Das Ende des Ersten Weltkrieges, eine Niederlage für Deutschland.
Wie kam es dazu? Die 3.Oberste Heeresleitung hatte hierfür eine einfache Antwort: Die Dolchstoßlegende wird gegen Ende des Ersten Weltkrieges in Deutschland populär und soll die Schuldfrage der Niederlage klären.
Dazu wird sie besonders von Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff genutzt. Was besagt nun die Dolchstoßlegende? Und vor allem: Aus welchem Grund wurde sie verbreitet? Diese Fragen werden in dieser Facharbeit mit Hilfe von zeitgenössischen Quellen beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition der Dolchstoßlegende
3. Quellenanalysen
3.1. Historischer Kontext: Die Lage zwischen 1917-1919
3.2. Quellenanalyse Albrecht von Thaer
Einleitung
Wiedergabe der Hauptaussagen
Sachurteil: Bewertung der Quelle
3.3. Quellenanalyse Paul von Hindenburg
Einleitung
Wiedergabe der Hauptaussagen
Sachurteil: Bewertung der Quelle
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Facharbeit untersucht die Entstehung und Verbreitung der Dolchstoßlegende nach dem Ersten Weltkrieg. Ziel ist es, durch die Analyse historischer Quellen von Albrecht von Thaer und Paul von Hindenburg aufzuzeigen, wie die Oberste Heeresleitung (OHL) diese Legende instrumentalisierte, um die Verantwortung für die militärische Niederlage auf innenpolitische Akteure zu übertragen und eigene strategische Fehler zu verschleiern.
- Definition und ideologische Einordnung der Dolchstoßlegende.
- Analyse des zeitgeschichtlichen Kontextes von 1917 bis 1919.
- Kritische Untersuchung von Tagebuchaufzeichnungen Albrecht von Thaers.
- Auswertung der Erinnerungsschriften von Paul von Hindenburg („Mein Abschied“).
- Aufdeckung der manipulativen Rhetorik zur Entlastung des Militärs.
Auszug aus dem Buch
Die militärische Lage (S.234):
Albrecht von Thaer beschreibt die Lage zu Beginn seiner Notizen als „furchtbar und entsetzlich“. Die Ausrufe „Es ist so!“ und „In der Tat!“ unterstreichen zudem die sehr emotionale Textsprache. Er beschreibt Ludendorff als „von tiefstem Kummer erfüllt“, der jedoch mit „hoch erhobenem Haupt“ in ihre Mitte getreten sei. Er sieht ihn als eine „germanische Heldengestalt“ an und behauptet, er habe an Siegfried „mit der tödlichen Wunde im Rücken von Hagens Speer“ denken müssen. Dabei bezieht er sich auf eine germanische Sage, die Nibelungensage, derzufolge Hagen dem Helden Siegfried einen Speer in den Rücken gerammt habe. Damit deutet er den Dolchstoß an und stellt Ludendorff als Helden dar, der aus dem Hinterhalt verletzt worden sei.
Mit den Worten „er sagte ungefähr folgendes“ gibt Albrecht von Thaer die Worte Ludendorffs wieder. Dieser habe gesagt, dass er verpflichtet sei ihnen zu sagen, dass ihre militärische Lage ernst sei, da die Westfront durchbrochen werden könnte. Ludendorff sagte, der Kaiser habe die OHL zum ersten Mal gefragt, was sie noch bewirken könne. Laut Thaer gab Ludendorff ihm zu erkennen, dass die OHL und das deutsche Heer „am Ende“ seien und eine „endgültige Niederlage“ bevorstehe. Auch die Verbündeten Deutschlands stünden vor einer Niederlage.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird die Forschungsfrage sowie die Auswahl der Quellen (Thaer und Hindenburg) zur Untersuchung der Dolchstoßlegende erläutert.
2. Definition der Dolchstoßlegende: Dieses Kapitel definiert die Dolchstoßlegende als ideologische Konstruktion, die der deutschen Armee die Unschuld an der Kriegsniederlage zuschreiben sollte.
3. Quellenanalysen: In diesem Hauptteil wird zunächst der historische Kontext geklärt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Quellen von Thaer und Hindenburg.
4. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die Dolchstoßlegende eine gezielte Propagandastrategie der OHL war, um eigenes Versagen auf demokratische Parteien abzuwälzen.
Schlüsselwörter
Dolchstoßlegende, Oberste Heeresleitung, OHL, Erich Ludendorff, Paul von Hindenburg, Albrecht von Thaer, Erster Weltkrieg, Quellenanalyse, Waffenstillstand, Novemberrevolution, Weimarer Republik, Propaganda, Niederlage, Nibelungensage, Schuldfrage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Dolchstoßlegende als ein historisches Propagandainstrument nach dem Ersten Weltkrieg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Instrumentalisierung militärischer Niederlagen, die Rolle der Obersten Heeresleitung und die Suche nach Sündenböcken in der Politik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll aufgezeigt werden, wie Ludendorff und Hindenburg durch die Verbreitung der Dolchstoßlegende von der eigenen Verantwortung für die Niederlage ablenkten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die historische Quellenkritik und -analyse von Tagebuchaufzeichnungen und Erinnerungsschriften.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Kontextualisierung der Jahre 1917–1919 sowie die detaillierte Analyse der Quellen von Thaer und Hindenburg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Dolchstoßlegende, OHL, Verantwortung, Propaganda, Niederlage und politische Instrumentalisierung.
Wie bewertet der Autor die Quellen von Thaer und Hindenburg?
Beide Quellen werden als strategische Versuche gewertet, die Geschichte umzudeuten und die moralische sowie militärische Verantwortung des Militärs reinzuwaschen.
Warum wird die Nibelungensage in den Quellen herangezogen?
Sie dient als Metapher für den "Verrat" am "heldenhaften" Heer, um die Dolchstoßlegende emotional und mythisch aufzuladen.
- Arbeit zitieren
- Tugay Topal (Autor:in), 2016, Wie entstand die Dolchstoßlegende? Inhalt und Verbreitung durch Hindenburg und Ludendorff, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/318723