Ziel dieser Arbeit ist es, das Verhalten von Entscheidern, also von Controllern und Managern, bei Investitionsentscheidungen zu analysieren und Maßnahmen zur Vermeidung von möglichen Fehlentscheidungen durch das Verhalten zu diskutieren.
Zuerst wird in Kapitel 2 eine für diese Arbeit grundlegende Definition des Begriffs Investitionsentscheidung festgelegt. In Kapitel 3,1 geht es dann um die Unterschiede zwischen dem neoklassischen Modell des Homo Oeconomicus und der neueren Sichtweise der Verhaltensökonomik. Daraufhin werden in Kapitel 3,2 die Begriffe kognitive Heuristik und kognitive Verzerrung (Bias) eingeführt, wobei letzteres die Ursache von Fehlentscheidungen ist. In Kapitel 3,3 werden vier ausgewählte Beispiele dieser kognitiven Verzerrungen beschrieben. Nachdem die Grundlagen erläutert wurden, werden in Kapitel 4, dem Hauptteil, zunächst in 4,1 die Probleme des Verhaltens von Entscheidern bei Investitionsentscheidungen analysiert und im zweiten Teil 4,2 Maßnahmen zur Vermeidung dieser Fehler beschrieben.
Diese Arbeit ist leicht verständlich geschrieben und es ist für das Verständnis dieser Arbeit kein wirtschaftswissenschaftliches Studium notwendig. Insgesamt erhalten Sie eine umfangreiche Einführung in die Grundlagen der kognitiven Psychologie und den notwendigen Grundlagen der Wirtschaftswissenschaften.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Investitionsentscheidung
3. Grundlagen der Ökonomie und kognitiven Psychologie
3.1 Neoklassische Theorie und Verhaltensökonomik
3.2 Kognitive Heuristiken und kognitive Verzerrungen (Biases)
3.3 Ausgewählte kognitive Verzerrungen (Biases): Framing Bias, Status-Quo Bias, Overconfidence Bias, Confirmation Bias
4. Analyse der kognitiven Biases bei Investitionsentscheidungen und mögliche Maßnahmen zur Fehlervermeidung
4.1 Das Problem der kognitiven Biases bei Investitionsentscheidungen
4.2 Maßnahmen zur Vermeidung kognitiver Biases bei Investitionsentscheidungen
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das unbewusste Verhalten von Controllern und Managern bei Investitionsentscheidungen zu analysieren, um potenzielle Fehlentscheidungen aufzudecken und Strategien zu deren Vermeidung zu diskutieren.
- Wandel von der klassischen Nutzentheorie zur Verhaltensökonomik
- Einfluss kognitiver Heuristiken und Bias-Effekte auf Entscheidungsprozesse
- Detaillierte Analyse von Framing, Status-Quo, Overconfidence und Confirmation Bias
- Entwicklung von Maßnahmen zur Fehlervermeidung im Management-Reporting
- Praktische Anwendung von Methoden wie der Fehlerbaum-Analyse und dem "Devil's Advocate"
Auszug aus dem Buch
3.3 Ausgewählte kognitive Verzerrungen (Biases): Framing Bias, Status-Quo Bias, Overconfidence Bias, Confirmation Bias
Der Framing Bias (Rahmeneffekt) besagt, dass Entscheidungen durch (1) die Darstellung eines Sachverhaltes, (2) die Formulierung eines Sachverhaltes oder (3) die Menge der Informationen verzerrt werden können. Ein Beispiel für einen Framing Bias ist, dass Ärzte eine Therapie empfehlen, wenn sie wissen, dass 80% überleben, allerdings von der gleichen Therapie abraten, wenn sie wissen, dass 20% sterben, dabei müsste ihre Empfehlung für beide Formulierungen gleich sein. In diesem Fall entsteht der Framing Bias durch die allgemeine Verlustaversion von Menschen, die grundsätzlich das Risiko eines Verlustes höher bewerten als die Erwartung eines Gewinnes. Dadurch wird ein äquivalenter Sachverhalt durch eine unterschiedliche Formulierung fälschlicherweise unterschiedlich bewertet. Ein weiteres Beispiel ist, wenn in einem Kloster ein Mönch auf die Frage „Darf ich beim Beten rauchen?“ ein Nein zur Antwort bekommt und ein anderer Mönch auf die Frage „Darf ich beim Rauchen beten?“ ein Ja als Antwort erhält, obwohl beide Fragen logisch äquivalent formuliert wurden.
Der Status-Quo Bias liegt dann vor, wenn sich Menschen bei einer Entscheidung zwischen einem bestehenden Zustand (Status-Quo) und einer Veränderung für den Status-Quo entscheiden. D.h., der Nutzen des Status Quo wird höher eingeschätzt als der Nutzen einer Veränderung. Der Status-Quo Bias existiert, (1) wegen der Angst vor Verlusten durch eine Veränderung (Verlustaversion) und (2) wegen der zu hohen Werteinschätzung von Besitz (Besitztumseffekt). Dabei ist es in den meisten Fällen längst überfällig, dass sich etwas verändert, da der Status Quo bereits Verluste erzeugen könnte, die oft übersehen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Wandel von der klassischen Ökonomie hin zur Verhaltensökonomik ein und definiert das Ziel der Untersuchung des Entscheidungsverhaltens von Managern.
2. Grundlagen der Investitionsentscheidung: In diesem Kapitel wird der Begriff der Investitionsentscheidung für den Kontext der Arbeit definiert und in die verschiedenen Phasen des Investitionsprozesses eingeordnet.
3. Grundlagen der Ökonomie und kognitiven Psychologie: Es erfolgt die Gegenüberstellung von neoklassischer Theorie und Verhaltensökonomik sowie die theoretische Einführung in Heuristiken und spezifische kognitive Verzerrungen.
4. Analyse der kognitiven Biases bei Investitionsentscheidungen und mögliche Maßnahmen zur Fehlervermeidung: Dieses Kapitel identifiziert, an welchen Stellen im Investitionsprozess kognitive Verzerrungen auftreten, und schlägt gezielte methodische Maßnahmen zu deren Eindämmung vor.
5. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Relevanz des menschlichen Verhaltens im Controlling zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer praktischer Forschung zur Bias-Vermeidung.
Schlüsselwörter
Investitionsentscheidung, Behavioral Controlling, Verhaltensökonomik, Kognitive Verzerrungen, Framing Bias, Status-Quo Bias, Overconfidence Bias, Confirmation Bias, Verlustaversion, Kontrollillusion, Management-Reporting, Entscheidungsverhalten, Fehlerbaum-Methode, Devil's Advocate, Investitionsprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie menschliches, unbewusst verzerrtes Verhalten die Investitionsentscheidungen von Managern und Controllern beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Verhaltensökonomik, kognitive Psychologie, Investitionscontrolling und das Management von Entscheidungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Auswirkungen kognitiver Biases zu analysieren und praktische Methoden vorzustellen, um Fehlentscheidungen in Investitionsprozessen zu vermeiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse sowie der Zusammenführung verhaltensökonomischer Konzepte mit betriebswirtschaftlichen Controlling-Instrumenten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird analysiert, wie spezifische Biases (wie Framing oder Overconfidence) in verschiedenen Phasen des Investitionsprozesses wirken und welche Gegenmaßnahmen (z.B. Fehlerbaum-Analyse) dagegen helfen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Behavioral Controlling, kognitive Verzerrungen, Investitionsentscheidung und Strategien zur Fehlervermeidung.
Warum ist die "Pre-Mortem-Analyse" laut Autor sinnvoll?
Sie hilft Entscheidern, frühzeitig mögliche Gründe für ein Scheitern eines Projekts zu identifizieren, um so Risiken objektiv zu bewerten und die Kontrollillusion zu mindern.
Was ist die spezifische Funktion eines "Devil's Advocate" in der Diskussion?
Diese Person hat die Aufgabe, bewusst gegen die Meinung der Mehrheit zu argumentieren, um unbewusste Denkmuster (insb. den Confirmation Bias) aufzubrechen und einseitige Urteile zu verhindern.
- Quote paper
- Jan Webbeler (Author), 2015, Kognitive Biases bei Investitionsentscheidungen und Möglichkeiten der Fehlervermeidung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/315668