Immer öfter kann man in den Zeitungen lesen, dass die Gewalt, die von Kindern und Jugendlichen ausgeht, brutaler wird und die Täter immer jünger werden. Es entstehen jährlich Schäden in Millionen Höhe durch Vandalismus an Schulen. Die gewalttätigen Übergriffe nehmen zu, es scheint als hätten viele Kinder kein Bewusstsein für das Unrecht ihrer Taten entwickelt. Der zunehmenden Zahl schwieriger und verhaltens/gestörter Schüler steht eine wachsende Menge hilf- und ratloser Erwachsener gegenüber, die alle genügt sind, die Gründe für Unterrichtsstörungen und zunehmend rüdes und gewaltbereites Verhalten von Kindern und Jugendlichen vor allem in den Versäumnissen der Eltern, in der fragwürdigen Medienkultur, in „strukturellen“ Voraussetzungen, der „neuen Armut“ etc. zu suchen. Die Gesellschaft schreit auf und will, dass sich etwas ändert. Diese Verhältnisse sollen nicht anhalten oder sich gar verschlimmern. Es werden Programme zur Prävention und Intervention entwickelt. Damit ist die Gewalt an Schulen zu einem sozialen Problem geworden, denn ein soziales Problem ist alles, was von kollektiven Akteuren der Öffentlichkeit oder dem Wohlfahrtsstaat als solches angesehen und bezeichnet wird. Zum anderen muss ein soziales Problem vier Bedingungen erfüllen, um als ein solches gelten zu können. Der erste Aspekt ist, dass es gegen die von der Gesellschaft postulierten Werte verstößt und dies tut es, denn die große Mehrheit unserer Gesellschaft hat begriffen, dass dieses Verhalten nicht geduldet werden kann, da es gegen die im Grundgesetz verankerten Rechte auf körperliche und seelische Unversehrtheit verstößt. Die zweite Bedingung, die erfüllt sein muss, ist diejenige, dass die Betroffenen ohne eigene Schuld hilfebedürftig geworden sind. Auch diese Bedingung ist erfüllt. Denn meist vergreifen sich Stärkere an Schwächeren und die Folgen für die Opfer sind oft körperlich und seelisch verheerend. Drittens muss eine Änderung im Rahmen der bestehenden Gesellschaft möglich sein. Wie viele Modelversuche gezeigt haben, ist es möglich diese Situation in den Schulen zu ändern. Durch bestimmte Maßnahmen gegen Gewalt, durch die Erziehung im Elternhaus und durch die persönliche Begegnung mit starken und friedvollen Lehrerpersönlichkeiten. Aber dazu erläutere ich mehr in späteren Kapiteln dieser Arbeit. Und der vierte und letzte Punkt, der erfüllt sein muss, damit ein Problem als soziales Problem gelten kann, ist derjenige, dass eine moralische Pflicht zur Abhilfe besteht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von Aggression und Gewalt
3. Verschiedene Formen von Gewalt
3.1. Die physische Gewalt oder auch körperliche Gewalt genannt
3.2. Verbale Gewalt
3.3. Psychische Gewalt
3.4. Mobbing, Seite 5
4. Gewalt in der Schule und wie sie sich äußert
5. Bedingungen und Ursachen für Gewalt in der Schule
6. Gewalt durch die Schule
7. Erziehung gegen Gewalt, Präventionsmaßnahmen/Interventionsmaßnahmen
7.1. Schüler als Streitschlichter
7.2. Gewaltfrei Konfliktlösung im Klassenzimmer
7.3. Das Konstanzer Trainingsmodell (KTM)
7.4. Anti- Mobbing- Programm nach Dan Olweus
8. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das zunehmende Phänomen der Gewalt an Schulen, analysiert deren vielfältige Ursachen im schulischen und familiären Umfeld und bewertet pädagogische Präventions- sowie Interventionsstrategien zur Förderung eines gewaltfreien Schulklimas.
- Definition und Erscheinungsformen von Aggression und Gewalt im schulischen Kontext.
- Analyse schulischer Strukturen, die gewalttätiges Verhalten begünstigen können.
- Evaluierung konkreter Präventionsmodelle wie das Konstanzer Trainingsmodell und Anti-Mobbing-Programme.
- Die zentrale Rolle der Lehrerpersönlichkeit und pädagogischer Sensibilität bei der Gewaltprävention.
- Die Bedeutung der Erziehung und Wertevermittlung im Elternhaus und der Schule.
Auszug aus dem Buch
4. Gewalt in der Schule und wie sie sich äußert
Gewalt an Schulen hat es schon immer gegeben, aber die Wahrnehmung dafür hat in letzter Zeit zugenommen. Immer jüngere Schüler neigen zu immer mehr Gewalt, die Gewalttätigkeiten werden immer brutaler. Lehrerbildung und Arbeitsplatzbeschreibung der Lehrer sind zu fachwissenschaftlich und sie vernachlässigen den Erziehungsauftrag und sorgen für Defizite in der sozialpädagogischen Kompetenz. An deutschen Schulen entsteht jährlich durch Vandalismus ein Schaden von etwa 100Millionen Euro- mit steigender Tendenz und vor allem an großen Schulen. Auch gibt es in vielen Fällen Schaden an Psyche und Gesundheit der Kinder. Die Phänomene der schulischen Gewalt sind nach Peter Struck, Professor der Erziehungswissenschaften, überall gleich:
90% der Täter, aber auch der Opfer, sind Jungen
Nötigung, Erpressung, Bedrohung, Körperverletzung, Diebstahl und Sexualvergehen werden bei immer jüngeren Schülern, in stetig größer werdenden Zahlen und mit einer Steigerung der Gewaltqualität beobachtet. Während man früher aufhörte, wenn das Opfer am Boden lag, tritt man ihm heute noch ins Gesicht.
Lehrer beklagen das nachlassende Unrechtsbewusstsein bzw. die Unfähigkeit zu Schuldgefühlen und eine immer niedriger werdende Hemmschwelle für Aggressionen.
Kinder gewöhnen sich an Gewalt als Kommunikationsmittel, so dass auch die sprachliche Verrohung immer mehr zunimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zunahme und Brutalisierung von Gewalt unter Kindern und Jugendlichen und definiert das Thema als ein dringliches soziales Problem, das eine moralische Pflicht zur Abhilfe erfordert.
2. Definition von Aggression und Gewalt: Dieses Kapitel differenziert zwischen Aggression als menschlichem Verhaltensausdruck und Gewalt als machtgebundenem, schädigendem Handeln.
3. Verschiedene Formen von Gewalt: Hier werden physische Gewalt, verbale und psychische Gewalt sowie Mobbing als spezifische Ausprägungen von Gewalt an Schulen kategorisiert.
4. Gewalt in der Schule und wie sie sich äußert: Dieses Kapitel beschreibt die aktuelle Situation an deutschen Schulen, inklusive der phänomenologischen Merkmale und der Auswirkungen von Vandalismus und Aggression.
5. Bedingungen und Ursachen für Gewalt in der Schule: Es werden strukturelle, gesellschaftliche und individuelle Ursachen identifiziert, die Gewalt begünstigen, wobei der Fokus auf dem Schulsystem und dem familiären Umfeld liegt.
6. Gewalt durch die Schule: Hier wird untersucht, inwiefern institutionelle Mängel, unzeitgemäße Lehrmethoden und ein problematisches Lehrerverhalten selbst Gewalt gegenüber Schülern erzeugen.
7. Erziehung gegen Gewalt, Präventionsmaßnahmen/Interventionsmaßnahmen: Das Kapitel stellt vier pädagogische Ansätze zur Gewaltprävention vor, darunter Streitschlichtung, Konfliktlösungstrainings und das Anti-Mobbing-Programm nach Olweus.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer umfassenden erzieherischen Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule zusammen, um ein gewaltfreies Umfeld zu schaffen.
Schlüsselwörter
Gewaltprävention, Aggression, Schule, Mobbing, Vandalismus, Interventionsmaßnahmen, Erziehungsauftrag, Konfliktlösung, Sozialpädagogik, Schüler, Lehrerrolle, soziale Probleme, Gewalt in der Schule, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik von Gewalt an Schulen, ihren Ursachen und möglichen pädagogischen Gegenstrategien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören Formen der Gewalt, die Rolle der Schule bei der Gewaltentstehung sowie verschiedene Präventions- und Interventionskonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gewalt an Schulen durch ein besseres Verständnis der Ursachen und die Implementierung gezielter Präventionsmaßnahmen reduziert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Literaturanalyse zu sozialpädagogischen Ansätzen der Gewaltprävention.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Formen der Gewalt, Ursachen durch schulische Strukturen, das Verhalten von Lehrkräften sowie spezifische Interventionsmodelle analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Gewaltprävention, Schulalltag, Aggression, Lehrerbildung und soziale Erziehung.
Welche Rolle spielen Lehrer bei der Gewaltentstehung?
Laut Autorin können ungeeignete Lehrertypen, unzureichende pädagogische Ausbildung und ein autoritärer Führungsstil die Gewaltentwicklung unter Schülern fördern.
Wie unterscheidet sich das Konstanzer Trainingsmodell von anderen Ansätzen?
Das KTM zielt primär auf die Reflexion und Verhaltensänderung der Lehrkräfte durch Tandem-Supervision im Unterricht ab, anstatt sich nur auf die Schüler zu fokussieren.
- Quote paper
- Melanie Höpfer (Author), 2004, Gewalt an Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/31940