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Das „sumerlaten-Lied“ Walthers von der Vogelweide als Kritik am Konzept der Minne. Eine poetologische Interpretation

Title: Das „sumerlaten-Lied“ Walthers von der Vogelweide als Kritik am Konzept der Minne. Eine poetologische Interpretation

Term Paper , 2013 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Hanna Gaulke (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

Blickt man auf die jahrhundertelange Rezeptionsgeschichte von Walthers von der Vogelweide Textkorpus zurück, so bleibt scheinbar kaum noch etwas zu sagen. Dennoch beschäftigen sich Forscher aus dem Bereich der Mediävistik wiederholt mit Walthers Liedern. Schließlich haben die letzten Jahrzehnte immer wieder neue Erkenntnisse zu den Dichtern des Mittelalters und deren Werken gebracht. Nicht zuletzt ist es auch immer wieder interessant Techniken aus anderen Forschungsdisziplinen auf die mittelalterliche Literatur zu übertragen um so neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Auch in Hinblick auf die poetologische Lesart von Walthers Liedern, hat sich in den letzten Jahren in der Forschung vieles getan. Versuchte man früher die Deutung der Lyrik auf die rein textliche Lesart zu beschränken, zeigt sich inzwischen, dass es durchaus legitim ist, auch zwischen den Zeilen zu lesen. Deshalb haben sich in den letzten Jahren einige Forscher mit der Möglichkeit einer poetologischen Lesart von Walthers Liedern beschäftigt. Auch die vorliegende Hausarbeit hat sich diese zum Thema gemacht. Um den Rahmen nicht zu sprengen, soll hauptsächlich Walthers so genanntes „sumerlaten-Lied“ L 72, 31 im Mittelpunkt der Analyse stehen.

Zu Beginn werde ich in einem theoretischen Teil den aktuellen Forschungsstand darlegen. Die wichtigsten Thesen zur poetologischen Dichtung werden dabei kurz umrissen. Außerdem werde ich im Folgenden einige weitere Grundlagen für die Arbeit präsentieren. Interessant sind im Zusammenhang mit dem gewählten Lied zum Beispiel die Aufführungssituation des Dichters im Mittelalter sowie die Frage nach Mündlichkeit und Schriftlichkeit.

Anschließend folgt die ausführliche Analyse des gewählten Liedes. Dabei werde ich versuchen verschiedene Lesarten zu berücksichtigen. Im Vordergrund sollen natürlich die poetologischen Anklänge stehen. In weiten Teilen schließe ich mich Ricarda Bauschke-Hartungs Thesen dazu an, werde diese aber natürlich er-läutern und ergänzen. Alles ist der Frage untergeordnet: Wie gelingt es Walther im Liebesdiskurs seine eigene Kunst zu reflektieren? Auch wenn dies manchmal bestritten wird, so bin ich doch der Ansicht, dass Walther gerade im „sumerlaten- Lied“ mit den Konventionen der „Hohen Minne“ spielt und so gewissermaßen Kritik an der Dichtkunst seiner Zeit übt. Wie Walther dies anstellt, werde ich nun auf den folgenden Seiten versuchen herauszuarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und aktueller Stand der Forschung

2. Mündlichkeit und Schriftlichkeit: der Vortrag von Dichtung

3. Kunstreflexion

4. Poetologischer Minnesang und Walthers Rolle

5. Das so genannte „sumerlaten-Lied“

5.1 Form

5.2 Paraphrase und Interpretation

5.3 Die Gattung

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Walthers von der Vogelweide „sumerlaten-Lied“ L 72,31 unter besonderer Berücksichtigung poetologischer Lesarten. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie es Walther gelingt, im Liebesdiskurs seine eigene Kunst zu reflektieren und dabei mit den tradierten Konventionen der „Hohen Minne“ zu brechen.

  • Poetologische Analyse von Walthers „sumerlaten-Lied“
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit
  • Kritische Auseinandersetzung mit Gattungskonventionen der höfischen Lyrik
  • Analyse der Konstruiertheit der Minnedame und der Rolle des Sängers

Auszug aus dem Buch

5.2 Paraphrase und Interpretation

Prinzipiell lässt sich das fünfstrophige Lied Walthers in Beginn (I), Mittelteil (II-IV) und Schluss (V) unterteilen.

Die erste Strophe präsentiert sich laut Bauschke wie ein prologus praeter rem, in dem der Gesang des Liedes erst noch verkündet wird, bevor der eigentliche Vortrag beginn. Und tatsächlich kündigt Walther an, dass er lange schweigen wollte, bricht dieses Versprechen aber paradoxer Weise dadurch, dass er das Lied vorträgt und somit singt (I, 1 – 2). Hier findet sich der Topos der Sangesverweigerung wieder, den neben Walther auch andere Dichter verwendeten. Der Erzähler bricht seine Schweigeabsicht, weil guote liute, also angesehene Menschen, ihn dazu gebracht haben (I, 3). Zwischen diesen Menschen und dem Erzähler scheint es eine Art Abhängigkeitsverhältnis zu geben, denn sie können ihm noch mehr befehlen, als nur das Singen (I, 4). Das was die liute von ihm wollen, das tut er auch gerne.

Doch für sein Singen und Dichten bittet er um ihre Anteilnahme an seinem Kummer, den er zu beklagen hat (I, 5 – 6). Die liute sind dem lyrischen Ich des Liedes wohlgesinnt. Eventuell sind sie sogar Gönner des Sängers, die ihre Ansichten in seinen Liedern vertreten wissen wollen. Die Entlohnung des Sängers würde in diesem Fall aber weniger materieller Natur sein, sondern eher in Form von Anteilnahme an seinen Problemen bestehen (I, 6). Bauschke-Hartung vertieft, dass dem mittelalterlichen Publikum schon zu Beginn des Liedes klar gewesen sein wird, dass es sich beim kumber des Sängers natürlich um Liebesschmerz handelt. Den Prozess der ersten Strophe bezeichnet sie des Weiteren als „Metadiskurs über den Ort des Minnesangs in der Gesellschaft“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und aktueller Stand der Forschung: Umreißt die Rezeptionsgeschichte und führt in die poetologische Lesart des „sumerlaten-Liedes“ ein.

2. Mündlichkeit und Schriftlichkeit: der Vortrag von Dichtung: Diskutiert die Bedingungen der Literaturrezeption im Mittelalter sowie die Rolle des Sängers am Hof.

3. Kunstreflexion: Untersucht, wie Walther durch selbstreflexive Passagen sein Handwerk als Sänger und Dichter im höfischen Kontext thematisiert.

4. Poetologischer Minnesang und Walthers Rolle: Erörtert Definitionen von poetologischer Lyrik und ordnet Walther in die zeitgenössische Minnesangtradition ein.

5. Das so genannte „sumerlaten-Lied“: Analysiert Form, Inhalt und Gattung des Liedes im Hinblick auf seine Parodiefunktion.

5.1 Form: Beschreibt die metrische und strophische Struktur des Liedes basierend auf der Kanzonenform.

5.2 Paraphrase und Interpretation: Bietet eine detaillierte Strophenanalyse hinsichtlich der Dekonstruktion höfischer Ideale.

5.3 Die Gattung: Ordnet das Lied zwischen „Hoher Minne“ und „Minneparodie“ ein.

6. Schlussbetrachtung: Fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die poetologische Ebene als zentrales Element von Walthers Werk.

Schlüsselwörter

Walther von der Vogelweide, sumerlaten-Lied, Minnesang, Poetologie, Kunstreflexion, Hohe Minne, Gattungskonventionen, Rollenlyrik, Fiktionalität, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Minneparodie, Literaturrezeption, Mittelalter, Liebesdiskurs

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert Walthers von der Vogelweide sogenanntes „sumerlaten-Lied“ im Hinblick auf seine poetologischen Gehalte und dessen Verstoß gegen Gattungskonventionen der klassischen Minnedichtung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Selbstreflexion des Dichters, das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, die Konstruiertheit der „Hohen Minne“ sowie die Fiktionalität des Minnesangs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Walther durch sein „sumerlaten-Lied“ traditionelle Muster der Minnedichtung kritisch hinterfragt und damit seine eigene Rolle als fortschrittlicher Dichter innerhalb des Minnesangs reflektiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit bedient sich einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse, die durch den Einbezug forschungsgeschichtlicher Thesen (z.B. von Ricarda Bauschke-Hartung) eine metapoetische Deutung des Primärtextes vornimmt.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Kunstreflexion und zum poetologischen Minnesang sowie eine ausführliche, strophenweise Interpretation des „sumerlaten-Liedes“.

Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Charakteristische Schlagworte sind poetologische Lesart, Dekonstruktion höfischer Ideale, Minneparodie und die Selbstinszenierung des mittelalterlichen Autors.

Warum wird Walther Hincks These in der Arbeit zitiert?

Hincks These dient dazu, die Widersprüchlichkeit zwischen lyrischem Ich und Dichter zu verdeutlichen, da poetische Reflexion oft als domänenübergreifendes Phänomen verstanden werden muss.

Welche besondere Bedeutung hat die „frouwe“ in diesem Lied?

Die „frouwe“ wird als literarisches Konstrukt entlarvt, dessen Existenz und gesellschaftlicher Status maßgeblich vom Gesang des Dichters abhängen, was eine bewusste Abkehr von der klassischen Minne-Konvention darstellt.

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Details

Title
Das „sumerlaten-Lied“ Walthers von der Vogelweide als Kritik am Konzept der Minne. Eine poetologische Interpretation
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
2,0
Author
Hanna Gaulke (Author)
Publication Year
2013
Pages
22
Catalog Number
V319268
ISBN (eBook)
9783668185807
ISBN (Book)
9783668185814
Language
German
Tags
ÄDL Walther von der Vogelweide sumerlaten Minnesang Lied poetologisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hanna Gaulke (Author), 2013, Das „sumerlaten-Lied“ Walthers von der Vogelweide als Kritik am Konzept der Minne. Eine poetologische Interpretation, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/319268
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