Diese Arbeit versucht folgend Fremdheitserfahrungen, -wahrnehmungen und vor allem -vorurteile wissenschaftlich zu betrachten. Dafür bedient sie sich der Sozialwissenschaften und der darin enthaltenen Fremdheitsforschung, sowie Vorurteilsforschung.
Anschließend soll auch die Identität näher betrachtet werden und anhand von verschiedenen Identitätsmodellen der Blick auf Migrationsliteratur gerichtet werden. Diese soll auf bewusste und unbewusste Verwendung von Fremdheitsschemata überprüft werden, um abschließend die Frage des Identitätskonflikts im Zusammenhang mit Migration in der Literatur zu klären. Es wird gesondert Feridun Zaimoglus "Liebesmale, scharlachrot" auf diese Aspekte hin analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fremdheitsforschung
2.1 Fremdwahrnehmung und Fremdverstehen
2.2 Extremformen der Fremdwahrnehmung
3. Stereotypen – und Vorurteilsforschung
3.1 Definition und Abgrenzung der Begriffe
4. Identitätstheorien
4.1 Personale Identität
4.2 Kollektive Identität
5. Feridun Zaimoglu – Liebesmale, scharlachrot
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion von Identität und die Dynamik der Fremdwahrnehmung im Kontext von Migration. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Autoren mit Migrationshintergrund diese Prozesse in der Literatur verarbeiten und welche Rolle Identitätskonflikte beim Zusammentreffen unterschiedlicher kultureller Konzepte spielen.
- Grundlagen der Fremdheitsforschung
- Mechanismen der Stereotypen- und Vorurteilsbildung
- Theoretische Modelle zur personalen und kollektiven Identität
- Fallanalyse von Feridun Zaimoglus „Liebesmale, scharlachrot“
- Identitätskrise und Assimilationsdruck bei Migranten
Auszug aus dem Buch
5. Feridun Zaimoglu – Liebesmale, scharlachrot
Als Analyseliteratur für die Suche nach Identität und Fremdwahrnehmung in türkisch – deutscher Literatur wird in der Folge auf Zaimoglus Briefroman „Liebesmale, scharlachrot“ zurückgegriffen, welches im Jahre 2000 erschienen ist. Die Hauptperson Serdar, ein Schriftsteller und Künstler aus Kiel, flüchtet vor seiner Ex – Freundin Anke und seiner Geliebten Dina in das Haus der Eltern, in der Türkei. In dieser Zeit hat Serdar regen Briefkontakt mit seinem besten Freund Hakan in Kiel. Die Briefe der Beiden zeichnen sich durch die, für Zaimoglu, typische „Kanak Sprak“ aus. Mit seinen beiden Ex - Partnerinnen hat Serdar ebenfalls Briefkontakt. Dieser hat allerdings einen anderen Stil, ist deutlich ernsthafter und sprachlich angemessener. Später beschließt Anke spontan in die Türkei zu reisen, wo Serdar sich inzwischen aber in Rena verliebt hat. Daraufhin bittet Serdar, Hakan ebenfalls in die Türkei zu reisen, damit er ihm Anke vom Leib hält. Durch die Beziehung zu Rena kommt es allerdings noch zu einem Konflikt mit dem Türken Baba, der die Beziehung zu Rena ablehnt. In einer Nacht attackiert Baba Serdar dann auch mit einem Rasiermesser. Zufällig befindet sich auch Hakan vor Ort, der Serdar retten kann. Im Anschluss an dieses Erlebnis beschließt Serdar die Türkei zu verlassen und nach Kiel zurückzukehren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen Fremdheitserfahrung und Identität ein, wobei insbesondere der Einfluss von Migrationshintergründen auf die literarische Produktion beleuchtet wird.
2. Fremdheitsforschung: Das Kapitel erläutert soziologische Konzepte des Fremdverstehens und analysiert, wie Fremdheitskonstruktionen als Interpretationsmittel von Andersheit dienen.
3. Stereotypen – und Vorurteilsforschung: Hier werden Definitionen von Stereotypen, Vorurteilen und Klischees erarbeitet, um deren starre Natur und Resonanz gegenüber der Realität zu verdeutlichen.
4. Identitätstheorien: Dieses Kapitel differenziert zwischen personaler Identität als individueller Selbstorientierung und kollektiver Identität als Zugehörigkeitsmerkmal innerhalb von Gruppen.
5. Feridun Zaimoglu – Liebesmale, scharlachrot: Anhand des Romans wird die Identitätsproblematik von Migranten untersucht, wobei insbesondere die Zerrissenheit des Protagonisten zwischen verschiedenen kulturellen Zuschreibungen thematisiert wird.
Schlüsselwörter
Migration, Identität, Fremdwahrnehmung, Stereotyp, Vorurteil, Kollektive Identität, Personale Identität, Literaturanalyse, Kanak Sprak, Feridun Zaimoglu, Assimilation, Fremdheitsforschung, Selbstbild, Migrationshintergrund, Interkulturalität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die wechselseitige Beeinflussung von Identitätsbildung und Fremdwahrnehmung in der deutsch-türkischen Literatur.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Fremdheits- und Vorurteilsforschung sowie auf der theoretischen Auseinandersetzung mit Identitätskonzepten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, durch die Analyse eines literarischen Beispiels zu klären, wie Identitätskonflikte im Zusammenhang mit Migration entstehen und verarbeitet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen geisteswissenschaftlichen Ansatz, der sozialwissenschaftliche Theorien auf die Analyse literarischer Texte anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zur Fremdheits- und Identitätsforschung sowie in eine konkrete Textanalyse des Romans „Liebesmale, scharlachrot“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Migration, Identität, Stereotypisierung, Fremdheit und Assimilation.
Welche Bedeutung hat die „Kanak Sprak“ im untersuchten Roman?
Die „Kanak Sprak“ dient als identitätsstiftendes Sprachmittel, das sowohl zur Abgrenzung nach außen als auch zur persönlichen Verortung der Protagonisten genutzt wird.
Warum leidet der Protagonist Serdar unter einer Identitätskrise?
Serdar gerät in eine Krise, da er in Deutschland als „Kanake“ und in der Türkei als „Deutschländer“ wahrgenommen wird, was seine personale Identität destabilisiert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2012, Identität und Fremdwahrnehmung in deutsch-türkischer Literatur. Feridun Zaimoglus „Liebesmale, scharlachrot“, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/319344