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Armenischer Genozid? Eine Begriffsdebatte

Titel: Armenischer Genozid? Eine Begriffsdebatte

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 35 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Selina Winkler (Autor:in)

Politik - Thema: Völkerrecht und Menschenrechte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein Massaker oder die Vernichtung größerer Menschengruppen als Genozid zu bezeichnen, hat nach der Entwicklung des Genozidbegriffs teilweise fast trendartige Ausmaße angenommen und besitzt doch oft nicht die ausreichende Berechtigung. In der vorliegenden Arbeit soll deshalb analysiert werden, ob das Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Genozid eingestuft werden kann oder nicht.

Zu diesem Zweck wird es anfangs um den Genozidbegriff selbst, seine Entwicklung innerhalb der Singularitätsdebatte und verschiedene diesbezügliche Theorien, sowie die UNGC und deren Problematik gehen. Nach einer Darstellung der Begriffsdebatte um den Genozidbegriff wird anhand der Thesen von Rudolph J. Rummel, Boris Barth und Helen Fein ein Analyseraster festgesetzt, welches im zweiten Teil der Arbeit auf besagte Vorfälle im Osmanischen Reich angewandt wird. Nach dieser Diskussion, ob tatsächlich von einem Genozid an den Armeniern gesprochen werden kann, soll abschließend die Bedeutung des Genozidbegriffs in Gegenwart und Zukunft aufgezeigt werden.

Bereits 1933 warf der polnische Jurist Raphael Lemkin auf der fünften internationalen Konferenz zur Vereinheitlichung des Kriminalrechts unter der Schirmherrschaft des Völkerbundes die Frage auf, „ob die Souveränität eines Staates nicht an ihre Grenzen stoße, wenn eine Regierung beginne, in großem Stil ihre eigenen Bürger zu ermorden.“ Zu jenem Zeitpunkt noch ein rein theoretisches Problem ohne juristische Konsequenzen, prägte Lemkin noch während des Zweiten Weltkrieges den Begriff ludobójstwo, zusammengesetzt aus lud und zabójstwo, den polnischen Wörtern für „Volk“ und „Mord“. 1944 übersetzt er ihn als genocide ins Englische, vom griechischen genos für „Volk“ und dem lateinischen caedere für „töten“, und als Völkermord ins Deutsche. Seine und damit die erste Definition des Genozid-Begriffs lautete „the coordinated and planned destruction of a national, religious, racial or ethnic group by different actions through the destruction of the essential foundations of the life of the group with the aim of annihilating it physically and culturally.“ Obwohl also die Debatte darüber, die Vernichtung derartiger Gruppen als Verbrechen unter internationale Strafe zu stellen, nachweislich vor dem Zweiten Weltkrieg angeregt wurde, bildete sich die Genozidforschung erst als die sogenannten „post-holocaust-studies“ aus der Holocaustforschung heraus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Die Genese der Genozidforschung

2 Der Genozid-Begriff

2.1 Die Genozid-Konvention der Vereinten Nationen und ihre Problematik

2.2 Genozid-Theorien

2.2.1 Rudolph J. Rummel

2.2.2 Boris Barth

2.2.3 Helen Fein

2.3 Angewandtes Analyseraster

3 Der Armenische Genozid

4 Genozid in Gegenwart und Zukunft

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Entwicklung des Genozidbegriffs innerhalb der wissenschaftlichen Debatte nachzuvollziehen und ein fundiertes Analyseraster zu erarbeiten, um das Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich 1915 hinsichtlich seiner Charakterisierung als Genozid wissenschaftlich zu bewerten.

  • Entwicklung und Problematik des Genozidbegriffs
  • Analyse der Singularitätsdebatte
  • Vergleichende Untersuchung der Theorien von Rummel, Barth und Fein
  • Konzeption eines Analyserasters für genozidale Ereignisse
  • Untersuchung des Armenischen Genozids anhand des erstellten Rasters

Auszug aus dem Buch

2 Der Genozid-Begriff

In Deutschland konnte sich die vergleichende Genozidforschung erst seit den späten 1990er Jahren herausbilden. Bis dahin wurde diese Wissenschaftsdisziplin noch von Historikern dominiert, die mit sehr engen Begriffsdefinitionen arbeiteten, „weil die Vernichtung der europäischen Juden im Zweiten Weltkrieg als der ultimative Fall von „wirklichem“ Genozid angesehen wurde.“ Wer international vergleichende Genozidforschung anstellen wollte, war dem Generalverdacht ausgesetzt, die Bedeutung des Holocaust relativieren zu wollen. Diese Haltung resultierte zum einen aus der intensiven Vergangenheitsbewältigung, die die deutsche Öffentlichkeit für mehrere Jahrzehnte beschäftigt hatte und noch bis heute beschäftigt.

Zum anderen löste Ernst Nolte mit seiner These vom kausalen Nexus 1986 den sogenannten Historikerstreit um die Singularitätsdebatte aus, innerhalb dessen sich auch vermehrt Geschichtsrevisionisten zu Wort meldeten. Nolte postulierte, dass der Holocaust kein der Geschichte enthobenes Ereignis oder Werk eines absoluten Bösen war, sondern aus einem identifizierbaren historischen Kontext hervorging. So deutete er zum Beispiel die Arbeitslager Stalins als unmittelbare Vorbilder der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Im Zuge dieser Debatte gab es immer wieder revisionistische und nationalistische Historiker, die Noltes Thesen aufgriffen, um den Holocaust als gewöhnlichen, nicht qualitativ von anderen Großverbrechen unterscheidbaren Massenmord herunterzuspielen.

Obwohl die vergleichende Genozidforschung die Singularität als Unvergleichbarkeit ablehnt, weil die einmaligen Besonderheiten des Holocaust erst im Vergleich mit anderen Völkermorden feststellbar seien, gibt es zahlreiche Wissenschaftler, die die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Judenvernichtung hervorheben. So entwirft beispielsweise Daniel Jonah Goldhagen ein Konzept, mit dem er jegliche Art von eliminatorischen Angriffen in eine von vier Kategorien einordnet: Beherrschung und Transformation im Inland, Wahnhaftes Wüten im Ausland, Imperialismus im Inland und Imperialismus im Ausland.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die Genese der Genozidforschung: Beleuchtet die Entstehung des Genozidbegriffs durch Raphael Lemkin und die Entwicklung der Genozidforschung aus der Holocaustforschung heraus.

2 Der Genozid-Begriff: Analysiert die Debatte um die Definition des Genozids, die Singularitätsdebatte und stellt verschiedene wissenschaftliche Theorien sowie ein Analyseraster vor.

3 Der Armenische Genozid: Wendet das erarbeitete Analyseraster auf die Ereignisse an den Armeniern im Osmanischen Reich an, um diese als Genozid zu klassifizieren.

4 Genozid in Gegenwart und Zukunft: Diskutiert die Bedeutung der historischen Aufarbeitung für die politische Kultur und die Herausforderungen für die künftige Genozidprävention.

Schlüsselwörter

Genozid, Völkermord, Genozidforschung, UN-Genozidkonvention, Singularitätsdebatte, Armenischer Genozid, Demozid, Politizid, Ethnozid, Historikerstreit, Massaker, Intention, Opfergruppen, Gewaltprävention, Staatenverantwortung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Definition des Genozidbegriffs und dessen Anwendung auf historische Massenverbrechen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Genozidkonvention der Vereinten Nationen, der Historikerstreit um die Einzigartigkeit des Holocaust sowie die theoretischen Ansätze von Rummel, Barth und Fein.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein systematisches Analyseraster zu entwickeln, mit dem das Massaker an den Armeniern von 1915 historisch und theoretisch präzise als Genozid bewertet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine struktur-vergleichende Methode, indem sie verschiedene Definitionen und Theorien der Genozidforschung synthetisiert und auf einen spezifischen historischen Fall anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsdebatte, die Vorstellung eines Analyserasters und dessen konkrete Anwendung auf den Armenischen Genozid.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Genozid, Armenischer Genozid, UN-Genozidkonvention, Singularitätsdebatte und das Analyseraster zur Klassifizierung von Massengewalt.

Inwiefern unterscheidet sich der Begriff Demozid nach Rummel von der UN-Konvention?

Rummels Demozid-Begriff umfasst über die Definition der UN hinaus auch politische Gegner und Massaker, die nicht zwingend einer rassistischen oder ethnischen Logik folgen.

Welche Rolle spielt die Intention des Täters bei der Einstufung als Genozid?

Die Intention ist laut den untersuchten Theoretikern das entscheidende Merkmal, da erst die zielgerichtete Vernichtungsabsicht eine Massentötung von einem zufälligen oder kriegsbedingten Ereignis abgrenzt.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Armenischer Genozid? Eine Begriffsdebatte
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,3
Autor
Selina Winkler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
35
Katalognummer
V311860
ISBN (eBook)
9783668108066
ISBN (Buch)
9783668108073
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Genozid Armenier Genozidkonvention Politik Rummel Barth Fein
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Selina Winkler (Autor:in), 2015, Armenischer Genozid? Eine Begriffsdebatte, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/311860
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  35  Seiten
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