„A man should always place his money, one-third into land, a third into merchandise and keep a third in hand“ (Levy, Duchin, 2009). Dieses Zitat stammt ursprünglich aus dem Talmud und zeigt, dass Diversifikation und damit Portfoliobildung bereits lange vor unserer Zeitrechnung angewendet wurden. Ziel war und ist es, potenzielle Verluste zu reduzieren, zu messen und zu steuern. Diese Aufgaben übernimmt heutzutage die Risikomanagementabteilung eines Unternehmens bzw. Kreditinstituts.
Die Bedeutung des Risikomanagements für ein Kreditinstitut wird anhand ihrer getätigten Bankgeschäfte deutlich. Aufgrund der Tatsache, dass derartige Geschäfte eine Vielzahl von operativen Marktpreis- und Ausfallrisiken bergen, wird die Notwendigkeit der Risikosteuerung erkennbar. Zweifellos wird die Wirtschaftlichkeit dieser Bankgeschäfte durch die Risikomessung, -bewertung und -steuerung maßgeblich beeinflusst (vgl. Jorion, 2007; Albrecht, 2005). Die Anwendung der Portfoliobildung stellt dabei ein weitverbreitetes Instrument des Risikomanagements dar. Hierbei werden unterschiedliche Risiko- und Renditepositionen zu einer gemeinsamen Portfoliogröße vereinheitlicht (vgl. Spremann, 2006; Kealhofer, 1998).
Auf der Grundlage unterschiedlichster Ansätze kann dann die Bewertung, Messung und Steuerung dieser Portfoliogrößen gestaltet werden, um so individuelle Geschäfts- bzw. Portfoliostrategien entwickeln zu können. In der vorliegenden Arbeit wird der Frage nachgegangen, wie das Risikomanagement eines Portfolios im Hinblick auf die Risikomessung und -steuerung gestaltet werden kann. Hierbei richtet sich die Analyse schwerpunktmäßig auf Kreditportfolios.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Risiken
2.1 Kreditrisiken
2.2 Marktpreisrisiken
3. Risikomanagement und Portfoliobildung
3.1 Diversifizierungseffekte
3.2 Kreditportfoliomodelle
3.2.1 CreditRisk+
3.2.2 Das Modell CreditMetrics
3.3 Das Varianz-Kovarianz-Modell auf Portfolioebene
4. Asset Securitization
5. Asset-Liability-Management
6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gestaltung des Risikomanagements von Portfolios mit dem primären Fokus auf Kreditportfoliomodellen, der Asset Securitization und dem Asset-Liability-Management, um Methoden zur effektiven Risikomessung und -steuerung zu analysieren.
- Analyse von Kredit- und Marktpreisrisiken im Bankwesen.
- Untersuchung von Diversifizierungseffekten und Portfoliotheorie.
- Vergleichende Darstellung von Kreditportfoliomodellen (CreditRisk+ und CreditMetrics).
- Bewertung der Asset Securitization als Instrument der Risikoübertragung.
- Erörterung des Asset-Liability-Managements zur risikopolitischen Optimierung.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 CreditRisk+
Das Modell CreditRisk+ gehört zu den ausfallratenbasierten Ansätzen und zielt auf die Modellierung der (stetigen) Ausfallverteilung hinsichtlich von Kreditportfolios ab. Um das unsystematische bzw. personenspezifische Ausfallrisiko zu modellieren, werden in diesem Modell Kredite bzw. Kreditnehmer erst kollektiv in Größenklassen (Exposure-Bänder) und im Anschluss in unabhängige Sektoren (Branchen, Länder etc.) eingeteilt. Durch die Verwendung der Ausfallmenge erleichtert es dieser Vorgang, die Verlustverteilung eines Portfolios zu bestimmen (vgl. Albrecht, 2005, S. 78; Kretschmer, 1999, S. 369). Dabei entstehen personenspezifische Kreditrisiken durch das Handeln bzw. die wirtschaftliche Lage des Kreditnehmers; systematische Kreditrisiken werden durch makroökonomische Faktoren (exogen) modelliert. Somit kann eine Differenzierung zwischen personenbezogenen und systematischen bzw. sektoralen Kreditrisiken vorgenommen werden (vgl. CSFP, 1997, S. 20).
Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass die stochastische Ausfallwahrscheinlichkeit eines Sektors von nur einem externen Einflussfaktor bestimmt wird und diese einer Gammaverteilung folgen. Somit herrscht innerhalb eines Sektors eine hohe Ausfallkorrelation (vgl. Wahrenburg, Niethen, 2000, S. 512; CSFP, 1997, S. 14f.). Innerhalb dieses Modells werden zudem spezifische Kreditrisiken als konstante Ausfallraten der Kreditnehmer, die keine Abhängigkeit aufweisen, wahrgenommen (vgl. Gordy, 2000, S. 122).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Notwendigkeit des Risikomanagements im Bankwesen und umreißt den Aufbau der Arbeit hinsichtlich der Risikomessung und -steuerung von Kreditportfolios.
2. Risiken: Dieses Kapitel differenziert zwischen Kredit- und Marktpreisrisiken und legt damit das Fundament für die Analyse ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit von Bankgeschäften.
3. Risikomanagement und Portfoliobildung: Das Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen der Portfoliotheorie, Diversifizierungseffekte sowie spezifische Modelle wie CreditRisk+ und CreditMetrics zur Quantifizierung von Risiken.
4. Asset Securitization: Hier werden Methoden der Verbriefung analysiert, die eine direkte Risikoübertragung ermöglichen, unterteilt in echte und synthetische Verbriefungen.
5. Asset-Liability-Management: Der Ansatz der bilanziellen Betrachtung von Aktiv- und Passivpositionen zur risikopolitischen Optimierung wird erläutert.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der dargestellten Risikomanagementmethoden und betont die fortwährende Relevanz der Portfoliobildung.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Kreditrisiko, Portfoliobildung, Diversifikation, CreditRisk+, CreditMetrics, Asset Securitization, Asset-Liability-Management, Marktpreisrisiko, Value at Risk, Kapitalunterlegung, Ausfallwahrscheinlichkeit, Kreditderivate, Korrelation, Risikosteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Gestaltung des Risikomanagements von Kreditportfolios unter Anwendung verschiedener Quantifizierungs- und Steuerungsansätze in Bankinstituten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Risikomessung, der Anwendung von Kreditportfoliomodellen, der Verbriefung von Forderungen sowie dem Asset-Liability-Management.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Methoden der Risikomessung, -bewertung und -steuerung auf Portfolioebene darzustellen, um die Wirtschaftlichkeit und Stabilität von Bankgeschäften zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse finanzwirtschaftlicher Fachliteratur und der analytischen Herleitung von Risikomodellen (z.B. Diversifizierungsansätze, stochastische Modellierung).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Kredit- und Marktpreisrisiken definiert, Kreditportfoliomodelle (CreditRisk+ und CreditMetrics) im Detail verglichen, die Asset Securitization analysiert und das Asset-Liability-Management erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Risikomanagement, Portfoliobildung, Kreditrisiko, Asset Securitization und Value at Risk.
Was unterscheidet CreditRisk+ von CreditMetrics?
Der Hauptunterschied liegt in der Modellierung: CreditRisk+ ist ein Ausfallraten-Modell, das Kreditausfälle als stochastisches Element behandelt, während CreditMetrics als Firmenwert-Modell Ausfälle über Bonitätsveränderungen definiert.
Warum spielt die Asset Securitization eine wichtige Rolle für Banken?
Sie ermöglicht es Banken, Risiken direkt durch die Übertragung auf Dritte (z.B. mittels Zweckgesellschaften oder Kreditderivaten) zu steuern, anstatt diese ausschließlich durch Kapitalunterlegungen abzusichern.
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- Ridvan Yildirim (Author), 2014, Risikomanagement durch Portfoliobildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/313018