Die vorliegende Seminararbeit gibt einen Überblick über die von Banken am häufigsten genutzten Vertriebskanäle im Retail Banking, geht auf deren Entwicklung ein und zeigt deren Kombination im Multichannel- und Omnichannel-Banking.
Das Retail Banking in Deutschland befindet sich seit Jahren im Umbruch, in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess und steht vor immer größeren Herausforderungen. Gründe hierfür finden sich in den Finanzmarktkrisen, stärkeren Regulierungen, kritischeren und selbstbewussteren Kunden, zunehmendem Wettbewerb und vor allem auch in der zunehmenden Digitalisierung. Besonders im technologischen Fortschritt sehen viele Experten die wesentliche Ursache für die rasante Veränderung des Retail Bankings. Auch die Niedrigzinsphase wird die künftige Ertragslage belasten.
Die Bedeutung der vorhandenen Vertriebskanäle von Banken und Sparkassen wird sich nach Meinung von Experten in den kommenden fünf Jahren deutlich verändern. Insbesondere die klassische Bankfiliale wird zwar immer noch wichtig bleiben, jedoch im Vergleich zu anderen Zugangskanälen an Bedeutung verlieren. Vor allem mobile Zugangskanäle werden massiv an Bedeutung hinzugewinnen, was für das Retail Banking bedeutet, dass die persönliche Nähe und Betreuung im Umbruch sind. Längst nicht alle Bankkunden sind von den vielen Veränderungen und der schönen neuen Bankenwelt begeistert. Automaten anstelle von Beratern, Überweisungen schnell und einfach online via Smartphone oder Tablet. Dies stellt eine besonders reizvolle und heikle Herausforderung für moderne Banken dar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Vertriebskanäle im Retail Banking
2.1. Der stationäre Vertrieb
2.2. Der digitale Vertrieb
2.3. Der mobile Vertrieb
3. Multichannel- Banking / Omnichannel- Banking
4. Schlussbemerkung, Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert den tiefgreifenden Veränderungsprozess im deutschen Retail Banking, der durch Digitalisierung, Finanzmarktkrisen und verändertes Kundenverhalten geprägt ist. Dabei wird untersucht, wie Banken ihre Vertriebskanäle – stationär, digital und mobil – strategisch anpassen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und ein nahtloses Omnichannel-Erlebnis zu schaffen.
- Wandel der klassischen Bankfiliale im digitalen Zeitalter
- Einfluss der Digitalisierung auf Bankdienstleistungen und Kundeninteraktion
- Potentiale und Herausforderungen moderner Filialkonzepte
- Verzahnung von Vertriebskanälen in Multichannel- und Omnichannel-Strategien
Auszug aus dem Buch
2.2. Der digitale Vertrieb
Werden Bankdienstleistungen nicht durch Mitarbeiter im persönlichen Kundenkontakt erbracht, sondern ausschließlich elektronisch, spricht man in der Praxis vom sogenannten digitalen Vertrieb. Mehr als die Hälfte aller Interaktionen zwischen Bank und Kunde erfolgt bereits online oder mobil. Zählt man auch moderne SB-Technik mit Internetfunktionalität zu den digitalen Zugangswegen, dann erhöht sich dieses Verhältnis in einigen Industrieländern auf 85 Prozent und mehr. Entscheidender Anteil an dieser Entwicklung hat das Mobilebanking über Smartphone oder Tablet, dessen Nutzerzahlen deutlich ansteigen. Zu den digitalen Kanälen zählen vor allem das Onlinebanking, das SB- Banking, die Videoberatung und das Mobilebanking, welche im Folgenden näher erklärt werden.
Das Onlinebanking: Mit Gründung der ersten Direktbanken Anfang der neunziger Jahre zogen auch die Großbanken, einzelne Sparkassen und Genossenschaftsbanken nach und führten das Online Banking ein. Ursprünglich sollte den Kunden vor allem die Möglichkeit geboten werden, auch außerhalb der Öffnungszeiten ihre Bankgeschäfte, wie zum Beispiel die Abfrage des Kontostandes und das Erfassen von Überweisungen, tätigen zu können. Das Internet hat sich zu einem jederzeit und überall verfügbaren Service entwickelt und gewinnt somit immer mehr an Bedeutung. Nutzte 2010 erst ein Viertel der Bankkunden Onlinebanking, ist es nun bereits die Hälfte. Aber nicht nur Bankgeschäfte werden online abgewickelt. Auch um Informationen über weitere Bankprodukte einholen und ihre Finanzentscheidung vorbereiten zu können, nutzen die meisten Bankkunden die Onlinerecherche. Das Internet wird als Kommunikationskanal für den Informationsprozess (Bewerbung eines Bankproduktes), aber vor allem auch als Vertriebskanal mit Beratungsfunktion (Abschluss eines Bankproduktes) genutzt. Mit diesen Funktionen ist das Internet zu einem bedeutenden Absatzkanal für die Banken geworden. Zu den Kernfunktionen gehören die Abfrage der Kontostände, sowie der Depotübersicht, die Verwaltung von Zahlungsaufträgen und der Abschluss neuer Bankprodukte wie zum Beispiel eines Anlagekontos.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den massiven Umbruch im Retail Banking durch Digitalisierung und Wettbewerbsdruck und definiert den Fokus der Arbeit auf die Entwicklung und Kombination von Vertriebskanälen.
2. Die Vertriebskanäle im Retail Banking: Dieses Kapitel klassifiziert die Vertriebskanäle in stationäre, digitale und mobile Bereiche und erläutert deren spezifische Rollen und Orte der Dienstleistungserbringung.
3. Multichannel- Banking / Omnichannel- Banking: Das Kapitel beschreibt die Notwendigkeit, siloartige Vertriebswege durch einen nahtlosen, kanalübergreifenden Omnichannel-Ansatz zu ersetzen, um Kundenerwartungen zu erfüllen.
4. Schlussbemerkung, Fazit: Das Fazit betont, dass der Erfolg traditioneller Banken von der intelligenten Verzahnung der Kanäle abhängt, wobei die Filiale ihre Rolle innerhalb eines integrierten Omnichannel-Angebots neu definieren muss.
Schlüsselwörter
Retail Banking, Vertriebskanäle, Digitalisierung, Filialgeschäft, Onlinebanking, Mobile Banking, Omnichannel, Multichannel, Kundenbindung, Finanzdienstleistungen, Bankberater, SB-Banking, Videoberatung, Bankfiliale, Umbruch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den strategischen Wandel der Vertriebskanäle im deutschen Retail Banking unter dem Einfluss der fortschreitenden Digitalisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Transformation des Filialgeschäfts, dem Ausbau digitaler Angebote (Online/Mobile) und der Umsetzung integrierter Omnichannel-Management-Konzepte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die gebräuchlichsten Vertriebskanäle zu geben und aufzuzeigen, wie Banken diese erfolgreich verzahnen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachpublikationen sowie auf Experteninterviews, wie beispielsweise mit der Volksbank Freiburg eG.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert den stationären, digitalen und mobilen Vertrieb sowie die strategischen Unterschiede zwischen Multichannel- und Omnichannel-Ansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Retail Banking, Digitalisierung, Omnichannel, Kundenbindung und Vertriebskanäle stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.
Welche Rolle spielt die klassische Bankfiliale zukünftig?
Obwohl die Filiale an Bedeutung verliert, bleibt sie als Ort für persönliche, beratungsintensive Finanzdienstleistungen ein wichtiger Baustein im Leistungsangebot der Banken.
Was bedeutet Omnichannel-Banking im Vergleich zu Multichannel?
Während Multichannel-Ansätze Kanäle oft isoliert betrachten, ermöglicht Omnichannel-Banking einen nahtlosen Wechsel für den Kunden ohne Prozessbrüche oder Informationsverluste.
- Arbeit zitieren
- L. Lais (Autor:in), 2016, Vertriebswege im Retail Banking. Multi- bzw. Omnichannel-Banking, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/321397