menschen treffen konnte. Der von ihm Befallene war ausgestoßen aus der Gemeinschaft der Lebenden, der körperliche Zerfall wurde aufgefasst als Zeichen der seelischen Vergiftung, mit dem Gott den Bösen strafte. Die Schuld galt als erwiesen.

Das Besondere dieses Werkes ist, dass Hartmann seinen Protagonisten als Idealtypus eines ritterlich-höfischen Menschen einführt, bei dem auf den ersten Blick keinerlei Sündhaftigkeit zu erkenne n ist. Dennoch wird er inmitten des Glanzes seiner Vollkommenheit vom Aussatz befallen und ist damit aus der Welt ausgesetzt. So stellt sich bereits zu Beginn der Erzählung die Frage nach der Ursache für dieses einschneidende Ereignis. Hartmann lässt außer Frage, dass die Krankheit von Gott gesandt ist, doch worin dessen Motivation besteht, Heinrich mit einer solch schweren Krankheit zu belegen, ist ein mannigfach in der Forschung diskutiertes Problem. Wie soll der furchtbare Schicksalsschlag, der die weitere Handlung im „Armen Heinrich“ auslöst, gedeutet werden? Im Zusammenhang mit der innerhalb der Erzählung erwähnten Figur Hiobs, lässt sich Heinrichs Aussatz als göttliche Prüfung verstehen. Andererseits legt das vorangehende biblische Absalombild und dessen literarischer und exegetischer Gebrauch es zunächst nahe, den plötzlichen Sturz vom Glanz des Lebens in die Tiefe als Strafe Gottes zu interpretieren.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Suche nach dem Verständnis des Aussatzes im Hinblick auf folgende Fragen: Lässt sich die Krankheit eindeutig als göttliche Prüfung oder Strafe Gottes erklären? Inwiefern trägt Heinrich Schuld an seiner Erkrankung am Aussatz? Trifft Heinrich anhand der Erzählung überhaupt eine Schuld? Bevor ich mich näher mit der Auslegung der Krankheit und dem Problem der Schuld auseinandersetze, befasse ich mich zu Beginn mit dem Motiv des Aussatzes in der mittelalterlichen Literatur.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der „Arme Heinrich“ und das Verständnis des Aussatzes und die Frage der Schuld bei Hartmann von Aue

2. 1 Das Motiv des Aussatzes in der mittelalterlichen Literatur

2. 2 Der Begriff der Schuld nach christlichem Gedankengut

2. 3 Das Verständnis des Aussatzes

2. 4 Der Gehalt der Schuld innerhalb der Erzählung

3. Schlussbetrachtung

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk „Der Arme Heinrich“ von Hartmann von Aue mit dem Ziel, das Verständnis von Krankheit – speziell des Aussatzes – und die damit verknüpfte Schuldfrage im Kontext mittelalterlicher christlicher Theologie zu erörtern. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob der Aussatz als göttliche Prüfung oder als Strafe für die Sünde der Superbia (Hochmut) zu deuten ist.

  • Analyse des Motivs des Aussatzes in der mittelalterlichen Literatur
  • Erarbeitung des christlichen Schuldbegriffs als interpretativer Rahmen
  • Gegenüberstellung von Krankheit als göttlicher Prüfung (Hiob-Motiv) und Strafe (Absalom-Gleichnis)
  • Untersuchung von Heinrichs Selbsterkenntnis und seiner inneren Wandlung

Auszug aus dem Buch

2. 2 Der Begriff der Schuld nach christlichem Gedankengut

Der Begriff der „Schuld“ kann in der Verwendung unterschiedlich gebraucht werden. Zum einen als Bedeutung für das Geschuldete im Sinne der noch ausstehenden, zu vollbringenden Leistung. Zum anderen für das Verschuldete im Zusammenhang mit der Nichterfüllung einer Obligation. Schuld liegt demnach in der Schulderfahrung des einzelnen und im Schuldigwerden gegenüber der Gesellschaft.

Die christliche Vorstellung von Schuld unterliegt dem folgenden Verständnis: „Schuld hat selber ihre letzte Radikalität darin, dass sie im Angesicht eines liebenden, sich selbst mitteilenden Gottes geschieht, und nur dort, wo der Mensch das weiß und diese Wahrheit als seine zulässt, kann er auch die Schuld in ihrer Tiefe verstehen.“

Nach dem Glauben der Christen sind die Richtlinien für Schuld die zehn Gebote. Von ihnen hängt es ab, was der Mensch tun soll und worin seine Schuld besteht. Aus dieser Erkenntnis wird Schuld im christlichen Verständnis stets mit Sünde in Zusammenhang gebracht. Sittliche Schuld und theologische Sünde sind zwar zu unterscheiden, können aber nicht voneinander getrennt werden. Sie unterscheiden sich dadurch voneinander, dass bei der Rede von der Sünde die theologische Dimension der sittlichen Schuld ausdrücklich mitberücksichtigt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Krankheit im „Armen Heinrich“ ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Ursache von Heinrichs Aussatz sowie seiner individuellen Schuld.

2. Der „Arme Heinrich“ und das Verständnis des Aussatzes und die Frage der Schuld bei Hartmann von Aue: Das Hauptkapitel beleuchtet die literarischen Traditionen des Aussatzmotivs, definiert den christlichen Schuldbegriff und analysiert die Ambivalenz von Krankheit als Prüfung oder Strafe Gottes.

2. 1 Das Motiv des Aussatzes in der mittelalterlichen Literatur: Dieses Kapitel ordnet den „Armen Heinrich“ in die mittelalterliche Erzähltradition ein, indem es ihn als Mischtypus zwischen Heils- und Erlösungsgeschichte identifiziert.

2. 2 Der Begriff der Schuld nach christlichem Gedankengut: Hier wird der theoretische Rahmen der Schuld als Sünde und Abwendung von Gott dargelegt, um das spätere Verhalten des Protagonisten besser einordnen zu können.

2. 3 Das Verständnis des Aussatzes: Der Autor untersucht hier die Anbindung Heinrichs an biblische Vorbilder wie Hiob und Absalom und hinterfragt die Deutung der Krankheit als göttliches Handeln.

2. 4 Der Gehalt der Schuld innerhalb der Erzählung: Dieses Kapitel fokussiert auf die Selbsterkenntnis Heinrichs und diskutiert die moralische Verantwortung des Helden bezüglich seiner Fixierung auf weltliche Freuden.

3. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass Heinrichs Krankheit eine ambivalente Bedeutung trägt und er sich letztlich durch seinen Hochmut (Superbia) gegenüber Gott schuldig gemacht hat.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Untersuchung herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Armer Heinrich, Hartmann von Aue, Mittelalterliche Literatur, Aussatz, Schuld, Sünde, Superbia, Gottes Gnade, Hiob, Absalom, christliche Ethik, Krankheit, Erlösung, ritterliche Tugend, göttliche Prüfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Hartmann von Aues Dichtung „Der Arme Heinrich“ unter dem speziellen Aspekt der Krankheit des Protagonisten und untersucht, wie das mittelalterliche Verständnis von Schuld und Sündhaftigkeit darin verarbeitet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das literarische Motiv des Aussatzes im Mittelalter, der christliche Schuldbegriff, die göttliche Prüfung (Theodizee) sowie der Hochmut (Superbia) des ritterlichen Helden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Krankheit Heinrichs eindeutig als Strafe Gottes oder als göttliche Prüfung zu interpretieren ist und inwiefern der Protagonist eine persönliche Schuld an seinem Schicksal trägt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine textimmanente Interpretation in Verbindung mit einer kontextuellen Analyse, wobei er auf theologisch geprägte Forschungsliteratur und zeitgenössische Begriffsdefinitionen zurückgreift.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Motiv des Aussatzes in verschiedenen Erzählmodellen des Mittelalters beleuchtet, der Begriff der christlichen Schuld definiert und die Verknüpfung von Heinrichs Schicksal mit biblischen Exempeln wie Hiob und Absalom diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen „Armer Heinrich“, „Aussatz“, „Schuld“, „Superbia“, „Gnade Gottes“ sowie „mittelalterliche Literatur“.

Wie bewertet der Autor den Vergleich zwischen Heinrich und der biblischen Figur Hiob?

Der Autor sieht in der Verbindung zu Hiob ein starkes Indiz für die Interpretation der Krankheit als göttliche Prüfung, die den Protagonisten zu einer tieferen Erkenntnis über die Allmacht Gottes führen soll.

Welche Rolle spielt der Begriff „Superbia“ in der Schlussfolgerung des Autors?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Heinrich sich der Superbia (Hochmut) schuldig macht, da er sein Leben und seine irdischen Güter nicht als Geschenk der Gnade Gottes begriff, sondern als selbstverständlich betrachtete und somit den Bezug zum göttlichen Absolutum verlor.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der "Arme Heinrich", das Verständnis des Aussatzes und die Frage der Schuld bei Hartmann von Aue
Hochschule
Technische Universität Berlin
Veranstaltung
PS: 'Textinterpretation: Allegorie und Melancholie in der Literatur des Mittelalters und der frühen Neuzeit'
Note
1,3
Autor
Sebastian Kreft (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
13
Katalognummer
V33190
ISBN (eBook)
9783638337267
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arme Heinrich Verständnis Aussatzes Frage Schuld Hartmann Allegorie Melancholie Literatur Mittelalters Neuzeit“
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Kreft (Autor:in), 2004, Der "Arme Heinrich", das Verständnis des Aussatzes und die Frage der Schuld bei Hartmann von Aue, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/33190
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Leseprobe aus  13  Seiten
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