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Gewalt in Fußballstadien. Gefährliche Eigendynamik?

FC Sankt Pauli gegen FC Hansa Rostock

Titel: Gewalt in Fußballstadien. Gefährliche Eigendynamik?

Hausarbeit , 2013 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Mehmet Mutlu Atci (Autor:in)

Sport - Sportsoziologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit behandelt folgende These: Die Gewalt in Fußballstadien entwickelt eine gefährliche Eigendynamik und kann auf andere Fans überspringen. Damit ist gemeint, dass gewalttätige Ausschreitungen durch Fußballfans ein Problem in deutschen Fußballstadien darstellen und diese Gewalt den einfachen Zuschauer so sehr beeinflussen kann, dass auch dieser zu einer Anwendung von Gewalt neigen kann.

Diese These wird im Laufe dieser Hausarbeit mit Argumenten belegt beziehungsweise widerlegt, indem sie an zwei verschiedenen Fußballvereinen, FC Sankt Pauli und FC Hansa Rostock, untersucht wird.

Es folgen einige Fakten und Zahlen zur Gewalt in Stadien, anschließend wird gezeigt, was der Begriff ,Gewalt´ überhaupt beinhaltet. Es werden Ursachen der Gewalt in Fußballstadien näher erläutert. Es wird deutlich, inwieweit verschiedene Arten von Fußballfans eine Gefahr darstellen oder ob diese eher eine harmlose Erscheinungen sowie Einzelfälle sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Gewaltpotenzial unter Fußballfans

2. FC Sankt Pauli und die Fans

3. FC Hansa Rostock und die Fans

4. Fakten und Zahlen

5. Definition: Gewalt

6. Ursachen

6.1 Norbert Elias – Zivilisationstheorie

6.2 Ultras

6.3 Hooligans

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die These, dass Gewalt in Fußballstadien eine gefährliche Eigendynamik entwickelt, die auf andere Zuschauer überspringen kann. Dabei wird analysiert, inwiefern extremistische Fangruppen und deren gewaltsame Ausschreitungen eine Bedrohung für die Fankultur darstellen und wie diese Dynamik soziologisch einzuordnen ist.

  • Vergleich der Fanszenen von FC Sankt Pauli und FC Hansa Rostock
  • Soziologische Analyse von Gewaltformen (Norbert Elias)
  • Differenzierung zwischen Ultras und Hooligans
  • Rolle von Rassismus und politischer Radikalisierung in Stadien
  • Statistische Auswertung der Gewaltentwicklung im deutschen Profifußball

Auszug aus dem Buch

6.1 Norbert Elias – Zivilisationstheorie

Norbert Elias Zivilisationstheorie beinhaltet die zunehmende Ersetzung von segmentärer Bindung durch funktionale Bindung, so dass die Bedeutung der Bindungen von Familie und Wohnort (segmentäre Bindungen) abnahm, während die der erworbenen Bindungen, die durch Arbeitsteilung bestimmt sind (funktionale Bindungen), zunahm. (Dunning (2006): 411f.)

Charakteristika segmentärer Bindung sind nach Elias: lokale autarke Gemeinschaft, relative Armut, autonom herrschende Klasse, geringer sozialer Druck, Homogenität der Arbeitserfahrung, geringe soziale und geographische Mobilität, geringe emotionale Kontrolle, strikte Trennung zwischen männlichem und weiblichem Lebensbereich, hohe Kinderzahl, männliche Dominanz, lose elterliche Kontrolle über die Kinder, Bildung von Banden, Fähigkeit zu kämpfen als Reputation und ein hohes Niveau offener Gewalt. Das Gegenteil ist bei einer funktionalen Bindung der Fall. (Vgl. ebd.: 413f.)

Die innerhalb besonderer Verwandschafts- und lokaler Segmente erzeugten Gefühle des Stolzes und der Gruppenzugehörigkeit sind so intensiv, dass Konflikt und Konkurrenz praktisch unvermeidlich sind, wenn die Mitglieder mehrerer solcher Segmente aufeinandertreffen. Somit wird Gewalt von den Eltern als Mittel der Sozialisation eingesetzt. (Vgl. ebd.: 418f.)

Nach Elias Theorie sind segmentäre Gruppen in der modernen Gesellschaft Zwängen von außen, aber nicht annähernd in demselben Maße auch von innen unterworfen, wodurch die Akteure sich nach außen, also in der Öffentlichkeit, unauffällig verhalten, aber innerhalb einer Gruppe von diesen Normen abweichen. Somit wird ein Kampf innerhalb von und zwischen Gruppen notwendig, um sich eine Reputation zu verschaffen und aufrechtzuerhalten. Aufgrund dessen wird die Anwendung von Gewalt als ein legitimes Mittel in Gesellschaften mit segmentärer Bindung angesehen. (Vgl. ebd.: 431f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Gewaltpotenzial unter Fußballfans: Einführung in die Thematik der Stadiongewalt und Vorstellung der zentralen These über die Eigendynamik gewalttätiger Ausschreitungen.

2. FC Sankt Pauli und die Fans: Untersuchung der Hamburger Fanszene, deren linkspolitische Ausrichtung und die damit verbundene Identitätsstiftung sowie dokumentierte Ausschreitungen.

3. FC Hansa Rostock und die Fans: Analyse des Rostocker Vereinsumfelds, wobei ein Fokus auf rechtsextreme Tendenzen und diskriminierende Vorfälle gelegt wird.

4. Fakten und Zahlen: Statistische Betrachtung der zunehmenden Gewaltstraftaten und der Rivalität zwischen den beiden betrachteten Vereinen anhand konkreter Vorkommnisse.

5. Definition: Gewalt: Theoretische Herleitung des Gewaltbegriffs und Einordnung in verschiedene Typologien der Gewalt.

6. Ursachen: Analyse der Entstehung von Gewaltbereitschaft unter Anwendung der Zivilisationstheorie und differenzierter Betrachtung der Gruppen Ultras und Hooligans.

7. Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der These, dass extreme Fußballfans durch ihre Ausschreitungen eine Gefahr darstellen und die Fankultur belasten.

Schlüsselwörter

Fußball, Gewalt, Stadion, Hooligans, Ultras, FC Sankt Pauli, Hansa Rostock, Zivilisationstheorie, Norbert Elias, Radikalisierung, Rechtsextremismus, Fankultur, Rivalität, Aggression, Ausschreitungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Gewaltpotenzial in deutschen Fußballstadien und der Frage, wie gewalttätige Ausschreitungen durch Fan-Kollektive entstehen und sich auf den Spielbetrieb auswirken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die soziologische Analyse von Fangruppen (Ultras und Hooligans), der Einfluss politischer Einstellungen in Stadien sowie die Ursachenforschung von Gewalt anhand soziologischer Theorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die These zu belegen oder zu widerlegen, dass Gewalt in Stadien eine gefährliche Eigendynamik annimmt und unbeteiligte Fans zur Nachahmung oder Aggression bewegen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Printmedien, soziologischen Fachpublikationen und Online-Quellen basiert, um einen theoretischen und empirischen Überblick zum Thema zu geben.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der beiden Vereine (Sankt Pauli vs. Rostock), eine statistische Faktenlage, eine theoretische Definition von Gewalt sowie eine detaillierte Ursachenanalyse nach Norbert Elias.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Fankultur, Stadiongewalt, Ultras, Hooligans und gesellschaftliche Radikalisierung definieren.

Welche Rolle spielt die Zivilisationstheorie von Norbert Elias für die Argumentation?

Elias dient zur Erklärung, warum Gewalt in bestimmten sozialen Gruppen als legitimes Mittel zur Reputationsgewinnung und Identitätsstärkung innerhalb einer segmentären Bindung angesehen wird.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Hooligans und Ultras in Bezug auf deren Gewaltanwendung?

Hooligans werden als gewaltsuchend eingestuft, für die Gewalt eine Form der Alltagsentschädigung darstellt. Ultras hingegen gelten als gewaltbereit, wobei die Gewalt bei ihnen eher als Mittel zum Zweck im Rahmen der Gruppeninszenierung verstanden wird.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gewalt in Fußballstadien. Gefährliche Eigendynamik?
Untertitel
FC Sankt Pauli gegen FC Hansa Rostock
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Fußball und Gewalt
Note
1,3
Autor
Mehmet Mutlu Atci (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V317545
ISBN (eBook)
9783668167391
ISBN (Buch)
9783668167407
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gewalt fußballstadien gefährliche eigendynamik sankt pauli hansa rostock
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mehmet Mutlu Atci (Autor:in), 2013, Gewalt in Fußballstadien. Gefährliche Eigendynamik?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/317545
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Leseprobe aus  17  Seiten
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