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Die literarische Gattung der Idylle. Zur Rolle des Idyllischen in Friedrich Schillers "Wilhelm Tell"

Titel: Die literarische Gattung der Idylle. Zur Rolle des Idyllischen in Friedrich Schillers "Wilhelm Tell"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 17 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anika Strelow (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den idyllischen Elementen in Schillers "Wilhelm Tell". Bevor mithilfe einer ausführlichen Inhaltsanalyse die idyllischen Elemente des Dramas untersucht und die Rolle des Idyllischen für die Gesamtinterpretation des Dramas herausgearbeitet werden, soll der Begriff Idylle definiert und auf Probleme bei der Gattungsabgrenzung aufmerksam gemacht werden. Den Abschluss dieser Arbeit bildet ein zusammenfassendes Fazit.

1793 ordnete das französische Nationalkonvent an, die Tragödie des „Wilhelm Tell und andere Stücke, die die ruhmvollen Ereignisse der [französischen] Revolution und die Tugenden der Verteidiger der Freiheit darstellen“, dreimal wöchentlich auf den Pariser Bühnen aufführen zu lassen. Straßen, Plätze und Ortschaften wurden während der Revolutionsjahre nach Wilhelm Tell benannt. Auch 1798 noch stürmten die französischen Revolutionäre mit Parolen wie „Vive Guillaume Tell! Vive les descendants de Guillaume Tell!“ über die Schweizer Grenze und gründeten die bis 1803 bestehende Helvetische Republik.

Diese und viele weitere Beispiele zeigen auf, dass der Tell-Mythos, der seit dem 15. Jahrhundert bis über die deutschsprachigen Grenzen hinaus eine ungeheure Popularität erfährt, zu einer zentralen Identifikationsfigur verschiedener konservativer und patriotischer Kreise geworden ist und gerne als Analogie zur Französischen Revolution gesetzt wird. Auch der Dichter Friedrich Schiller griff die Legende um Wilhelm Tell und den Befreiungskampf der Schweizer Eidgenossenschaft wieder auf und verfasste in seiner späten Schaffensphase das gleichnamige Bühnenwerk "Wilhelm Tell", welches 1804 am Weimarer Hoftheater uraufgeführt wurde.

Schillers Dramatisierung verkörpert hingegen weniger die Verherrlichung der Französischen Revolution mit der nachfolgenden Jakobiner-Herrschaft, sondern verbindet vielmehr die Vorstellung einer friedlichen Revolution gegen die Tyrannei. Mit seinem Drama "Wilhelm Tell" schuf er ein „politisch-ästhetisches Gegenmodell“ (Borchmeyer 1982, S. 70), das seine Idealvorstellungen von einem ästhetischen und moralischen Staat widerspiegelt. Gleichsam integrierte Schiller in seine Idee von einer „ursprünglich-harmonischen Naturgesellschaft“ (Kaiser 1971, S. 109) die Konzeption der Idylle – einer Gattung, welche im 18. Jahrhundert grundlegende semantische und literarische Erweiterungen erfuhr.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung Idyll(e) im literaturgeschichtlichen Überblick

3. Wege zur Idylle: Die triadische Disposition nach Schiller

4. Zur Darstellung des Idyllischen in „Wilhelm Tell“

4.1 Locus amoenus und die Natur des Vaterlandes

4.2 Trauer um die vergangene Idylle

4.3 Idylle als Gemeinschaftsgedanke und menschliches Freiheitsstreben

4.4 Verkörperung der Idylle durch den Protagonisten Wilhelm Tell

5. Fazit

6. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit untersucht die Bedeutung und Funktion des Idyllischen in Friedrich Schillers Drama „Wilhelm Tell“. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Idyllen-Konzept nicht nur als ästhetische Kategorie, sondern auch als politisch-moralisches Instrument zur Darstellung eines idealen Staatswesens und als Reflexion über menschliche Freiheit und Natur dient.

  • Definition des Begriffs Idylle im literaturgeschichtlichen Kontext
  • Analyse von Schillers triadischer Disposition und deren Anwendung auf das Drama
  • Darstellung der idyllischen Elemente (Locus amoenus, Gemeinschaftsgedanke)
  • Untersuchung der Entwicklung des Protagonisten Wilhelm Tell vom Naturmenschen zum reifen Individuum
  • Diskussion des Verhältnisses zwischen Idyllik, Naturrecht und revolutionärer Gewalt

Auszug aus dem Buch

4.1 Locus amoenus und die Natur des Vaterlandes

Bereits in der ersten Szene im ersten Akt des Schauspiels wird dem Zuschauer bzw. Leser eine idyllische, friedvolle und harmonische Landschaft mitten in der Schweiz vorgestellt, die fernab aller gesellschaftlichen Zwänge gelegen ist und sich durch einen Zustand der vollkommenen Harmonie zwischen Mensch und Natur auszeichnet: „Über den See hinweg sieht man die grünen Matten, Dörfer und Höfe von Schwyz im hellen Sonnenschein liegen.“ (Schiller 2014, S. 5 / Regieanweisungen). Der visuelle Eindruck über das Schweizer Landschaftspanorama dieses lieblichen Ortes, locus amoenus, wird zudem durch akustische Impulse der Kuhreihen und dem harmonischen Geläut der Herdenglocken untermalt. Doch die Vergänglichkeit der anfangs ruhigen Naturatmosphäre wird bereits durch die heraufziehenden Wolken angedeutet.

Anschließend werden der Fischerknabe Ruodi auf dem See, der Hirte Kuoni auf der Wiese und Jäger Werni auf einem Bergfelsen – als typische Repräsentanten des Naturzustandes – in die Eingangsszene eingeführt, welche durch ihren volksliedhaften Gesang die Natur ihres Vaterlandes auf liebevolle Art und Weise beschreiben. Doch auch sie bemerken das saisonal bedingte Umschlagen des Wetters: „Ihr Matten lebt wohl. / Ihr sonnigen Weiden! / Der Senne muss scheiden, / Der Sommer ist hin.“ (vgl. ebenda, V. 13-16) und verabschieden sich von der ihr vertrauten Natur: „Wir fahren zu Berg, wir kommen wieder, / Wenn der Kuckuck ruft, wenn erwachen die Lieder, / Wenn mit Blumen die Erde sich kleidet neu, / […]“ (vgl. ebensa, V. 17-20). Diese Metapher, gestiftet durch den Vergleich der Natur mit einer gleichberechtigten und wertgeschätzten Person, zu der der Hirte eine enge Bindung hegt, verdeutlicht auch an dieser Stelle die Liebe und den Respekt zur heimischen Idylle.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Rezeptionsgeschichte des Tell-Mythos und verortet Schillers Drama als ästhetisches Gegenmodell zur Französischen Revolution, wobei die Bedeutung des Begriffs Idylle als zentraler Untersuchungsgegenstand hervorgehoben wird.

2. Begriffserklärung Idyll(e) im literaturgeschichtlichen Überblick: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Idyllen-Begriffs von der Antike bis ins 19. Jahrhundert nach und beleuchtet dessen Bedeutung als literarische Gattung sowie als Ausdruck von Harmonie und Naturverbundenheit.

3. Wege zur Idylle: Die triadische Disposition nach Schiller: Hier wird Schillers Idyllen-Theorie basierend auf seiner Schrift „Über naive und sentimentalische Dichtung“ vorgestellt, die den Menschen durch ein Drei-Stadien-Modell (Natur, Kultur, Idylle) als Ziel einer ästhetischen und moralischen Entwicklung begreift.

4. Zur Darstellung des Idyllischen in „Wilhelm Tell“: In diesem Hauptteil wird das Idyllische im Drama analysiert – von der Landschaftsdarstellung über das soziale Bündnis der Eidgenossen bis hin zur individuellen Entwicklung des Protagonisten.

4.1 Locus amoenus und die Natur des Vaterlandes: Das Kapitel untersucht die einleitende Naturschilderung im Drama und ihre Funktion als locus amoenus, der sowohl eine harmonische Welt zeigt als auch deren Gefährdung durch politische Machtansprüche andeutet.

4.2 Trauer um die vergangene Idylle: Diese Analyse widmet sich Stauffachers Klage, welche den Verlust einer harmonischen Vergangenheit und das Leiden unter der Tyrannei der Landvögte symbolisiert.

4.3 Idylle als Gemeinschaftsgedanke und menschliches Freiheitsstreben: Hier wird der Rütli-Schwur als Ausdruck eines uralten Bündnisses und als verfassungsgebender Akt gedeutet, in dem die Idylle zum sozialen Ideal und zum Ziel kollektiven Handelns wird.

4.4 Verkörperung der Idylle durch den Protagonisten Wilhelm Tell: Dieses Kapitel betrachtet Tell als Entwicklungscharakter, der vom unreflektierten Naturmenschen zum reflektierten Akteur reift und somit Schillers Ideal einer harmonischen Verbindung von Natur und Vernunft verkörpert.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Idylle in „Wilhelm Tell“ eine multidimensionale Ebene einnimmt und das Drama als utopisches Konzept eines ästhetischen Staates ausweist, in dem der Gegensatz zwischen Wirklichkeit und Ideal überwunden wird.

6. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit verwendeten Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Wilhelm Tell, Idylle, Idyllentheorie, Locus amoenus, triadische Disposition, Naturzustand, Aufklärung, Freiheitsstreben, Eidgenossenschaft, ästhetischer Staat, Naturrecht, Literaturgeschichte, Drama, Rütli-Schwur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Idyllen-Motivs in Friedrich Schillers Drama „Wilhelm Tell“ und untersucht dessen Bedeutung für die Interpretation des Gesamtwerks.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die literaturgeschichtliche Definition der Idylle, Schillers philosophisches Konzept der „triadischen Disposition“, die Darstellung von Natur und Gemeinschaft sowie die politische Dimension von Freiheit und Widerstand.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Idyllische als zentrales Element Schillers Idealvorstellung eines ästhetisch-moralischen Staates widerspiegelt und welche Rolle es in der Charakterentwicklung des Protagonisten spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe Szenenanalyse sowie die theoretische Fundierung durch Schillers gattungstheoretische Schriften, um die Idyllen-Motive im Drama methodisch zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil wird das Idyllische auf verschiedenen Ebenen analysiert: als Landschaftsdarstellung (Locus amoenus), als Ausdruck politischer Gemeinschaftsbildung auf dem Rütli und als Entwicklungsweg des Helden Wilhelm Tell.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören: Schillers Idyllentheorie, triadische Disposition, Naturzustand, Ästhetik, Freiheitsstreben, Eidgenossenschaft und politisches Gegenmodell.

Wie entwickelt sich Wilhelm Tell im Sinne von Schillers Idyllentheorie?

Tell entwickelt sich vom naiven „Naturmenschen“ (erstes Stadium) durch die existenzielle Bedrohung und die moralische Reflexion (Kultur-Stadium) hin zu einem gereiften Individuum, das Freiheit und Vernunft in Einklang bringt (dritter Zustand: Idylle).

Welche Bedeutung hat der Rütli-Schwur in der idyllischen Analyse?

Der Rütli-Schwur stellt das zweite Stadium der triadischen Entwicklung dar; er dient der Wiederherstellung eines alten, gerechten Gesellschaftszustandes und verbindet den Wunsch nach Autonomie mit einer neuen, moralischen Rechtsordnung.

Warum wird die Idylle im „Wilhelm Tell“ auch als gesellschaftskritisch eingestuft?

Da das Drama in der Zeit nach der Französischen Revolution entstand, reflektiert es aufklärerische Ideale wie Menschenrechte und Widerstandsrecht, die im Kontext der feudalen Unterdrückung ein neues, utopisches Gesellschaftsbild entwerfen.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die literarische Gattung der Idylle. Zur Rolle des Idyllischen in Friedrich Schillers "Wilhelm Tell"
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Historische Dramen des 18. Jahrhunderts
Note
2,0
Autor
Anika Strelow (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V319591
ISBN (eBook)
9783668191785
ISBN (Buch)
9783668191792
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Drama Schiller Wilhelm Tell Literaturgeschichte Idylle locus amoenus natur ideal 18. Jahrhundert Literaturepoche Frankreich Schweiz Deutschland Deutsche Literatur Friedrich Schiller Historische Dramen Triadische Disposition
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anika Strelow (Autor:in), 2015, Die literarische Gattung der Idylle. Zur Rolle des Idyllischen in Friedrich Schillers "Wilhelm Tell", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/319591
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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