Angesichts der derzeitigen schlimmsten globalen Wirtschaftskrise seit der Großen Depression von 1929 sind die Themen Wirtschaft, Finanzsystem, Geld etc. verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Einen Ansatz, die derzeitige Krise zu erklären, stellt die sog. „Österreichische Schule der Nationalökonomie“ dar, welche bereits vergangene Krisen präzise vorausgesagt hatte, sich dabei aber unkonventioneller Methoden bedient.
Was früher aufgrund der angeblichen Komplexität nur den so genannten „Experten“ überlassen wurde, wird heutzutage selbst an Stammtischen diskutiert. Bezüglich der Ursachen der Wirtschaftskrise seit 2007 herrscht offiziell nahezu Konsens; alle „seriösen“ (= keynesianischen) Ökonomen seien sich im Grunde genommen einig darüber, was letztendlich für den Einbruch der Wirtschaft verantwortlich sei.
Da ist zum einen von der Immobilienblase, angeblichem „Marktversagen“ oder den bösen Spekulanten die Rede. Auffallend ist jedoch, dass all diese selbsternannten Experten ständig von einem baldigen Ende der Krise sprechen, und dies bereits seit offiziellem Beginn derselben.
Die Realität hat uns eines Besseren belehrt: Vier Jahre später leidet die Welt immer noch unter den Folgen dieser Krise und die Probleme sind keineswegs kleiner geworden.
Weshalb wird immer noch jenen „seriösen“ Ökonomen vertraut, die sich laufend in ihren Prognosen irren wenn sie bspw. von einer Erholung sprechen, welche jedoch nicht zu sehen ist, ja die nicht einmal im Entferntesten die derzeitige Krise mit ihren Auswirkungen vorausgesehen haben? Warum werden hingegen solche Ökonomen, die schon lange vor der Hypothekenkrise 2007 vor einer weltweiten Wirtschaftskrise gewarnt hatten, von der Medienöffentlichkeit und der Politik weitestgehend ignoriert?
Da die vorherrschende Volkswirtschaftslehre offensichtlich in dieser Hinsicht versagt hat, scheint es notwendig, den Blick auf alternative Theorien bzw. Lehren zu richten.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. HAUPTTEIL
2.1 ALLGEMEIN
2.2 MERKMALE UND ANSICHTEN
2.2.1 Ausrichtung
2.2.2 Wirtschafts- und Gesellschaftssystem
2.2.3 Werttheorie
2.2.4 Verträge
2.2.5 Steuerung der Wirtschaft
2.2.6 Arbeitsmarkt
2.3 WIRTSCHAFTSKRISEN
2.4 KRITIK AM GELDSYSTEM
2.4.1 Staatliches Geldmonopol
2.4.2 Schuldgeldsystem
2.4.3 Fiat Money
2.4.4 Teilreservesystem (fractional reserve banking)
2.4.5 Lösung
3. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der etablierten Volkswirtschaftslehre auseinander und präsentiert die "Österreichische Schule der Nationalökonomie" als alternative theoretische Perspektive, um die Ursachen und Hintergründe globaler Wirtschaftskrisen sowie systemischer Fehlentwicklungen im Finanzwesen zu erklären.
- Analyse der theoretischen Grundpfeiler und des Menschenbildes der Wiener Schule.
- Untersuchung der Rolle von staatlichem Interventionismus bei der Entstehung von Konjunkturzyklen.
- Kritische Beleuchtung des staatlichen Geldmonopols und des heutigen Schuldgeldsystems.
- Erörterung des "Free Banking"-Modells als Alternative zu planwirtschaftlichen Strukturen.
- Darstellung der ökonomischen Implikationen einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung.
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Staatliches Geldmonopol
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts werden in nahezu jeder Volkswirtschaft der Erde die sich im Umlauf befindliche Geldmenge sowie die Zinsen für neues Geld (Liquidität) zentral per Dekret von einer mehr oder weniger staatlichen Zentralbank gesteuert. Um ihr Monopol auf das Geld zu festigen, musste deren (Papier-)Geld als gesetzliches Zahlungsmittel festgelegt werden, d.h. jeder Bürger ist dazu verpflichtet, jene Geldart als Zahlungsmittel zu akzeptieren und damit seine Steuern zu bezahlen. Generell können per Zwang (= Gesetz) durchgesetzte Monopole nie zugunsten der Mehrheit der Marktteilnehmer sein, da diese sich im freien Markt auch ohne genötigt zu werden für jenen Anbieter entscheiden würden. Ebenso verhält es sich im Geldmarkt, da Geld sich von anderen Gütern lediglich durch seinen universalen Charakter unterscheidet. Somit gelten die in 2.2.5 zur Steuerbarkeit der Wirtschaft genannten Argumente im Geldmarkt gleichermaßen. Der Journalist und Buchautor Oliver Janich formuliert das folgendermaßen: „Sobald eine zentrale Institution wie die Zentralbank, in dem wichtigsten Markt der Wirtschaft, dem Geldmarkt, sowohl den Preis des Gutes Geld, also den Zins, als auch die ursprüngliche Menge des Gutes, also die Geldmenge, zentral per Dekret vorgibt, muss das schief gehen, weil die zentrale Stelle niemals die Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten vieler Millionen Marktteilnehmer kennen kann.“
Zur Bedeutung des Geldwesens meint der amerikanische Ökonom Murray Rothbard: „Geld ist das Lebensblut der Wirtschaft, es ist Mittler aller Geschäfte. Herrscht der Staat über das Geld, so hat er bereits einen wichtigen Kommandoposten zur Kontrolle über die Wirtschaft an sich gebracht und ein Sprungbrett zum vollständigen Sozialismus geschaffen.“ Angemerkt sei hierbei auch, dass eine massive Geldentwertung erst stattgefunden hat seitdem es Zentralbanken gibt, z.B. verlor der Dollar seit 1913 (der Gründung der US-Zentralbank Federal Reserve) insgesamt ca. 95-98% seiner Kaufkraft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Der Autor thematisiert das Versagen etablierter Ökonomen bei der Krisenprognose und führt die Österreichische Schule als alternative, krisenerprobte Lehrmeinung ein.
2. HAUPTTEIL: Dieses Kapitel erläutert die Grundsätze der Österreichischen Schule, analysiert die Ursachen von Wirtschaftskrisen durch Interventionismus und kritisiert fundamentale Mängel des modernen Geldsystems wie das staatliche Monopol und das Teilreservesystem.
3. FAZIT: Hier wird eine idealisierte, freiheitliche Wirtschaftsordnung skizziert, in der durch den Verzicht auf staatliche Eingriffe und die Etablierung eines marktbasierten Geldsystems Wohlstand und soziale Stabilität gefördert werden sollen.
Schlüsselwörter
Österreichische Schule, Nationalökonomie, Wirtschaftskrise, Zentralbank, Geldmonopol, Schuldgeldsystem, Fiat Money, Free Banking, Teilreservesystem, Interventionismus, Marktwirtschaft, Konjunkturzyklus, Kaufkraftverlust, individuelle Freiheit, Eigentumsrechte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit liefert eine prägnante Zusammenfassung der theoretischen Ansichten und praktischen Schlussfolgerungen der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, insbesondere im Kontext aktueller globaler Finanzkrisen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Bedeutung individueller Freiheit, die Kritik an staatlichen Eingriffen in den Arbeitsmarkt sowie eine tiefgreifende Analyse des modernen Geldsystems.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum die "Österreichische Schule" Krisen besser voraussagen konnte als klassische Ökonomen und welche marktwirtschaftlichen Alternativen zu aktuellen Systemfehlern existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf verbale Logik und ökonomische Theoriebildung, wobei mathematische Modelle der modernen Mikro- und Makroökonomie zugunsten einer handlungsorientierten Analyse abgelehnt werden.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil erörtert Merkmale wie die subjektive Werttheorie, die Unmöglichkeit zentraler Wirtschaftssteuerung und die Kritik an Zentralbanken, Schuldgeldsystemen und Teilreservesystemen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben der Österreichischen Schule vor allem Begriffe wie "Free Banking", "Geldsozialismus", "Interventionismus" und die Frage nach dem optimalen Geldsystem.
Wie begründet der Autor die Kritik am heutigen Geldsystem?
Er argumentiert, dass das staatliche Geldmonopol und das System des Fiat Money ohne Sachwertdeckung die Grundlage für unkontrollierte Geldmengen- und Preisinflation sowie für ungerechte Vermögensumverteilung bilden.
Was bedeutet "Free Banking" in diesem Kontext?
Es beschreibt ein System, in dem Banken in einem freien Wettbewerb konkurrierendes, markteigenes Geld (z.B. Gold oder Silber) ausgeben, wodurch staatliche Manipulationen von Zins und Geldmenge ausgeschlossen werden.
Warum ist laut der Arbeit eine staatliche Wirtschaftssteuerung zum Scheitern verurteilt?
Aufgrund von Informationsasymmetrie und der Unvorhersehbarkeit zukünftigen menschlichen Handelns kann eine zentrale Instanz niemals so effizient auf individuelle Bedürfnisse reagieren wie der freie Markt.
- Arbeit zitieren
- Tobias Zepf (Autor:in), 2011, Die Österreichische Schule der Volkswirtschaftslehre. Darstellung einer liberalen Strömung, welche die Finanzkrise von 2008 prognostizieren konnte, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/317829