Ziel der Arbeit ist es, den Mythos um König Artus und seine Tafelrunde anhand des Beispiels des Parzivals sowohl aus fachwissenschaftlicher Sicht als auch aus fachdidaktischer Sicht zu untersuchen und einen methodisch fundierten Stundenentwurf darzulegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fachwissenschaftliche Analyse
2.1. Fachwissenschaftliche Einführung in den Artusmythos
2.2. Fachwissenschaftliche Einführung in Wolframs Parzival
3. Fachdidaktische und –methodische Analyse
3.1. Lernziele und Kompetenzen
3.2. Methodische Analyse anhand eines konkreten Stundenentwurfs
4. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Mythos um König Artus und seine Tafelrunde am Beispiel von Wolframs Parzival, um diesen sowohl fachwissenschaftlich zu beleuchten als auch didaktisch für den Deutschunterricht der 7. Klasse aufzubereiten.
- Historische und mythologische Einordnung des Artusstoffes
- Literarische Gattungsmerkmale und Bedeutung des Parzivals
- Didaktische Konzepte zur Vermittlung mittelalterlicher Texte
- Entwicklung von Lernzielen für den Literaturunterricht
- Methodische Gestaltung einer Unterrichtsstunde zum Artusmythos
Auszug aus dem Buch
2.1. Fachwissenschaftliche Einführung in den Artusmythos
Eine erste Frage, die sich im Zuge der Beschäftigung mit dem Mythos um König Artus geradezu aufdrängt, ist die Frage nach der Historizität des Artus. Diesbezüglich ist sich die heutige Forschung weitestgehend einig, dass ein historischer Artus existiert haben muss. „Um sich [diesem] anzunähern und zu den Ursprüngen der Überlieferung zurückzukehren, muss [der] im Laufe der Jahrhunderte gewachsene Sagenstoff Schicht um Schicht abgetragen werden.“ So kann davon ausgegangen werden, dass Artus auf Seiten der Briten als Heerführer oder König eines Kleinreiches gegen den Einfall der Sachsen kämpfte, sodass seine Herrschaft auf das 5. Jahrhundert angesetzt werden kann.
Eben in dieser historischen Einordnung liegt jedoch die Problematik des Artusmythos, welcher laut der oben zitierten Definition Jürgen Wolfs aufgrund seines Basierens auf einer geschichtlichen Tatsache kein Mythos, sondern eine Sage darstellt. Der Ursprung, aus welchem die Sage erwächst, ist in Abgrenzung zu dem Mythos, der nur den Anspruch auf Realität erhebt, eine historisch wahre Begebenheit, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort ereignet hat. Diese auf einem wahren Kern basierende Begebenheit wurde im Laufe der Jahrhunderte durch mündliches Tradieren erhalten und durch Weglassungen und Hinzufügungen modifiziert.
Ein weiteres abgrenzendes Merkmal der Sage zum Mythos stellt ihr fehlender Anspruch dar, „die Welt zu erklären“ und Ängste zu nehmen. Der Mythos dagegen hat laut Rolf Grimminger klar die Funktion, „die Angst aller Ängste zu besänftigen, die Angst vor Endlichkeit und der Bedrohung des Daseins durch den Tod.“ Elisabeth Schmitt betont hierzu, dass Mythen von „den Grundproblemen menschlichen Daseins“ handeln und „die Reduktion von Angst [...] als eine der Hauptfunktionen des Mythos“ ansieht und ordnet den Mythen zwei Grundfunktionen zu: „Auf sozialer Ebene schaffen sie durch gemeinsame Erklärungen (Gruppen)-Identität und sozialen Zusammenhalt, auf individueller Ebene reduzieren Mythen Angst, und zwar dadurch, dass sie den Tod, das Unbekannte in der Natur und im menschlichen Unterbewusstsein mittel Sprache benennen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, den Artusmythos anhand des Parzivals fachwissenschaftlich zu analysieren und einen methodisch fundierten Stundenentwurf für die 7. Klasse zu entwickeln.
2. Fachwissenschaftliche Analyse: Dieses Kapitel bietet eine grundlegende Einführung in den Artusmythos, seine Historizität und die Spezifika von Wolframs Parzival, inklusive Gattung, Erzähler und Überlieferung.
3. Fachdidaktische und –methodische Analyse: Hier erfolgt die didaktische Einbettung des Stoffes in den Lehrplan einer 7. Klasse sowie die detaillierte Vorstellung eines konkreten Stundenentwurfs.
4. Bibliographie: Dieses Kapitel listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärliteratur sowie Nachschlagewerke auf, die für die Erstellung der Arbeit herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Artusmythos, Parzival, Wolfram von Eschenbach, Mittelalter, Tafelrunde, Gral, Fachdidaktik, Stundenentwurf, Literaturunterricht, Sagenforschung, Rittertum, Heldenmythos, Erzähler, Identitätsfindung, Textkompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung des Artusmythos am Beispiel des Werkes Parzival von Wolfram von Eschenbach im Kontext des schulischen Deutschunterrichts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Fundierung zum Artusstoff und Parzival sowie eine fachdidaktische Analyse, wie dieses Thema für Schüler einer 7. Klasse aufbereitet werden kann.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines methodisch fundierten Stundenentwurfs, der den Schülern einen Zugang zum mittelalterlichen Artusmythos ermöglicht und dabei spezifische Lernziele und Kompetenzen fördert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse der Fachwissenschaft sowie auf fachdidaktische Prinzipien der Unterrichtsplanung, um eine Lernsequenz für das Gymnasium zu konzipieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst sowohl die fachwissenschaftliche Klärung der Begriffe Sage und Mythos sowie die Charakterisierung des Parzivals als auch die detaillierte Planung einer Unterrichtsstunde inklusive Lernzielen, Kompetenzbeschreibungen und methodischem Ablauf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Artusmythos, Parzival, Literaturdidaktik, Tafelrunde, Gral, Rittertum und Lesekompetenz.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Sage und Mythos?
Die Arbeit diskutiert diese Unterscheidung kritisch und merkt an, dass sie in der Forschung oft problematisch und nicht eindeutig ist, weshalb die Begriffe in Bezug auf den Artusstoff häufig synonym verwendet werden.
Warum wird der Artusmythos als besonders geeignet für 7. Klassen angesehen?
Laut der Arbeit spielt das Thema Heldenmythos eine bedeutende Rolle in der Identitätsfindung von Jugendlichen, zudem bietet das Ritterthema hohes Anknüpfungspotenzial an die Interessen von Schülern.
Welche Rolle spielt der Gral im Werk Parzival laut der Analyse?
Der Gral wird bei Wolfram von Eschenbach als Stein dargestellt und fungiert als zentrales, dem Artusmotiv übergeordnetes Motiv im zweiten Kursus des Heldenlebens.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2012, Artusmythos im Deutschunterricht am Beispiel des Parzival (7. Klasse, Gymnasium), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/319360