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Warum lässt Gott Leid zu? Die Theodizeefrage aus verschiedenen Standpunkten

Das Buch Hiob, Ludwig Feuerbach und Herbert Rommel

Titel: Warum lässt Gott Leid zu? Die Theodizeefrage aus verschiedenen Standpunkten

Seminararbeit , 2015 , 8 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Laura Smith (Autor:in)

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Zunächst werde ich mich um eine logische Herangehensweise an die Thematik bemühen.
Der Religionspädagoge Herbert Rommel geht davon aus, man könne sich der Theodizee-Problematik nur nähern, wenn spezifische Prämissen erfüllt sind. Ist eine Prämisse nicht erfüllt, würde sich die Frage der Theodizee nicht stellen.

Die erste Voraussetzung ist zunächst die Annahme, dass Übel auf der Welt und somit Leid existieren. Wer das Leid in der Welt nicht als solches wahrnimmt, würde nie auf die Frage nach dem „warum“ des Leids stellen.

Als nächstes muss die Existenz Gottes anerkannt werden. Es spielt jedoch keine Rolle, ob die Existenz Gottes auf eine religiöse Überzeugung zurückzuführen ist, oder nur als Hypothese, also als theoretisches Konstrukt besteht. Beide Ansichten lassen es zu, über Gott zu diskutieren.
Die dritte zu erfüllende Prämisse ist die Vermutung, Gott sei allmächtig. Wäre dies nicht gegeben, würden wir Gott eine Schwäche zuschreiben, was aber auch Lactantius verneinte. Es wäre angemessen, die Allmacht Gottes differenzierter zu betrachten, jedoch auf dieser rein logischen Ebene muss diese Hypothese so stehen gelassen werden.

Zuletzt muss dem Gott noch zugesprochen werden er sei gut und handle dementsprechend im moralischen Sinne gut. Demnach steht dieser Gott dem Leid der Menschen nicht gleichgültig gegenüber. An dieser Stelle ist der Einwand berechtigt, dass der Gottesbegriff sehr eng gesehen wird. Hans Mendl würde hier proklamieren: „Ertragt Gott in seiner Weite!“ Die Reduktion auf einen lieben und guten Gott, was er als „Gottesinfantilisierung“ bezeichnet, ist gewiss ein unzulängliches Gottesverständnis, ist jedoch für die logischen Argumentationszwecke erforderlich.

Aus der Synthese der vier erörterten Prämissen lässt sich logisch folgender Schluss ziehen: Wenn ein Gott existiert, welchem die Eigenschaften der Allmacht und Güte zugeschrieben werden, dürfte es keine Übel in der Welt geben. Tatsache ist jedoch dass es dennoch Übel in der Welt gibt. Zwischen diesem Ist-Zustand (es gibt Übel auf der Welt) und dem Soll-Zustand (es kann keine Übel auf der Welt geben aufgrund eines allmächtigen und gütigen Gottes) besteht ein Widerspruch. Dies ist die Paradoxie, welche das Theodizeeproblem auf logischer Ebene beinhaltet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Warum lässt Gott Leid zu?

II. 1. Eine logische Herangehensweise an das Theodizeeproblem

2. Religionskritischer Ansatz von Ludwig Feuerbach

3. Das Buch Ijob

4. Zeitgemäße theologische Antwortversuche

III. Zusammenschau und Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit befasst sich mit der Theodizeefrage, also der zentralen Problematik, wie das Leid in der Welt mit der Existenz eines guten und allmächtigen Gottes vereinbar ist. Ziel ist es, verschiedene philosophische und theologische Erklärungsmodelle kritisch gegenüberzustellen und zu untersuchen, ob und wie eine Rechtfertigung Gottes angesichts des Leidens möglich ist.

  • Logische Analyse des Theodizee-Widerspruchs
  • Religionskritik nach Ludwig Feuerbach
  • Biblische Perspektiven anhand des Buches Ijob
  • Zeitgenössische theologische Lösungsansätze
  • Multiperspektivische Auseinandersetzung mit Leid und Gottesglaube

Auszug aus dem Buch

II.1. Eine logische Herangehensweise an das Theodizeeproblem

Zunächst werde ich mich um eine logische Herangehensweise an die Thematik bemühen. Der Religionspädagoge Herbert Rommel geht davon aus, man könne sich der Theodizee-Problematik nur nähern, wenn spezifische Prämissen erfüllt sind. Ist eine Prämisse nicht erfüllt, würde sich die Frage der Theodizee nicht stellen.

Die erste Voraussetzung ist zunächst die Annahme, dass Übel auf der Welt und somit Leid existieren. Wer das Leid in der Welt nicht als solches wahrnimmt, würde nie auf die Frage nach dem „warum“ des Leids stellen.

Als nächstes muss die Existenz Gottes anerkannt werden. Es spielt jedoch keine Rolle, ob die Existenz Gottes auf eine religiöse Überzeugung zurückzuführen ist, oder nur als Hypothese, also als theoretisches Konstrukt besteht. Beide Ansichten lassen es zu, über Gott zu diskutieren.

Die dritte zu erfüllende Prämisse ist die Vermutung, Gott sei allmächtig. Wäre dies nicht gegeben, würden wir Gott eine Schwäche zuschreiben, was aber auch Lactantius verneinte. Es wäre angemessen, die Allmacht Gottes differenzierter zu betrachten, jedoch auf dieser rein logischen Ebene muss diese Hypothese so stehen gelassen werden.

Zuletzt muss dem Gott noch zugesprochen werden er sei gut und handle dementsprechend im moralischen Sinne gut. Demnach steht dieser Gott dem Leid der Menschen nicht gleichgültig gegenüber. An dieser Stelle ist der Einwand berechtigt, dass der Gottesbegriff sehr eng gesehen wird. Hans Mendl würde hier proklamieren: „Ertragt Gott in seiner Weite!“ Die Reduktion auf einen lieben und guten Gott, was er als „Gottesinfantilisierung“ bezeichnet, ist gewiss ein unzulängliches Gottesverständnis, ist jedoch für die logischen Argumentationszwecke erforderlich.

Aus der Synthese der vier erörterten Prämissen lässt sich logisch folgender Schluss ziehen: Wenn ein Gott existiert, welchem die Eigenschaften der Allmacht und Güte zugeschrieben werden, dürfte es keine Übel in der Welt geben. Tatsache ist jedoch dass es dennoch Übel in der Welt gibt. Zwischen diesem Ist-Zustand (es gibt Übel auf der Welt) und dem Soll-Zustand (es kann keine Übel auf der Welt geben aufgrund eines allmächtigen und gütigen Gottes) besteht ein Widerspruch. Dies ist die Paradoxie, welche das Theodizeeproblem auf logischer Ebene beinhaltet.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Warum lässt Gott Leid zu?: Einleitung in die Grundfrage der Theodizee unter Bezugnahme auf den antiken Widerspruch des Leidens und der Existenz Gottes.

II. 1. Eine logische Herangehensweise an das Theodizeeproblem: Analyse der logischen Paradoxie, die durch die Annahme eines allmächtigen, gütigen Gottes in einer von Leid geprägten Welt entsteht.

2. Religionskritischer Ansatz von Ludwig Feuerbach: Darstellung von Religion als psychologische Selbstprojektion des Menschen, um Bedürfnisse nach Erlösung vom Leid zu stillen.

3. Das Buch Ijob: Untersuchung des alttestamentlichen Textes als existenzielle Auseinandersetzung mit der Unerklärbarkeit des Leidens und dem Vertrauen auf die Unbegreiflichkeit Gottes.

4. Zeitgemäße theologische Antwortversuche: Diskussion moderner Ansätze, darunter die Vorstellung eines ohnmächtigen Gottes nach Auschwitz und die Kritik an der anthropozentrischen Verantwortung.

III. Zusammenschau und Zusammenfassung: Synthese der verschiedenen Perspektiven und Fazit, dass Leid nicht rational erklärbar, sondern nur in einer Haltung des Vertrauens „bestehbar“ ist.

Schlüsselwörter

Theodizee, Leid, Gott, Allmacht, Religionskritik, Ludwig Feuerbach, Buch Ijob, Hans Küng, Gottesbild, Existenz, Paradoxie, Erlösung, Verantwortung, Anthropodizee, Glaube.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die klassische Theodizeefrage, also das Problem der Vereinbarkeit der Existenz Gottes mit dem faktischen Vorhandensein von Leid und Übel in der Welt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit beleuchtet das Thema aus einer logischen, religionskritischen, biblisch-hermeneutischen und zeitgenössisch-theologischen Perspektive.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die verschiedenen Deutungsversuche des Leids darzustellen und zu zeigen, dass keine rein rationale Antwort existiert, sondern eine existenzielle Haltung gefragt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wählt eine multiperspektivische und dialektische Herangehensweise, um die Thematik durch verschiedene Ansätze (u.a. Rommel, Feuerbach, Küng) zu erörtern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die logische Herleitung der Paradoxie, Feuerbachs Religionskritik, das biblische Beispiel des Buches Ijob sowie moderne theologische Reflexionen, etwa zu Hans Jonas.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Theodizee, Gottesbild, Leid, Allmacht, Projektion, Existenz und das „Bestehen“ des Leids.

Wie bewertet der Autor die logische Argumentation zum Theodizeeproblem?

Der Autor erkennt an, dass die logische Herangehensweise zwar notwendig ist, um den Widerspruch zu benennen, aber nicht ausreicht, um die existentielle Dimension des Leidens zu erfassen.

Welchen Stellenwert nimmt das Buch Ijob in der Arbeit ein?

Das Buch Ijob dient als biblisches Grunddokument für die Unerklärbarkeit des Leids und unterstreicht die Notwendigkeit, Gott in seiner Unbegreiflichkeit anzunehmen.

Was unterscheidet die „Anthropo-dizee“ nach Hans Küng von traditionellen Ansätzen?

Anstatt Gott für das Leid anzuklagen, betont dieser Ansatz die menschliche Verantwortung und die Erkenntnis, dass Leid oft nicht erklärt, sondern nur ausgehalten werden kann.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Warum lässt Gott Leid zu? Die Theodizeefrage aus verschiedenen Standpunkten
Untertitel
Das Buch Hiob, Ludwig Feuerbach und Herbert Rommel
Hochschule
Universität Passau
Note
1,0
Autor
Laura Smith (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
8
Katalognummer
V311603
ISBN (eBook)
9783668103832
ISBN (Buch)
9783668103849
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theodizee Allmacht Gott Gottesbegriff Paradox
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Laura Smith (Autor:in), 2015, Warum lässt Gott Leid zu? Die Theodizeefrage aus verschiedenen Standpunkten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/311603
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Leseprobe aus  8  Seiten
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