In kaum einer Region dieser Welt gehen Zusammenhalt und Auseinandersetzungen so Hand in Hand wie im Vorderen Orient. Der vordere Orient zeichnet sich durch ein starkes Verbundenheitsgefühl der Bewohner sowie durch eine geteilte arabische Identität aus.
Man strebte gemeinsam nach Unabhängigkeit – erst vor dem Einfluss des Osmanischen Reichs und später von den britischen, französischen und italienischen Kolonialmächten. Gemeinsam erlebten die Staaten die Glanzzeit des Panarabismus unter Gamal Abdel Nasser, ägyptischer Staatspräsident von 1954-1970, bis hin zu dessen Zusammenbruch im Jahre 1967.
Gleichzeitig wurde die Region immer wieder durch Auseinandersetzungen der Staaten in der Region geprägt. Hierbei ist nicht nur der bis heute anhaltende Konflikt mit Israel erwähnenswert, sondern auch eine beachtenswerte Anzahl von innerdiplomatischen Krisen, Invasionen, Grenzstreitigkeiten und den Kampf um die hegemoniale Vormachtstellung.
Durch den Ausbruch des Arabischen Frühlings, auch Arabellion genannt, im Dezember 2010, wurde die lang stagnierte Region aufgerüttelt und es kam eine Bewegung ins Rollen. Ob der Arabische Frühling die Region weitgehend verändert hat und zu einer Neustrukturierung führen kann, wird sich erst im Verlauf der Jahrzehnte zeigen und sicherlich von Land zu Land unterschiedliche Auswirkungen mit sich bringen. Was jedoch eindeutig ist, ist, dass der Arabische Frühling ein erneutes Kräftemessen im Vorderen Orient ausgelöst hat. Das Kräftemessen stellt einen religiösen Identitätskonflikt dar, welcher die Region bereits seit mehreren Jahrzehnten spaltet – der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Hegemoniale Bestrebungen nach dem Arabischen Frühling im Vorderen Orient
1.1 Der Iran und Saudi-Arabien - Kampf der Identitäten?
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, den langjährigen hegemonialen Konflikt zwischen dem Iran und Saudi-Arabien im Kontext des Arabischen Frühlings zu analysieren und zu untersuchen, inwieweit religiöse Identitätskonflikte die regionale Stabilität beeinflussen.
- Historische Wurzeln der Rivalität zwischen Iran und Saudi-Arabien
- Die Rolle der religiösen Identität (Sunniten vs. Schiiten) in der Region
- Einfluss des Arabischen Frühlings auf regionale Machtverhältnisse
- Stellvertreterkonflikte (z.B. in Syrien und Bahrain)
- Wirtschaftliche und politische Auswirkungen der Konkurrenz
Auszug aus dem Buch
Hegemoniale Bestrebungen nach dem Arabischen Frühling im Vorderen Orient
In kaum einer Region dieser Welt gehen Zusammenhalt und Auseinandersetzungen so Hand in Hand wie im Vorderen Orient. Der vordere Orient zeichnet sich durch ein starkes Verbundenheitsgefühl der Bewohner sowie durch eine geteilte arabische Identität aus. Man strebte gemeinsam nach Unabhängigkeit - erst vor dem Einfluss des Osmanischen Reichs und später von den britischen, französischen und italienischen Kolonialmächten. Gemeinsam erlebten die Staaten die Glanzzeit des Panarabismus unter Gamal Abdel Nasser, ägyptischer Staatspräsident von 1954-1970, bis hin zu dessen Zusammenbruch im Jahre 1967. Gleichzeitig wurde die Region immer wieder durch Auseinandersetzungen der Staaten in der Region geprägt. Hierbei ist nicht nur der bis heute anhaltende Konflikt mit Israel erwähnenswert, sondern auch eine beachtenswerte Anzahl von innerdiplomatischen Krisen, Invasionen, Grenzstreitigkeiten und den Kampf um die hegemoniale Vormachtstellung.
Durch den Ausbruch des Arabischen Frühlings, auch Arabellion genannt, im Dezember 2010, wurde die lang stagnierte Region aufgerüttelt und es kam eine Bewegung ins Rollen. Ob der Arabische Frühling die Region weitgehend verändert hat und zu einer Neustrukturierung führen kann, wird sich erst im Verlauf der Jahrzehnte zeigen und sicherlich von Land zu Land unterschiedliche Auswirkungen mit sich bringen. Was jedoch eindeutig ist, ist, dass der Arabische Frühling ein erneutes Kräftemessen im Vorderen Orient ausgelöst hat. Das Kräftemessen stellt einen religiösen Identitätskonflikt dar, welcher die Region bereits seit mehreren Jahrzehnten spaltet - der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten.
Zusammenfassung der Kapitel
Hegemoniale Bestrebungen nach dem Arabischen Frühling im Vorderen Orient: Das Kapitel führt in die historische Ausgangslage und die zentralen Akteure des Konflikts ein.
Der Iran und Saudi-Arabien - Kampf der Identitäten?: Dieser Abschnitt analysiert die tiefsitzenden religiösen und politischen Spannungen sowie die Auswirkungen des Arabischen Frühlings auf das regionale Machtgefüge.
Schlüsselwörter
Vorderer Orient, Arabischer Frühling, Iran, Saudi-Arabien, Hegemonie, Religion, Identitätskonflikt, Sunniten, Schiiten, Machtpolitik, Stellvertreterkrieg, Regionale Vorherrschaft, Außenpolitik, Rohstoffmarkt, Stabilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Ringen um die regionale Vorherrschaft zwischen dem Iran und Saudi-Arabien im Kontext politischer Umbrüche seit 2010.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der religiöse Identitätskonflikt zwischen Sunniten und Schiiten, historische Rivalitäten und der Einfluss externer Faktoren auf die regionale Machtverteilung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse der Dynamik zwischen den beiden Staaten und die Klärung, ob der Arabische Frühling eine neue Qualität oder lediglich eine Fortführung des bestehenden Konflikts darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Analyse, die historische Kontexte mit aktuellen politischen Entwicklungen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Länderporträtierung von Iran und Saudi-Arabien, der religiösen Spaltung, dem Einfluss des Arabischen Frühlings auf verschiedene Staaten und der aktuellen wirtschaftlichen Konkurrenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Hegemonie, Identitätskonflikt, Schiiten, Sunniten, regionale Vormachtstellung und diplomatischer Einfluss.
Wie wirkt sich der Arabische Frühling auf das saudische Königreich aus?
Obwohl Saudi-Arabien nur mit kleineren internen Protesten konfrontiert war, hat der Umbruch die regionale Stabilität geschwächt und das Königreich gezwungen, verstärkt in regionale Konflikte (z.B. Bahrain) einzugreifen.
Welche Rolle spielt der sogenannte "schiitische Halbmond" für den Iran?
Der Iran nutzt die Allianz mit Syrien und den Einfluss im Irak, um seine Machtposition in der Region zu festigen und sich gegen den sunnitischen Einfluss Saudi-Arabiens abzugrenzen.
Warum haben sich die diplomatischen Beziehungen 2016 verschlechtert?
Auslöser für den offiziellen Abbruch der Beziehungen war die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr durch Saudi-Arabien und die darauf folgende Stürmung der saudischen Botschaft in Teheran.
- Arbeit zitieren
- Yasmina Suleiman (Autor:in), 2016, Hegemoniale Bestrebungen nach dem Arabischen Frühling im Vorderen Orient, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/320558