Im Zeitalter des 21. Jahrhunderts stehen den Unternehmen als auch den privaten Haushalten vielseitige Möglichkeiten der Finanzierung zur Verfügung. Durch stetige Erneuerungen und dem permanent steigenden Fortschritt in allen Bereichen der Technik werden die Betriebe gezwungen, sich dem Wandel der Zeit durch Innovationen und andauernden Investitionen anzupassen.
Als Grundlage dienen die klassischen Instrumente der Finanzierung. Sei es nun eine Eigen- oder eine Fremdkapitalfinanzierung, es gilt stets das Ziel zu verfolgen, eine noch bessere Alternative innerhalb dieses gewaltigen Spektrums zu finden. Dabei stehen oft unterschiedliche Gesichtspunkte im Vordergrund und es ist nur schwer abzuwägen, welche Alternative die bessere Variante darstellt, da einige Kriterien in einem Zielkonflikt stehen. Unter anderem wird ein besonderes Augenmerk auf die Finanzierungskosten, bilanzielle Auswirkungen und Haftungsbegrenzungen gelegt. Jegliche Entscheidungen haben finanzielle Auswirkungen.
Im Jahr 2012 wurden allein in Deutschland 313,9 Mrd. € für Investitionen benötigt. Ein Rückgang dieser Zahl ist bisher nicht abzusehen.
Erfahrungsgemäß sind die betrieblichen und privaten Eigenmittel begrenzt, sodass auf fremde Kapitalgeber zurückgegriffen werden muss. Doch um eine überhöhte Fremdkapitalquote zu verhindern, sind viele Investoren auf alternative Finanzierungsmöglichkeiten angewiesen. Daraus entstand auch der Grund-gedanke des Leasings „mieten statt kaufen“.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Leasing als alternative Finanzierungsform im Vergleich zur klassischen Kreditfinanzierung zu erläutern, die Vorzüge aufzuzeigen, aber auch die einhergehenden Nachteile zu betrachten. Dabei werden sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren analysiert. Dazu gliedert sich die Projektarbeit in sechs Kapitel.
Zur Hinführung dieses Themengebietes wird mit einer Darstellung des Leasings begonnen. Hier werden die grundlegenden Merkmale beleuchtet. In Kapitel drei werden die verschiedensten Formen des Leasings genauer betrachtet und erklärt. Der Hauptteil dieser Arbeit folgt in Kapitel vier. Dort wird explizit auf den Vergleich zwischen Leasing und der klassischen Kreditfinanzierung eingegangen und verschiedenste Rechnungen berücksichtigt. Im abschließenden Kapitel fünf wird eine Zusammenfassung gegeben und Schlussfolgerungen gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit und Zielsetzung
1.3 Abgrenzung des Themas
2 Darstellung von Leasing
2.1 Begriff Leasing
2.2 Unterscheidung Leasing – Miete
2.3 Bilanzierung
3 Formen des Leasings
3.1 Einteilung nach Vertragslaufzeit und Kündbarkeit
3.1.1 Finanzierungsleasing
3.1.2 Operate Leasing
3.2 Einteilung nach Art des Leasingobjektes
3.2.1 Mobilien Leasing
3.2.2 Immobilien Leasing
3.3 Einteilung nach den Leasingvertragsmodellen
3.3.1 Vollamortisationsleasing
3.3.2 Teilamortisationsleasing
3.4 Einteilung nach Stellung des Leasinggebers
3.4.1 Direktes Leasing
3.4.2 Indirektes Leasing
3.5 Sonderform Sale-and-Lease-Back
4 Leasing im Vergleich zur Kreditfinanzierung
4.1 Abgrenzung Kreditfinanzierung - Leasing
4.2 Betriebswirtschaftliche Aspekte
4.3 Bilanzielle Aspekte
4.4 Steuerliche Aspekte
4.5 Quantitativer Vergleich anhand einer Barwertmethode
4.6 Einbeziehung qualitativer Aspekte anhand einer Nutzwertanalyse
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, Leasing als alternative Finanzierungsform zur klassischen Kreditfinanzierung detailliert zu untersuchen, ihre Vor- und Nachteile aufzuzeigen und die Eignung für Investitionen anhand quantitativer und qualitativer Analysen zu bewerten.
- Grundlagen des Leasinggeschäfts und dessen Abgrenzung zur klassischen Miete.
- Klassifizierung verschiedener Leasingformen und deren vertragliche Ausgestaltung.
- Gegenüberstellung von Leasing und Kreditfinanzierung hinsichtlich betriebswirtschaftlicher Aspekte.
- Quantitative Vergleichsanalyse mittels Barwertmethode und qualitativer Vergleich durch eine Nutzwertanalyse.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Operate Leasing
Neben dem Finanzierungsleasing gibt es das weniger bekannte Operate Leasing, bei dem der Vertrag jederzeit gekündigt werden kann. Charakteristisch sind die kurz- oder mittelfristigen Vertragslaufzeiten. Dabei steht die Nutzungsfunktion eines Gebrauchsgegenstandes meistens im Vordergrund. Deshalb wird diese Form des Leasings häufig mit dem klassischen Mietvertrag verglichen und wird für Objekte benutzt, die durch ihren Entwicklungsstand schnell ausgetauscht werden müssen. Es eignet sich auch speziell für Unternehmen, die in einer saisonalen Hochkonjunktur Engpässe ausgleichen müssen oder das Leasingobjekt nur für ein bestimmtes Projekt benötigen.
Im Vergleich zum Finanzierungsleasing bleibt das Objekt- oder Investitionsrisiko beim Leasinggeber. Dieser hat die Instandhaltungs-, Wartungs- oder Reparaturkosten zu tragen. Beim Operate Leasing werden die Anschaffungskosten für den Leasinggeber nicht vollständig amortisiert. Eine Vollamortisation wird durch mehrfaches verleasen und abschließendem Verkauf erzielt. Aus diesem Grund werden beim Operate Leasing oft gewöhnliche Leasingobjekte angeboten, welche ein hohes Maß an Fungibilität aufweisen. Deshalb sind sie nicht von einem Leasingnehmer abhängig.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Finanzierungsentscheidungen im 21. Jahrhundert ein und definiert das Ziel sowie den Aufbau der vorliegenden Arbeit.
2 Darstellung von Leasing: Hier werden die begrifflichen Grundlagen, die Unterscheidungsmerkmale zur Miete sowie die bilanzielle Behandlung von Leasingverträgen erörtert.
3 Formen des Leasings: In diesem Abschnitt werden die verschiedenen Leasingarten nach Laufzeit, Objektart, Vertragsmodell und der Stellung des Leasinggebers sowie die Sonderform Sale-and-Lease-Back detailliert dargelegt.
4 Leasing im Vergleich zur Kreditfinanzierung: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert Leasing im direkten Vergleich zum Kredit, wobei betriebswirtschaftliche, bilanzielle und steuerliche Aspekte sowie quantitative und qualitative Methoden zum Einsatz kommen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, dass die Wahl der Finanzierung eine Einzelfallentscheidung ist, bei der sowohl quantitative als auch qualitative Argumente abzuwägen sind.
Schlüsselwörter
Leasing, Kreditfinanzierung, Finanzierungsalternative, Investition, Barwertmethode, Nutzwertanalyse, Bilanzierung, Finanzierungskosten, Liquidität, Operate Leasing, Finanzierungsleasing, betriebswirtschaftliche Aspekte, Vertragsgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Leasing als Finanzierungsalternative zur klassischen Kreditfinanzierung und bewertet deren Vor- und Nachteile für Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Systematik des Leasings, rechtliche Grundlagen, einen direkten Kostenvergleich zum Kredit sowie die Bewertung qualitativer Faktoren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Leasing als Substitut zum Bankkredit funktioniert und welche Entscheidungskriterien für eine objektive Vorteilhaftigkeitsprüfung notwendig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden sowohl eine quantitative Barwertmethode für den Kostenvergleich als auch eine qualitative Nutzwertanalyse zur Entscheidungsfindung eingesetzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich explizit mit dem Vergleich von Leasing und Kreditfinanzierung anhand von betriebswirtschaftlichen, bilanziellen und steuerlichen Kriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Leasing, Kreditfinanzierung, Barwertmethode, Nutzwertanalyse und Bilanzierung.
Warum ist eine Nutzwertanalyse für den Vergleich sinnvoll?
Sie erlaubt es, qualitative, nicht unmittelbar rechenbare Faktoren wie Flexibilität oder Serviceleistungen in eine strukturierte Entscheidungsmatrix zu integrieren.
Was zeigt das Rechenbeispiel der CNC-Maschine?
Das Beispiel zeigt, dass das Annuitätendarlehen in der reinen Gesamtkostenbetrachtung günstiger ausfällt, die Leasingvariante jedoch Vorteile bei der monatlichen Belastung und Liquidität bietet.
- Arbeit zitieren
- Patrick W. (Autor:in), 2013, Leasing als Alternative zur klassischen Kreditfinanzierung. Darstellung, Formen, Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/313396