Das Thema meiner Hausarbeit ist die Behandlung der schwarzafrikanischen Sklaven während der Überfahrt über den Atlantik vom 16. bis 18. Jahrhundert. Da sowohl Unternehmen als auch Piraten mit Sklaven handelten, möchte ich im folgenden daher den Vergleich zwischen dem Leben auf den Sklavenhandelsschiffen und dem Leben an Bord von Piratenschiffen ziehen. Es ist erforderlich, eingangs auf die Sklaverei und den Sklavenhandel sowie auf die Gründe und die Durchführung des Sklavenhandels einzugehen.
Obwohl die Sklaverei und der Sklavenhandel recht gut erforscht sind, fällt doch auf, dass die Beschäftigung der Historiker mit diesem Thema erst nach den 1960er Jahren, speziell in den USA, einen Boom erfuhr. Ein Grund hierfür liegt in dem Fehlen von Dokumenten – auf dem schwarzafrikanischen Kontinent lag der Hauptschwerpunkt in der mündlichen Überlieferung. Ein anderer Grund ist in der eigenen Vergangenheit der europäischen Länder und der USA, die zum Großteil selbst Kolonien hatten und damit aktiv an der Sklaverei beteiligt waren, zu sehen. Es war also eher das fehlende Interesse, das eine frühere Erforschung der Sklaverei behinderte. Die Literatur ist daher relativ aktuell, überwiegend anglosächsisch publiziert. Deutschsprachige Literatur zu diesem Thema ist selten, einer der Historiker ist Albert Wirtz. Die benutzten Quellenausgaben sind unterschiedlicher Art. Während Olaudah Equiano eine Biographie aus der Sicht eines Sklaven publizierte, besteht Bodo von Borries "Kolonialgeschichte und Weltwirtschaftssystem" aus einer Sammlung von Briefen und Augenzeugenberichten. Daniel Defoes "A General History of the Pyrates" besteht ebenfalls aus einer Sammlung von Briefen, gepaart mit Berichten über die einzelnen Piraten. Es gibt eine Kontroverse, ob der Autor des Buches tatsächlich Daniel Defoe ist, da die Herkunft des Autors Capitän Charles Johnson nicht geklärt ist.
Nachdem die Schwarzafrikaner zu Sklaven wurden, erfolgte deren Transport in die Neue Welt. Hier liegt der thematische Schwerpunkt dieser Hausarbeit. Die Zustände an Bord der Sklavenhandelsschiffe waren katastrophal für die Sklaven. Und doch wurde seitens der Sklavenhändler versucht, das Notwendigste zu tun, um die Sklaven lebend und einigermaßen gesund zum Bestimmungsort zu bringen, da sie für jeden angekommenen Sklaven Geld bekamen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schwarzafrikanische Sklaven und der Sklavenhandel
3. Die Behandlung der schwarzafrikanischen Sklaven im transatlantischen Sklavenhandel vom 16.-18. Jahrhundert
3.1 Die Situation auf den Sklavenhandelsschiffen
3.2 Die Situation auf den Piratenschiffen
Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen der schwarzafrikanischen Sklaven während des transatlantischen Sklavenhandels vom 16. bis 18. Jahrhundert, wobei ein besonderer Fokus auf dem Vergleich zwischen den Lebensumständen auf Sklavenhandelsschiffen und Piratenschiffen liegt, um die Rolle der Sklaven in diesen Kontexten kritisch zu beleuchten.
- Historische Grundlagen des Sklavenhandels und die Rolle afrikanischer sowie europäischer Akteure.
- Katastrophale Lebensbedingungen der Sklaven während der sogenannten Mittelpassage.
- Die unterschiedliche Behandlung und Integration von Sklaven auf Piratenschiffen im Vergleich zu Handelsschiffen.
- Die Auswirkungen der Piraterie auf den Sklavenhandel in der Frühen Neuzeit.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Situation auf den Sklavenhandelsschiffen
Sklavenschiffe waren durch Ausstattung mit Fesseln und Zwischendecks eigens für die Menschentransporte ausgerüstet. Erstaunlicherweise bezeugen Dokumente, dass englische Sklavenhandelsschiffe des 18. Jahrhunderts, die etwas kleiner waren, mehr Sklaven transportieren konnten als die größeren; diese Feststellung von Herbert S. Klein bezieht sich auf die Bruttoregistertonnen der Schiffe. Vergleicht man die Sklavenschiffe mit anderen Schiffen der Zeit, auf denen sich z.B. Emigranten befanden, so ist festzustellen, dass die Mortalitätsrate letzterer mindestens genau so hoch war. Bei der Sterblichkeitsrate gab es kaum Unterschiede zwischen den Handelsnationen, da sie die Sklaven alle in etwa gleich behandelten, wohl aber bei den Ablegerhäfen bedingt durch Malaria, Gelbfieber, politische und ökologische Krisen.
Die Kapitäne bekamen von den Reedern Anweisungen, wie ein Schreiben vom 18.07.1803 der Firma Leyland & Co an Kapitän Caesar Lawson von dem Vollschiff Enterprize zeigt: "Dieses Schiff ist gesetzlich für 400 Neger zugelassen, und wir ersuchen Sie, nach Möglichkeit nur männliche einzunehmen, auf jeden Fall jedoch weibliche so wenig Sie können zu kaufen. Denn wir erwägen, Ihre Ladung auf einem spanischen Markte zu veräußern, wo weibliche Sklaven schwer abzusetzen sind [...] Während die Sklaven an Bord sind, erlauben Sie ihnen jede Vergünstigung, die sich mit ihrer eigenen Sicherheit vereinbaren lässt." 1684 wurde in Portugal ein Gesetz erlassen, das die Höchstmenge von zu transportierenden Sklaven/Tonne und eine Mindestmenge an Wasser und Nahrung vorgab.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Behandlung schwarzafrikanischer Sklaven ein und begründet den Vergleich zwischen Sklavenhandelsschiffen und Piratenschiffen.
2. Schwarzafrikanische Sklaven und der Sklavenhandel: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge des Sklavenhandels in Afrika, die Rolle lokaler sowie europäischer Akteure und die ökonomischen Gründe für den Anstieg der Nachfrage.
3. Die Behandlung der schwarzafrikanischen Sklaven im transatlantischen Sklavenhandel vom 16.-18. Jahrhundert: Hier wird die Mittelpassage als zentraler Teil des Dreieckshandels analysiert, wobei die hohe Mortalitätsrate und die unmenschlichen Zustände im Fokus stehen.
3.1 Die Situation auf den Sklavenhandelsschiffen: Dieses Unterkapitel beschreibt detailliert die physischen Bedingungen an Bord, die Versorgung der Sklaven sowie die disziplinarischen Maßnahmen der Kapitäne.
3.2 Die Situation auf den Piratenschiffen: Dieses Unterkapitel untersucht die abweichende Praxis von Piraten, die Sklaven teils verkauften oder als Mannschaftsmitglieder integrierten.
Schluss: Das Fazit resümiert, dass Sklaven weitgehend als Ware betrachtet wurden, wobei das Leben auf Piratenschiffen für einige seltene Überlebende eine alternative, wenngleich riskante Lebensperspektive bot.
Schlüsselwörter
Transatlantischer Sklavenhandel, Schwarzafrikanische Sklaven, Mittelpassage, Piraterie, Dreieckshandel, Sklaverei, Lebensbedingungen, Olaudah Equiano, Sklavenhandelsschiffe, Piratenschiffe, Kolonialgeschichte, Mortalitätsrate, ökonomische Faktoren, 16. bis 18. Jahrhundert.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Lebensbedingungen von schwarzafrikanischen Sklaven während ihrer Überfahrt über den Atlantik zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der transatlantische Sklavenhandel, die katastrophalen Zustände an Bord von Schiffen und der Vergleich zwischen der Behandlung der Menschen auf Sklavenhandels- und Piratenschiffen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein historischer Vergleich, um aufzuzeigen, wie sich der Status und die Behandlung von Sklaven in verschiedenen maritimen Kontexten unterschieden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die eine Vielzahl von Quellen, Augenzeugenberichten und zeitgenössischen Dokumenten nutzt, um die historische Situation zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ursprünge des Sklavenhandels, die detaillierte Beschreibung der Bedingungen an Bord der Sklavenschiffe sowie die Analyse der oft abweichenden Praxis der Piraten beim Umgang mit Sklaven.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sklavenhandel, Mittelpassage, Piraterie, Lebensbedingungen, Dreieckshandel und historische Quellen wie Olaudah Equiano.
Wie unterschied sich die Behandlung auf Piratenschiffen von regulären Handelsschiffen?
Während Handelsschiffe Sklaven rein als Handelsware betrachteten, integrierten Piraten sie in manchen Fällen als vollwertige Mannschaftsmitglieder, sofern dies nützlich für die eigene Schlagkraft war.
Welche Rolle spielte die Herkunft der Sklaven für ihr weiteres Schicksal?
Die Herkunft war weniger entscheidend als der Status als "Ware"; sobald sie gefangen waren, standen sie unter der totalen Kontrolle ihrer jeweiligen Entführer, wobei nur sehr wenige die Chance auf Freikauf oder Flucht hatten.
- Arbeit zitieren
- Monique Görlitz (Autor:in), 2002, Schwarzafrikanische Sklaven auf dem Weg in die Neue Welt vom 16. bis 18. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/32324