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Spät- und Endmesolithikum in Mitteleuropa. Klima und geographische Voraussetzungen

Titel: Spät- und Endmesolithikum in Mitteleuropa. Klima und geographische Voraussetzungen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 26 Seiten , Note: 2,1

Autor:in: B.A. / M.A. Katrin Skibbe (Autor:in)

Archäologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Klima ist eine der wichtigsten Größen im Verlauf der Menschheitsentwicklung und hatte immer weitreichenden Einfluss auf menschliche Gemeinschaften. Ein dramatisches Klimaereignis, das sich über Jahre oder Jahrzehnte erstreckt, bewirkt Veränderungen, die man archäologisch fassen kann, da gewohnte Lebensweisen unter Umständen nicht mehr aufrechtzuerhalten waren. Eine solche durchgreifende Änderung stellte das Ende der letzten Eiszeit um etwa 9500 v. Chr. dar, wobei die klimatischen Bedingungen, in denen sich unsere heutigen Klimaverhältnisse ausbildeten, das Resultat schneller und abrupter Ereignisse auf einer Zeitspanne von nur wenigen Jahrzehnten waren.

Pflanzen und Tiere, vor allem aber die Menschen, haben oft mehrere Möglichkeiten sich einem Klimawandel anzupassen, wobei standortbedingte, regionale und auch individuelle Faktoren eine große Rolle spielen. Gemeinschaften können entweder passiv oder mit innovativen kulturellen Leistungen auf Veränderungen in ihrer Umwelt reagieren um bestmöglich mit den Gegebenheiten zurechtzukommen. Zwischen dem Ende der Eiszeit und dem ersten Auftreten von Ackerbauern liegen vielerorts noch einige Jahrtausende, in denen genau solche Gruppen fassbar sind, die sich deutlich von eiszeitlichen Jägern und Sammlern unterscheiden. Für diese wurde vor allem im deutschsprachigen Raum ein Mesolithikum definiert.

Genau an diesem Punkt soll die vorliegende Arbeit ansetzen und versuchen das Wechselspiel zwischen Umwelt und Mensch im Übergang zum Neolithikum zu rekonstruieren. Nach allgemeinen Erkenntnissen zur Flora und Fauna sowie zu Steininventaren des Spätmesolithikums soll anschließend anhand eines Fallbeispiels ein Kontaktszenario beschrieben werden, welches die wirklichen Unterschiede zwischen mesolithischen und neolithischen Überresten aufzeigt und damit Aussagen über historische Entwicklungen treffen kann. Parallel sollen verschiedene Modelle zum Prozess der Neolithisierung diskutiert werden, um zu entscheiden, ob ein neues Verständnis zwischen dem Menschen und der Natur ihn zum aktiven Gestalter werden lässt. Für die Bearbeitung sämtlicher Gliederungspunkte waren mir vor allem die Arbeiten von C.-J. Kind sehr hilfreich.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Mensch und seine Umwelt im Spätmesolithikum

3. Der Übergang zum Neolithikum – Ein Kontaktszenario

3.1. Modelle zum Neolithisierungsprozess in Mitteleuropa

3.2. Testen der Modelle anhand eines Vergleichs von zwei Fundstätten bei Rottenburg in Baden-Württemberg

3.3. Weitere Diskussionen

3.4. Fazit

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Prozess der Neolithisierung in Mitteleuropa unter besonderer Berücksichtigung des Spätmesolithikums. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob der Übergang zur bäuerlichen Lebensweise primär durch eine schnelle Migration neolithischer Gruppen erfolgte oder ob lokale mesolithische Traditionen eine aktivere Rolle spielten als bisher angenommen.

  • Klimatische und ökologische Veränderungen am Ende der letzten Eiszeit
  • Anpassungsstrategien mesolithischer Jäger und Sammler an neue Umweltbedingungen
  • Kritische Analyse gängiger Modelle zur Neolithisierung
  • Vergleichende Untersuchung archäologischer Fundstätten bei Rottenburg
  • Diskussion von Akkulturation, kultureller Diffusion und Kontinuität

Auszug aus dem Buch

3.2. Testen der Modelle anhand eines Vergleichs von zwei Fundstätten bei Rottenburg in Baden-Württemberg

Für das erste und zweite Modell gilt gleichermaßen, dass niemand mit Sicherheit weiß, welche kritische Größe der Bevölkerung erreicht sein musste um die frühen Bauern zur Migration zu zwingen. Wenn man die Faustregel festlegt, dass sich unter landwirtschaftlichen Bedingungen eine Bevölkerung schätzungsweise jede fünfte Generation verdoppelt hat, hätte dieser Prozess im Neolithikum 100 bis 125 Jahre gedauert. Die ältesten Daten für Siedlungen mit frühester Linearbandkeramik im Osten und Westen von Mitteleuropa sind aber relativ ähnlich und für beide Gebiete datiert man den Beginn des Neolithikums auf ca. 5500 v. Chr. Es brauchte also offenbar weit weniger als 100 Jahre um eine Distanz von 700 km zu überwinden und wenn wir für die ersten beiden Modelle zusätzlich annehmen, dass neue Dörfer während der Migration regelmäßig neu errichtet wurden, ist die zur Verfügung stehende Zeitspanne zu kurz. Aus diesen Gründen sind alle Modelle in Bezug auf eine sehr langsame Ausbreitung abzulehnen.

Wenn die Erfindungen der Linearbandkeramiker wirklich von Siedlern aus Transdanubien in den Westen Mitteleuropas gebracht wurden, bleibt als Erklärung nur eine schnelle Bewegung von Menschengruppen. Um dieses Modell der raschen Migration von großen Menschengruppen zu testen, muss man das Fundmaterial genauer betrachten. Das Mittel- und Spätmesolithikum ist in Deutschland bislang nur durch relativ wenige Fundstellen belegt und zeigt eine deutliche Zäsur im Artefaktspektrum. Dennoch bietet sich der Südwesten des Landes für eine Untersuchung an, da in einem Gebiet nahe der kleinen Stadt Rottenburg in Baden-Württemberg dicht nebeneinander spätmesolithische und frühneolithische Stätten gefunden wurden, die sehr gut für einen Vergleich geeignet sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des Klimas für die Menschheitsentwicklung dar und definiert den Mesolithikum-Begriff, um das Ziel der Untersuchung des Übergangs zum Neolithikum zu begründen.

2. Der Mensch und seine Umwelt im Spätmesolithikum: Das Kapitel beschreibt die dramatischen Klimaveränderungen des Holozäns und die damit verbundenen Anpassungen der Jäger und Sammler hinsichtlich ihrer Jagdtechniken und Steintechnologie.

3. Der Übergang zum Neolithikum – Ein Kontaktszenario: Dieser Abschnitt analysiert verschiedene Modelle der Neolithisierung durch einen direkten archäologischen Vergleich von Fundstätten und diskutiert Möglichkeiten der Akkulturation.

3.1. Modelle zum Neolithisierungsprozess in Mitteleuropa: Hier werden unterschiedliche theoretische Ansätze zur Bevölkerungsausbreitung, wie die langsame Expansion oder die schnelle Volksmigration, einander gegenübergestellt.

3.2. Testen der Modelle anhand eines Vergleichs von zwei Fundstätten bei Rottenburg in Baden-Württemberg: Auf Basis des archäologischen Fundmaterials aus Rottenburg-Fröbelweg und Siebenlinden wird die Hypothese einer schnellen Kolonisation durch Bauern kritisch hinterfragt.

3.3. Weitere Diskussionen: Dieser Teil betrachtet überregionale Kontakte durch Rohmaterialaustausch und zeigt auf, dass Kulturen wie die La Hoguette-Gruppe parallel existierten.

3.4. Fazit: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass für die Region Mitteleuropa die Hypothese einer schnellen Migration zugunsten eines Modells lokaler Entwicklung und kontinuierlicher Anpassung abgelehnt werden muss.

4. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass der Prozess der Neolithisierung ein komplexes, mehrschichtiges Ereignis war, bei dem mesolithische Gruppen nicht passiv blieben, sondern aktiv interagierten.

Schlüsselwörter

Mesolithikum, Neolithisierung, Spätmesolithikum, Mitteleuropa, Linearbandkeramik, Siebenlinden, Rottenburg, Archäologie, Klimawandel, Akkulturation, Steinartefakte, Mikrolithik, La Hoguette, Jäger und Sammler, Transformationsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Übergang von der mesolithischen Jäger-und-Sammler-Kultur zur neolithischen bäuerlichen Lebensweise in Mitteleuropa.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die klimatischen Rahmenbedingungen, die materielle Kultur (Steininventare) sowie die verschiedenen theoretischen Modelle zur Ausbreitung der neolithischen Lebensweise.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob die Neolithisierung als schnelle Kolonisation durch fremde Bauern zu verstehen ist oder als ein Prozess, bei dem einheimische mesolithische Gruppen eine wesentliche, aktive Rolle spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt eine vergleichende Analyse archäologischer Funde aus spätmesolithischen und frühneolithischen Stätten bei Rottenburg, um theoretische Modelle anhand realer Daten zu testen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die technologischen Veränderungen der Steintechnologie, die Ernährungsgewohnheiten, die Siedlungsstrukturen und die zeitliche Abfolge der Kulturen im Raum Südwestdeutschland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mesolithikum, Neolithisierung, Linearbandkeramik, Akkulturation, kulturelle Kontinuität und der Fundplatz Siebenlinden.

Welche Bedeutung hat der Vergleich der Fundstätten bei Rottenburg?

Er dient als empirisches Fallbeispiel, um die Annahme einer schnellen Migration durch den Vergleich von Inventaren zu stützen oder zu widerlegen.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Besiedlungsmodelle?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass Modelle einer schnellen, großflächigen Kolonisation weniger wahrscheinlich sind als eine lokale Entwicklung unter Einbeziehung und Anpassung der bestehenden mesolithischen Bevölkerung.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Spät- und Endmesolithikum in Mitteleuropa. Klima und geographische Voraussetzungen
Hochschule
Universität Leipzig  (Professur für Ur- und Frühgeschichte)
Veranstaltung
Der Prozess der Neolithisierung und das Frühneolithikum in Europa
Note
2,1
Autor
B.A. / M.A. Katrin Skibbe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
26
Katalognummer
V322959
ISBN (eBook)
9783668221079
ISBN (Buch)
9783668221086
Sprache
Deutsch
Schlagworte
spät- endmesolithikum mitteleuropa klima voraussetzungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. / M.A. Katrin Skibbe (Autor:in), 2011, Spät- und Endmesolithikum in Mitteleuropa. Klima und geographische Voraussetzungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/322959
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Leseprobe aus  26  Seiten
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