In der vorliegenden Arbeit behandele ich die Praxis der Integration von Menschen mit Behinderung an deutschen Hochschulen am Beispiel der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Hierzu möchte ich mit einer Definition des Begriffs Behinderung beginnen und anschließend die gesetzlichen Grundlagen zum Thema Studieren mit einer Behinderung folgen lassen, um danach auf den Aspekt der Integration näher einzugehen.
Anschließend möchte ich untersuchen inwieweit man an der Martin-Luther-Universität mit Behinderung studieren kann. Welche Probleme und Ängste von Studierenden sich hier ergeben und wie diese von Seiten der MLU behandelt werden. Dazu habe ich die Studienberatung der MLU befragt, die normalerweise die erste Kontaktstelle zwischen potenziellem Studierenden und der Universität darstellt. Außerdem habe ich eine Studierende mit Behinderung befragt, die selber schon einige Semester an der Universität studiert.
Im Anschluss daran möchte ich nochmal intensiv auf das Thema „Barrieren“ eingehen. Der Bezug zu einer der Theorien aus dem Modul Einführung in die Allgemeine Rehabilitations- und Integrationspädagogik soll in dem darauf folgenden Kapitel hergestellt werden. Dazu soll der ökosystemische Ansatz nach Bronfenbrenner erläutert werden.
Abschließend möchte ich gewonnene Erkenntnisse zusammenfassen und meinen Arbeitsprozess reflektieren.
In meinem Universitätsalltag werde ich täglich mit Fragen und Problemen von Integration und Inklusion konfrontiert: „Wo liegen die Probleme behinderter Menschen im Alltag? Wie können wir als Gesellschaft damit umgehen und unterstützen? Wie kann ich als angehende Lehrerin eine inklusive Umgebung schaffen?“ Doch nicht nur wir Studierende müssen diese Fragen für unsere zukünftige pädagogische Arbeit klären, sondern auch die Lehrenden der Universität. Dies wurde mir klar, als ich während meines Studiums mehrere Kommilitonen mit Behinderung kennen lernte.
Wie geht also die Universität – meine Universität in der ich mich täglich mit diesen Problemen auseinandersetze - mit Integration und Inklusion um und wie ergeht es Studierenden mit Beeinträchtigung an deutschen Hochschulen? Diese Frage möchte ich in dieser Arbeit versuchen zu klären.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von Behinderung
3. Gesetzliche Grundlage
4. Integration
5. Studieren mit Behinderung
5.1 Studie über Studenten mit einer Behinderung
5.2 Befragung der Studienberatung der MLU
5.3 Befragung einer Studierenden mit Behinderung
6. Barrieren im Universitätsalltag
6.1 Definition des Begriffs Barrierefreiheit
6.2 Mobilitätbarrieren
6.3 Psychische Barrieren
7. Theoretische Bezüge
7.1 Begründung der Auswahl der Theorie
7.2 Erläuterung der Theorie
8. Zusammenfassung und Ausblick
9. Reflexion des Arbeitsprozesses
10. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Praxis der Integration von Studierenden mit Behinderung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Das primäre Ziel ist es, die aktuelle Situation, bestehende Barrieren sowie die Unterstützungsmöglichkeiten an dieser spezifischen Hochschule zu analysieren und zu bewerten.
- Integration und Inklusion an deutschen Hochschulen
- Gesetzliche Grundlagen für das Studium mit Behinderung
- Barrieren im Universitätsalltag (baulich und psychisch)
- Die Rolle der Studienberatung und externer Beratungsstellen
- Theoretische Verankerung durch den ökosystemischen Ansatz nach Bronfenbrenner
Auszug aus dem Buch
6.3 Psychische Barrieren
Psychische Barrieren sind Hindernisse bei der Erreichung eines persönlichen Ziels, dessen Wirkung auf psychischen Effekten beruht (vgl. Teves 2010, 5).
Die soziale Reaktion auf Menschen mit einer Behinderung lässt sich in zwei Komponenten unterteilen. Einerseits die verbal geäußerte Reaktion im Sinne von innerer Einstellung auf der Basis des sozialpsychologischen Einstellungskonzepts. Andererseits die reale, tatsächliche Reaktion im Sinne von Verhalten auf der theoretischen Grundlage des Stigmakonzepts (vgl. Cloerkes 1984).
Oft sprechen Behinderte davon, dass sie auf Grund der getrennten sozialen Welten von behinderten und nicht-behinderten Schülern und zumeist getrennten Arbeitswelten von diesen beiden Personengruppen, die Kontaktaufnahme zwischen ihnen erschwert wird (vgl. Bretländer 2007, 294).
Psychische Barrieren bei der Studienwahl könnten durch ein genutztes Beratungsangebot der Universitäten abgebaut werden. Der Beauftragte des Senates für Personen mit Behinderungen Johann Behrens bietet an der MLU Beratungsangebote an. Hier kann individuell über Barrieren und ihre Beseitigung, den Umgang mit der eigenen Behinderung im Studium, Nachteilsausgleiche oder andere studentische Belange gesprochen werden. Die Ergebnisse der Studie „Beeinträchtigt studieren“ zeigen allerdings, das Studierende mit Behinderung nur sehr selten ein Beratungsangebot in Anspruch nehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der persönlichen Motivation der Autorin und Formulierung der Fragestellung bezüglich der Situation von Studierenden mit Behinderung an der MLU.
2. Definition von Behinderung: Definition des Begriffs der Behinderung auf Basis des SGB IX und BGG sowie Fokus auf Körper- und Sehbehinderungen.
3. Gesetzliche Grundlage: Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen für Chancengleichheit und Inklusion an Hochschulen.
4. Integration: Differenzierung zwischen den Begriffen Integration und Inklusion sowie Betrachtung der beruflichen Integration.
5. Studieren mit Behinderung: Untersuchung des Übergangs von Schule zu Studium unter Einbeziehung der „Beeinträchtigt studieren“-Studie und Befragungen an der MLU.
6. Barrieren im Universitätsalltag: Analyse von baulichen, mobilitätsbezogenen und psychischen Barrieren an der Hochschule.
7. Theoretische Bezüge: Einführung des ökosystemischen Ansatzes nach Bronfenbrenner zur theoretischen Fundierung der Arbeit.
8. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit über den Stand der Integration an der MLU und Ausblick auf notwendige Verbesserungen.
9. Reflexion des Arbeitsprozesses: Kritische Rückschau der Autorin auf die Herausforderungen und Erkenntnisse während der Erstellung der Arbeit.
10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Integration, Inklusion, Behinderung, Studium, Martin-Luther-Universität, Barrierefreiheit, Studienberatung, Nachteilsausgleich, ökosystemischer Ansatz, Bronfenbrenner, psychosoziale Barrieren, Hochschulrecht, berufliche Rehabilitation, Körperbehinderung, Sehbehinderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Integration von Studierenden mit Behinderung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und analysiert, wie diese ihr Studium unter den gegebenen Rahmenbedingungen absolvieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Situation, der Barrierefreiheit (baulich und psychisch), dem Beratungsangebot der Universität sowie der praktischen Umsetzung von Inklusion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Inklusion an der MLU gelebt wird und welche Probleme Studierende mit Behinderung bei der Gestaltung ihres Universitätsalltags erfahren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche, der Auswertung der bundesweiten Studie „Beeinträchtigt studieren“ und qualitativen Experten- bzw. Betroffeneninterviews (Studienberatung und eine Studierende).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden rechtliche Grundlagen, verschiedene Arten von Barrieren, Unterstützungsangebote der MLU und die theoretische Fundierung durch den ökosystemischen Ansatz nach Bronfenbrenner detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Integration, Inklusion, Barrierefreiheit, Nachteilsausgleich, Studienberatung und ökosystemischer Ansatz sind die zentralen Begriffe der Publikation.
Welche Rolle spielt die Studienberatung der MLU konkret?
Die Studienberatung fungiert als erste Schnittstelle für Studieninteressierte und verweist bei spezifischen Behinderungen an Experten wie den Behindertenbeauftragten oder psychosoziale Dienste.
Warum betont die Autorin den "ökosystemischen Ansatz"?
Dieser Ansatz hilft zu erklären, wie die persönliche Entwicklung einer behinderten Person in einem komplexen Gefüge aus Institutionen, Gesetzen und sozialen Interaktionen stattfindet.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2012, Studieren mit Behinderung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zur Praxis der Integration an deutschen Hochschulen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/321433