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Ein clusteranalytischer Vergleich Gläubiger und Nichtgläubiger

Title: Ein clusteranalytischer Vergleich Gläubiger und Nichtgläubiger

Term Paper , 2015 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julien Sanchez Baldeon (Author)

Sociology - Methodology and Methods

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Religion scheint, vor allem in industrialisierten und hoch technisierten Ländern, an Wichtigkeit zu verlieren. An Stelle des Glaubens tritt vermehrt ein höheres Bildungsniveau, ein Traditionsabbruch, eine Steigerung des materiellen Wohlstandes und ein Streben nach persönlicher Selbstverwirklichung.

Folgende Arbeit setzt sich in Anwendung einer Clusteranalyse mit der Frage auseinander, inwieweit sich gläubige von nicht gläubigen Menschen unterscheiden. Bevor es zur inhaltlichen Analyse des Themas kommt, wird die Methode der Clusteranalyse sowie das Verfahren des ALLBUS, aus dem die angewendeten Daten stammen, kurz dargestellt. Auch wird vorab deutlich gemacht, dass man nicht nur zwischen diesen beiden Gruppen (gläubig; nicht gläubig) unterscheiden darf, sondern ebenso andere Formen des Glaubens existieren. Freilich gibt es viele Merkmale, hinsichtlich derer man diese beiden sozialen Gruppen untersuchen könnte.

Diese Arbeit beschränkt sich auf nur drei zu untersuchende Merkmale. Das wäre zunächst die Bildung, welche anhand des Schulabschlusses gemessen wird, das Geschlecht der Personen und der Glaube an Wunder – denn es wird davon ausgegangen, dass ein Glaube an Gott den Glauben an weitere höhere Kräfte positiv beeinflusst. Ob dem wirklich so ist, stellt sich im Verlauf dieser Arbeit heraus.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Clusteranalyse

3 Datensatz

3.1 religiöse Indifferenz

3.2 Variablen

4 Klassifikationsverfahren

4.1 Mittelwertvergleich

4.2 Bildungsvergleich

4.3 Geschlechtervergleich

4.4 Spezifischer Glaubensvergleich

5 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit nutzt die Methode der Clusteranalyse, um auf Basis der ALLBUS 2012 Daten empirisch zu untersuchen, inwieweit sich gläubige von nicht gläubigen Menschen unterscheiden und welche soziodemografischen oder einstellungsbasierten Merkmale mit dieser Differenzierung korrelieren.

  • Grundlagen und Anwendung der Clusteranalyse als strukturentdeckendes Verfahren
  • Konzeptualisierung von Gottesglaube, Atheismus und religiöser Indifferenz
  • Analyse des Zusammenhangs zwischen Religiosität und Bildungsabschluss
  • Untersuchung von geschlechtsspezifischen Unterschieden im Glaubensverhalten
  • Überprüfung der Hypothese zur Interdependenz von Gottesglaube und dem Glauben an Wunder

Auszug aus dem Buch

2 Clusteranalyse

Die Clusteranalyse dient als Verfahren zur Aufdeckung homogener Klassen von Merkmalsträgern innerhalb eines Datensatzes. Es wird die Annahme impliziert, dass sich in einem Datensatz Klassen befinden, die sich im Hinblick auf bestimmte Merkmale, wie z.B. Einkommen, Berufsstatus oder Entwicklungsstand bei Ländern, ähneln und diese Ähnlichkeit gleichzeitig ein Abgrenzungskriterium gegenüber anderen Klassen darstellt. Ein klassisches Beispiel wäre eine „Klassifikation von Haushalten nach Merkmalen ihrer sozialen Lage“ (Fromm 2012: 191). Freilich stellt sich bei jeder Clusteranalyse die Frage, wie viele Klassen unterschieden werden sollen und durch welche Kombination von Merkmalen sich diese Klassen zusammensetzen. Die Zusammensetzung der Klassen ist immer abhängig von der jeweiligen Fragestellung. Bei der Wahl einer anderen Fragestellung können sich somit ganz andere Klassenstrukturen ergeben. Die Clusteranalyse nimmt dementsprechend eine Vorbereitungsfunktion für weitere Analysen ein. Ihr Ziel ist es, eine theoriegeleitete Strukturierung der Untersuchungseinheiten, meist Personen, vorzunehmen. Sie wird daher auch als strukturentdeckendes Verfahren bezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Bedeutungswandels von Religion in modernen Gesellschaften ein und formuliert das Ziel der Arbeit, mittels Clusteranalyse Unterschiede zwischen gläubigen und nicht gläubigen Personen zu identifizieren.

2 Clusteranalyse: Das Kapitel erläutert das theoretische Verfahren der Clusteranalyse als explorative Methode zur Identifikation homogener Gruppen und grenzt sie von strukturprüfenden Verfahren wie der Regressionsanalyse ab.

3 Datensatz: Hier wird der Datensatz ALLBUS 2012 vorgestellt sowie die Konzepte der religiösen Indifferenz und die verwendeten Variablen der Item-Batterie zum Gottesglauben definiert.

4 Klassifikationsverfahren: Dieser Hauptteil präsentiert die empirische Durchführung und Ergebnisse, unterteilt in den Mittelwertvergleich sowie die Analyse von Bildungs-, Geschlechter- und Glaubensunterschieden.

5 Ausblick: Das Fazit reflektiert die Ergebnisse kritisch und stellt fest, dass eine simple binäre Unterscheidung zwischen gläubig und nicht gläubig der komplexen Realität, inklusive Mischformen wie der religiösen Indifferenz, nicht vollständig gerecht wird.

Schlüsselwörter

Clusteranalyse, ALLBUS 2012, Gottesglaube, Atheismus, religiöse Indifferenz, Bildungsabschluss, Sozialwissenschaften, empirische Sozialforschung, Klassifikationsverfahren, Mittelwertvergleich, Geschlechtervergleich, Signifikanz, Phi-Koeffizient, Wunderglaube, explorative Analyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht mittels einer Clusteranalyse, wie sich gläubige und nicht gläubige Menschen auf Basis der Daten der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS 2012) in Deutschland voneinander unterscheiden lassen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Merkmale Bildung, Geschlecht und den Glauben an Wunder als Differenzierungsvariablen innerhalb der zwei gebildeten Cluster.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Heterogenität zwischen gläubigen und nicht gläubigen Personen durch eine clusteranalytische Strukturierung sichtbar zu machen und mögliche Korrelationen mit soziodemografischen Faktoren zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es wird eine hierarchische Clusteranalyse eingesetzt, um homogene Gruppen innerhalb des ALLBUS-Datensatzes zu identifizieren, ergänzt durch Mittelwertvergleiche und Chi-Quadrat-Tests zur Überprüfung von Zusammenhängen.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der technischen Durchführung der Clusterbildung sowie der detaillierten Auswertung der Variablen Bildung, Geschlecht und dem spezifischen Glaubensvergleich bezüglich Wunder.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind Clusteranalyse, ALLBUS 2012, religiöse Indifferenz, Gottesglaube, Atheismus sowie die methodischen Aspekte der empirischen Sozialforschung.

Wie geht die Arbeit mit der Grauzone zwischen Gläubigkeit und Atheismus um?

Die Arbeit thematisiert explizit die "religiöse Indifferenz" als Mischform und stellt fest, dass eine strikte trennscharfe Einteilung zwischen rein gläubigen und rein atheistischen Personen aufgrund individueller Einstellungen nur bedingt möglich ist.

Welche Rolle spielt die Bildung bei der Differenzierung der Cluster?

Die Analyse zeigt eine Tendenz, dass das weniger theistisch geprägte Cluster in bedeutenderen Bildungsabschlüssen leicht überlegen ist, womit ein schwacher Zusammenhang zwischen Nichtglaube und höherer Bildung angedeutet wird.

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Details

Title
Ein clusteranalytischer Vergleich Gläubiger und Nichtgläubiger
College
University of Duisburg-Essen  (Institut für Soziologie)
Course
Klassifikationsverfahren
Grade
1,3
Author
Julien Sanchez Baldeon (Author)
Publication Year
2015
Pages
14
Catalog Number
V319168
ISBN (eBook)
9783668183704
ISBN (Book)
9783668183711
Language
German
Tags
Religion Gläubige Clusteranalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julien Sanchez Baldeon (Author), 2015, Ein clusteranalytischer Vergleich Gläubiger und Nichtgläubiger, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/319168
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