Das Controlling von Intangibles ist noch eine junge Controlling Disziplin, die erst Anfang der 90er Jahre auf das Interesse der Unternehmen gestoßen ist. Dies ist auf den anhaltenden Wandel der Industrie- zur Dienstleistungs- und Hochtechnologiegesellschaft zurückzuführen. Dieser Wandel hat zu einer zunehmenden Relevanz von Intangibles geführt. Die Wettbewerbsfähigkeit von Firmen im einundzwanzigsten Jahrhundert wird demnach durch Erfolgsfaktoren, wie zum Beispiel Mitarbeiterwissen, Kundenbeziehungen, Markennamen oder Produktionsprozessen und weniger durch physische Vermögenswerte (zum Beispiel Grundstücke, Maschinen) determiniert.
Sind diese Erfolgsfaktoren vom Unternehmen identifiziert, so kann sich das Management auf deren Gestaltung, Bewertung und Ausbau konzentrieren. So hat beispielsweise General Electric sein europäisches Forschungszentrum im teuren München gebaut. Dem Unternehmen ist Technologie und die Nähe zu den Universitäten wichtiger als billige Arbeitskräfte. Anlässlich dieser aktuellen Diskussion ist es das Ziel dieser Arbeit, einen Überblick über die Bewertung von Intangibles zu geben und diese anschließend kritisch zu hinterfragen. Die gewonnene Transparenz gibt Aufschluss, inwieweit ein Unternehmen den Wert von Intangibles durch eine gezielte Bewertung sichtbar machen kann.
Einleitend wird auf allgemein gültige Grundlagen von Intangibles eingegangen. Hierbei wird der Begriff Intangibles definiert sowie die Eigenschaften, die Struktur und die Wertrelevanz der Intangibles dargestellt. Des Weiteren werden die Ziele und Aufgaben des Controllings in Bezug auf Intangibles erläutert. Der Kern der Arbeit widmet sich den Methoden zur Bewertung von immateriellen Vermögen. Als erstes werden die verschiedenen Monoindikator-Methoden aufgezeigt. Anschließend wird die „Wissensbilanz - Made in Germany“ als Instrument des Controllings dargestellt sowie die Nutzen und Grenzen dieses Ansatzes aufgezeigt. Die Arbeit schließt mit einem Fazit und dem Ausblick auf die weitere Entwicklung des Controllings von Intangibles.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problemstellung der Arbeit
1.2 Vorgehensweise der Untersuchung
2 Intangible Assets
2.1 Definition von Intangibles
2.2 Eigenschaften von Intangibles
2.3 Kategorisierung von Intangibles
2.4 Wertrelevanz von Intangibles
3 Ziele und Funktionen des Controllings in Bezug auf Intangibles
4 Bewertung von Intangibles
4.1 Monoindikator-Methoden
4.2 Kosten Methoden
4.3 Markt Methoden
4.4 Kapitalwert Methoden
4.5 Multiindikator-Methoden
5 Wissensbilanz als Instrument des Controllings
5.1 Ziel und Aufbau der „Wissensbilanz – Made in Germany“
5.2 Funktionen einer Wissensbilanz
5.2.1 Externe Kommunikationsfunktion
5.2.2 Interne Steuerungsfunktion
5.3 Nutzen und Grenzen des Ansatzes
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung von immateriellen Vermögenswerten (Intangibles) für den Unternehmenserfolg in einer modernen Wissensgesellschaft. Ziel ist es, einen fundierten Überblick über bestehende Bewertungsmethoden zu geben, diese kritisch zu hinterfragen und die Wissensbilanz als effektives Instrument des Controllings zur strategischen Steuerung von Intangibles darzustellen.
- Grundlagen, Definitionen und Eigenschaften von Intangible Assets
- Methoden der monetären Bewertung von immateriellen Werten
- Die Wissensbilanz als zentrales Steuerungsinstrument
- Rolle des Controllings bei der Identifikation und Entwicklung von Werttreibern
- Herausforderungen bei der Dokumentation und Messung von immateriellem Vermögen
Auszug aus dem Buch
2.2 Eigenschaften von Intangibles
Jedes Unternehmen muss sich mit den Eigenschaften von immateriellen Vermögen beschäftigen, da Intangibles sich betriebswirtschaftlich anders verhalten als finanzielle oder physische Ressourcen. Sie werden durch nachfolgende Eigenschaften näher charakterisiert:
Intangibles sind keine rivalisierenden Vermögenswerte. Sie können zur gleichen Zeit unterschiedlich eingesetzt werden, dadurch verursachen sie keine Opportunitätskosten.
Während der Aufbau von Intangible Assets sehr hohe Investitionen erfordert, verursacht dessen Nutzung (z.B. Verwendung eines Markennamens) dagegen kaum Kosten. Daraus resultiert ein hoher Anteil an Fixkosten bei geringen proportionalen Kosten und gleichbleibende bzw. steigende Skalenerträge.
Die ökonomische Überlegenheit von immateriellen Werten ist auch auf Netzwerkeffekten zurückzuführen. Eine Software zum Beispiel kann von tausenden Nutzern gleichzeitig installiert und genutzt werden (z.B. Facebook).
Gleichzeitig ist es schwierig, sich das alleinige Eigentum an Intangibles zu sichern. Aufgrund fehlender physischer Substanz sowie ihrer nicht konkurrierenden Eigenschaft, können Besitzansprüche auf immaterielles Vermögen nicht immer realisiert werden (z.B. Mitarbeiter und Kunden).
Investitionen in immaterielle Werte sind vergleichsweise hochriskant (Gefahr des Totalverlustes). Sie stellen separat oftmals keinen ökonomischen Nutzen dar.
Intangibles sind selten marktgängig. In den wenigsten Fällen existieren Märkte, auf denen Unternehmen immaterielles Vermögen kaufen bzw. verkaufen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Diese Einleitung beleuchtet den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft und definiert das Controlling von Intangibles als junge Disziplin, deren Ziel die Sichtbarmachung immaterieller Erfolgsfaktoren ist.
2 Intangible Assets: In diesem Kapitel werden Begriffe definiert, die besonderen Eigenschaften wie Nicht-Rivalität oder mangelnde Marktgängigkeit erläutert und eine Systematik in Human-, Kunden- und Strukturkapital eingeführt.
3 Ziele und Funktionen des Controllings in Bezug auf Intangibles: Der Fokus liegt auf der Beratungs-, Dokumentations- und Kontrollfunktion, um Unternehmensziele durch gezielte Steuerung immaterieller Werte zu erreichen.
4 Bewertung von Intangibles: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene monetäre Bewertungsansätze, unterteilt in kosten-, markt- und kapitalwertorientierte Verfahren sowie Multiindikator-Systeme.
5 Wissensbilanz als Instrument des Controllings: Es wird die „Wissensbilanz – Made in Germany“ als praxisnahes Instrument für interne Steuerung und externe Kommunikation detailliert vorgestellt.
6 Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Controlling primär auf die zielgerichtete Gestaltung und Entwicklung immaterieller Werte fokussieren sollte, statt sich in der schwierigen Ermittlung monetärer Werte zu verlieren.
Schlüsselwörter
Intangible Assets, Controlling, Wissensbilanz, Humankapital, Bewertungsmethoden, Immaterielle Werte, Strukturkapital, Beziehungskapital, Wertrelevanz, Unternehmenssteuerung, Marktwerte, Wissensmanagement, Immaterielles Vermögen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Management und Controlling von immateriellen Vermögenswerten, den sogenannten Intangibles, die in der heutigen Wissensgesellschaft entscheidend für den Unternehmenserfolg sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Identifikation und Definition von Intangibles, deren ökonomische Eigenschaften, Methoden zur monetären Bewertung sowie die Implementierung der Wissensbilanz zur strategischen Unternehmensführung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über Bewertungsmöglichkeiten für Intangibles zu geben und deren Nutzen für das Controlling kritisch zu hinterfragen, um immaterielle Werte zielorientiert sichtbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Seminararbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert und bestehende Konzepte zur Bewertung und Wissensbilanzierung gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Intangible Assets, die Darstellung der monetären Bewertungsverfahren (Kosten-, Markt- und Kapitalwertmethoden) und die praxisorientierte Erläuterung der Wissensbilanz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Intangible Assets, Wissensbilanz, Human- und Strukturkapital, Controlling sowie strategische Wertsteuerung geprägt.
Warum sind Intangibles schwer zu bewerten?
Aufgrund ihrer fehlenden physischen Substanz, der schwierigen Sicherung von Eigentumsrechten und der Seltenheit aktiver Märkte ist eine objektive monetäre Bewertung von Intangibles äußerst anspruchsvoll.
Welchen Stellenwert nimmt die Wissensbilanz ein?
Die Wissensbilanz dient als zentrales Instrument, um den Status Quo immaterieller Werte zu erfassen und zu kommunizieren, ohne zwingend eine direkte Bilanzierung im finanziellen Sinne vornehmen zu müssen.
- Arbeit zitieren
- Stefan Amrhein (Autor:in), 2015, Controlling von Intangibles. Methoden zur Bewertung von immateriellem Vermögen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/316845