Der Begriff der Kritik hat eine lange und verworrene Begriffsgeschichte hinter sich, sodass verschiedene Generationen von Philosophen Verschiedenes unter diesem Begriff verstanden haben. Im Folgenden möchte ich aufzeigen, inwiefern ich glaube, dass der französische Philosoph Michel Foucault, der sich selbst weniger als Philosoph, vielleicht gerade noch als Kritiker bezeichnet, sich mit seinem sehr eigenen Verständnis von Kritik von der Kantschen Unternehmung des Kritizismus abgrenzt und zu einem ursprünglicheren Verständnis dieses Begriffs, wie etwa von Aristoteles vertreten, zurückkehrt.
Anschließend werde ich darlegen, warum ich der Meinung bin, dass das Foucaultsche Kritikverständnis nicht nur auch heute noch begründet und relevant ist, sondern warum ich glaube, dass dieses heute mehr denn je er- und gefordert ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Zum Kritikverständnis von Michel Foucault und dessen Relevanz für die Gegenwart
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Foucaultsche Verständnis von Kritik in bewusster Abgrenzung zum Kantschen Kritizismus. Ziel ist es, Foucaults Ansatz als ein grundlagenloses, auf die Hinterfragung von Macht-Wissen-Nexus fokussiertes Unterfangen darzustellen und dessen ungebrochene Aktualität angesichts moderner Überwachungs- und Regierungsformen aufzuzeigen.
- Grundlagen des Foucaultschen Kritikverständnisses
- Abgrenzung von der Kantschen Aufklärung und dem Kritizismus
- Die Rolle von Macht, Wissen und Subjekt in der Kritik
- Die Funktion der Kritik als „Kunst der Entunterwerfung“
- Aktualität des kritischen Denkens in der heutigen Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
Zum Kritikverständnis von Michel Foucault und dessen Relevanz für die Gegenwart
Der Begriff der Kritik hat eine lange und verworrene Begriffsgeschichte hinter sich, sodass verschiedene Generationen von Philosophen Verschiedenes unter diesem Begriff verstanden haben. Im Folgenden möchte ich aufzeigen, inwiefern ich glaube, dass der französische Philosoph Michel Foucault, der sich selbst weniger als Philosoph, denn vielleicht gerade noch als Kritiker bezeichnet, sich mit seinem sehr eigenen Verständnis von Kritik von der Kantschen Unternehmung des Kritizismus abgrenzt und zu einem ursprünglicheren Verständnis dieses Begriffs, wie etwa von Aristoteles vertreten, zurückkehrt. Anschließend werde ich darlegen, warum ich der Meinung bin, dass das Foucaultsche Kritikverständnis nicht nur auch heute noch begründet und relevant ist, sondern warum ich glaube, dass dieses heute mehr denn je er- und gefordert ist.
Der von Foucault 1978 gehaltene und erst 1992 in deutscher Sprache veröffentlichte Vortrag mit dem Titel „Was ist Kritik?“ legt nicht nur dar, was Foucault in Abgrenzung zu Kant unter diesem Begriff versteht, sondern stellt darüber hinaus, wie auch Judith Butler hervorhebt, ein konkretes Beispiels des kritischen Unternehmens in seinem Sinne dar. Bevor sich jedoch klar machen lässt, inwiefern das eben Behauptete zutrifft, ist es notwendig, sich das Foucaultsche Kritikverständnis zu verdeutlichen und vom Kantschen Kritizismus abzugrenzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zum Kritikverständnis von Michel Foucault und dessen Relevanz für die Gegenwart: Das Kapitel führt in die philosophische Fragestellung ein, definiert Kritik als Widerstand gegen Regierungsformen und arbeitet die historische sowie aktuelle Relevanz des Foucaultschen Ansatzes im Kontrast zu Kant heraus.
Schlüsselwörter
Michel Foucault, Kritik, Kritizismus, Immanuel Kant, Macht, Wissen, Subjekt, Entunterwerfung, Aufklärung, Kontingenz, Regierungsführung, Diskurs, Macht-Wissen-Nexus, Philosophie, Gesellschaftskritik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Definition von Kritik bei Michel Foucault und arbeitet heraus, wie sich sein Verständnis von einem traditionellen, auf Vernunftprinzipien basierenden Kritizismus abhebt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Macht und Wissen, die Rolle des Subjekts in sozialen Praktiken und die kritische Analyse von Herrschaftsverhältnissen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Foucaults Kritikbegriff eine „Kunst der Entunterwerfung“ darstellt, die gerade heute angesichts zunehmender gesellschaftlicher Überwachung von zentraler Bedeutung ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die vergleichende Diskursanalyse, insbesondere durch die Gegenüberstellung von Foucaults Vortrag „Was ist Kritik?“ und Kants Schriften zur Aufklärung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird der theoretische Kontrast zwischen der Foucaultschen Kritik als kontingente Praxis und dem Kantschen Streben nach universellen Erkenntnisgrundlagen detailliert erarbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Macht-Wissen-Nexus, Entunterwerfung, Kontingenz und kritische Distanz zum Regiertwerden geprägt.
Warum grenzt Foucault Kritik von der Kantschen Aufklärung ab?
Foucault lehnt die Priorisierung von Erkenntniskritik ab, da diese in seinen Augen zu einer neuen Rationalisierung von Macht führt, statt die individuelle Freiheit vor dem Zugriff der Regierung zu schützen.
Was bedeutet der Begriff „Kunst der Entunterwerfung“ bei Foucault?
Er beschreibt die kritische Haltung des Subjekts, sich den Mechanismen, die sich als Wahrheit tarnen und zur Unterwerfung führen, aktiv zu verweigern.
Inwiefern ist das Foucaultsche Modell heute relevant?
Die Relevanz ergibt sich laut Autor insbesondere aus der zunehmenden digitalen Überwachung, die unter dem Deckmantel der Sicherheit als alternativlos dargestellt wird.
Bezieht sich der Text auf aktuelle politische Entwicklungen?
Ja, der Text verknüpft die philosophische Analyse explizit mit modernen Beispielen wie der ökonomischen Argumentation zur Staatsführung oder der digitalen Totalüberwachung.
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- Anonym (Author), 2014, Zum Kritikverständnis von Michel Foucault und dessen Relevanz für die Gegenwart, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/319670