„Ich fürchte nur die Juden und die Chinesen, die Juden aber noch mehr als die Chinesen.‟ Dieses Zitat von der weltberühmten Modeikone Coco Chanel hat mich sehr bewegt, da es im Widerspruch zu meiner bisherigen Vorstellung vom Wirken Chanels steht. Da ich mich sehr für Mode und deren Designer interessiere, wollte ich verstehen, was die Schöpferin der legendären Tweed- und Jersey-Kostüme, des „kleinen Schwarzen‟ und des Parfüms Chanel No.5 zu diesem Ausspruch bewogen hat.
Bei meiner Recherche bin ich auf die Verstrickungen von Chanel in die Enteignungsversuche von Juden während der deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieges gestoßen. Anhand Chanels Aktivitäten setze ich mich in dieser Facharbeit mit dem Thema der Konfiskation jüdischer Besitztümer im Dritten Reich auseinander. Mit dieser Arbeit stelle ich die Vorteile dar, welche Chanel durch ihre antisemitische Haltung und ihre Kontakte zu hochrangigen Nazigrößen nutzen konnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Konfiskation jüdischer Besitztümer im Dritten Reich
2.1 Begriffserklärung
2.2 Historische Einordnung des Geschehens
2.3 Beispiele der Enteignung jüdischen Besitzes
3. Die Rolle Coco Chanels in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
3.1 Ihr Aufstieg zur obersten Gesellschaftsschicht bis zur Machtergreifung Hitlers 1933
3.2 Chanels Wirken während des Dritten Reiches
3.2.1 Verbindungen zu den Nationalsozialisten nach deren Machtergreifung 1933
3.2.2 Chanels Vorteile aus der Kollaboration mit dem Nazi-Regime
3.3 Flucht vor der Verantwortung nach dem Zusammenbruch
4. Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Verstrickungen der Modeikone Coco Chanel in die nationalsozialistische Arisierungspolitik während des Zweiten Weltkriegs. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Chanel ihre antisemitische Haltung und ihre Netzwerke zu NS-Funktionären nutzte, um ihr Machtimperium zu sichern und persönliche Vorteile aus der Verfolgung der jüdischen Familie Wertheimer zu ziehen.
- Die Konfiskation jüdischer Besitztümer im "Dritten Reich"
- Der Aufstieg Coco Chanels in die gesellschaftliche Elite
- Die Kollaboration mit dem Nazi-Regime zu geschäftlichen Zwecken
- Die Rolle von Netzwerken bei der Flucht vor der persönlichen Verantwortung
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Chanels Vorteile aus der Kollaboration mit dem Nazi-Regime
Primär nutzte Chanel ihre Verbindungen zu den Schergen des NS-Regimes, um ihren eigenen Besitz zu sichern. Über ihre Beziehungen konnte sie sich nahezu frei in Frankreich zwischen der besetzten und unbesetzten Zone bewegen. Gleichzeitig musste sie nichts entbehren - mit ihrem Leben im Hotel Ritz sicherte sie sich trotz der in Paris herrschenden Knappheit an Lebensmitteln ihren gewohnten Lebensstandard.
Coco Chanel verfolgte durch ihre Kollaboration mit den Nazis allerdings auch weiterführende Ziele. Zum einen wollte sie ihren nach dem Einmarsch der Deutschen in Frankreich in deutsche Kriegsgefangenschaft geratenen erkrankten Neffen Andre Pallasse befreien. Zum anderen kämpfte sie noch immer darum, ihr an die jüdische Familie Wertheimer verkauftes Parfümunternehmen mit dem „Zugpferd“ Chanel No. 5 zurück zu gewinnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt ihre Motivation dar, die Widersprüche zwischen dem Wirken Chanels und ihrer antisemitischen Haltung durch die Recherche ihrer Verstrickungen in die Arisierung zu ergründen.
2. Die Konfiskation jüdischer Besitztümer im Dritten Reich: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Konfiskation, Antisemitismus und Arisierung und erläutert den historischen Kontext der systematischen Enteignung und Ausgrenzung jüdischer Mitbürger.
3. Die Rolle Coco Chanels in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Dieser Hauptteil analysiert Chanels gesellschaftlichen Aufstieg, ihre politische Vernetzung, ihre Aktivitäten als Agentin während des Krieges und ihre Versuche, die Arisierung zu ihrem wirtschaftlichen Vorteil zu instrumentalisieren.
4. Schlussfolgerungen: Die Autorin reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und zieht Parallelen zum heutigen Antisemitismus, wobei sie Chanels Handeln als erschreckendes Beispiel opportunistischer Machtausübung bewertet.
Schlüsselwörter
Coco Chanel, Arisierung, Nationalsozialismus, Drittes Reich, Konfiskation, Antisemitismus, Kollaboration, Familie Wertheimer, Chanel No. 5, Machtimperium, Geschichte, Hotel Ritz, Agententätigkeit, Widerstand, Zeitgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Facharbeit beleuchtet die Rolle der berühmten Modeschöpferin Coco Chanel während der NS-Zeit und ihre Verflechtung in die Arisierung jüdischen Eigentums.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die historischen Hintergründe der Arisierung, die Biografie von Chanel, ihre politische Netzwerkarbeit im Dritten Reich und die juristische Aufarbeitung nach 1945.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist der Nachweis, dass Chanel ihre persönlichen Kontakte zum NS-Regime gezielt nutzte, um ihr geschäftliches Imperium zu erhalten und auszubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literatur- und Quellenanalyse, die durch die Auswertung biografischer Werke und zeitgeschichtlicher Dokumente gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufstiegsphase Chanels, ihre Aktivitäten als Agentin während der deutschen Besatzungszeit und ihre Bemühungen, der strafrechtlichen Verantwortung nach Kriegsende zu entgehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben Coco Chanel sind Begriffe wie Arisierung, Kollaboration, Antisemitismus und das Konfiszieren jüdischen Besitzes entscheidend für das Verständnis der Untersuchung.
Warum war der Kontakt zu den Wertheimers für Chanel so belastend?
Chanel sah im Erfolg ihres Parfüms Chanel No. 5 einen persönlichen wirtschaftlichen Erfolg und empfand den 1924 mit der jüdischen Familie Wertheimer geschlossenen Vertrag als ungerecht, was sie zu Arisierungsversuchen motivierte.
Wie gelang es Chanel, sich der Strafe für Kollaboration zu entziehen?
Chanel nutzte ihre einflussreichen internationalen Kontakte, unter anderem zu Winston Churchill, und profitierte davon, dass viele kompromittierende Akten nach dem Krieg verschwanden oder unter Verschluss gehalten wurden.
Welche Rolle spielte der "Schutzgürtel" in Paris?
Durch die kostenlose Verteilung ihres Parfüms an amerikanische Soldaten kurz nach der Befreiung von Paris schuf sich Chanel eine Art Image-Schutz, der sie vor sofortigen Repressalien schützte.
- Arbeit zitieren
- Marie-Isabell Rust (Autor:in), 2015, Die Konfiskation jüdischer Besitztümer im Dritten Reich. Wie Coco Chanel von der Arisierung profitierte, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/324174