Lange galt der Leitsatz in der Hirnforschung, dass Hänschen das, was er sich in seiner Jugend nicht angeeignet hat, das wird er als Hans im Berufsleben sehr schwer oder gar nicht mehr erlernen. Diese Erkenntnisse sind veraltet und haben mit den heutigen Ansichten über das lebenslange Lernen keine Bedeutung mehr. Die aktuellen Befunde der Hirnforschung gehen davon aus, dass Lernen niemals aufhört, sowohl in privater als auch in beruflicher Hinsicht. Im Fokus steht die individuelle Motivation des Lernens und welche Interessen ein Mensch in bestimmten Lebensphasen besitzt. Die Grundlage ist somit auch die intrinsische Motivation des Menschen sowie der Lebensweg der noch zu beschreiten gilt.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Analyse und Beurteilung aktueller Befunde der Hirnforschung über das Lernen im Alter. In diesem Zusammenhang werden die Konsequenzen einer altersgerechten Personalentwicklung sowie ein altersgerechter Personaleinsatz aufgeführt.
Zu Beginn werden die theoretischen Grundlagen der Hirnforschung kurz vorgestellt, um ein besseres Verständnis für die Zusammenhänge des Lernprozesses zu erlangen. Im Anschluss werden die aktuellen Befunde der Hirnforschung zum Lernen im Alter erklärt, dazu gehört die Definition des Begriffs Altern sowie die neusten Erkenntnisse aus der Intelligenzforschung und die Aspekte des Konstruktivismus zum Thema Lernen im Alter.
Schlussendlich werden die Konsequenzen daraus gezogen und eine Handlungsempfehlung für eine altersgerechte Personalentwicklung sowie ein altersgerechter Personaleinsatz gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage und Zielsetzung
1.2 Methodik und Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen der Hirnforschung
2.1 Das Gehirn des Menschen
2.2 Neurobiologische Aspekte des Lernens
2.3 Das System des lebenslangen Lernens
3 Aktuelle Befunde der Hirnforschung zum lernen im Alter
3.1 Altersklassifikationen und Alterskategorisierungen
3.2 Der Lernprozess im Alter
3.3 Konstruktivismus und Lernen
4 Altersgerechter Personalentwicklung sowie Personaleinsatz
4.1 Mögliche Maßnahmen einer altersgerechten Personalentwicklung
4.2 Merkmale einer altersgerechte Personalentwicklung
4.3 Altersgerechter Personaleinsatz
5 Fazit
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht aktuelle Erkenntnisse der Hirnforschung in Bezug auf die Lernfähigkeit im Alter und leitet daraus konkrete Konsequenzen für eine altersgerechte Gestaltung von Personalentwicklung und Personaleinsatz in Unternehmen ab.
- Neurobiologische Grundlagen der neuronalen Plastizität
- Intelligenzmodelle und Lernprozesse älterer Erwachsener
- Konstruktivistische Lernansätze im beruflichen Kontext
- Instrumente der altersgerechten Personalentwicklung
- Demografischer Wandel und Personaleinsatzplanung
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Gehirn des Menschen
Um das menschliche Gehirn zu verstehen, ist es wichtig sich im Vorfeld Basiswissen anzueignen, um bestimmte Verbindungen sowie Abläufe besser zu erklären. Das Gehirn wiegt in etwa 1,4 Kilogramm und verbraucht mehr als zwanzig Prozent der menschlichen Energiereserven. Grundbestandteile des Gehirns sind Nervenzellen, auch Neuronen genannt sowie deren Faserverbindungen zwischen den Neuronen. Die Stützpfeiler für die Neuronen bilden die Gliazellen , wobei diese auch maßgeblich an der neuronalen Erregungsverarbeitung beteiligt sind. (vgl. H. Beck 2003) Bildlich gesehen ist jedes Neuron wie ein Ast von einem großen immer weiter wachsenden Baum, dabei steht jede Verzweigung für ein Dendriten, einen Fortsatz sowie ein Axon. Schlusslicht bilden die Synapsen die mit allen Bestandteilen des Gehirns in Verbindung stehen und somit der Hauptakteur für die Übertragung von Nervenimpulsen sind. Die folgende Abbildung veranschaulicht in etwa die Komplexität der Neuronen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz des lebenslangen Lernens ein und umreißt die methodische Vorgehensweise zur Analyse von Hirnforschungserkenntnissen für den Arbeitskontext.
2 Theoretische Grundlagen der Hirnforschung: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau des menschlichen Gehirns, die neurobiologischen Lernvorgänge und das Konzept der Neuroplastizität als Basis für lebenslanges Lernen.
3 Aktuelle Befunde der Hirnforschung zum lernen im Alter: Es werden Altersdefinitionen diskutiert, kognitive Lernprozesse unter Berücksichtigung von fluider und kristallisierter Intelligenz betrachtet sowie konstruktivistische Lernansätze beleuchtet.
4 Altersgerechter Personalentwicklung sowie Personaleinsatz: Das Kapitel leitet aus den theoretischen Befunden praktische Maßnahmen ab, um Personalentwicklung und den Personaleinsatz an die Bedürfnisse älterer Mitarbeiter anzupassen.
5 Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und ein Ausblick auf die Notwendigkeit einer strategischen Personalpolitik angesichts des demografischen Wandels gegeben.
Schlüsselwörter
Hirnforschung, Lernen im Alter, Neuroplastizität, Personalentwicklung, Personaleinsatz, demografischer Wandel, kristalline Intelligenz, fluide Intelligenz, Konstruktivismus, lebenslanges Lernen, Wissenssicherung, Mitarbeiterbindung, Altersstrukturanalyse, Motivation, neuronale Verknüpfungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung aktueller Erkenntnisse der Hirnforschung auf das Lernen im Alter, speziell im Kontext der beruflichen Personalentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Neurobiologie des Lernens, die kognitive Altersforschung, konstruktivistische Lerntheorien sowie betriebliche Instrumente zur Förderung älterer Arbeitnehmer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu beschreiben, wie sich das Lernen im Alter wissenschaftlich begründen lässt und welche Konsequenzen daraus für eine altersgerechte Personalpolitik resultieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse und Beurteilung aktueller Fachliteratur und wissenschaftlicher Befunde aus der Hirnforschung und Psychologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung neurobiologischer Grundlagen, die Analyse von Lernprozessen im Alter und die Ableitung konkreter Maßnahmen für die Unternehmenspraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Neuroplastizität, demografischer Wandel, kristalline Intelligenz und altersgerechte Personalentwicklung.
Warum ist das Konzept der Neuroplastizität für Unternehmen wichtig?
Neuroplastizität belegt, dass das Gehirn lebenslang lernfähig ist; dies entkräftet das Vorurteil, dass ältere Mitarbeiter nicht mehr lernfähig seien, und unterstreicht das Potenzial für Weiterbildung.
Welche Rolle spielt die kristalline Intelligenz bei älteren Mitarbeitern?
Im Gegensatz zur fluiden Intelligenz bleibt die kristalline Intelligenz, welche erworbenes Wissen und Erfahrung umfasst, im Alter stabil oder wächst sogar, was ältere Mitarbeiter zu wertvollen Wissensträgern macht.
Welchen Nutzen bietet die Altersstrukturanalyse für den Personaleinsatz?
Sie ermöglicht eine vorausschauende Planung, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken und Potenziale aller Altersgruppen gezielt einzusetzen.
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- Lale Graß (Author), 2016, Lernen im Alter. Aktuelle Befunde der Hirnforschung und ihre Konsequenzen für die altersgerechte Personalentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/320411