Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema des interkulturellen Managements und bespricht die in diesem Zusammenhang stehenden relevanten Begrifflichkeiten, wie Kultur, interkulturelle Kompetenz und Kommunikation und Unternehmenskultur.
Seit den 50er Jahren gibt es einen stetigen Anstieg der internationalen Beziehungen zwischen verschiedenen Volkswirtschaften weltweit. Ein Beispiel dafür ist die Gründung der EGKS, dem Vorläufer der EU, im Jahre 1951. Dies wiederum führte zur schrittweisen Liberalisierung des Marktes und zu grenzüberschreitenden Unternehmenstätigkeiten.
Unternehmen, die im Inland tätig waren, fingen an im Ausland zu expandieren, weshalb „Unternehmenskäufe, Unternehmensverkäufe und Unternehmensbeteiligungen immer internationaler“ wurden. Großunternehmen errichteten Niederlassungen und Tochtergesellschaften im Ausland, sodass zwangsläufig mehrere und verschiedene Kulturen aufeinanderprallten.
Heutzutage arbeiten die großen Unternehmen nur mit Zulieferern, welche imstande sind, europa- oder weltweit zu liefern, allen voran die Handelsunternehmen und die Automobilhersteller. Die Zahl der Mitarbeiter in Niederlassungen und Tochtergesellschaften hat rasant zugenommen und der Umsatz der Unternehmen liegt größtenteils im Ausland.
Ein weiterer Grund für das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen ist die Zuwanderung von sozial benachteiligten Menschen in die Industrieländer. Diese Zuwanderer kommen aus den verschiedensten Teilen der Welt und sind auf dem jeweiligen Arbeitsmarkt tätig. Der große Zustrom von Einwanderern bringt in der Gesellschaft und am Arbeitsplatz jedoch „Integrationsprobleme“ mit sich, die sich sicherlich aus der Unterschiedlichkeit der Kulturen ergibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kultur
2.1 Definition Kultur
2.2 Interkulturelles Management
2.3 Kulturelle Unterschiedlichkeit als Herausforderung
3. Interkulturelle Kompetenz
3.1 Grundlagen
3.2 Profil interkultureller Kompetenz
3.3 Kenntnisse über fremde Kulturen
4. Interkulturelle Kommunikation
4.1 Kommunikationsmodell
4.2 Kommunikationsebenen
4.2.1 Inhalts- und Beziehungsebene der Kommunikation
4.2.2 Rolle der verbalen Sprache
4.2.3 Non-verbale Kommunikation
5. Unternehmenskultur
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Notwendigkeiten von interkulturellem Management in einer zunehmend globalisierten Wirtschaftswelt und beleuchtet die Bedeutung interkultureller Kompetenz für den Erfolg international tätiger Unternehmen.
- Grundlagen des Kulturbegriffs und dessen Bedeutung für das Management
- Anforderungen an ein Profil interkultureller Kompetenz für Führungskräfte
- Die Rolle der interkulturellen Kommunikation in geschäftlichen Prozessen
- Strategische Ansätze der Unternehmenspolitik im internationalen Kontext
Auszug aus dem Buch
3.2 Profil interkultureller Kompetenz
Jetzt sollen die folgenden Kernmerkmale eines interkulturellen Kompetenzprofils analysiert werden. Hier stellt man sich die Frage nach den Anforderungen, die ein international tätiger Manager bringen muss.
1. Ungewissheitstoleranz: Darunter versteht man die Fähigkeit in zweideutigen und unsicheren Situationen zurechtzukommen. Jeder Kontakt mit ausländischen Geschäftspartnern ist durch Unsicherheit und Mehrdeutigkeit geprägt, wodurch eigene Entscheidungen schwer einschätzbar sind und dies lange Lernprozesse mit sich bringt. Dabei schreibt die Ungewissheitstoleranz vor, sich in unsicheren Situationen wohlzufühlen und die gewohnte Leistung zu bringen und sich unbeeindruckt von Überraschungen zu zeigen. Dies ist eine Bedingung um Verwirrung zu vermeiden und eine funktionierende Geschäftstätigkeit zu garantieren.
2. Kontaktfreudigkeit: Die Einstellung, mit anderen kommunizieren zu wollen, muss gefasst werden. Davor ist aber der Aufbau einer sozialen Beziehung in der Gruppe vorzunehmen. Kontaktfreudigkeit ist wichtig, da sie hilft Missverständnisse vorzubeugen, wenn ausländische Geschäftspartner fremderscheinende Handlungsweisen erklären.
3. Verhaltensflexibilität: Das Verhalten muss auf die jeweilige Situation angepasst werden, da ansonsten die Gefahr besteht, dass der Umgang mit anderen Kulturen auf Ablehnung stößt.
4. Vorurteilslosigkeit: Die Werte und Normen von ausländischen Geschäftspartnern können kritikwürdig angesehen werden. Trotzdem sollten diese abweichenden Wert- und Normenvorstellungen toleriert und geachtet werden. Denn vorurteilslose Menschen versuchen andere Kulturen gleichwertig wie die eigene Kultur zu sehen.
5. Zielorientierung: Durch besondere Umstände wie z.B. das Leben im Ausland oder internationale Kooperationen ist eine internationale Geschäftstätigkeit immer von Rückschlägen bedroht. In der Anfangsphase kann es immer wieder Anpassungsprobleme geben, die zu einem Rückgang der Arbeitsleistung führt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert den Anstieg internationaler Geschäftsbeziehungen und die daraus resultierenden kulturellen Herausforderungen in einer globalisierten Welt.
2. Kultur: Dieses Kapitel definiert den Kulturbegriff, beleuchtet seine Vielschichtigkeit und analysiert interkulturelle Unterschiede als Managementherausforderung.
3. Interkulturelle Kompetenz: Es werden die Grundlagen, ein spezifisches Anforderungsprofil für Manager sowie der Umgang mit Stereotypen bei der Arbeit mit fremden Kulturen dargestellt.
4. Interkulturelle Kommunikation: Das Kapitel behandelt Kommunikationsmodelle, verschiedene Ebenen der Kommunikation sowie die Bedeutung von verbaler und non-verbaler Sprache.
5. Unternehmenskultur: Hier werden drei unterschiedliche unternehmenspolitische Ansätze – ethnozentrisch, polyzentrisch und geozentrisch – hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile gegenübergestellt.
6. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Notwendigkeit interkultureller Offenheit und eines kulturbewussten Managements zur Sicherung unternehmerischer Vorteile zusammen.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Management, Unternehmenskultur, Interkulturelle Kompetenz, Kommunikation, Globalisierung, Stereotype, Auslandsorientierung, Management, Kulturzwiebel, Auslandsmarkt, Geschäftspartner, Internationalisierung, Führungskräfte, Wettbewerbsvorteile.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und den Herausforderungen von interkulturellem Management in einem globalisierten wirtschaftlichen Umfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen den Kulturbegriff, interkulturelle Kompetenz von Managern, interkulturelle Kommunikation sowie verschiedene Ansätze zur Gestaltung der Unternehmenskultur.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Unternehmen durch kulturbewusstes Management und die Förderung interkultureller Kompetenz bei Mitarbeitern Wettbewerbsvorteile erzielen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Theorieanalyse, die sich auf einschlägige Fachpublikationen und Wirtschaftslexika stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition von Kultur, die Anforderungen an interkulturelle Kompetenzprofile, die Dynamiken der interkulturellen Kommunikation sowie drei strategische Ansätze zur Unternehmenspolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe wie Interkulturelles Management, Unternehmenskultur, Interkulturelle Kompetenz und Globalisierung prägen den Inhalt der Arbeit.
Was besagt das Konzept der "Kulturzwiebel"?
Die Kulturzwiebel veranschaulicht die Vielschichtigkeit von Kultur, wobei sichtbare Artefakte an der Oberfläche und tief verinnerlichte Grundannahmen im Inneren liegen.
Warum spielt non-verbale Kommunikation eine so große Rolle?
Da non-verbale Signale wie Mimik oder Gestik oft ehrlicher wirken als das gesprochene Wort, beeinflussen sie maßgeblich die Beziehungsebene zwischen Geschäftspartnern.
Was unterscheidet eine ethnozentrische von einer geozentrischen Unternehmenspolitik?
Während bei der ethnozentrischen Politik die Strategie des Stammlandes dominiert, orientiert sich die geozentrische Politik global am Weltmarkt.
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- Salih Kazu (Author), 2012, Interkulturelles Management. Grundlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/318888