Geschäftsprozessmodellierung (GPM) hat zunächst nicht zwangsläufig mit Objektorientierung oder allgemein Softwareentwicklung zu tun, sondern betrachtet die Abläufe in einer Geschäftseinheit bzw. eines Unternehmens insgesamt. Erst dadurch, dass gewöhnlich ein Großteil dieser Abläufe durch Software unterstützt wird, entsteht der enge Bezug der Geschäftsprozessmodellierung zur Softwareentwicklung.
Es soll untersucht werden, welche Gründe für die Verwendung von UML zur Modellierung von Geschäftsprozessen sprechen und welche dagegen. In diesem Zusammenhang sollte auch kurz auf die Verbreitung von UML zur Geschäftsprozessmodellierung eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung:
2. Bedeutung der Objektorientierung
2.1 Objektorientierung in der Geschäftsprozessmodellierung
2.2 Objektorientierung in der Programmierung
2.2.1 Entwicklung der Objektorientierten Programmierung
2.2.2 Objektorientierte Analyse und Design
2.2.3 Merkmale Objektorientier Programmierung
3. Die Unified Modeling Language (UML)
3.1 Hintergrund der UML
3.2 UML Diagramme
3.2.1 Verhaltensdiagramme
3.2.2 Strukturdiagramme
3.3 Verbreitung der UML zur Geschäftsprozessmodellierung
4. Bewertung der Objektorientierung zur Geschäftsprozessmodellierung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld der objektorientierten Geschäftsprozessmodellierung, indem sie theoretische Grundlagen mit praktischen Anwendungen vergleicht, um Vor- und Nachteile sowie die Eignung der Unified Modeling Language (UML) kritisch zu bewerten.
- Grundlagen der Objektorientierung in Prozessmodellierung und Programmierung
- Entwicklung und Merkmale objektorientierter Softwareentwicklung
- Struktur und Einsatzgebiete der Unified Modeling Language (UML)
- Vergleich zwischen objektorientierten Ansätzen und klassischen Notationen
- Kritische Bewertung der Performance-Risiken und Modellierungsherausforderungen
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Merkmale Objektorientier Programmierung
Die wesentlichen Merkmale der OOP sind Objekte und Klassen, Vererbung, Polymorphie und Kapselung die im Folgenden kurz vorgestellt werden sollen:
a) Objekte und Klassen: Objekte besitzen Eigenschaften und Fähigkeiten. Gleiche Eigenschaften oder Fähigkeiten lassen sich zu einer Klasse zusammenfassen (Analog der Gattung Säugetiere, deren Objekte (Tiere) gleiche Eigenschaften aufweisen). Klassen lassen sich wiederum in Unterklassen unterteilen (Klasse: Säugetiere, Unterklasse: Pferd, Hund etc.). Die zentralen Elemente der OO sind aber erst dann nutzbar, wenn eine Klasse als Unterklasse einer anderen deklariert wird.
b) Vererbung: Vererbung ermöglicht die Weitergabe von Funktionen (Methoden). Erhält ein Objekt eine Nachricht und findet innerhalb seiner Klasse keine entsprechende Methode, wird die Suche auf die unmittelbar übergeordnete Klasse ausgeweitet. Diesen Vorgang nennt man auch Methodenauflösung, da er solange erfolgt, bis die Methode in einer der Oberklassen gefunden wurde. Des Weiteren unterscheidet man zwischen einfacher Vererbung (es kann nur von einer Oberklasse geerbt werden) und Mehrfachvererbung (es kann von verschiedenen Oberklassen geerbt werden). Die Art der Vererbung hängt dabei von der Programmiersprache ab: Java arbeitet mit einfacher Vererbung, C++ mit Mehrfachvererbung.
c) Polymorphie: Die Vererbung hat gezeigt, dass Unterklassen die gleichen Eigenschaften und Fähigkeiten wie Oberklassen haben. Die Polymorphie erlaubt zusätzlich auf die gleichen Anweisungen (Methoden) unterschiedlich zu reagieren. Jede Klasse hat damit ihre eigene Methodenimplementierung, wodurch der Austausch von Elementen und damit die Änderbarkeit und Wartungsfreundlichkeit der Software verbessert wird. Die Polymorphie ist daher eines der wichtigsten Elemente in der OOP.
d) Kapselung: Die Funktion der Kapselung kontrolliert den Zugriff auf Methoden (Attribute) von Klassen. Ein direkter Zugang wird unterbunden und gelingt nur über definierte Schnittstellen (Black-Box-Modell). Dies schützt das Innenleben einer Klasse in dem Verwender (Algorithmen als auch Programmierer) nur über das „Was“ aber eben nicht über das „Wie“ informiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der objektorientierten Geschäftsprozessmodellierung und skizziert den Aufbau der Untersuchung sowie die Zielsetzung des Assignments.
2. Bedeutung der Objektorientierung: Dieses Kapitel erläutert die Grundkonzepte der Objektorientierung in Theorie und Programmierung sowie die Herausforderungen bei der Umsetzung in der Geschäftsprozessmodellierung.
3. Die Unified Modeling Language (UML): Das Kapitel stellt die UML als Standardnotation vor und unterteilt sie detailliert in Verhaltens- und Strukturdiagramme.
4. Bewertung der Objektorientierung zur Geschäftsprozessmodellierung: Das abschließende Kapitel diskutiert kritisch die Vor- und Nachteile der objektorientierten Modellierung und beleuchtet Performance-Risiken sowie Interpretationsspielräume.
Schlüsselwörter
Objektorientierung, Geschäftsprozessmodellierung, UML, Softwareentwicklung, OOP, Vererbung, Polymorphie, Kapselung, Modellierung, Systementwurf, Geschäftsprozesse, Informationstechnologie, Standardisierung, Performance, Strukturdiagramme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der Objektorientierung im Kontext der Geschäftsprozessmodellierung und analysiert dabei sowohl die Vorteile als auch die Nachteile dieser Methodik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Konzepte der Objektorientierung, die Rolle der Unified Modeling Language (UML) und die praktische Eignung dieser Ansätze für Unternehmensprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist eine kritische Auseinandersetzung mit der objektorientierten Modellierung, um aufzuzeigen, inwieweit sie zur Effizienz der Softwareentwicklung und Geschäftsprozessmodellierung beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und evaluative Synthese bestehender Methoden und Standards, um die Modellierungspraxis zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen der Objektorientierung (OOA/OOD/OOP), die Struktur und Klassifizierung der UML sowie eine abschließende kritische Bewertung der Praxisrelevanz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Objektorientierung, Geschäftsprozessmodellierung, UML, Softwareentwicklung, Vererbung, Polymorphie und Kapselung.
Was unterscheidet das Verhaltens- vom Strukturdiagramm in der UML?
Verhaltensdiagramme beschreiben die dynamischen Abläufe und Interaktionen eines Systems, während Strukturdiagramme den statischen Aufbau und die Konstruktion der Software darstellen.
Warum stößt die Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK) laut Autor an ihre Grenzen?
Die EPK stößt bei kreativen oder komplexen Tätigkeiten, die keine standardisierten, linearen Abläufe aufweisen, auf Schwierigkeiten, da sie für solche Szenarien weniger geeignet ist als objektorientierte Ansätze.
- Arbeit zitieren
- Daniel Henke (Autor:in), 2015, Vor- und Nachteile der objektorientierten Geschäftsprozessmodellierung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/320761