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Ostmitteleuropäisches Wahlverhalten bei Wahlen zweiter Ordnung. Die Europawahlen in der Tschechischen Republik

Title: Ostmitteleuropäisches Wahlverhalten bei Wahlen zweiter Ordnung. Die Europawahlen in der Tschechischen Republik

Seminar Paper , 2014 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Alexander Knödler (Author)

Politics - Methods, Research

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Summary Excerpt Details

Was die Parteiensysteme und das Wahlverhalten in den jungen osteuropäischen Demokratien angeht, so scheinen viele Beobachter gerne abwarten zu wollen, bis sich eine politische Landschaft scheinbar konsolidiert habe und diese dann mit „bewährten“ Mitteln für Westeuropa beackern ließe. Der zentrale Denkfehler besteht jedoch im Ausblenden der Tatsache, dass sich eine Dekonsolidierung auch in traditionsreichen, älteren Demokratien vollziehen kann und dann mitnichten als Kinderkrankheit bewertet würde, was bei den östlichen „Novizen“ jedoch häufig so ausgelegt würde.

Außerdem kann man nach 25 Jahren postkommunistischer Entwicklung und weiterer Kongruenz zum Westen davon ausgehen, dass der größte Teil der Bevölkerung wenigstens ihr halbes Erwachsenenleben in Berührung mit demokratischen Wahlen gekommen ist und auch eine starke autoritäre Legacy, ob nun kommunistisch oder nicht, entsprechend langwierige Lernprozesse nicht zu verhüten vermag, wenn auch ihre Nachwirkungen nicht vollkommen ignoriert werden können.

Die Tschechoslowakei war vor dem Zweiten Weltkrieg die letzte funktionierende Demokratie in Mitteleuropa und einer der reichsten Staaten der Welt. In vielerlei Hinsicht ist Tschechien unter allen anderen ehemaligen Ostblockstaaten noch am ehesten mit den neuen Bundesländern vergleichbar, jedoch ohne einen großen westlichen Bruder zu haben, der einem sein eigenes System übergestülpt hätte.

Grundsätzlich postuliert die Seminararbeit, dass die äußerst niedrige Wahlbeteiligung des tschechischen Wahlvolks als Symptom mehrerer sich überlagernder Faktoren darstellt: Einmal die empfundene Nachrangigkeit der Europawahl (als sogenannte Second-Order-Election), sodann die resignative Gleichgültigkeit der Nichtwählerschaft bedingt durch die Nachwirkungen der Ostblockzeit und der postkommunistischen Systemtransformation und schlussendlich der politische Wechsel nach den nationalen Parlamentswahlen von 2013, welche das bei den vorangegangenen Europawahlen existente Protestwählerpotential eindämmte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Die Motivation zur Seminararbeit

1.2 Warum Tschechien?

1.3 Forschungsfrage

2 Hypothesen und Argumente

2.1 Hypothesen

2.2 Argumente

2.2.1 Wahlverhalten bei Europawahlen als Second-Order-Election allgemein

2.2.2 Wahlverhalten im postkommunistischen Transformationsraum

2.2.2.1 Politische Kultur

2.2.2.2 Umkehrung der „perzipierten Wahlpflicht“

2.2.3 Wahlverhalten im spezifisch tschechischen Kontext

2.2.3.1 Zufriedenheit mit der aktuellen Tagespolitik

3 Methodischer Ansatz

3.1 Dimensionen einer Second-Order-Election nach Reif/Schmitt (1980)

3.1.1 Less-At-Stake-Dimension

3.1.1.1 Geringere Wahlbeteiligung

3.1.1.2 Effekte durch den Wegfall der taktischen Wahl

3.1.1.3 Periodenabhängige Effekte

3.1.2 Dimension der spezifischen politischen Arena

3.1.3 Institutionell-prozedurale Dimension

3.1.4 Dimension des Wahlkampfes

3.1.5 Spezifische Änderungen auf der politischen Hauptebene

3.2 Michigan-Modell bzw. Ann-Arbor-Modell der politischen Wahlforschung

4 Empirische Analyse

4.1 Wahlergebnisse für die bisherigen Europawahlen und die vorherigen Abgeordnetenhauswahlen

4.1.1 Europawahl 2014 und Abgeordnetenhauswahl 2013

4.1.2 Europawahl 2009 und Abgeordnetenhauswahlen 2006

4.1.3 Europawahl 2004 und Abgeordnetenhauswahl 2002

4.2 Über die niedrige Wahlbeteiligung

4.3 Über die Ergebnisse der Partei im Einzelnen

4.4 Überprüfung des Wahlgangs nach Reif/Schmitt über ihren Charakter als Second-Order-Election

4.4.1 Less-At-Stake-Dimension

4.4.1.1 Geringere Wahlbeteiligung

4.4.1.2 Chancen für kleine und neue Parteien durch untaktisches Wählen

4.4.1.3 Andere Effekte des untaktischen Wählens

4.4.1.4 Effekte des Zyklus der aktuellen Wahlperiode (Flitterwochen – Abstrafung zur Midterm – Vorfeld der Wahlen)

4.4.2 Dimension der spezifischen politischen Arena

4.4.3 Institutionell-prozedurale Dimension

4.4.4 Dimension des Wahlkampfes

4.4.5 Spezifische Änderungen auf der politischen Hauptebene des betroffenen Landes

4.5 Wahlanalyse nach dem Michigan-Modell

4.5.1 Langfristige Faktoren – Parteibindung

4.5.1.1 Aktion unzufriedener Bürger (ANO)

4.5.1.2 Tradition, Verantwortung, Wohlstand (TOP 09)

4.5.1.3 Sozialdemokratische Partei (ČSSD)

4.5.1.4 Kommunistische Partei (KSČM)

4.5.1.5 Christdemokraten (KDU-ČSL)

4.5.1.6 Bürgerdemokraten (ODS)

4.5.1.7 Partei freier Bürger (Svobodní)

4.5.1.8 Piratenpartei

4.5.1.9 Grüne Partei

4.5.1.10 Morgendämmerung (Úsvit)

4.5.2 Kurzfristige Faktoren – Kandidatenbindung

4.5.2.1 Aktion unzufriedener Bürger (ANO)

4.5.2.2 Tradition, Verantwortung, Wohlstand (TOP 09)

4.5.2.3 Sozialdemokratische Partei (ČSSD)

4.5.2.4 Kommunistische Partei (KSČM)

4.5.2.5 Christdemokraten (KDU-ČSL)

4.5.2.6 Bürgerdemokraten (ODS)

4.5.2.7 Partei freier Bürger (Svobodní)

4.5.2.8 Piratenpartei

4.5.2.9 Grüne Partei

4.5.2.10 Morgendämmerung (Úsvit)

4.5.3 Kurzfristige Faktoren – Themenbindung

4.5.3.1 Aktion unzufriedener Bürger (ANO)

4.5.3.2 Tradition, Verantwortung, Wohlstand (TOP 09)

4.5.3.3 Sozialdemokratische Partei (ČSSD)

4.5.3.4 Kommunistische Partei (KSČM)

4.5.3.5 Christdemokraten (KDU-ČSL)

4.5.3.6 Bürgerdemokraten (ODS)

4.5.3.7 Partei Freier Bürger (Svobodní)

4.5.3.8 Piratenpartei

4.5.3.9 Grüne

4.5.3.10 Morgendämmerung

4.6 Vergleich der Europawahlen 2004, 2009 und 2014

4.7 Überprüfung der Hypothesen

4.7.1 Niedrige Wahlbeteiligung

4.7.1.1 Europawahl allgemein

4.7.1.2 Altlasten aus dem Realsozialismus

4.7.1.3 Spezifisch tschechische Bedingungen

4.7.2 Milieuspezifisches Wahlverhalten

4.7.3 Protestwahlverhalten

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wahlverhalten bei den Europawahlen 2014 in der Tschechischen Republik, um zu klären, wie sich die Merkmale einer "Second-Order-Election" in einem postkommunistischen Transformationsstaat äußern und warum eine extrem niedrige Wahlbeteiligung zu verzeichnen war.

  • Analyse des tschechischen Wahlverhaltens bei Europawahlen im Vergleich zu nationalen Wahlen
  • Anwendung der Reif/Schmitt-Theorie auf den tschechischen Kontext
  • Untersuchung der langfristigen Parteibindung und kurzfristiger Faktoren nach dem Michigan-Modell
  • Identifikation der Ursachen für die historisch niedrige Wahlbeteiligung 2014
  • Überprüfung von Hypothesen zu politischer Kultur und Protestwahlverhalten

Auszug aus dem Buch

1.2 Warum Tschechien?

Abgesehen davon, dass ich schon vier Mal in Prag war, gibt es auch professionelle Gründe. Die Tschechoslowakei war vor dem Zweiten Weltkrieg die letzte funktionierende Demokratie in Mitteleuropa und einer der reichsten Staaten der Welt. In vielerlei Hinsicht ist Tschechien unter allen anderen ehemaligen Ostblockstaaten noch am ehesten mit den neuen Bundesländern vergleichbar, jedoch ohne einen großen westlichen Bruder zu haben, der einem sein eigenes System übergestülpt hätte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Motivation und Begründung der Themenwahl sowie Formulierung der zentralen Forschungsfragen zur Europawahl in Tschechien.

2 Hypothesen und Argumente: Aufstellung der Arbeitshypothesen und theoretische Einbettung in das Konzept der Second-Order-Election sowie die tschechische politische Kultur.

3 Methodischer Ansatz: Erläuterung der theoretischen Modelle (Reif/Schmitt und Michigan-Modell) zur Analyse des Wahlverhaltens.

4 Empirische Analyse: Detaillierte Auswertung der Wahlergebnisse, Anwendung der theoretischen Modelle auf die Parteienlandschaft und Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.

5 Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfragen zur geringen Wahlbeteiligung und zum Parteienverhalten.

Schlüsselwörter

Europawahl, Tschechien, Second-Order-Election, Wahlverhalten, Wahlbeteiligung, Parteibindung, Transformationsstaat, Reif/Schmitt, Michigan-Modell, Politische Kultur, ANO, ODS, ČSSD, Realsozialismus, Protestwahlverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit analysiert das Wahlverhalten der Tschechischen Republik bei der Europawahl 2014 unter Anwendung politikwissenschaftlicher Wahlmodelle.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Einordnung der Europawahl als "Second-Order-Election", die historische Prägung durch den Realsozialismus und die Analyse des Parteiensystems mittels des Michigan-Modells.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Gründe für die sehr niedrige Wahlbeteiligung in Tschechien bei der Europawahl 2014 zu identifizieren und zu erörtern, ob klassische theoretische Modelle das tschechische Wahlverhalten adäquat erklären können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden die Theorie der "Second-Order-Election" nach Reif/Schmitt sowie das Ann-Arbor- bzw. Michigan-Modell der Wahlforschung zur Interpretation der empirischen Daten herangezogen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine umfassende empirische Wahlanalyse, die Prüfung der Hypothesen sowie eine detaillierte Untersuchung einzelner Parteien basierend auf Langzeit- und Kurzzeitfaktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Europawahl, Second-Order-Election, Transformationsstaat, tschechisches Parteiensystem, Wahlbeteiligung und politische Sozialisation.

Warum ist die Wahlbeteiligung in Tschechien bei Europawahlen so niedrig?

Der Autor führt dies auf den Charakter der Europawahl als "Second-Order-Election", Altlasten des Realsozialismus und das Fehlen einer nationalen politischen Wechselstimmung nach den Wahlen 2013 zurück.

Welche Rolle spielt die Partei ANO in der tschechischen Politik?

Die ANO hat sich als neue politische Kraft etabliert, wobei ihr Erfolg laut Autor auf dem Bedürfnis der Wähler nach nicht-korrupten Politikern basiert, ähnlich der Phänomene in Italien.

Hat der Realsozialismus einen Einfluss auf das heutige Wahlverhalten?

Ja, laut Autor haben 40 Jahre Realsozialismus das Verhältnis zur politischen Klasse geprägt und zu einer politischen Passivität beigetragen, die sich heute in geringer Wahlbeteiligung und Skepsis gegenüber dem Mainstream widerspiegelt.

Wie unterscheidet sich die Europawahl 2014 von früheren Europawahlen in Tschechien?

Im Gegensatz zu den Wahlen 2004 und 2009 fehlte 2014 ein politischer "Reiz" oder ein nationaler Konflikt, der die Wähler mobilisiert hätte, was zu einem weiteren massiven Rückgang der Wahlbeteiligung führte.

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Details

Title
Ostmitteleuropäisches Wahlverhalten bei Wahlen zweiter Ordnung. Die Europawahlen in der Tschechischen Republik
College
University of Heidelberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Nationale und supranationale Aspekte zu den 8. Wahlen zum Europäischen Parlament 2014
Grade
2,0
Author
Alexander Knödler (Author)
Publication Year
2014
Pages
27
Catalog Number
V316193
ISBN (eBook)
9783668152380
ISBN (Book)
9783668152397
Language
German
Tags
Europawahl Osteuropa Tschechien Second-Order-Election Wahlforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Knödler (Author), 2014, Ostmitteleuropäisches Wahlverhalten bei Wahlen zweiter Ordnung. Die Europawahlen in der Tschechischen Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/316193
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