Im deutschen Bankgewerbe geht der Ertrag zurück, Arbeitsplätze werden abgebaut und Filialen geschlossen. Dies sind drastisch formulierte Auswirkungen der Branchenentwicklung in den letzten Jahren. Ohne entsprechende Gegenmaßnahme droht sich dieser Trend jedoch fortzusetzen.
Um dem entgegenzuwirken, braucht die Bankenbranche auf die Themen Niedrigzinsphase, Regulatorik, Digitalisierung, Wettbewerber, Geschäftsmodell und demographischer Wandel in Zukunft gute Antworten. Denn in den nächsten 15 bis 20 Jahren zeichnen sich große Veränderungen ab – sowohl menschlich, als auch technisch. Diese Aussicht unterstreicht die Notwendigkeit der Banken in Deutschland ihren Anpassungsbedarf für die Zukunft schon heute genauer unter die Lupe zu nehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausgangssituation
2. Marktumfeld der Banken
3. Regulatorische Anforderungen
4. Geschäftsstrategien- und modelle
4.1. Differenzierung im Wettbewerb
4.2. Vertriebs und Kommunikationskanäle
5. Digitalisierung
5.1. Die Zukunft der Filiale
5.2. Einsatz von IT
6. Demographischer Wandel
7. Fazit und Handlungsempfehlung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den tiefgreifenden Anpassungsbedarf des deutschen Bankgewerbes angesichts sich wandelnder Rahmenbedingungen. Ziel ist es, die zentralen Herausforderungen zu identifizieren und strategische Ansätze für eine zukunftsfähige Ausrichtung der Kreditinstitute aufzuzeigen.
- Auswirkungen der Niedrigzinsphase auf Erträge und Geschäftsmodelle
- Einfluss regulatorischer Anforderungen auf die IT-Infrastruktur und Kostenstruktur
- Notwendigkeit einer strategischen Neuausrichtung durch Innovationsmanagement
- Wettbewerb durch branchenfremde Unternehmen und neue Akteure (Fin-Techs)
- Digitalisierung der Kundenkommunikation und Etablierung von Omnichannel-Strategien
Auszug aus dem Buch
4. Geschäftsstrategien- und modelle
Einer der umfangreichsten Bereiche für zukünftigen Anpassungsbedarf stellt die Entwicklung eines zukunftsfähigen Geschäftsmodells dar. Das Bankenumfeld erwirtschaftet heutzutage im Kerngeschäft zu wenig Profit, leidet unter Überkapazitäten und zehrt zunehmend an ihren Reserven.
Der ehemalige Co-Chef der deutschen Bank und Präsident des deutschen Privatbankenverbandes Jürgen Fitschen betont die prekäre Lage der Banken:
„Hier muss sich etwas drastisch ändern. So, wie es heute ist, kann es ganz einfach nicht weitergehen.“
Und auch Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret hebt hervor, dass für die deutschen Banken die Zeit gekommen ist „ihre Geschäftsmodelle noch einmal auf den Prüfstand zu stellen“. Die von den Banken oft durchgeführte kurzfristige Kostensenkung wird das Problem der anhaltenden Ertragsschwäche nicht lösen. Die einseitige Betrachtung der Kostenseite führt dazu, dass wichtige und notwendige Schritte in den Bereichen Innovation und Ertragssteigerung nicht mehr durchgeführt werden. Durch diese fehlende Investition ist zu erwarten, dass sich die Kostenprobleme langfristig noch verstärken. Tritt dieser Fall ein, wird sich die Abwärtsspirale solange verstärken, bis bei vielen Instituten die Kostenprobleme ein solches Maß annehmen, dass sie nicht mehr bestehen können. Es wird also ersichtlich, dass bei den Geschäftsmodellen der Banken ein Anpassungsbedarf besteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausgangssituation: Das Kapitel beleuchtet den Rückgang von Arbeitsplätzen und Filialen im deutschen Bankensektor als Symptom eines notwendigen strukturellen Wandels.
2. Marktumfeld der Banken: Hier werden die anhaltende Niedrigzinsphase und die Auswirkungen globaler Finanzkrisen als belastende Rahmenfaktoren analysiert.
3. Regulatorische Anforderungen: Der Abschnitt erläutert die verschärften Vorschriften zur Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung sowie deren hohe Implementierungskosten für Banken.
4. Geschäftsstrategien- und modelle: Dieses Kapitel betont die Dringlichkeit innovativer Geschäftsmodelle, um langfristig gegen neue Wettbewerber bestehen zu können.
5. Digitalisierung: Es wird die Transformation hin zum Omnichannel-Banking beschrieben, wobei IT als Rückgrat zukünftiger Bankprozesse fungiert.
6. Demographischer Wandel: Hier werden die regionalen Auswirkungen von Bevölkerungsalterung und -rückgang auf die Geschäftstätigkeit regionaler Banken untersucht.
7. Fazit und Handlungsempfehlung: Das Kapitel fasst die Herausforderungen zusammen und empfiehlt ein systematisches Innovationsmanagement und eine digitale Neuausrichtung.
Schlüsselwörter
Bankenbranche, Niedrigzinsphase, Regulatorik, Basel III, Digitalisierung, Geschäftsmodell, Omnichannel-Management, Innovationsmanagement, Demographischer Wandel, Wettbewerb, IT-Infrastruktur, Finanzdienstleistungen, Filialnetz, Kundenservice, Ertragsschwäche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die aktuelle prekäre Lage des deutschen Bankgewerbes und die Notwendigkeit, sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Felder sind die Niedrigzinsphase, die zunehmende Regulatorik, der Innovationsdruck durch die Digitalisierung und der Einfluss des demographischen Wandels.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Banken ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen, um trotz sinkender Erträge und neuer Wettbewerber langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Fachliteratur, Studien von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und aktuellen Branchenberichten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die spezifischen Herausforderungen wie Basel III, der Wandel im Vertrieb durch IT-gestützte Systeme sowie die Konkurrenz durch branchenfremde Fin-Techs detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie "Omnichannel-Management", "Innovationsmanagement" und "Anpassungsbedarf" definiert.
Wie bewertet der Autor die Rolle des stationären Filialvertriebs?
Der Autor argumentiert, dass die Filiale nicht verschwinden wird, sondern sich zu einem spezialisierten "Wertschöpfungstreiber" für komplexe Beratungsleistungen entwickeln muss.
Was bedeutet der "demographische Wandel" für regionale Banken?
Regionale Banken wie Sparkassen müssen ihr Angebot anpassen, da sie durch die Bevölkerungsabwanderung in ländlichen Regionen direkt von einem Rückgang der Kundenzahlen und einer veränderten Altersstruktur betroffen sind.
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- Philipp Engels (Author), 2016, Analyse der menschlichen und technischen Veränderungen und des Anpassungsbedarfs von Banken in den nächsten 15-20 Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/321292