Mit dieser Arbeit soll gezeigt werden, wie vielfältig sich Spiele im Fremdsprachenunterricht einsetzen und an die jeweilige Gruppe und deren Lernziele anpassen lassen. Es soll zur kreativen Umgestaltung von bereits bestehenden Spielen und Spieltypen als auch zur Neugestaltung von Spielen eingeladen werden. Damit ist die Hoffnung verbunden, noch bestehende Skepsis und Zweifel gegenüber der Sinnhaftigkeit von Spielen als Teil des Unterrichts abzubauen.
Spiele setzen sich in der heutigen Unterrichtspraxis mehr und mehr durch. Sie fördern implizites (das heißt unbewusstes, automatisiertes) Lernen. Dennoch zweifeln immer noch manche Lehrende an der Sinnhaftigkeit von Spielen im Unterricht.
Nachdem die Begriffe 'Spiel', 'Sprachspiel' und 'Sprachlernspiel' im ersten Abschnitt dieser Arbeit voneinander abgegrenzt werden, folgt ein kurzer Ausflug in die Neurobiologie. Anhand dessen wird auszugsweise gezeigt, wie Lernen im Gehirn vonstattengeht. Im darauffolgenden Abschnitt wird eine Auswahl von Sprachlernspielen für das Lesen und Schreiben vorgestellt und im Hinblick auf deren Eignung und Adaptierbarkeit für den Fremdsprachenunterricht untersucht. Die Erkenntnisse aus der Hirnforschung fließen dabei in die didaktische Reflexion ein. Ebenso werden Überlegungen zur kreativen Neu- und Weiterentwicklung von Spielen vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Spiel, Sprachspiel und Sprachlernspiel – eine Begriffsdefinition
2.1. Spiel
2.2. Sprachspiel und Sprachlernspiel
3. Spielen aus lerntheoretischer Sicht
4. Vorstellung von Sprachlernspielen für die Fertigkeiten Lesen und Schreiben mit didaktischer Reflexion
4.1. Sich mit dem Schriftbild vertraut(er) machen
4.2. Fehlendes einfügen bzw. Wörter aus Buchstaben zusammensetzen
4.3. Sätze bauen
4.4. Informationen im Text finden
4.5. Spielerisch narrative Texte schreiben
4.6. Brettspiele mit Ereigniskarten herstellen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die didaktische Eignung von Sprachlernspielen zur Förderung der Fertigkeiten Lesen und Schreiben im Deutsch als Fremdspracheunterricht, wobei der Fokus auf der Verbindung von Spieltätigkeit und Lerneffekt sowie der Steigerung der Lernerautonomie liegt.
- Wissenschaftliche Fundierung des Spielbegriffs und Abgrenzung zum Sprachlernspiel.
- Lerntheoretische Betrachtung der Vorteile von Spielen im Sprachunterricht (Hirnforschung).
- Vorstellung und didaktische Reflexion konkreter Spielformate für Lesen und Schreiben.
- Untersuchung der Rolle des Lehrers als Begleiter und Beobachter in Spielphasen.
- Interkulturelle Aspekte und Möglichkeiten der Binnendifferenzierung durch Spiele.
Auszug aus dem Buch
Memospiel „Handschrift“
Beim Memospiel handelt es sich um einen Prototypen eines Spiels. Es existiert in vielen verschiedenen Varianten und kann auch für den Fremdsprachenunterricht angepasst und als Sprachlernspiel verwendet werden. Das Grundmuster des Memospiels besteht aus ca. 150 Bildkarten, bei denen je zwei Karten ein Paar bilden.
Spielverlauf: Die gemischten Memokarten werden mit der Rückseite nach oben auf dem Tisch ausgelegt. Der jüngste Spieler wählt zwei Kärtchen aus und dreht sie um. Wenn die beiden Kärtchen zueinander passen, darf er das Paar behalten und ist erneut an der Reihe. Passen die beiden Karten nicht zueinander, muss er sie wieder umdrehen, sodass sie mit der Rückseite nach oben auf dem Tisch liegen. Danach ist sein Nachbar, der rechts neben ihm sitzt, an der Reihe und darf zwei Kärtchen aufdecken. Ziel des Spiels ist es, sich die Lage der Karten zu merken und so viele Kartenpaare wie möglich zu sammeln. Wer die meisten Paare gesammelt hat, ist der Gewinner. Memo wird in Kleingruppen von zwei bis maximal sechs Spielern gespielt und eignet sich zur Vertiefung und Festigung von bereits eingeführtem Lernstoff.
Beim Memospiel „Handschrift“ bestehen die Kartenpaare aus zwei identischen Wörtern, einmal in Druckschrift und einmal in Handschrift (s.Abb.1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Sprachlernspiele ein, hinterfragt die wissenschaftliche Definition des Begriffs Spiel und begründet die Relevanz von Spielen zur Förderung von Lesen und Schreiben im DaF-Unterricht.
2. Spiel, Sprachspiel und Sprachlernspiel – eine Begriffsdefinition: Das Kapitel differenziert zwischen dem allgemeinen Spielbegriff, dem Sprachspiel und dem für den Unterricht zentralen Sprachlernspiel, wobei letzteres durch die Verknüpfung von Lerneffekt und Spieltätigkeit charakterisiert wird.
3. Spielen aus lerntheoretischer Sicht: Hier wird mittels Erkenntnissen aus der Hirnforschung erläutert, wie Sprachlernspiele durch affektive Verknüpfungen, Automatisierung und implizites Lernen den Erwerb von Wissen im Langzeitgedächtnis unterstützen können.
4. Vorstellung von Sprachlernspielen für die Fertigkeiten Lesen und Schreiben mit didaktischer Reflexion: In diesem Hauptteil werden spezifische Spielkonzepte für verschiedene Lernniveaus und Kompetenzebenen vorgestellt, inklusive einer Reflexion zu deren praktischer Umsetzung und didaktischem Mehrwert.
5. Fazit: Die abschließenden Überlegungen fassen die positiven Auswirkungen von Sprachlernspielen auf das autonome und soziale Lernen zusammen und betonen die Notwendigkeit einer bewussten Vorbereitung durch die Lehrkraft.
Schlüsselwörter
Deutsch als Fremdsprache, Sprachlernspiel, Lesen, Schreiben, Lerntheorie, Hirnforschung, Lernerautonomie, Kreatives Schreiben, Didaktik, Brettspiele, Gedächtnisforschung, Implizites Lernen, Gruppendynamik, Alphabetisierung, Sprachniveau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Sprachlernspiele als methodisches Instrument im Deutsch als Fremdspracheunterricht eingesetzt werden können, um die Fertigkeiten Lesen und Schreiben zu fördern und eine motivierende Lernumgebung zu schaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die theoretische Begriffsbestimmung von Spielen, die lerntheoretische und neurobiologische Fundierung sowie die praktische Vorstellung didaktisch reflektierter Spielanleitungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Vorbehalte gegenüber Spielen im Unterricht abzubauen und aufzuzeigen, wie Sprachlernspiele gezielt zur Festigung von Sprachkenntnissen und zur Steigerung der Lernerautonomie genutzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die Einbeziehung neurobiologischer Erkenntnisse zur Gedächtnisbildung sowie eine didaktische Reflexion ausgewählter Spielkonzepte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil bietet eine detaillierte Auswahl an Sprachlernspielen – von Memospielen über Satzbauspiele bis hin zu kreativen Schreibformaten – und reflektiert deren Eignung für den Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Sprachlernspiel, Lernerautonomie, implizites Lernen, DaF-Unterricht, sowie die Förderung von Lese- und Schreibkompetenzen durch interaktive Methoden.
Wie trägt das Memospiel „Handschrift“ zur Kompetenzentwicklung bei?
Es hilft den Lernenden, das lateinische Schriftbild zu verinnerlichen und trainiert durch das handschriftliche Übertragen der Wörter zudem die Graphomotorik.
Welche Bedeutung kommt dem Lehrer bei der Durchführung von Sprachlernspielen zu?
Der Lehrer tritt als steuernde Instanz in den Hintergrund und übernimmt die Rolle eines Begleiters und Beobachters, was den Lernenden Raum für eigenständige Problemlösungen und soziales Lernen lässt.
- Arbeit zitieren
- Anja Dellner (Autor:in), 2015, Die Eignung von Sprachlernspielen für die Fertigkeiten Lesen und Schreiben im DaF-Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/315635