Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem sehr breit gefassten Thema, der Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen. Für die Berechnung bzw. Ermittlung der Unternehmenswerte sowie der Erläuterung der diversen Verfahren gibt es in diesem Bereich schon ein breites Angebot an ausgezeichneter Literatur.
Deshalb hat sich der Autor dieser Arbeit das Ziel gesetzt, vor allem die besonderen Merkmale von KMU und die daraus resultierenden Problemstellungen in Bezug auf die Unternehmensbewertung darzustellen.
Im ersten Kapitel dieser Arbeit erfolgt eine kurze Einführung in die Grundlagen der Unternehmensbewertung mit Schwerpunkt auf die wissenschaftliche Fundierung und Herleitung. Im zweiten Kapitel werden anschließend die Besonderheiten und Problemstellungen von KMU im Rahmen der Unternehmensbewertung erläutert, welche in der Schlussbetrachtung noch einmal kritisch hinterfragt werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Grundlagen der Unternehmensbewertung
1.1 Wissenschaftliche Fundierung
1.1.1 Begriffsbestimmungen
1.1.2 Entwicklung
1.1.2.1 Objektive Unternehmensbewertung
1.1.2.2 Subjektive Unternehmensbewertung
1.1.2.3 Funktionale Unternehmensbewertung
1.2 Anlass und Zweck der Bewertung
1.3 Bewertungsverfahren
1.3.1 Ertragswertverfahren
1.3.2 Discounted-Cashflow-Verfahren
2. Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen
2.1. Definition von kleinen und mittleren Unternehmen
2.2 Gesamtwirtschaftliche Bedeutung von kleinen und mittleren Unternehmen
2.3 Spezifische Merkmale von kleinen und mittleren Unternehmen
2.4 Besondere Problemstellungen bei der Bewertung kleinen und mittleren Unternehmen
2.4.1 Abgrenzung des Bewertungsobjekts
2.4.2 Die Berücksichtigung des kalkulatorischen Unternehmerlohns
2.4.3 Eingeschränkte Informationsquellen
2.5 Prozess der Unternehmensbewertung bei kleinen und mittleren Unternehmen
3. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die besonderen Merkmale kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie die daraus resultierenden Herausforderungen bei der Unternehmensbewertung systematisch zu analysieren und kritisch zu beleuchten.
- Theoretische Fundierung der verschiedenen Bewertungsansätze
- Definition und gesamtwirtschaftliche Relevanz von KMU
- Analyse der spezifischen Merkmale, insbesondere der Personenbezogenheit
- Identifikation zentraler Problemfelder, wie die Abgrenzung zum Privatvermögen
- Darstellung des Bewertungsprozesses unter Berücksichtigung von Datenverfügbarkeit
Auszug aus dem Buch
1.1.2.2 Subjektive Unternehmensbewertung
Mitte der 1960er Jahre fand der endgültige Durchbruch der subjektiven Unternehmensbewertung statt. Dieser Ansatz stellte den konträren Standpunkt zur objektiven Unternehmensbewertung dar und vertrat die Auffassung, dass Unternehmenswerte subjektiv sind. Die zentralen Aspekte der subjektiven Unternehmensbewertung waren Subjektivität (Subjektbezogenheit), Zukunftsbezogenheit und Gesamtbezogenheit (vgl. Matschke/Brösel, 2006, S.18).
Im Rahmen der Subjektbezogenheit wurden die Vorstellungen und Planungen des Bewertungssubjekts in die Bewertung integriert. Somit fand eine Berücksichtigung von individuellen Synergieeffekten, sowohl positiv als auch negativ, statt (vgl. Matschke/Brösel, 2006, S. 18).
„Das Prinzip der Zukunftsbezogenheit besagt bezüglich der Bewertung eines Unternehmens, daß für das Bewertungssubjekt nur der Nutzen bewertungsrelevant ist, den ihm dieses in der Zukunft stiftet“ (Matschke/Brösel, 2006, S.19).
Das Prinzip der Gesamtbewertung besagt, dass der Wert eines Unternehmens nicht durch die Summe der jeweiligen Einzelwerte dargestellt wird. Das Unternehmen wird als wirtschaftliche Einheit betrachtet, andernfalls besteht die Gefahr der Vernachlässigung von positiven wie auch negativen Verbundeffekten (vgl. Matschke/Brösel, 2006, S.20).
Aus diesen Prinzipien leitet sich der Wertansatz ab welcher der subjektiven Theorie zugrunde liegt, der Zukunftserfolgswert. Dieser stellt die gesamten zukünftigen Unternehmenserfolge dar, welche mit einem Diskontierungszinssatz, der aus der besten alternativen Kapitalanlage resultiert, diskontiert werden. Somit ergibt sich für jedes Bewertungssubjekt ein individueller und grundsätzlich unterschiedlicher Unternehmenswert (vgl. Matschke/Brösel, 2006, S.20).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Themas und Zielsetzung, insbesondere die Untersuchung der Besonderheiten und Problemstellungen bei der Bewertung von KMU.
1. Grundlagen der Unternehmensbewertung: Einführung in die theoretische Fundierung, die historische Entwicklung der Bewertungsansätze und Vorstellung gängiger Verfahren wie Ertragswert- und DCF-Methoden.
2. Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen: Analyse der Definitionen, der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung sowie der spezifischen Herausforderungen bei der Bewertung von KMU, wie fehlende Transparenz und die starke Personenbezogenheit.
3. Schlussbetrachtung: Kritische Zusammenfassung der Erkenntnisse, wobei insbesondere die Grenzen der Planbarkeit und die Problematik unzureichender Rechnungswesengrundlagen betont werden.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, KMU, Ertragswertverfahren, Discounted-Cashflow-Verfahren, Personenbezogenheit, Bewertungsobjekt, Unternehmerlohn, Planung, Finanzanalyse, Bewertungsprozess, Investitionsentscheidung, Kapitalkosten, Zukunftserfolgswert, KMU-Definition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung und deren spezifischer Anwendung bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung der Bewertungstheorien, die Einordnung von KMU in die deutsche Wirtschaft sowie die Analyse von Problemen wie Datenmangel und Verflechtung von Privatem und Betrieblichem.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung der besonderen Merkmale von KMU und der damit verbundenen Herausforderungen bei der Ermittlung eines aussagekräftigen Unternehmenswertes.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturgestützte, theoretische Analyse durchgeführt, die verschiedene Bewertungsmethoden wie das Ertragswert- und DCF-Verfahren gegenüberstellt und auf KMU-Besonderheiten anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Bewertung und eine spezifische Betrachtung von KMU inklusive der Definition, der Bedeutung und der prozessualen Bewertungsschritte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Unternehmensbewertung, KMU, Ertragswert, DCF-Verfahren, Personenbezogenheit und Unternehmensplanung.
Warum ist die Abgrenzung von Privat- und Betriebsvermögen bei KMU so schwierig?
Oftmals befinden sich wesentliche Vermögensgegenstände (z. B. Immobilien, Patente) im Privatbesitz des Eigentümers, was eine klare Trennung für eine saubere Unternehmensbewertung erschwert.
Was versteht man unter dem kalkulatorischen Unternehmerlohn?
Es ist ein fiktiver Betrag, der abgezogen wird, um die Arbeitsleistung des Eigentümers von den betrieblichen Erträgen zu trennen und das Unternehmen mit anderen Investitionen vergleichbar zu machen.
- Arbeit zitieren
- Kevin Schwarzinger (Autor:in), 2016, Bewertung kleiner und mittlerer Unternehmen. Grundlagen, Verfahren und Besonderheiten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/320231