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Transtemporale personale Identität. Zur Philosophie der Gehirntransplantation und Gehirnteilung

Titel: Transtemporale personale Identität. Zur Philosophie der Gehirntransplantation und Gehirnteilung

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tobias Bauer (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wer lebt mein Leben in 10 Jahren und sollte mich das kümmern? War ich je ein Embryo? Wenn es zwei von „mir“ gäbe, welcher wäre dann ich? Diese und verwandte Fragen beschäftigen nicht nur Philosophen bereits geraume Zeit und sind letztlich Variationen jener großen Herausforderung an ihre Zunft, die da lautet: Was ist der Mensch? Der vorliegende Text konzentriert sich auf die Untersuchung dessen, was oftmals als wesentlichster Aspekt menschlichen (Da)Seins erfasst wird. Nämlich seine Eigenschaft, für den größten Teil des ihm vergönnten Lebens (und vielleicht auch darüber hinaus) Person zu sein.

Im Zentrum des Interesses wird dabei stehen, ob und wie sich transtemporale personale Identität adäquat fassen sowie anhand von Kriterien bestimmen ließe. Je nachdem, welche Aspekte von Personalität als essentiell betrachtet werden, ist eine Antwort auf diese Fragestellung auch ein Bekenntnis zu einer bestimmten Vorstellung dessen, was den Menschen am Ende ausmacht.

Die hier angestrengte Untersuchung führt zunächst anhand dreier – prima facie fundamental verschiedener – Auffassungen in die Identitätsthematik ein und setzt sich im Anschluss kritisch mit Implikationen der dargestellten Theorien auseinander. Idealiter kann der Verfasser zeigen, dass die von allen drei Hauptautoren gewählte Strategie, nämlich einen einzelnen Aspekt von Personalität in den Focus zu stellen, mindestens problematisch ist.

Derek Parfits, Eric Olsons und Martine Nida-Rümelins Überlegungen zu Gehirntransplantationen und -teilungen sollen den Blick des geneigten Lesers auf zwei eng verbundene Problemkomplexe lenken:

1. Kann (numerische) transtemporale Identität über Kriterien bestimmt werden und wie stellten sich diese dar?
2. Welche Beziehung besteht zwischen (numerischer) transtemporaler Identität und der Metaphysik von Personen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Personale Identität über die Zeit und mögliche Welten

II. Psychologische Kontinuität und unsere Identität über die Zeit

1. Parfits Kriterium und verpflanze Gehirne

2. My Division und ein identitätslogisches Problem

3. Eine zusätzliche Tatsache – Martine Nida-Rümelins begrifflich begründeter Substanzdualismus

3.1 Eine begriffliche Analyse

3.2 Eine realistische Illusion?

3.3 Gehirnteilungen und Supervenienz

4. Olson, Ontologie und Organismen

4.1 Denkende Tiere und denkende Personen

5. Noch einmal Nida-Rümelin

5.1 „Stammhirnwesen“ als Subjekte von Erfahrung

5.2 Martine Nida-Rümelin und Cerebrum-Transplantationen

III. What Matters in Survival

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen transtemporaler personaler Identität und hinterfragt, ob und wie diese anhand spezifischer Kriterien adäquat bestimmt werden kann. Im Zentrum steht dabei die kritische Analyse, ob Identität primär über psychologische Kontinuität, organische Kontinuität oder die Existenz einer immateriellen Substanz zu definieren ist.

  • Vergleich konkurrierender Identitätstheorien (Derek Parfit, Eric Olson, Martine Nida-Rümelin)
  • Analyse von Gedankenexperimenten (Transplantations- und Teilungsfälle)
  • Untersuchung des ontologischen Status von „Subjekten von Erfahrung“ (SvE)
  • Diskussion über die Rolle des biologischen Körpers vs. psychologischer Kontinuität
  • Kritische Reflexion der Konzepte von „Person“ und „menschlichem Tier“

Auszug aus dem Buch

My Division (MD):

“My body is fatally injured, as are the brains of my two brothers. My brain is divided, and each half is successfully transplanted into the body of one of my brothers. Each of the resulting people believes that he is me, seems to remember living my life, has my character, and is in every other way psychologically continuous with me. And he has a body that is very like mine.” (Parfit 1984, S. 253)

Parfits Geschichte ist ein Beispiel von sogenannten „fission-cases“, anhand derer die Frage transtemporaler Identität von Personen oftmals untersucht wird – je nach Autor mit erstaunlich unterschiedlichen Ergebnissen, wie sich noch zeigen wird (die grundsätzlichen Schlüsse sind selbstverständlich dieselben, jedoch variieren die Interpretationen). In Parfits Fall ist die intendierte Interpretation klar, nämlich die Rechtfertigung des Kriteriums psychologischer Kontinuität. Betreffend der relevanten Identitätstatsachen sind nun vier Resultate der Operation bei MD denkbar:

I1: A (Parfit) ist mit B (dem ersten Bruder) identisch

I2: A ist mit C (dem zweiten Bruder) identisch

I3: A ist mit keinem identisch (er ist tot)

I4: A ist mit beiden identisch (er hat zwei Körper)

Zusammenfassung der Kapitel

I. Personale Identität über die Zeit und mögliche Welten: Einleitung in die Fragestellung der transtemporalen Identität und Vorstellung der methodischen Ausrichtung anhand ausgewählter Gedankenexperimente.

II. Psychologische Kontinuität und unsere Identität über die Zeit: Diskussion des parfitschen Modells der psychologischen Kontinuität sowie deren Grenzen bei Spaltungsfällen.

1. Parfits Kriterium und verpflanze Gehirne: Detaillierte Darstellung von Derek Parfits psychologischem Kriterium und dessen Anwendung auf Transplantationsszenarien.

2. My Division und ein identitätslogisches Problem: Analyse des Paradoxons, das entsteht, wenn eine Person mit zwei verschiedenen Entitäten psychologisch kontinuierlich ist.

3. Eine zusätzliche Tatsache – Martine Nida-Rümelins begrifflich begründeter Substanzdualismus: Einführung in die Gegenposition von Nida-Rümelin, die Identität auf immaterielle Substanzen zurückführt.

3.1 Eine begriffliche Analyse: Untersuchung unseres Begriffsverständnisses von Selbst- und Fremdidentifikation jenseits empirischer Kriterien.

3.2 Eine realistische Illusion?: Hinterfragung, ob die intuitive Vorstellung einer transtemporalen Identität eine bloße Illusion darstellt.

3.3 Gehirnteilungen und Supervenienz: Einsatz der Supervenienzthese, um problematische Verdopplungsfälle als nomologisch unmöglich auszuschließen.

4. Olson, Ontologie und Organismen: Vorstellung des Animalismus von Eric Olson, der den Menschen primär als biologischen Organismus begreift.

4.1 Denkende Tiere und denkende Personen: Diskussion von Olsons Kritik an der Trennung von psychologisch definierter Person und tierischem Organismus.

5. Noch einmal Nida-Rümelin: Synthese und kritische Einordnung von Nida-Rümelins Theorie im Licht aktueller medizinischer Erkenntnisse.

5.1 „Stammhirnwesen“ als Subjekte von Erfahrung: Argumentation, dass auch rudimentäre Lebensformen als Subjekte von Erfahrung gelten können.

5.2 Martine Nida-Rümelin und Cerebrum-Transplantationen: Anwendung der Nida-Rümelinschen Theorie auf konkrete Transplantationsbeispiele unter Berücksichtigung der Supervenienz.

III. What Matters in Survival: Abschließende Reflexion über die Frage, ob eine isolierte Lösung für das Identitätsproblem existiert oder eine ganzheitliche Sichtweise erforderlich ist.

Schlüsselwörter

Personale Identität, Transtemporale Identität, Psychologische Kontinuität, Substanzdualismus, Animalismus, Hirnverpflanzung, Subjekt von Erfahrung, SvE, Derek Parfit, Martine Nida-Rümelin, Eric Olson, Gedankenexperimente, Ontologie, Metaphysik, Bewusstsein

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophischen Grundlagen der transtemporalen Identität von Personen, insbesondere im Kontext von extremen Gedankenexperimenten wie Gehirn- oder Cerebrum-Transplantationen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen psychologischer und physiologischer Kontinuität, die Definition von Personsein und die ontologische Natur menschlicher Subjekte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob transtemporale Identität über empirische Kriterien objektiv bestimmt werden kann oder ob sie von tieferliegenden, nicht-empirischen Tatsachen abhängt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die analytische Philosophie, insbesondere die kritische Analyse und methodische Gegenüberstellung führender Identitätstheorien anhand von Gedankenexperimenten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Theorien von Parfit (Psychologismus), Olson (Animalismus) und Nida-Rümelin (Substanzdualismus) und prüft deren Konsistenz in Transplantationsszenarien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Personale Identität, Psychologische Kontinuität, Subjekt von Erfahrung, Substanzdualismus, Animalismus, Hirnverpflanzung.

Wie unterscheidet sich Nida-Rümelins Ansatz von Parfit?

Während Parfit Identität über empirisch feststellbare psychologische Kontinuität definiert, postuliert Nida-Rümelin eine unteilbare, immaterielle Substanz (Subjekt von Erfahrung) als den Kern personaler Identität.

Warum spielt das Gedankenexperiment „My Division“ eine so wichtige Rolle?

„My Division“ dient als Prüfstein für Identitätstheorien, da es eine Situation erzeugt, in der psychologische Kontinuität auf zwei verschiedene Körper verteilt wird, was zu einem identitätslogischen Paradoxon führt.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Transtemporale personale Identität. Zur Philosophie der Gehirntransplantation und Gehirnteilung
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Philosophie)
Veranstaltung
Begleitseminar zum ersten Münchener Philosophischen Kolloquium "Was sind und wie existieren Personen?"
Note
1,3
Autor
Tobias Bauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
25
Katalognummer
V314829
ISBN (eBook)
9783668133594
ISBN (Buch)
9783668133600
Sprache
Deutsch
Schlagworte
transtemporale personale Identität psychologische Kontinuität Person Gehirntransplantationen fission
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Bauer (Autor:in), 2015, Transtemporale personale Identität. Zur Philosophie der Gehirntransplantation und Gehirnteilung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/314829
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Leseprobe aus  25  Seiten
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