In dieser Arbeit geht es um die Darstellung der Sozia lisationsfunktion im ökonomischengesellschaftlichen Wandel. Vor diesem Hintergrund ergibt sich vor allem folgende Frage: Welche Bedeutung hat der ökonomisch gesellschaftliche Wandel für die Institution Familie und ihre Sozialisationsfunktion.
Im Kapitel zwei werden zunächst grundlegende Begriffe, wie Familie und ihre Funktionen und politische Sozialisation erläutert. Das Kapitel drei beschäftigt sich mit der Sozialisationsfunktion der Familie im ökonomischen - gesellschaftlichen Wandel und bildet den Schwerpunkt dieser Arbeit. In diesem Kapitel geht es um die Beantwortung folgender Frage n: Wie hat sich die Familie im ökonomischen - gesellschaftlichen Wandel verändert? Was bedeutet der ökonomische - gesellschaftliche Wandel für die Sozialisationsfunktion der Familie? Vor diesem Hintergrund wird die These der Individualisierung und Pluralisierung der Lebensformen dargestellt und erläutert und ihre Anforderungen an die politische Bildung beschrieben.
2. Begriffsbestimmungen
In diesem Kapitel wird das heut ige Verständnis von Familie erläutert und ihre verschiedenen Funktionen, vor allem die Sozialisationsfunktion dargestellt. Außerdem wird der Begriff „Politische Sozialisation“ definiert und die gesellschaftliche Bedeutung der Institution Familie herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Das heutige Verständnis von Familie
2.2 Funktionen von Familie
2.3 Die politische Sozialisation in der Familie
3. Die Sozialisationsfunktion der Familie im ökonomisch gesellschaftlichen Wandel
3.1 Die Familie im ökonomisch gesellschaftlichen Wandel
3.2 Die Bedeutung des ökonomisch gesellschaftlichen Wandels für die Sozialisationsfunktion der Familie
3.3 Das Individualisierungstheorem als Erklärungskonzept für den Wandel familialer Sozialisation
3.4 Die Anforderungen der Individualisierung an die politische Bildung
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung der Familie als primäre Sozialisationsinstanz unter dem Einfluss des fortlaufenden ökonomischen und gesellschaftlichen Wandels. Das zentrale Ziel besteht darin, aufzuzeigen, wie sich durch diesen Wandel die Sozialisationsfunktion verändert und welche spezifischen Anforderungen sich daraus für eine moderne politische Bildung ergeben, die ohne verklärende Familienideale auskommen muss.
- Wandel familialer Strukturen im Zuge der Industrialisierung und Differenzierung
- Die These des Funktionsverlusts versus die Funktionsverlagerung der Familie
- Individualisierung und Pluralisierung als prägende gesellschaftliche Konzepte
- Die Auswirkungen der "Bastelbiographie" auf die Sozialisation von Heranwachsenden
- Politische Bildung als Orientierungshilfe zur Bewältigung gesellschaftlicher Widersprüche
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Familie im ökonomisch gesellschaftlichen Wandel
Hochindustrialisierte Gesellschaften sind durch eine schnelle Veränderung ihrer sozialen Institutionen und ihres Sozialgefüges gekennzeichnet. Auch die Institution Familie, welche, durch das dauerhafte Zusammenleben von Eltern und Kindern gekennzeichnet ist, wurde in diesen sozialen Wandlungsprozess einbezogen Zu Zeiten der Industrialisierung sind die Großfamilien, das heißt die Drei-Generationsfamilien durchaus normal gewesen. Die von 1900 bis etwa 1950 vorherrschende Form der Familie als soziales System mit fest definierter Arbeitsteilung und klar geschnittenen sozialen Generations- und Geschlechtsrollen erschien als die angemessene und unersetzliche Instanz für die Sicherung der gesellschaftlichen Integration. Dementsprechend richtete sich der Begriff der Sozialisation auf das Einüben von Kindern und Jugendlichen in soziale Rollen und die Verinnerlichung von gesellschaftlichen Wertenorientierungen.
In den 50er und 60er wurde die traditionelle Familie als anerkanntes und allgemein angestrebtes Lebensmodell angestrebt und kaum in Frage gestellt. Soziologen schrieben dieses angestrebte Modell den Konsequenzen des Krieges zu. Die deutsche Nachkriegszeit war gekennzeichnet durch die Zerstörung von Wohnraum, Wohnraumbewirtschaftung und durch eine besondere Wertschätzung des Familienlebens, zurückzuführen auf die lange Trennung zwischen Familienangehörigen und auf die vielen Not- und Angstsituationen durch Kriegshandlungen. Die kulturellen und sozialen Rahmenbedingungen für die Familie haben sich jedoch durch die schnellen Veränderungen seit den 1950er- Jahren spürbar gewandelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie der ökonomisch-gesellschaftliche Wandel die Sozialisationsfunktion der Familie beeinflusst.
2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie das heutige Verständnis von Familie, deren verschiedene Funktionen sowie den Begriff der politischen Sozialisation.
3. Die Sozialisationsfunktion der Familie im ökonomisch gesellschaftlichen Wandel: Das Hauptkapitel analysiert die Veränderungen der Familienstruktur, das Individualisierungstheorem und die daraus resultierenden Konsequenzen für die politische Bildung.
4. Schluss: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Familie weiterhin eine wichtige Sozialisationsinstanz bleibt, die politische Bildung jedoch auf die gesellschaftlichen Widersprüche reagieren muss.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Familie, ökonomischer Wandel, gesellschaftlicher Wandel, Individualisierung, Funktionsverlust, politische Bildung, Sozialisationsfunktion, Pluralisierung, Identität, Generationen, Lebensformen, Sozialstruktur, Erziehung, Wertevermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Funktionen der Familie, insbesondere die Sozialisation von Kindern, im Kontext eines sich wandelnden ökonomischen und gesellschaftlichen Umfelds verändert haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Mittelpunkt stehen die Begriffe der Sozialisation und Familie, die Theorie der Individualisierung, der Wandel von Lebensformen sowie die Rolle der politischen Bildung in modernen Gesellschaften.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, welche Bedeutung der ökonomisch-gesellschaftliche Wandel für die Institution Familie und deren Sozialisationsfunktion hat und wie die politische Bildung darauf reagieren sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen theoretischen Ansatz, der soziologische Konzepte (z.B. das Individualisierungstheorem nach Claußen und Hurrelmann) heranzieht, um den Wandel familialer Sozialisationsbedingungen kritisch zu reflektieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der historischen und aktuellen Entwicklung der Familie, der Auseinandersetzung mit der These des Funktionsverlusts sowie der Bedeutung von Individualisierung für die Persönlichkeitsentwicklung von Heranwachsenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Sozialisation, Familie, Individualisierung, Funktionsverlust, Pluralisierung und politische Bildung sind die prägenden Begriffe der Arbeit.
Wie definiert die Autorin die "Bastelbiographie" im Kontext der Arbeit?
Sie beschreibt damit eine Lebensführung, in der Individuen durch den Wegfall traditioneller Sicherheiten und Vorgaben gezwungen sind, ihre eigene Biografie aktiv zu gestalten, was jedoch auch eine "Risikobiographie" darstellt.
Warum lehnt die Autorin die Propagierung "idyllehafter Familienideale" in der politischen Bildung ab?
Sie argumentiert, dass eine solche Bildung nur auf eine Scheinwelt vorbereitet, anstatt den Schülern zu helfen, die realen, oft widersprüchlichen sozioökonomischen Strukturzusammenhänge ihrer Gesellschaft zu verstehen und zu bewältigen.
- Quote paper
- Havva Yuvali (Author), 2004, Die Sozialisationsfunktion der Familie im ökonomisch gesellschaftlichen Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/32121